Wallerstein

Heute sind die Oldtimerschienenfahrzeuge des Nördlinger Eisenbahnmuseums unterwegs und so steigen wir in Nördlingen in einen nostalgischen Schienenbus und fahren nach Wallerstein.

Die mittelalterliche Siedlung, die ursprünglich Steinheim genannt wurde, entstand an einem Fernweg für Kaufleute, Pilger und Soldaten von Italien nach Frankfurt und wurde erstmals urkundlich 1238 erwähnt. Die Burg auf dem Felsen war Mittelpunkt der staufischen Regentschaft im Ries und befand sich im Besitz des Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Nach dem Niedergang des Geschlechts ging der Besitz um 1250 an das Haus Oettingen über. 1500 erfolgte die Verleihung des Marktrechts durch Kaiser Maximilian I. Später wurde der Ort Obervogtamt und Residenz des Fürstentums Oettingen-Wallerstein, mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern.

Vom Bahnhof steigen wir zunächst in der Stadt aufwärts und dann als Gäste des Fürsten Wallersteins auf den Felsen, der uns einen schönen Rundumblick über das Ries gestattet, leider mindert der Dunst das Vergnügen doch nachhaltig. Abwärts kommen wir zur Kapelle Maria Hilf, der markante Rundbau mit Kuppel, Laterne und Renaissanceportal wurde 1623 – 26 im Barockstil erbaut. Nach Zerstörung der alten Burg 1648 durch die Schweden wurde der fürstliche Wohntrakt in der Herrenstraße errichtet. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Schloss der Regierungssitz des Fürstentums Oettingen-Wallerstein. Seine heutige Gestalt hat die imposante Dreiflügelanlage 1804 erhalten.

Vorbei an schönen Häusern kommen wir zur Ortsmitte des idyllischen Residenzorts, der direkt an der Romantischen Straße im Herzen des Rieses liegt. Wir sehen die katholische Pfarrkirche St. Alban, die 1613-16 im Übergangsstil zwischen Gotik und Barock mit Elementen von Gotik, Renaissance und Barock erbaut wurde, und bewundern das Wahrzeichen Wallersteins, die Pest- oder Dreifaltigkeitssäule.

Als die Pest um 1679 Tausenden von Menschen das Leben kostete, war es Graf Anton Karl von Oettingen-Waller-stein, der die Pestsäule durch den Bildhauer Johann Georg Beschorer nach dem Vorbild böhmischer Pestsäulen und der Wiener Pestsäule errichten ließ, um den zürnenden Gott im Namen des Volks um Barmherzigkeit und Verschonung zu bitten. „Fern sei der Seuche Gewalt unserem Land und dem Haus“. Der reiche Figurenschmuck der Säule zeigt zu Füßen der Dreifaltigkeit die hl. Maria sowie die Heiligen Rochus, Sebastian und Antonius von Padua.

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