Kieswege oh je (2)

Tannau – Goppertsweiler (Forts.)

Eigentlich gehen wir ja auch wegen der Wanderung an der Argen diese Strecke, doch es dauert ewig, bis wir den Fluss endlich wieder zu Gesicht bekommen und dann nur mehr oder weniger tief unter uns, teilweise versteckt durch die aufkommenden Blätter. Kurz nachdem wir dann Rat mit Blick auf den Fluss gemacht haben, folgen wir einem Trampelpfad in Richtung Fluss, zunächst bleibt dieser noch oben, dann geht es steil hinab und wenig später können wir dann ins Flussbett hinabsteigen und uns etwas umsehen, denn die Argen führt wenig Wasser.

Nochmals zurück auf den geschotterten Waldweg, der dann immer schmäler und fast unpassierbar wird. Auf breiterem Weg steigen wir hoch zu Schloss Achberg, das heute geöffnet ist, allerdings verzichten wir auf eine Besichtigung und kehren im Schlosshof ein.

Schloss Achberg liegt auf einem Bergsporn über dem Argental und birgt in seinem eher unscheinbaren Äußeren im Innern Meisterwerke der barocken Stuckateurkunst. Erstmalig wurde die Vorgängerburg im Jahre 1335 erwähnt, die heute Schlossanlage geht auf das 16. Jahrhundert zurück, Ende des 17. Jahrhundert erwirbt der Deutsche Orden das Schloss und lässt es durch den Landkomtur prachtvoll ausbauen, allerdings nimmt die Nutzung immer weiter ab, später geht in den Besitz des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen über. 1988 erwirbt der Landkreis das Schloss und in den folgenden Jahren findet eine Mustersanierung des Landesdenkmalamts statt.

Neben der gastronomischen Nutzung an den Wochenenden gibt es im Sommer auch eine Vielzahl von kulturellen Angeboten.

Wieder hinunter zum Fluss und über die Hängebrücke erreichen wir Flunau, jetzt geht es auf der anderen Flussseite weiter, selten ganz nah am Wasser, meist weiter entfernt. Dann geht es steil bergauf und nach wenigen Schritten genauso steil hinunter und dann geht es leicht ansteigend nach Goppertsweiler, wo wir die für ein kleines Dorf überraschend große Martinskirche besichtigen.

Ähnlich wie die Tannauer Kirche steht sie auf mittelalterlichen Fundamenten. Ältester Teil der Kirche ist der Turm aus groben Argenkieseln, der Ostchor entstammt dem Spätmittelalter, die Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts erweitert und mit hochbarocken Rundfenstern versehen.

Auf dem Rückweg über Tannau fahren wir dann den größten Teil des vorgesehenen Martinus-wegs ab, eine wunderschöne Landschaft und obwohl asphaltierte Straßen gegenüber den Kieswegen durchaus Vorteile gehabt hätten. Trotzdem bereuen wir unsere Wahl nicht, denn auf den meist engen Sträßchen hätte es bei dem durchaus vorhandenen Verkehr wohl nur wenig Spaß gemacht.

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