Schwabach – Abenberg (2)

Beeindruckt verlassen wir die Stadt und finden auf den Feldern oder als Arrangement bei vielen Bauernhöfen und Häuser orangefarbene Kürbisse. Typisch für die Gegend in Mittelfranken bei Roth ist der Tabakanbau. Die frostempfindliche, bis zu 2 m hohe Tabakpflanze gehört wie die Tomate, die Kartoffel oder die Tollkirsche zur Familie der Nachtschattengewächse. Obwohl die ganze Pflanze Nikotin enthält, wird nur aus den bis zu 50 cm langen Blättern Rauchtabak hergestellt.

Den ganzen Tag war es bedeckt, erst als wir uns dem mittelalterlichen Städtchen Abenberg in weitem Bogen nähern, gibt es erste Wolkenlücken. Wir steigen empor zur Burg, besichtigen zunächst den Innenhof und kehren dann in der Schlossgaststätte ein. Der Schottenturm im Innenhof der Burg wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und ist nach seinem damaligen Besitzer Anton Schott, einem Kammersänger, benannt. Auf der Burg befindet sich das Klöppelmuseum, das die über 400-jährige Klöppeltradition und die 90-jährige Klöppelschulgeschichte der Burgstadt sichtbar gemacht.

Als wir die Burg verlassen, strahlt die Sonne vom Himmel und wir erfreuen uns an den schönen Fachwerkhäusern des alten Städtchens. Unter Kaiser Heinrich II. bildete sich im 11. Jahrhundert hier am Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen eine Grafschaft der Hohenstaufen. Die Erbauer der Burg, die Grafen von Abenberg waren die bedeutendsten Besitzer mit großem Einfluss in Franken. In der deutschen mittelalterlichen Dichtung werden die Abenberger Burg und die Grafen z.B. in Wolfram von Eschenbachs Parzival, in Tannhäuser, im Wartburgkrieg und bei Kreuzzugschilderungen erwähnt. Der Ort wurde durch eine Stadtmauer mit Türmen und Toren geschützt. Im Torbereich des oberen Stadttors, zeitweilig auch die Wohnung des Nachtwächters, sind die früheren Torsicherungen und die Sitznischen für die Wegezolleinnehmer noch erkennbar. Das Rathaus wurde als Kastenamt (Finanzamt) Mitte des 18. Jahrhunderts vom fürstbischöflichen Baudirektor de Gabrieli errichtet. Das wuchtige Sandsteingebäude mit Mansardendach und Portalweisen weist typische Gestaltungsformen des aus Graubünden stammenden Künstlers auf und diente von 1837-1963 auch als Schulhaus. Nach einem Umbau ist es seitdem Sitz der Stadtverwaltung.

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