Staufen – Giengen

Da wir unsere Ente, die wegen eines TÜV-Termin in einer Autowerkstätte in Giengen war, holen müssen, verbinden wir das Angenehme mit dem Nützlichen und fahren nach Staufen, um von dort einen Abendspaziergang auf fast schattenlosem Weg nach Giengen zu machen.

Bei Staufen, einer alemannischen Gründung, berühren wir kurz noch einmal bayerisches Gebiet. Der Ort liegt am Rand der Alb, am Beginn des Bachtals. Ein Adeligengrab des 8. Jahrhunderts weist auf die frühe Bedeutung Staufens hin, das 1150 erstmals als Stouphen genannt wurde. Hier lebten die Staufer von Bloßenstaufen, ihre Burg lag im benachbarten Syrgenstein, seit 1806 gehört das Dorf zum Freistaat Bayern.

Die Sonne brennt um 19 Uhr immer noch ungebremst vom überwiegend blauen Himmel, nur am westlichen Horizont sehen wir nicht genau definierbare Wolken, die Gewitter und Regen nicht ausschließen lassen. Wir nutzen im Ort jeden Schatten aus, als wir zur neugotischen Martinskirche hochzusteigen. Zunächst durch Wiesen und Felder, dann kurz am Waldrand entlang kommen wir in ein weites Tal und können endlich auf schönem Grasweg wandern, was auch Della besser gefällt, als die geteerten und kiesigen Wege am Anfang, allerdings hechelt sie heute bei der Hitze und Schwüle ziemlich stark.

Bald kommt eine schöne Wacholderheide, ehe wir dann zum Schießberg hinaufsteigen, vorbei an einer goldenen Muschel und verschiedenen Tafeln zum Jakobusweg, von hier wären es noch 2200 km zum Endpunkt in Santiago de Compostella, aber das ist ja nicht unser Ziel. Als eine dunkle Wolke die Sonne verdeckt, genießen wir den Schatten. Durch das Sportgelände der Stadt kommen wir zum alten Aussichtsturm, da aber die umstehenden Bäume höher als der Turm sind, gehen wir nicht näher, sondern weiter zu einem Aussichtspavillon, der einen Blick auf die imposante evangelische Giengener Stadtkirche mit ihren 2 ungleichen Türmen erlaubt.

Die ursprünglich St. Marien geweihte Kirche, das Wahrzeichen Giengens, wurde nach dem Stadtbrand von 1634 auf Bauresten des 13. und 14. Jh. wieder errichtet. Das hohe Bauwerk weist alle Stilepochen seit der Romanik auf. Der Blasturm – auf dem früher der Nachtwächter seinen Dienst versah – ist im Renaissance- und der Glockenturm in Barockstil ausgeführt.

Über Treppen geht es abwärts und bald sind wir bei unserer Ente, die auch sofort anspringt, was leider nicht immer der Fall ist. Als ich dann mit Ingrids Auto hinter Ingrid herfahre, die die Ente steuert, stelle ich fest, dass ein Rücklicht defekt ist und das direkt nach der Abnahme durch den TÜV oder war es die Dekra? Komisch.

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