Frickenfelden – Gnotzheim

 

Wir wandern zunächst im Wald, queren dann den Altmühl-Umleiter und errechen entlang der Zufahrtsstraße die Innenstadt von Gunzenhausen. Wir erleben am historischen Markplatz ein Figuren-Glockenspiel, essen in einem Vollwert-Straßencafé eine interessant klingende Pizza, allerdings ist es mehr ein trockenes Pizzabrot mit vereinzelter Abdeckung, eine kleine Enttäuschung, denn eigentlich hatte ich auf eine Anregung gehofft, die ich in meinem nächsten Kochbuch hätte verwenden können.

Gunzenhausen diente als Römerkastell der Sicherung des Altmühlüberganges. Nachdem 263 nach Christi die Römer bis über die Donau zurückgeschlagen waren, bildeten sich unter den da und dort zurückgebliebenen Bewohnern kleine christliche Gemeinden, zu denen wohl auch Alemannen zählten. In einer Urkunde von 823 wird erstmals der Name Gunzenhausen erwähnt. Dort, wo sich einst das römische Numeruskastell und das spätere Kloster befanden, steht heute die spätgotische Stadtkirche St. Maria. Sie hat in den drei unteren Geschossen des Turms noch Reste der Mauern des romanischen Steinbaus, der Ende des 12. Jahrhunderts vom Eichstätter Bischof geweiht wurde. Im 14. Jahrhundert wurde das Langschiff neu und größer gebaut, ein Jahrhundert später wurde der gotische Chor fertig gestellt.

Auf dem Kirchendach entdecken wir einen Storch und etwas entfernt sein Nest, hier im Süden für uns immer noch etwas Besonderes, während man in Brandenburg oder Meckpomm diese Vögel viel häufiger findet. Von der Stadtkirche haben wir einen schönen Blick zum Färberturm. Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde ursprünglich nach seinen Verwendungen auch Pulverturm, und Diebsturm genannt. Sein jetziger Name stammt von einer Färberei, die am Fuß des Turmes betrieben wurde.

Kurz entlang der Stadtmauer, dann überqueren wir die Altmühl und finden unseren Weg zwischen Feldern in Richtung Gnotzheim. Durch die vielen Windungen zieht sich der Weg doch länger hin als vermutet und so wird die Zeit knapp, um den günstigsten Bus noch zu erreichen. Da Della, unserer Cairn-Terrier-Hündin und treue Begleiterin unserer Wanderungen, der Weg nicht gefällt, trödelt sie mal wieder. Es sieht dann immer so aus, als sei sie erschöpft und müde, aber auf einem Naturpfad würde sie wieder vorne laufen. Ich nehme sie auf den Arm, um schneller voranzukommen und wir erreichen auf die Minute pünktlich die Haltestelle, während der Bus etwas später kommt. Wir fahren nach Gunzenhausen, steigen fast am Ortsrand aus und überqueren einen Höhenzug mit vielen Buschwindröschen und einigen konservierten oder restaurierten Hinterlassenschaften der Römer und erreichen unser abgestelltes Auto.

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