Abenberg – Kalbensteinberg (2)

Wir sind nunmehr im fränkischen Seenland und kehren in Wernfels kurz ein. Während der Rast überlegen wir, wie weit wir heute noch gehen wollen und können, denn es ist doch schon schön frisch, um nicht zu sagen lausig kalt. Gut gestärkt steigen zur Wernfels empor, einer romantischen Ritterburg auf dem „Werten Felsen“, die Grabungen zufolge Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Gleiche Steinmetzzeichen an romanischen und gotischen Bauteilen weisen daraufhin, dass der Bau in seiner heutigen Gestalt am Übergang der beiden Stilepochen, also ca. 1230-1260 entstanden ist. Die Lage mit dem Ausblick nach Norden, insbesondere auf die Heerstraße IV lässt auf die Bedeutung der Burg zur Sicherung der hier besonders konzentrierten mittelalterlichen Straßen schließen.

©walkerGrundherren und Erbauer der großen Burganlage waren sehr wahrscheinlich bereits die Burggrafen von Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern, Konrad I. und sein Sohn Friedrich II. Nachdem um 1600 ein Brand die gesamte Hauptburg in Schutt und Asche gelegt hatte, ließ Bischof von Gemmingen die Burg von Grund auf neu bauen. Sie dient heute als Tagungsstätte, Freizeitheim und Jugendherberge.

Dann steigen wir den Berg weiter nach Theilenberg empor. Von dort senkt sich der Weg durch den Wald ins Tal und nach einem kurzen Stück entlang der Straße geht es wieder bergan. Kurz vor dem Erreichen der Hochfläche verlassen wir den Muschelweg, wie wir den Wanderweg nennen, und wandern auf der Höhe mit schönen Ausblicken nach Kalbensteinberg, dabei genießen wir den herbstlichen Sonnenuntergang. Wir sind wieder an einer der Stationen der alten Handelsstraße und erkennen im Ort die Rieterkirche von 1464, die Paul Rieter in ihrer heutigen Gestalt errichten ließ. Kalbensteinberg ist weithin bekannt durch den Obstanbau, insbesondere der Kirschen, daher findet immer am 1. Mai das Kirschblütenfest statt.

Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, mit denen wir nach Abenberg kommen können, lassen wir uns mit dem Taxi nach Abenberg zurückbringen. Ingrids Hoffnung, die Verkäufer auf dem Flohmarkt wären noch aktiv, erfüllt sich leider nicht und so kann sie nicht noch einmal nach der Eule sehen und eventuell kaufen, die ihr am Morgen so gefallen hatte.

Damit endet unsere diesjährige Wandersaison, denn bei einem späteren Versuch steckt Kalbensteinbach im dicken Nebel, obwohl auf der Fahrt im Raum Oettingen herrlicher Sonnenschein herrschte.

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