Oettingen – Wallerstein (2)

Der Name Maihingen kennzeichnet eine alemannische Siedlung. Urkundlich wird der Ort erstmals 1251 erwähnt. Der Dorfanger wird baulich von der barocken Dorfkirche dominiert, interessant auch der alte Ziehbrunnen. Wir gehen weiter zum Kloster, das 1472 vom Birgittenorden gegründet wurde und um 1500 seine Blütezeit hatte, damals lebten 43 Nonnen und 24 Brüder bzw. Patres lebten hier. 1576 wurde das Kloster aufgegeben und hundert Jahre später bauten die Franziskaner-Minoriten das Kloster und die Kirche hundert Jahre später so auf, wie wir sie heute vorfinden. Die Klosterkirche wurde 1712 nach Vorarlberger Bauschema als Wandpfeilerkirche erbaut. Von außen schlicht und schmuckarm ist 3. größte Rieser Kirche 30 m hoch und 23 m breit. Die Klosterkirche beeindruckt nicht durch ihre Größe, sondern auch durch die reiche Ausstattung. Künstlerische Kostbarkeiten sind die spätgotische Madonna von 1510 aus der früheren Kirche und der Rokoko-Altar von 1752.

Einmalig in Süddeutschland ist wegen ihres original erhaltenen Intonations- und Stimmungszustandes die Orgel, die 1734-37 vom Eichstätter Orgelbaumeister Joh. Martin Baumeister erbaut und um 1900 restauriert wurde. Wunderschön auch die riesigen Deckengemälde.

1802 erfolgte die Säkularisierung durch das Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein. Die Mönche durften vorläufig noch wohnen bleiben. Der letzte im Kloster verbliebene Mönch verstarb 1825. Seit 1984 ist das Kloster katholisches Evangelisationszentrum, es finden hier Kurse und Seminare zur Erneuerung und Vertiefung des Glaubens und zur Mitarbeiterschulung statt. In zwei Gebäuden der barocken Klosteranlage ist das Rieser Bauernmuseum untergebracht, das Einblicke in die Volks- und Alltagskultur des Nördlinger Rieses gibt.

Auch hier stimmt wieder einmal der Jakobusweg auf der doch ziemlich neuen Karte mit der Wirklichkeit nicht überein. Wir gehen daher nicht entlang der Straße, sondern vom Kloster nach Osten, um dem auf der Karte eingezeichneten Weg zu folgen, auf den später auch der ausgeschilderte Weg trifft. Seit Maihingen strahlt die Sonne vom Himmel, sodass wir froh sind, wenn sich mal eine kleinere Wolke davor schiebt und etwas Schatten bringt. Glücklicherweise haben wir auf unserem Weg durch Büsche auch einigen Windschatten. Schließlich erreichen wir gegen am frühen Abend unser Ziel in Wallerstein.

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