Auernheim – Neresheim (1)

24 kloster neresheim eErste Ausfahrt

Heute fahren wir mit unserem neuen Auto, einem gelben Renegade, zur Härtsfeldschule in Neresheim und weiter mit dem Bus nach Auernheim. In der Ortsmitte beim Brunnen steigen wir aus dem langen Gliederbus aus, der uns als einzige Fahrgäste befördert hat. Gleich geht es steil hinauf zur Kirche, die wir heute ausgiebig besichtigen wollen.

Weiter geht es aufwärts zum Wanderparkplatz, wo wir auf den Albschäfer- und den Jakobusweg treffen. Nach einem kurzen, angenehmen Waldweg stoßen wir auf einen asphaltierten Feldweg, denn trennen sich unser Weg und der Jakobusweg, der von Nürnberg an den Bodensee führt und den wir vor Jahren als Teil unserer Wanderung von Rügen an den Bodensee schon gewandert sind.

Jetzt geht es auf einem Naturweg steil abwärts zu einem Panoramaweg mit herrlichen, weiten Ausblicken, der am Krautgartenhäule und an der Buchhalde entlang bis ins Naturschutzgebiet Zwing führt. Zunächst ist der Weg asphaltiert, dann ein naturbelassener Waldweg und schließlich ein schmaler Pfad im Gras, noch etwas nass vom morgendlichen Tau. Hier entdecken wir weitere Orchideen: Händelwurz und wieder Waldhyazinthen.

Fantastisch ist der Blick über die Felder hinüber zum Kloster Neresheim. Vor der Zwing geht es durch ein kurzes Waldstück, hier beeindrucken uns wunderschöne Türkenbundlilien mit ihren auffällig geformten Blüten, die an einen Turban erinnern.

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Nattheim – Auernheim (4)

21 kirche auernheim elDie von weither sichtbare Kirche liegt oberhalb des alten Ortskerns auf dem Krönungsberg. Der Sage nach wollten die Auernheimer vor knapp 300 Jahren eigentlich die Kirche im Dorf bauen, doch das bereitliegende Baumaterial wurde jede Nacht von unsichtbarer Hand dorthin gebracht, wo heute die Kirche steht. Irgendwann haben es die Dörfler begriffen und die Kirche auf der Anhöhe gebaut. Der barocke Innenraum erhielt Anfang dieses Jahrtausends nach einer umfangreichen Sanierung sein heutiges Aussehen, er wirkt hell und freundlich.

Ingrid schaut kurz in die Kirche hinein, die wir von früheren Wanderungen bereits kennen, doch aufgrund der Kälte zieht sie es vor, draußen noch einige der interessanten Epitaphien zu fotografieren.

Diese sehenswerten Grabinschriften oder Gedenktafeln mit zum Teil heiteren oder auch makabren Sprüchen befinden sich an der Innenseite der Friedhofsmauer. Wir haben einfach viel Spaß beim Entziffern der manchmal schwer lesbaren Texte.

Auf der Rückfahrt legen wir in Nattheim noch einen Halt ein, schlendern vom Industriegebiet zur Ortsmitte und besichtigen die neuromanische Martinskirche aus dem 19. Jahrhundert mit ihrer interessanten Backsteinfassade.

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Nattheim – Auernheim (3)

Des Bauern Opfer

Im Höllteich kreuzen wir den Jakobusweg, steigen anschließend steil zu einer Heide hinauf und gehen auf halber Höhe auf einem grasbewachsenen Feldweg entlang eines schön blühenden, kleinen Abhangs. Wir können uns aber nur noch ein Weilchen daran erfreuen, denn ein Bauer macht kurzen Prozess mit der blühenden Pracht.

Am Ende der folgenden Heide setzen wir uns ins Gras und genießen die Wärme, müssen allerdings bald den Weg freimachen, da der Bauer ausgerechnet hier entlangfährt, um seine nächste Wiese zu erreichen.

Im Wald geht es steil bergauf und später leicht bergab, vorbei an alten Grenzsteinen und der ehemaligen Burg Auernheim im Höllbuck. Wenig später folgen wir zunächst einem Schotterweg nach rechts. Von einem schönen Wiesenweg, der oberhalb von Auernheim verläuft, blicken wir über eine Silberdistelwiese – natürlich blühen die botanischen Wahrzeichen der Schwäbischen Alb noch nicht – hinunter auf Auernheim und die Kirche St. Georg, zu der wir jetzt hinabsteigen.20 wiesenblumen e

Nattheim – Auernheim (2)

Fleinheim und seine schwarze Tiere

In der Folge wechseln sich Gras- und Kieswege ab. An einer Stelle haben Waldarbeiter einen riesigen Berg Äste mitten auf den Wanderweg gelegt, sodass zunächst nicht klar zu erkennen war, wie es weitergeht, zumal die Äste auch nicht so einfach zu umgehen sind.

19 schwarzes kälbchen eWenig später lädt uns ein Baumstamm zu einer Vesperpause ein, danach geht es wieder steil bergab ins Eschteich und wir sehen vor uns Fleinheim liegen. Auf einem Wiesenweg geht es am Waldrand weiter, wir erblicken eine Herde schwarzer Tiere mit großen Hörnern. Bei ihrem Anblick fragen wir uns, sind das nun schwarze Kühe oder vielleicht sogar Wasserbüffel. Wir schauen den Tieren eine Weile zu und sind dann eigentlich sicher, dass es Wasserbüffel sind.

Nochmals geht es leicht bergab und als wir eine Straße überqueren ist unser Wanderzeichen auf den Asphalt gemalt, eine gute Alternative zu den üblichen Täfelchen. Ob die Farbe wohl von Dauer ist?

Nattheim – Auernheim (1)

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Klatschmohn

Vom Parkplatz beim Alten Sportplatz in Nattheim, an dem wir letztes Mal vorbeigekommen sind, gehen wir auf der Asphaltstraße in Richtung Schafhof. Da dort von Ferne nichts Besonderes zu sehen ist, zweigen wir vorher nach links ab in einen ansteigenden Waldweg, abwärts treffen wir wieder auf den Albschäferweg, dem wir nach Norden bis zum Wald folgen. In den Getreidefeldern sehen wir immer wieder schönen Klatschmohn, ob dies wohl ein Zeichen dafür ist, dass hier keine oder nur wenig Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden?

Weiter am Waldrand entlang überqueren wir die Bundesstraße 466. An einer Stelle entdecken wir ausgewilderte Taglilien. Diese Gartenpflanzen werden auch gerne „Stauden des faulen Gärtners“ genannt, da sie ziemlich pflegeleicht sind, wie wir aus eigener Erfahrung wissen.

Wie der Name verrät, ist jede Blüte nur einen Tag geöffnet, da aber jede Staude unzählige davon besitzt, blühen sie viele Wochen lang.

Wenige Schritte nach einer Waldecke geht es auf schmalem, teilweise rutschigem Naturpfad aufwärts. Wir entdecken einen Seidelbast, der bereits rote Beeren gebildet hat. Im zeitigen Frühjahr entwickelt er seine schönen, lilafarbenen Blüten, ist aber als Giftpflanze durchaus gefährlich.

17 bohnerzgrube eAuf der Höhe treffen wir auf verschiedene, teilweise mit Wasser gefüllten Bohnerzgruben. Diese entstanden durch den Abbau des sogenannten Bohnerzes, das über einen hohen Eisengehalt verfügt und vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert in den Eisenhütten von Königsbronn verarbeitet wurde.

Schon früher haben hier die Römer dieses Erz abgebaut und durch Niederschmelzen mit Holzkohle zu Eisen verarbeitet.

 

Internet-Steinzeit

Da wir einige Zeit auf Wanderschaft waren, musste ich mit der Steinzeit des Internet leben. Die Geschwindigkeit war unterirdisch, sodass ich nur das absolut Notwendigste machen konnte. Jetzt bin ich wieder im gewohnten Standard und werde auch weiter mein Buch vorstellen.

Naturfreundehaus – Nattheim (3)

Der Ramenstein und seine Höhle14 ramenstein e

Über Gras-, aber auch Kieswege erreichen wir schließlich den Ramenstein, wo wir kurz rasten. Auch hier finden wir wieder viele Waldhyazinthen, die auf der Alb gar nicht so selten sind, aber auch die selteneren Roten Waldvögelein, ebenfalls eine Orchideenart.

Der Abstieg zur Höhle gestaltet sich schwierig, denn der Pfad ist sehr steil mit viel Laub und Bucheckern, sodass wir immer wieder rutschen. Ingrid will fast aufgeben, doch zurückgehen wäre kaum einfacher. Nach Regenfällen empfiehlt sich die bequemere und ausgeschilderte Alternative auf Waldwegen unter Auslassung der Höhle.

15 ramensteinhöhle elKurz schauen wir in die Ramensteinhöhle hinein; die Durchgangshöhle ist 45 m lang, an einer Seite ist sie bis auf eine kleine Öffnung zugemauert, auch der andere Eingang ist oft verschlossen – im Winter ein Refugium für Fledermäuse.

Es geht weiter abwärts, steil, aber jetzt durchaus erträglich. Auf einem Wiesenweg durch das Zimmertle gelangen wir zum Alten Sportplatz und kurz geht es auf der Straße weiter. Wir weichen von der ausgeschilderten Route ab und gehen auf kaum sichtbarem Weg am Waldrand an einer Wiese entlang bergauf. Da an der nächsten Straße ein in der Karte eingezeichneter Weg nicht zu sehen ist, steigen wir zuerst steil aufwärts, um dann gleich wieder herunterzugehen.

Wir erreichen das Industriegebiet von Nattheim, machen in einem Bäckereicafé kurz Pause, ehe wir uns mit dem Bus zum Zanger Berg in Heidenheim bringen lassen.

E-Book version

Derzeit erstelle ich für mein Wanderbuch eine ebook Version. Diese wird sich inhaltlich nicht von der Druckausgabe unterscheiden, allerdings wird sie anders formatiert werden und die Bilder erhalten teilweise einen anderen Zuschnitt.

Die zukünftigen Beiträgen werden auf dieser Version aufbauen. Wann das Buch als ebook gekauft werden kann und wo, das steht noch in den Sternen.

Naturfreundehaus HDH – Nattheim (2)

Auf einer Fußgängerbrücke überqueren wir die Straße Heidenheim – Schnaitheim und die Bahnlinie, wenig später auf der Straßenbrücke die Brenz, dieser folgen wir in Richtung Schnaitheim. Sie entspringt in Königsbronn und mündet nach 52 km bei Faimingen in die Donau.

12 brenz eAn der Brenz ist Ingrid ständig am Fotografieren, besonders die vielen kleinen Blesshühner haben es ihr angetan.

Wir verlassen die beschauliche Brenz, unterqueren die Bundesstraße und erreichen, trotz eines Industriegebiets, überwiegend im Grünen das Wohngebiet Wehrenfeld. Über den Specht- und den Stieglitzweg geht es im Zickzack durch

die Wacholderheide hinauf zum Moldenberg. Hier finden wir die ersten Waldhyazinthen. Diese weiß blühende Orchidee wird auch Kuckucksstendel genannt und steht natürlich unter Naturschutz. Kurz geht es auf breitem Weg weiter, dem folgt ein fast zugewachsener Grasweg im Wald, der nicht so ganz einfach zu begehen ist, denn durch die Stollen der riesigen Waldarbeiterfahrzeuge ist der Boden sehr uneben mit zum Teil tiefen Löchern, die meist mit Wasser gefüllt und schwer zu umgehen sind.

Wir passieren die Jakobhülbe und die Gehrenhütte. Überwiegend ist die Ausschilderung sehr gut, nur an einer Wegspinne ist sie nicht ganz eindeutig, aber wir gehen richtig und überqueren auf einer Brücke die Autobahn.

Naturfreundehaus HDH – Nattheim (1)

Ein schwieriger Abstieg

Wir starten am Waldfriedhof und erreichen schnell das Naturfreundehaus am Hahnenschnabel. Zunächst geht es fast eben zum Wald und hier haben wir einen schönen Blick auf Heidenheims Wahrzeichen, das Schloss Hellenstein.

Die ursprüngliche Stauferburg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts 74 m über der Stadt erbaut und fiel 1530 einem Brand zum Opfer. Von ihr sind nur noch die Ruinen des Rittersaals übrig geblieben, sie dienen den jährlich stattfindenden Opernfestspielen als Kulisse.

Das eigentliche Schloss Hellenstein entstand Anfang des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil unter Herzog Friedrich I. von Württemberg. Im Fruchtkasten des Schlosses ist heute das Museum für Kutschen, Chaisen und Karren untergebracht.

Bald führt der Weg im Wald auf einem Naturpfad steil hinab zu den Häusern, die die Grenze zwischen Heidenheim und dem Vorort Schnaitheim bilden. Sehr schön blüht der Jasmin und die folgende Gärtnerei präsentiert ein wahres Blütenmeer an Topfpflanzen.

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