Naturfreundehaus HDH – Nattheim (2)

Auf einer Fußgängerbrücke überqueren wir die Straße Heidenheim – Schnaitheim und die Bahnlinie, wenig später auf der Straßenbrücke die Brenz, dieser folgen wir in Richtung Schnaitheim. Sie entspringt in Königsbronn und mündet nach 52 km bei Faimingen in die Donau.

12 brenz eAn der Brenz ist Ingrid ständig am Fotografieren, besonders die vielen kleinen Blesshühner haben es ihr angetan.

Wir verlassen die beschauliche Brenz, unterqueren die Bundesstraße und erreichen, trotz eines Industriegebiets, überwiegend im Grünen das Wohngebiet Wehrenfeld. Über den Specht- und den Stieglitzweg geht es im Zickzack durch

die Wacholderheide hinauf zum Moldenberg. Hier finden wir die ersten Waldhyazinthen. Diese weiß blühende Orchidee wird auch Kuckucksstendel genannt und steht natürlich unter Naturschutz. Kurz geht es auf breitem Weg weiter, dem folgt ein fast zugewachsener Grasweg im Wald, der nicht so ganz einfach zu begehen ist, denn durch die Stollen der riesigen Waldarbeiterfahrzeuge ist der Boden sehr uneben mit zum Teil tiefen Löchern, die meist mit Wasser gefüllt und schwer zu umgehen sind.

Wir passieren die Jakobhülbe und die Gehrenhütte. Überwiegend ist die Ausschilderung sehr gut, nur an einer Wegspinne ist sie nicht ganz eindeutig, aber wir gehen richtig und überqueren auf einer Brücke die Autobahn.

Naturfreundehaus HDH – Nattheim (1)

Ein schwieriger Abstieg

Wir starten am Waldfriedhof und erreichen schnell das Naturfreundehaus am Hahnenschnabel. Zunächst geht es fast eben zum Wald und hier haben wir einen schönen Blick auf Heidenheims Wahrzeichen, das Schloss Hellenstein.

Die ursprüngliche Stauferburg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts 74 m über der Stadt erbaut und fiel 1530 einem Brand zum Opfer. Von ihr sind nur noch die Ruinen des Rittersaals übrig geblieben, sie dienen den jährlich stattfindenden Opernfestspielen als Kulisse.

Das eigentliche Schloss Hellenstein entstand Anfang des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil unter Herzog Friedrich I. von Württemberg. Im Fruchtkasten des Schlosses ist heute das Museum für Kutschen, Chaisen und Karren untergebracht.

Bald führt der Weg im Wald auf einem Naturpfad steil hinab zu den Häusern, die die Grenze zwischen Heidenheim und dem Vorort Schnaitheim bilden. Sehr schön blüht der Jasmin und die folgende Gärtnerei präsentiert ein wahres Blütenmeer an Topfpflanzen.

10 schloss e11 jasmin el

Itzelberg – Parkplatz Dickhölzle

Viel schneller als erwartet

Entweder stimmen die Kilometerangaben im Internet nicht, oder wir sind viel schneller unterwegs, als wir gedacht haben und das trotz der nicht geringen Höhenunterschiede.

8 kämpfende Blesshühner e_bearbeitet-1Wir stellen unser Auto am Itzelberger See ab und beobachten einen wilden Hahnenkampf von zunächst zwei Blesshühnern, in den sich weitere Vögel einschalten und der mit der Flucht eines der Kämpfer endet.

Über die Bahnschienen steigen wir zum Forstlichen Bildungszentrum hoch und gehen zunächst am Waldrand nach Südosten, steigen dann steil zum „Siebten Fuß“ hoch. 2004 ist das über 120 ha große Gebiet zum Bannwald erklärt worden, der überwiegend aus Buchen bestehende Wald wird sich selbst überlassen und soll so zum Urwald von morgen werden. Daher dürfen auch Wanderer und Spaziergänger die Wege nicht verlassen.9 alter baum e_bearbeitet-1

Der Name bezieht sich auf den 7. Bergrücken, der sich wie ein riesiger Fuß ins Brenztal erstreckt.

Wir gehen nicht in Richtung Bahntunnel und Brenz, sondern folgen dem Zeichen leicht abwärts nach Südwesten und kommen schließlich zu den Äckern im Tal. In dem zunächst offenen Tal geht es langsam aufwärts, dann folgt einem steilen Stück ein stetig ansteigender Waldweg.

Bisher gehen wir heute überwiegend auf gekiesten Wegen, was eigentlich nicht dem Anspruch eines Qualitätswanderwegs gerecht wird. Nach zwei scharfen Abbiegungen sind wir am Waldrand des Asang und können jetzt auf kaum erkennbarem Grasweg bequem bis zur Zanger Straße wandern.

 

Parkplatz Dickhölzle – Naturfreundehaus Hahnenschnabel

Vorgezogener Spaziergang

Heute haben wir nur Zeit für einen kurzen Spaziergang. Wir starten am Parkplatz Dickhölzle an der Straße Richtung Zang, am Abzweig nach Schnaitheim, und müssen zunächst auf einem frisch geschotterten Waldweg durch den Rauhbuch gehen, was nicht gerade angenehm ist. 6 weg zwischen buchen eDoch ab dem nächsten Parkplatz an der Stadtgrenze Heidenheim geht es auf einem Naturweg durch jüngeren Buchenbestand.

Wir unterqueren die Zanger Straße und gehen leicht abwärts auf einem Waldweg parallel zum Wohngebiet Mittelrain bzw. zum Zaun des Waldfriedhofs. Dann biegen wir auf einen ziemlich rutschigen Waldweg ab, denn in der Nacht und heute Morgen hat es sehr stark geregnet. Kurz geht es aufwärts und dann abwärts zum Waldrand beim Naturfreundehaus am Hahnenschnabel mit schönem Blick auf die Kreisstadt Heidenheim. Das über der Stadt aufragende Schloss Hellenstein ist allerdings im Dunst nicht so gut zu erkennen.

Zang -Itzelberg (2)

5 elserhaus eVom Herwartstein haben wir schöne Ausblicke nach Königsbronn und ins Brenztal. Die Gemeinde mit etwas mehr als 4300 Einwohnern im Hauptort hat mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster, das bereits im 16. Jahrhundert aufgelöst wurde, eine 650 Jahre alte Tradition als Standort der Eisenverhüttung und -verarbeitung.

Leider ist es zu kühl und zu windig, um bei der Ruine eine Pause einzulegen. Wir müssen wieder zurück zum Weg und gehen an der oberen Hangkante am Waldrand entlang in Richtung Itzelberg. Dann geht es in lan-gen Serpentinen über-wiegend steil und später auf einem Pa-noramaweg ins Brenztal hinunter.4 itzelberg e

Rückblickend können wir trotz des sich entwickelnden Laubs den imposanten  Fels des Herwartsteins er-kennen. Von hier wären es nur wenige hundert Meter zum Rathaus mit der schönen Rokokofassade und dem Brenzursprung, daher überlegen wir kurz, ob wir nicht einen Abstecher dorthin machen sollen. Doch heute verzichten wir darauf, aber bei den folgenden Etappen müssen wir uns überlegen, ob wir uns dann nicht die Orte näher anschauen sollten, denn fast immer umgeht der Albschäferweg sie bzw. berührt sie nur am Rande.

Im Tal sind wir bald am Itzelberger See, den die Brenz durchfließt, und wandern am Südufer 7 baum am ufer eentlang, dabei sehen wir mehrere brütende Blesshühner in Ufernähe. Der gut 8 ha große See wurde von den Mönchen des Klosters Köngsbronn als Fischteich künstlich angelegt. Nach einer großen Entschlackungsaktion vor knapp 60 Jahren entstand am Einlauf der Brenz ein Feuchtbiotop, die Vogelschutzinsel, ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet, das vielen Vögeln auch als Winterquartier dient. Ob der im Sommer neuerdings vorhandene Bootsverleih für die Tiere so angenehm ist, wage ich doch zu bezweifeln, auch wenn die Vogelschutzinsel weiträumig abgesperrt ist.

Zang – Itzelberg (1)

Kühl und böig

65 buschwindröschen eWir starten direkt von zu Hause und sind nach wenigen Schritten am Waldrand, wo wir auf die Markierung des Albschäferwegs treffen und dieser in östlicher Richtung auf dem Bänklesweg folgen. Obwohl Ostwind vorhergesagt ist, hält sich der Gegenwind durch die rechtsseitige Bebauung und später durch Bäume in erträglichen Grenzen. Wir sehen viele Frühlingsblumen, wie Buschwindrös-chen, Veilchen, Gelbes Windröschen und Sauerklee. Nachdem wir zur Straße Zang – Königsbronn abgestiegen und im Wald wieder leicht angestiegen sind, finden wir große Mengen der Frühlingsplatterbse.

Begleitet vom Autolärm der nahegelegenen Straße erreichen wir die Königsbronner Waldsiedlung, dort gehen wir entlang der östlichsten Straße. Abwärts erreichen wir über einen Grasweg den Waldrand am Berghang. Hier folgt eine missverständliche Markierung, die uns zunächst in die Irre führt. Doch bald kommen wir zur Ruine Herwartstein, wo Ingrid es nicht so gut findet, dass hier viele Bäume gefällt wurden.

3 ruine herwartstein eAber jetzt kann man die Ausmaße der ehemaligen Burg mit Burggraben deutlich besser erkennen, so hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Die ehemalige Stauferburg bestand seit dem frühen Mittelalter, der Name ist seit 1240 überliefert. Nach einer Belagerung wurde die Burg 1287 eingenommen und stark beschädigt. Anfang des 14. Jahrhunderts ging sie als Schenkung an das neugegründete Kloster, des-sen Bauten wurden mit den Steinen der geschleiften Burg errichtet.

 

Idee und Umsetzung

Nachdem in der Presse schon mehrfach auf den neuen Albschäferweg, einen
Qualitätswanderweg, hingewiesen wurde, haben meine Frau und ich uns die
entsprechenden Prospekte und Infos aus dem Internet besorgt. Wir beschließen,
diesen Wanderweg in kleineren Etappen statt unserer sonst üblichen
Spaziergänge zu absolvieren. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir uns für
einige Zeit nicht mehr überlegen müssen, wo wir an den einzelnen Tagen
wandern oder spazieren gehen wollen. Wir müssen nur noch prüfen, wie wir
vom jeweiligen Endpunkt der Wanderung zum Start zurückkommen oder
umgekehrt. Aber da fast die ganze Strecke im Kreis Heidenheim verläuft – es
gibt nur zwei kleine Grenzüberschreitungen bei Neresheim und Zöschingen –
ist das kein Problem, geht es nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr, nehmen
wir eben zwei Autos.
1 wandertafel weikersberg eDie Wanderung haben wir Ende April 2015 begonnen und sie nach 21 Etappen
erst Mitte November abgeschlossen, da wir zwischenzeitlich auch auf
anderen Fernwanderwegen, z.B. in Brandenburg unterwegs waren.
Wir haben den Albschäferweg nicht, wie beschrieben, in Giengen begonnen,
sondern natürlich bei uns vor der Haustür in Zang. Auch sind wir nicht immer
in der richtigen Reihenfolge gewandert, sondern haben mal eine Etappe vor4
gezogen oder auch eine andere nachgeholt. Wenn wir öffentliche Verkehrsmittel
benutzt haben, ergaben sich mitunter auch abweichende Zielpunkte, so
kommt es auch zu einer geringfügig längeren Wegstrecke.

Inhaltsverzeichnis

 

Unser Albschäferweg

Übersichtskarte

Idee und Umsetzung

Einzelne Etappen

  1. 29.04.        Zang – Itzelberg
  2. 06.05.        Parkpl. Dickhölzle – Naturfreundehaus HDH
  3. 08.05.        Itzelberg – Parkplatz Dickhölzle
  4. 17.06.        Naturfreundehaus HDH – Nattheim
  5. 25.06.        Nattheim – Auernheim
  6. 26.06.        Auernheim – Neresheim
  7. 21.07.        Kloster Neresheim – Härtsfeldsee
  8. 31.07.        Giengen – Bergenweiler
  9. 05.08.        Zöschingen – Parkplatz Philippsburg
  10. 12.08.        Parkplatz Philippsburg – Giengen
  11. 01.09.        Bergenweiler – Stetten o.L
  12. 04.09.        Stetten o.L. – Parkplatz Sallenbüchle
  13. 09.09.        Härtsfeldsee – Zöschingen,    Neresheim – Kloster Neresheim
  14. 11.9            Parkplatz Sallenbüchle – Heldenfingen
  15.  03.10.        Heldenfingen – Parkplatz Hirschtal

16    05.10.        Parkplatz Hirschtal – Eglensee

17    08.11.        Eglensee – Burgstall/Sontheim i.St.

18    12.11.        Burgstall/Sontheim i.St. – Schäfhalde

19    13.11.        Wental – Zang

20    15.11.        Schäfhalde – Parkplatz Hohe Steige

21    18.11.        Parkplatz Hohe Steige – Wental

 

Gesamtlänge                                                                   162

 

 

Text und Layout: Herbert Walker

Fotos: Ingrid Walker-Winter

Wanderbuch „Unser Albschäferweg“ überarbeitet

Jetzt ist es endlich gedruckt und ganz offiziell auf dem Markt, mein neuestes Buch „Unser Albschäferweg“. Nach der ersten Vorstellung im März zum Brenztopfmärktle habe wir das Buch nochmals komplett überarbeitet, es umfasst nun 8 Seiten mehr und ebenfalls 10 zusätzliche Farbfotos.

Gleichzeitig habe ich durch Erhöhung der 1. Auflage und Verhandlungen mit der Druckerei erreicht, dass der Buchpreis um fast einen Euro auf 7,95 gesenkt werden konnte.Cover Wanderbuch

Das hat sich für alle Käufer gelohnt und es sind auch schon überraschend viele Bücher verkauft worden. Jetzt müssen nur noch die Presse und andere Medien mitspielen und das Buch bekannt machen, aber da bin ich ziemlich hoffnungsfroh.

Das Wanderbuch ist unter der ISBN 978-3-937187-18-1 im Buchhandel und natürlich online erhältlich.

Wer das Buch am schnellsten und ohne Versandkosten bekommen möchte, bestellt am besten per email an

info@wabe-verlag.de,

da es vielleicht noch einige Tage dauert, bis das Buch im wabe-online-shop gelistet ist.

Pech gehabt

Nachdem wir in einem Blütenticker vor etwas mehr als einer Wochen gelesen hatten, dass die ersten Kirschblüten aufgegangen seien, haben wir uns vor zwei Tagen auf den Weg ins Neidlinger Tal gemacht und waren schwer enttäuscht, statt der erwarteten Blütenpracht konnten wir nur – aus der Ferne – kahle Bäume sehen und wir haben den Ort schnell wieder verlassen.

Dafür wurden wir dann auf der schwäbischen Alb zwischen Gerstetten und Altheim entschädigt, natürlich nicht mit blühenden Kirschbäumen, aber mit Lerchensporn in großer Zahl, gelbe Windröschen, Aprilenkrügle und Buschwindröschen.

Lerchensporn