Niesky – Rietschen (2)

Natürlich gibt es keine Markierung, aber wieder kommen wir an der Stelle auf eine Straße, wo es Ingrid geplant hatte. Als wir an einem frei stehenden Gebäude vorbei in den Wald gehen wollen, bitte ich Ingrid voranzugehen, da ich nicht sicher bin, ob ich mit dem Buggy durchkomme. Als Ingrid außer Sichtweite ist, kommt eine ältere Frau aus dem Haus. Sie weist mich sehr unfreundlich daraufhin, dass dies Privatgrund – was aber nicht ersichtlich war – sei und dass sie durch unser Niedertreten des Grases große Schwierigkeiten beim Mähen hätte. Ich entschuldige mich und etwas besänftigt, sagt sie mir, wie es weitergeht. Den Weg hat Ingrid in der Zwischenzeit gefunden und winkt mir, ich solle kommen. Aber ich will die Frau nicht verärgern, so gehe ich brav zur Straße zurück und komme über einen schmalen Pfad zu Ingrid. Kurz gehen wir nochmals in die Irre, ehe wir in überwiegend nordwestlicher Richtung unser Ziel ansteuern.

195 robinieSehr schön anzusehen sind die vielen blühenden Robinien, nur selten haben wir bisher so viele dieser Bäume gesehen. Nur kurz vor Rietschen wird es wieder schwierig, denn der Weg ist fast unpassier- bar und verläuft zunächst auch nicht so, wie in der Karte beschrieben, aber wir kommen zu den ersten Häusern des Ortes. Auf dem Weg zum Bahnhof kommen wir an der Kirche vorbei und Ingrid will einige Fotos machen. Bevor Ingrid hier noch mehr Zeit zubringen kann, schauen wir nach den Abfahrtszeiten und stellen fest, dass in wenigen Minuten der nächste Zug abfährt, auf den nächsten müssten wir eine Stunde warten. Wir beeilen uns, und da der Zug einige Minuten Verspätung hat, erreichen wir den Bahnhof noch rechtzeitig. Endlich mal Glück gehabt. Als wir in Horka auf den Bus warten, zeige ich Ingrid den dunklen Himmel im Osten und wir schaffen es gerade noch zum Wartehäuschen, als zuerst große Tropfen fallen, dann beginnt es, zu schütten und zu gewittern. Am Busbahnhof in Niesky wartet Ingrid unter der Bedachung, während ich es wage, die wenigen Schritte zum Auto zu rennen.

Bei dem Wetter können wir uns in Niesky nicht umzusehen. Nach dem Tanken erinnert mich Ingrid auf der Rückfahrt daran, dass wir noch nach dem Kitz schauen müssen. Auf der Fahrt schüttet es heftig, doch als ich im Wald aussteige, um nach dem Kitz zu sehen, regnet es nur noch mäßig. Das Kitz ist in der Zwischenzeit wohl von der Frau Mama abgeholt worden, denn die Kuhle ist leer und auch sonst ist von dem Kitz nichts zu sehen. Abends sucht Ingrid dann eine neue Wohnung, was gar nicht so einfach ist, denn Pfingsten steht vor der Tür. Endlich findet sie eine nicht ganz günstige Unterkunft, wo wir allerdings nicht von Pfingstsamstag auf -sonntag übernachten können. Vielleicht bleiben uns dann nur die Liegesitze unseres Autos, wir werden sehen.

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