Weißwasser – Bad Muskau (3)

Doch der Spaß wird sicher nicht nur uns verleidet. Denn warum auch immer die für den Wegebau Verantwortlichen der Meinung waren, man müsste die vorhandenen Sandwege ver-bessern, so wie es ausgeführt wurde, ist es schlichtweg eine Katastrophe. Denn nur grob zerkleinerten Bauschutt ohne Sand oder Feinsplitt auf den Weg werfen und hoffen, dass sich dies mit der Zeit festtritt oder festfährt, ist einfach sagenhaft dumm. Später wird es dann besser, aber immer wieder gibt es ähnlich verschlimmbesserte Abschnitte.

Als wir die Straße von Gablenz überqueren, stellen wir fest, dass der Wanderweg E10 – dem wir zeitweise folgen – ohne erkennbaren Grund verlegt wurde, denn statt auf einem überwiegend angenehmen Waldweg zu wandern, führt der Wanderweg, zumindest anfangs, auf einem asphaltierten Radweg weiter. Wir folgen, wie auf der Karte verzeichnet, dem Waldweg, bei der nächsten Straße treffen wir wieder auf den E10, vorbei an einer Pferdeweide mit Stute und Fohlen nähern wir uns einem Bahnübergang. Wir hören das Pfeifen der Lok, aber trotzdem reicht die Zeit nicht mehr, die Kamera scharfzumachen. Bald nach Überqueren der Bundesstraße erreichen wir den Bergpark, einen Teil des Fürst-Pückler-Parks, der seit einigen Jahren Welterbestatus hat.

Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau gilt mit seinen rund 800 ha als der größte Landschaftspark im englischen Stil in Mitteleuropa, wobei allerdings nur ein Drittel auf deutschem Territorium liegt, der Rest ist auf der anderen Seite der Neiße in Polen. Der Park bietet viel, also für jeden etwas: Ausgedehnte Wiesen, herrliche Bäume, Seen und Flüsse, besondere Brücken und sehenswerte Bauten, geschwungene Pfade und Wege führen zu den einzelnen Besonderheiten.

Alles scheint natürlich gewachsen zu sein, doch es ist eine von Menschenhand geschaffene Landschaft. Sein Schöpfer Hermann Fürst Pückler legte den Park ab 1815 an und beschreibt selbst seine Arbeit als Naturmalerei, dazu benötigte er statt Farben Wälder, Berge, Wiesen und Flüsse. Mit diesem Park wurde Pückler zu einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsgestalter.

An der Haltestelle Feuerteich machen wir Pause und sehen das Züglein an uns vorbeischnaufen. Nach dem Teich steigen wir bergan, gehen kurz auf dem Höhenrücken weiter, ehe wir ins Neißetal hinuntersteigen. Neben dem Fluss erreichen wir die Grenzbrücke und bald auch den Schlosspark. Vorbei am Marstall kommen wir zum neuen Schloss, das zumindest von außen überwiegend saniert ist, ganz im Gegenteil zum Kavaliershaus, das nicht so künstlerisch ambitionierte Nachfolger von Christo in Folie gehüllt haben.

Neues Schloss im Muskauer Park

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