Parkplatz Philippsburg – Giengen

Vormittagsspaziergang

42 Steine und bienenhotel eHeute soll es noch wärmer werden als in den letzten Tagen, daher beschließen wir schon frühmorgens zu starten und den Nachmittag bei uns auf der Terrasse zu genießen. Über die Weiherwiesen gelangen wir zu zwei Stationen des Themenwegs „Auf dem Holzweg“: zum „Biotop Steinriegel“ und kurz danach zum „Ausblick Oggenhausen“. Dieser 5 km lange Weg mit 11 Stationen vermittelt Wissenswertes rund um Oggenhausen.

Das anschließende Waldstück Rötenberg spendet zwar Schatten, aber leider müssen wir mit einem gekiesten Waldweg vorlieb nehmen. Wir umrunden den Schratenhof und nach knapp der Hälfte der Strecke ist der schattige, kühle Weg zu Ende und wir sind wieder der Sommerhitze ausgesetzt.

43 sonnenblumen eWir passieren ein prächtiges Sonnenblumenfeld – leider sieht man solche bei uns eher selten, im Gegensatz zu Brandenburg beispielsweise.

Dann geht es abwärts und wir sind im Landschaftsschutzgebiet „Hölletal“, einer schönen Heidelandschaft. Hier treffen wir erneut auf den Jakobusweg, der uns ein Stück begleitet. Wir gehen auf halber Höhe weiter durch die Heide, finden sehr viele blühende Silberdisteln, aber auch die verblühten Eselsdisteln sind pittoresk.

44 silberdisteln e

Zöschingen – Parkplatz Philippsburg

Mehr Schatten, aber großer Umweg

35 kapelle Zöschingen eWieder hängt die Tour irgendwie dazwischen, aber an diesem sehr warmen Tag wollen wir vor der nächsten angekündigten Hitzewelle noch wandern, aber nicht so viel und wenn möglich, auch mit etwas mehr Schatten.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Kapelle Maria Steinbrunn oberhalb von Zöschingen, ein schönes Plätzchen mit Panoramablick, Rastplatz und Kneippanlage. Die 1746 errichtete Kapelle besitzt Deckenbilder von Johann Anwander, das Gnadenbild der Muttergottes stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Wir gehen zunächst auf einem Kiesweg und dann auf einem Waldweg zusammen mit dem Schwäbische-Alb-Südrand-Weg (HW 2) abwärts, unterwegs studiert Ingrid die verschiedenen Tafeln eines Meditationswegs, eine davon gefällt ihr besonders gut:

Der Wunsch

Flügel möchte ich besitzen, bis zum blauen Himmel dringen,

Wo die schönen Sterne blitzen. Schöner Engel schenk mir Schwingen.

Als der Engel mich vernommen, griff er in die Silbertruhe.

Und was habe ich bekommen? Gute, feste Wanderschuhe!

37 windrad eWir treffen auf die letzten Häuser von Zöschingen, überqueren die Straße und gehen auf einem breiten, kiesigen Waldweg im Hürbental aufwärts bis wir auf der Höhe zu einem von 8 Windrädern kommen. Sie gehören einem 2012/13 errichteten Bürgerwindpark, an dem ca. 600 Privatpersonen beteiligt sind, damals der größte in Bayern.

Bei der Kreuzbuche verlassen wir den HW 2 und wenden uns nach Süden. Über uns kreist ein lärmendes Flugzeug, das mehrere Loopings direkt über uns vollführt, da können wir nur hoffen, dass der Pilot sein Handwerk versteht.

 

Der Albtraufgängerweg – 2. Chance

Trotz meiner Bedenken nach der 1. Halbetappe sind wir gestern die 2. angegangen und nach gut 3 km hätte ich am liebsten aufgegeben, denn mindestens 2 km ging es auf asphaltierten Wegen, mit Ausnahme des Reußenstein und der direkt folgende Strecke bis zum gleichnamigen Hof.

Doch dann wurde es bis zum Boßler wirklich ein Traufgängerweg und auch der Abstieg zum Deutschen Haus war angemessen, schmale Naturpfade und immer schöne Aussichten ins Tal und auf die Hochebene.

Wir werden bald unsere 3. Etappe in Angriff nehmen und hoffen, dass der nicht überzeugende Anfang eine Ausnahme bleibt.

Giengen – Bergenweiler (2)

Wir umgehen Hermaringen im Westen, treffen aber immer wieder auf einige Häuser am Ortsrand. Auf schmalem Pfad durchqueren wir eine schöne Heide auf dem Hirschberg mit weiten Ausblicken ins Hürbetal. Hier finden wir viele, gerade aufblühende Silberdisteln.

36 ziegen eDanach geht es in das Hürbetal hinab, auf einigen Felsen tummeln sich Ziegen, diesen geschickten Kletterkünstlern schauen wir eine ganze Weile zu.

Entlang des Bahndamms gehen wir nach Süden, unterqueren die Bahngleise und kommen zur renaturierten Brenz mit dem Hürbezufluss. Wir verweilen hier einige Zeit und genießen die reizvolle Flusslandschaft. Weiter geht es auf einem Feldweg mit zwei Betonspuren entlang der Brenz und wir kommen noch einmal direkt ans 41 brenz eWasser.

Anschließend unterqueren wir wieder die Bahngleise und steigen in weiten Kehren hinauf zum Friedhof von Bergenweiler. Mit mehreren Wendungen und Bögen umgehen wir den Ort, ehe wir wieder ganz ins Tal müssen, um dann am Ortsrand zu unserem dort abgestellten Auto aufzusteigen.

 

Giengen – Bergenweiler (1)

Nachdem ich gestern hier meinen Frust über die erste Halbetappe des Albtraufgängerwegs losgelassen habe, fahre ich heute mit der Beschreibung des Albschäferwegs fort und wahrscheinlich hat dieser Weg mit seinen vielen naturnahen Wegen und Pfaden die Erwartungen an den Albtraufgängerweg geweckt, die dieser zumindest am Anfang nicht erfüllen konnte.

Vorgezogen

Da wir heute nur wenig Zeit und in Herbrechtingen zu tun haben, entscheiden wir uns, die Etappe von Giengen nach Bergenweiler vorzuziehen.

Von der Spitalkirche – dem offiziellen Beginn des Albschäferwegs – wandern wir über die Brenz zur Bahnunterführung. Nach dieser geht es teils über Treppen, teils im Zickzack steil bergauf zum Bruckersberg, glücklicherweise im Schatten, den wir heute allerdings nur selten für längere Zeit genießen können. Durch den mitunter kühlen Nord- bis Nordwestwind ist es auch in der Sonne noch einigermaßen angenehm. Immer wieder sehen wir Apfelbäume, deren Früchte zum Verzehr einladen, doch wir widerstehen tapfer, denn sie scheinen noch nicht ganz reif zu sein.

18 getreidefeld und heide eAuf der Hochfläche mit herrlichem Blick ins Brenztal und auf den gegenüberliegenden Benzenberg wandern wir weiter, ehe sich der Weg ins Tal senkt und wir auf einer Straßenbrücke den Autobahnzubringer überqueren.

Am Waldrand steigen wir auf zunächst kaum sichtbarem Pfad hinauf zur Güssenburg.

40 güssenburg eDie Burg war Stammsitz eines weit verbreiteten Rittergeschlechts und wurde wohl um 1216 errichtet und gut 130 Jahre später zu einer mächtigen und wehrhaften Burg ausgebaut. In der Johannisnacht 1448 wurde sie im Städtekrieg durch die freien Reichsstädte zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von 1981-95 wurden die vorhandenen Ruinenreste, wie Schildmauer und Bergfried, gesichert. Im Bereich des Burghofs schauen wir uns etwas um und legen eine Vesperpause ein, die sich dann doch etwas länger hinzieht.

 

Der Albtraufgängerweg – der Anfang eine einzige Enttäuschung

Der Name hört sich gut an, er klingt so leicht nach Abenteuer beim Wandern und für ihn wird als prämierter Wanderweg mit folgenden Worten geworben

Der Albtraufgängerweg bietet mit seinem Auf und Ab entlang des Albtraufs sowohl sportlich begeisterten Wanderern Herausforderungen, die das Albvorland und die Region Stuttgart mit Blick von oben genießen wollen

Das hat uns leider verführt, den Weg als nächsten zu erwandern, doch nach der ersten Halbetappe von Wiesensteig zum Parkplatz Reußenstein (immerhin 10% der gesamten Tour) bin ich sehr im Zweifel, ob sich die restlichen 90 % wirklich lohnen. Ich denke eher nicht. Wenn es nach mir geht, war dies die erste und letzte Wanderung auf diesem Weg. Ich überlege ernsthaft ob ich meine Festplatte mit den gemachten Bilder belasten soll.

Was ist positiv zu vermelden:

Die schönen Fachwerkhäuser in Wiesensteig und die gut 1 1/2 km lange Wanderung direkt an der Fils bis zur Quelle.

Doch das wars dann schon, was ist negativ

  • Die Schertleshöhle mit der auch geworben wird, liegt weit abseits des Wegs und verlängert die Wanderung entsprechend
  • Vom Albtrauf keine Spur
  • dafür breite bis sehr breite, stark gekieste Waldwege
  • Mehr als 1 km asphaltiert
  • längere Strecken verlaufen auf ausgewiesenen Waldwegen
  • Bänke nur an stark frequentierten Brennpunkten wie den Filsursprung
  • kaum naturnahe Wege

 

Neresheim – Härtsfeldsee (2)

30 kloster eAußerhalb der Anlage steigen wir noch etwas höher und gehen dann auf einem schönen, schmalen Weg, dem sogenannten Paradiesweg, innerhalb des Waldes, aber zunächst in Waldrandnähe weiter.

Dabei bieten sich immer wieder schöne Rückblicke auf die imposante Klosteranlage. Weiter geht es auf überwiegend neu angelegten Naturwegen stetig auf und ab.

31 klette eNach diesem kulturellen Höhepunkt genießen wir wieder die Ruhe und die Natur mit ihren Schönheiten, wie z.B. diese Filzige Klette, ein Korbblütler, der durch die spinnwebartige Behaarung der purpurnen Blütenköpfchen auffällt.

Dann verlassen wir den Wald und gehen über das freie Feld in Richtung Katzenstein.

Dabei müssen wir einen Abzweig übersehen haben, denn auf einmal sind wir auf einer freien Grasfläche, doch der wundervolle Blick auf Burg Katzenstein entschädigt uns für unser Missgeschick. Die Burg zählt zu den ältesten erhaltenen Stauferburgen. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert, besonders sehenswert sind die romanische Burgkapelle mit Wandmalereien aus drei Jahrhunderten sowie das Burgmuseum.

32 burg katzenstein eWir suchen uns einen Weg ins Tal, der nicht zu steil ist und treffen auf ein kleines Sträßchen, das uns vollends ins Dorf hinunterbringt. Jetzt steigen wir steil hinauf zur Burg und sind froh, dass die Burgschenke geöffnet hat und wir im Burghof bei dieser Hitze eine kurze Rast einlegen können. Anschließend müssen wir in der Sonne weiter bergauf wandern.

Es ist jetzt sehr heiß, ohne den böigen Wind wäre es wohl unerträglich. Am Ortsende von Katzenstein biegt der Wanderweg nach rechts ab, kurz geht es durch den Wald abwärts, dann am Waldrand entlang und schließlich direkt hinunter zur Straße und zum Härtsfeldsee.

 

Kloster Neresheim – Härtsfeldsee (1)

Kloster Neresheim – Härtsfeldsee

Heiß und windig

29 Engel eDa es bereits beim Start sehr heiß ist und die Sonne vom Himmel knallt, verzichten wir abermals auf eine Stadtbesichtigung und den Anstieg zum Kloster, sondern parken oben auf dem Klosterparkplatz. Das Kloster Neresheim wurde 1095 von Graf Hartmann I. von Dillingen als Augustiner-Chorherrenstift gegründet und rund 10 Jahre später in eine Benediktinerabtei umgewandelt; bis Mitte des 13. Jahrhunderts existierte auch ein Frauenkonvent.

Das Kloster wurde 1802 in der Säkularisation aufgelöst, es fiel an die Fürsten von Thurn und Taxis, danach über Bayern 1810 an Württemberg. Die Fürsten ermöglichten 1919 die Wiederbesiedelung des Klosters durch Benediktiner aus Beuron und Prag.

Kurz schauen wir uns im Klosterareal um und bewundern den hohen Michaelsbrunnen mit der Figur des Erzengels Michael mit Speer und Waage. Von der Besichtigung der Abteikirche sehen wir heute ab, da es drinnen wieder sehr, sehr kühl ist und das Fotografieren neuerdings verboten ist. Außerdem kennen wir das eindrucksvolle Bauwerk natürlich von früheren Besuchen.

28 klosterkirche eDie Abteikirche St. Ulrich und Afra gehört als letzte reife architektonische Schöpfung Balthasar Neumanns zu den bedeutendsten Kirchen des Spätbarocks. Es gelang Neumann insbesondere Lang- und Zentralraum zu einem monumentalen Gesamtraum zu verschmelzen. Dieser grandiose Eindruck wird noch verstärkt durch die Fresken von Martin Knoller, die in Neresheim einen Höhepunkt der Barockmalerei erreicht haben. Die Fresken zeichnen sich durch die Schönheit der Farben und die detailgenauen Einzelheiten aus. Doch um den wirklichen Gesamteindruck zu erhalten, muss man noch den Klang der barocken Orgel von Holzhay erleben.

Der Bau wurde 1750 nach den Plänen Neumanns begonnen und 1792 konnte die Kirche eingeweiht werden. Von 1966-1975 wurde sie einer gründlichen Restaurierung unterzogen, die Abteigebäude wurden und werden im Laufe der Zeit ebenfalls erneuert.

Auernheim-Neresheim (2)

26 zwing eIn der Zwing gehen wir nicht – wie der Wanderweg – von der äußersten Kante sofort in Richtung Neresheim, sondern auf dem Höhenweg weiter und genießen auf einer Bank den Blick aufs Kloster.

Das Naturschutzgebiet Zwing besitzt eine der schönsten Wacholderheiden der Ostalb mit markanten Wacholdersäulen und seltenen Pflanzen, wie Orchideen, Küchenschellen oder Enzian.

Woher der Name Zwing kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Der Neresheimer Heimatforscher Ottmar Engelhardt vermutete, dass es auf der Höhe eine Burg gegeben habe, wer zu ihr wollte, war gezwungen, das Tal zu passieren. Die „Zwing“ sei also von dem Wort „gezwungen“ abgeleitet. Das Naturschutzgebiet kann von Mai – Oktober an bestimmten Tagen mit der „Schättere“, der Härtsfeld-Museumsbahn von Neresheim aus erreicht werden.

27 zicklein eWir kehren auf der gleichen Strecke zum Wanderweg zurück, der auf asphaltierter Straße ansteigt, doch bald wieder ins Tal abfällt. Wir kommen an einer Ziegenherde mit einigen niedlichen Zicklein vorbei.

Im Tal folgen wir der Egau, einem 44 km langen Donauzufluss. Hinter der Gallusmühle zweigt der Wanderweg nach rechts ab, wir wandern jedoch weiter der Egau entlang bis zu ihrer, mit Natursteinen eingefassten Quelle in Neresheim. Der Quelltopf kann bis zu 600 l/s schütten, doch heute ist es nur ein Bruchteil davon. Auf eine Besichtigung des Städtchens verzichten wir heute angesichts des gerade stattfindenden Neresheimer Stadtfestes.