Neresheim – Staufen (1)

Strahlend blauer Himmel ohne Wolken beim Aufstehen und so bleibt es auch. Abweichend vom ausgeschilderten Weg gehen wir sofort an die Egau, wo Della mal ein kurzes Bad nimmt. Dann wandern wir zwischen Feldern zur Zwing und dann kurz durch den Wald. Zwischen der Zwing, einer Wacholderheide und Auernheim verläuft ein Panoramaweg mit herrlichen weiten Ausblicken in Richtung Kloster Neresheim und zur Kirche von Auernheim. Nur heute wird das Vergnügen des Wegs durch das taunasse Gras etwas getrübt.

Das Härtsfeld liegt in der Ostalb-Region und ist der nordöstliche Ausläufer der schwäbischen Alb und wird im Westen vom Kocher- und Brenztal, im Norden vom Steilrand der Alb und dem Ries begrenzt, gegen Süden flacht der das Gelände ab und geht allmählich in die Donauebene über. Der Name leitet sich her von „hartem Feld“, auf dem es „viel Steine gab und wenig Brot“. Der Untergrund besteht zum größten Teil aus Weißjura-Kalkgestein. Das Härtsfeld ist relativ wasserarm, allerdings gibt es den aufgestauten Härtsfeldsee mit einer Fläche von 11 Hektar, der vom einzigen Flüsschen, der Egau, die in Neresheim entspringt und hinter Dillingen in die Donau mündet, gespeist wird. Früher machte der Spruch die Runde: „Wer Vater und Mutter nicht folgt, muss aufs Härtsfeld“. Aber das ist lange her, heute darf man aufs Härtsfeld, um sich zu erholen.

In Auernheim kommen wir zur Pfarrkirche St. Georg auf dem Krönungsberg, sie wurde 1729-1735 im Barockstil erbaut. Der einmaligen Lage der Kirche kommt einer alten Sage zufolge eine besondere Bedeutung zu. Es wird berichtet, dass die Auernheimer Bürger vor rund 280 Jahren ihre Kirche gerne „im Dorf“ haben wollten. Das bereitliegende Baumaterial wurde jedoch stets über Nacht von unsichtbarer Hand wieder dahin gebracht, wo heute die Kirche steht. Der erste Eindruck vom barocken Innenraum ist freundlich und hell. Die Decke ist flach und wird durch drei Fresken unterteilt. Es folgt durch einen Triumphbogen getrennt der Chorraum. Die beiden Seitenaltäre zeigen Maria mit dem Kind und St. Josef mit Papst Leo XIII. Auf dem Hochaltar ist die Kreuzigung zu sehen, den oberen Teil ziert die barocke plastische Darstellung der Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit.

Die Kirche ist von einem typischen Friedhof umgeben. An der Innenseite der Friedhofsmauer befinden sich mehrere noch sehr gut erhaltene Epitaphien, also Grabinschriften oder Gedenktafeln für Verstorbene aus dem Biedermeier mit zum Teil originellen Inschriften, wie die des „ehrenwerten Witwers Xaver Hafner von Auernheim: „Du folgst mir bald, sprach Marianne noch sterbend zum betrübten Manne. Ja, ja bald sehen wir uns dort. Und seht, der gute Mann hielt Wort“.

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