Görlitzer Kliniken – Königshain (3)

Wir sind froh, als wir in den kühlen Königshainer Forst eintauchen können, machen kurz Pause und wollen mit unserem Smartphone prüfen, ob es die Rufbusverbindung um 18.30 Uhr auch am Sonntag gibt. Doch obwohl wir das Gerät die ganze Zeit ausgeschaltet hatten – gut zum Test hatten wir nach dem Aufladen etwas gesurft, aber auch nicht lange –, war der Akku komplett entladen. Mit meinem Handy haben wir dann den Rufbus nach Oberdorf bestellt.

Jetzt geht es leicht zickzack durch das Landschaftsschutzgebiet der Königshainer Berge, ein ausgedehntes, überwiegend bewaldetes Granitgebiet. Es sind nur noch wenige der ehemals mehr als 100 frei stehenden und über 20 m hohen Granitfelsen vorhanden, die anderen wurden während der gut 200-jährigen Steinbruchtätigkeit abgetragen. Der Königshainer Granit wurde u. a. zum Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin verwendet.

186 totensteinDann geht es auf einem Naturweg steil aufwärts, wobei die Wanderbeschilderung mitunter etwas schwer zu durchschauen ist. Bald erreichen wir den Abzweig zum Totenfelsen, eine interessante 10 m hohe Felsformation, die an die Sächsische Schweiz oder das Zittauer Gebirge erinnert, und schon 1844 unter Naturschutz gestellt wurde. Der Fels diente in der Frühgeschichte als Kultplatz. Über Leitertreppen erreichen wir den Gipfel, der allerdings wegen der hohen Bäume keinen Ausblick bietet.

Zurück auf dem Wanderweg fällt dieser bis zur Straße auf den Hochstein. Eigentlich will Ingrid noch einen Lehrpfad durch die ehemaligen Steinbrüche erwandern, aber da wir nicht wissen, wie lange wir dafür brauchen, gehen wir lieber abwärts. Wir machen mit Blick ins Tal noch einige Minuten Pause und erreichen kurz vor der geplanten Abfahrt die Bushaltestelle, wo ein Taxikleinbus auf uns und weitere Passagiere wartet. Wir können im Gepäckraum den Buggy mit Della verstauen und müssen ihn nicht zusammenlegen.

Bald erreichen wir das Klinikum und sind damit nur 50 m von unserem PT entfernt. Wir fahren zurück in unsere kalte Wohnung, die von der Hitze der letzten Tage nicht profitiert hat. Nach dem Abendessen versucht Ingrid, die Fahrpläne für morgen zu eruieren, allerdings ist das mobile Internet hier sehr, sehr langsam und es ist mehr als ätzend, zu surfen.

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