Martinushauptweg beendet oder doch nicht

Am letzten Wochenende haben wir die letzten Teilstücke unseres Martinushauptwanderwegs innerhalb der Diözese Rottenburg/Stuttgart nach 47 Etappen und knapp 600 km beendet. Er führte uns von der bayerischen Grenze über Biberach, Ulm, Tübingen nach Rottenburg. Von dort ging es weiter über Stuttgart und Ludwigsburg nach Heilbronn und schließlich nach Schwaigern.2-martinskirche An der Martinskirche endet der Pilgerweg und geht seit diesem Monat doch weiter, zunächst durch Teile der Erzdiözese Freiburg und dann weiter bis nach Trier.

1-neues-wegzeichenFür die sogenannte Mittelroute des Wegs von Ungarn nach Tour gibt es auch ein neues Wanderzeichen, das wir hier zum ersten Mal sehen.

Jetzt erhebt sich für uns natürlich die Frage, wann machen wir diesen Weg, denn zunächst stehen noch die Lutherwege auf dem Programm

nachgeholt

Nachdem wir es auf unserer Wanderung auf dem Martinushauptweg nicht geschafft haben, das Residenzschloss und das Schloss Favorite in Ludwigsburg zu besichtigen, haben wir das gestern nachgeholt und gleichzeitig verbunden mit dem Besuch der Kürbisausstellung im Blühenden Barock.

Leider darf man in den Schlössern nicht fotografieren, so kann ich hier keine Bilder zeigen, allerdings haben wir dann umso mehr die Kürbisse fotografiert, hier steht die Ausstellung unter dem Motto Zirkus.

Der GewichtheberEin Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

Bergenweiler – Stetten o.L (2)

Danach ist der Weg leider wieder befestigt. Immer wieder können wir von üppigen Himbeersträuchern naschen. Ganz interessiert schaut uns ein Hase dabei zu, er zeigt zunächst keine Scheu, erst als wir ihm ziemlich nahe kommen, verschwindet er im hohen Gras.

Bald geht es zwischen Felern weiter und vom höchsten Punkt reicht unser Blick wieder weit ins Donautal. Hinter der Stromleitung durchqueren wir erneut ein Waldstück, begleitet vom intensiven Duft des Drüsigen Springkrauts. Bald erreichen wir das Rittergut Stetten, den ehemaligen Stettener Keller, oberhalb des Ortes. Hier veranstaltet die Ritterschaft Stetten jedes Jahr einen mittelalterlichen Markt mit Ritterspielen.

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Bergenweiler – Stetten o.L

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Schöne Ausblicke

Auf der Fahrt nach Bergenweiler erblicken wir in den umliegenden Wiesen insgesamt 8 Störche, so viele haben wir bisher nur im Storchendorf Rühstädt in Brandenburg auf einmal gesehen, lei-der können wir wegen des fließenden Verkehrs nicht anhalten, um sie zu fotografieren.

108-brenzer-schloss-galluskirche-eBald nach dem Start am Ortsrand erreichen wir den Waldrand, aber leider gibt es nur wenig des erhofften Schattens, da die Sonne noch von Südosten her scheint. In der Ferne erkennen wir die Galluskirche – unsere Hochzeitskirche –, eine spätromanische Säulenbasilika aus dem 13. Jahrhundert und das Schloss in Brenz. Die ehemalige fürstliche Nebenresidenz geht in seiner heutigen Form unter Einbeziehung älterer Bauteile auf die Jahre 1667-72 zurück.

Kurz geht es in den Wald, dann erreichen wir die Sontheimer Reithalle und die Sportplätze. Beim nahegelegenen Panoramastein erwartet uns eine grandiose Aussicht ins Donauried, an sehr klaren Tagen, was heute leider nicht der Fall ist, reicht die Sicht sogar bis zu den Alpen.

49-lichtung-eAls wir wieder in den Wald kommen, können wir die befestigten Wege für einige Zeit vergessen und auf schönen Gras- und Naturwegen weiterwandern bis zum Dexelberg, einer schönen, von Wald umgebenen Heidefläche. Hier ist eine „Albliege“ installiert und da sie überwiegend im Schatten steht, machen wir Pause. Weiter geht es auf schönen Wegen im Wald bis zum Waldspielplatz Niederstotzingen mit einem Rastplatz, dort sehen wir hinüber nach Nieder- und Oberstotzingen.

Silberdistelspaziergang

img_2105-kopieWenn wir mal nicht auf einer unserer Fernwanderungen unterwegs sind, bedeutet das nicht, dass wir bei schönem Wetter zu Hause bleiben, sondern dann machen wir oft einen längeren Spaziergang bei uns in der Umgebung, so auch vor einigen Tagen.

Wir wollten im Mauertal bei Söhnstetten und der östlichen Hochfläche nach den Erika schauen, die hier fast wie in der Lüneburger Heide blühen. Leider waren schon viele wegen der Trockenheit schon ziemlich verblüht, die ebenfalls hier vielfach anzutreffenden Pilze gab es aus demselben Grund auch kaum welche.

Dafür gab es Silberdisteln in allen Variationen, ganz kleine mit einer einzelnen Blüte bis zu 20 Blüten, die wir an einer einzigen Pflanze fanden, aber auch Blüten auf denen sich wohl Wildbienen tummelten

img_2113-kopieSo häufig haben wir das Wahrzeichen der Schwäbischen Alb noch nie gesehen.

Parkplatz Philippsreut – Giengen (3)

47 rathaus eVorbei am stattlichen, ehemaligen Kornhaus, der Schranne, gelangen wir zum Marktplatz mit dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Rathaus und dem Panscherbrunnen. Den Spitznamen „Panscher“ erhielten die Giengener, weil sie beim Besuch von Kaiser Friedrich Barbarossa diesem verdünnten Wein servierten. Auf dem Marktplatz erhält Ingrid von einem einheimischen Radfahrer einige Tipps für schöne Fotomotive.

Immer wieder begeistern uns die vielen großen, bunten Teddybären, die zeigen, dass Giengen als Hauptstadt der Teddybären gilt, denn hier wurde vor über 100 Jahren bei Steiff der erste „geboren“, benannt nach dem amerikanischen 279 bär ePräsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt. Vielleicht eine Reminiszenz an einen amerikanischen Händler, der den ersten Großauftrag erteilte.

Vorbei an der Alten Post kommen wir hinunter zum Erlebnismuseum „Die Welt von Steiff“ mit animierten Traumwelten auf 2400 qm Fläche, historischen Steifftieren, Schaufertigung, Steiff-Streichelzoo sowie Schlangenrutsche. Natürlich können die beliebten Plüschtiere auch im weltgrößten Steiff-Shop erworben werden.

47 1 brunnen mit museum eWir wandern weiter zur Stadtmauer an der Brenz, wo der Skulpturenpark zum Besichtigen einlädt. Schließlich erreichen wir an der gotischen Spitalkirche zum Heiligen Geist und dem gegenüberliegenden imposanten Fachwerkhaus das Ende des Albschäferwegs, aber wir haben noch einige Kilometer bis zu unserem Ziel.

Parkplatz Philippsreut – Giengen (2)

 

45 bäume m giengen eWir gehen am Hundesportplatz vorbei und bleiben überwiegend auf der Heidefläche des Schießbergs. Hier fällt uns die bereits Mitte August einsetzende Laubfärbung auf. Jetzt ist es zum Wandern fast zu heiß und als wir am Bergbad vorbeikommen, beneiden wir die vielen Badelustigen, die das kühle Nass genießen. Aber bald haben wir ja unser Etappenziel erreicht.

Ein kurzer Abstecher noch zum Aussichtspavillon mit Blick auf das Rathaus mit dem verwaisten Storchennest und die markanten Türme der Stadtkirche und dann geht es hinunter in die Altstadt. Giengen ist der eigentliche Ausgangs- und Endpunkt des Albschäferwegs, für uns liegt die ehemalige Freie Reichsstadt in der Mitte unseres Weges.

46 stadtkirche eDas Wahrzeichen der Stadt, die evangelische Stadtkirche, ist leider geschlossen. Das besondere an ihr sind die beiden ungleichen Türme. Der Bläserturm war ursprünglich Bestandteil der staufischen Stadtbefestigung. Als die Stadt wuchs, wurde der Turm bei der Vergrößerung der Kirche als Kirchturm mit einbezogen. Im 2. gleichzeitig errichteten, ursprünglich gotischen Turm ist das Geläut untergebracht, daher sein Name Glockenturm. Nach dem großen Stadtbrand von 1634 musste er abgebrochen werden, der Neuaufbau erfolgte im Barockstil.

 

Warum nur finde ich immer die 2% Funklöcher?

Vodafone und Telekom behaupten ja in ihrer Werbung, sie decken rund 98% von Deutschland mit ihren Netzen ab und ich treffe bei unseren Wanderungen bzw. den Ferienwohnungen meist ziemlich treffsicher die 2% Löcher. Bin ich besonders dazu begabt?

Wir waren wieder knapp 2 Wochen beim Wandern, in der ersten Ferienwohnung mit in einem gar nicht so kleinen Dorf habe ich mit meinem Telekomstic und meinem Notebook ganz gut surfen können. Allerdings smartphone und vodafone gingen nur draußen im Garten in einem Umkreis von 2 m.

In Ferienwohnung 2 ging vodafone aber nicht telekom

In Ferienwohnung 3 ging weder vodafone noch telekom, aber 02 wäre möglich gewesen. Das abgebotene W-Lan war sehr eigenwillig, mal ging es, mal ging es nicht.

Das ist ziemlich lästig, wenn man wissen will, wie das Wetter wird, wie die Busse und Bahnen fahren, wo es ein Taxi gibt und wo eine neue Ferienwohnung.

Parkplatz Philippsburg – Giengen

Vormittagsspaziergang

42 Steine und bienenhotel eHeute soll es noch wärmer werden als in den letzten Tagen, daher beschließen wir schon frühmorgens zu starten und den Nachmittag bei uns auf der Terrasse zu genießen. Über die Weiherwiesen gelangen wir zu zwei Stationen des Themenwegs „Auf dem Holzweg“: zum „Biotop Steinriegel“ und kurz danach zum „Ausblick Oggenhausen“. Dieser 5 km lange Weg mit 11 Stationen vermittelt Wissenswertes rund um Oggenhausen.

Das anschließende Waldstück Rötenberg spendet zwar Schatten, aber leider müssen wir mit einem gekiesten Waldweg vorlieb nehmen. Wir umrunden den Schratenhof und nach knapp der Hälfte der Strecke ist der schattige, kühle Weg zu Ende und wir sind wieder der Sommerhitze ausgesetzt.

43 sonnenblumen eWir passieren ein prächtiges Sonnenblumenfeld – leider sieht man solche bei uns eher selten, im Gegensatz zu Brandenburg beispielsweise.

Dann geht es abwärts und wir sind im Landschaftsschutzgebiet „Hölletal“, einer schönen Heidelandschaft. Hier treffen wir erneut auf den Jakobusweg, der uns ein Stück begleitet. Wir gehen auf halber Höhe weiter durch die Heide, finden sehr viele blühende Silberdisteln, aber auch die verblühten Eselsdisteln sind pittoresk.

44 silberdisteln e

Zöschingen – Parkplatz Philippsburg

Mehr Schatten, aber großer Umweg

35 kapelle Zöschingen eWieder hängt die Tour irgendwie dazwischen, aber an diesem sehr warmen Tag wollen wir vor der nächsten angekündigten Hitzewelle noch wandern, aber nicht so viel und wenn möglich, auch mit etwas mehr Schatten.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Kapelle Maria Steinbrunn oberhalb von Zöschingen, ein schönes Plätzchen mit Panoramablick, Rastplatz und Kneippanlage. Die 1746 errichtete Kapelle besitzt Deckenbilder von Johann Anwander, das Gnadenbild der Muttergottes stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Wir gehen zunächst auf einem Kiesweg und dann auf einem Waldweg zusammen mit dem Schwäbische-Alb-Südrand-Weg (HW 2) abwärts, unterwegs studiert Ingrid die verschiedenen Tafeln eines Meditationswegs, eine davon gefällt ihr besonders gut:

Der Wunsch

Flügel möchte ich besitzen, bis zum blauen Himmel dringen,

Wo die schönen Sterne blitzen. Schöner Engel schenk mir Schwingen.

Als der Engel mich vernommen, griff er in die Silbertruhe.

Und was habe ich bekommen? Gute, feste Wanderschuhe!

37 windrad eWir treffen auf die letzten Häuser von Zöschingen, überqueren die Straße und gehen auf einem breiten, kiesigen Waldweg im Hürbental aufwärts bis wir auf der Höhe zu einem von 8 Windrädern kommen. Sie gehören einem 2012/13 errichteten Bürgerwindpark, an dem ca. 600 Privatpersonen beteiligt sind, damals der größte in Bayern.

Bei der Kreuzbuche verlassen wir den HW 2 und wenden uns nach Süden. Über uns kreist ein lärmendes Flugzeug, das mehrere Loopings direkt über uns vollführt, da können wir nur hoffen, dass der Pilot sein Handwerk versteht.