Bohsdorf – Bagenz (2)

Dann besuchen wir den 36 m hohen Aussichtsturm am Felixsee. Genauer gesagt, Ingrid schaut sich den See vom Boden aus an und ich steige mit beiden Kameras bepackt nach oben, wobei zumindest an diesem Tag die Aussicht nicht gerade berauschend ist, um nicht zu sagen, ziemlich nichtssagend. Sie entspricht kaum den vollmundigen Ankündigungen, dass man den Muskauer Faltenbogen mit seinen Schluchten und Giesern sehen kann, ich sehe nur leicht hügeligen Wald und den angeblichen Blick zum Riesengebirge wird man wohl nur 1-2 mal im Jahr haben.

Anschließend fahren wir zum Bahnhof Spremberg, wo wir noch genügend Zeit haben, bis der Bus kommt. Eine kleine Schrecksekunde erleben wir, als wir etwas abseits im Schatten stehend, den Bus mit der Nummer 856 sofort weiterfahren sehen, als zwei Passagiere ausgestiegen sind. Doch dann erinnere ich mich, als Ziel war auf dem Bus „Spremberg“ angegeben gewesen und er war wohl noch auf der Fahrt zum Busbahnhof. Wenig später erscheint der Bus Richtung Döbern, mit dem wir fahren wollen. Zunächst ist der Bus ziemlich leer, obwohl wir schon befürchtet hatten, dass er als Schülerbus mehr als nur voll sein würde, obwohl Schüler unterwegs einsteigen, wird der Bus nicht voll. In Bohsdorf gehen wir auf der kaum befahrenen Straße noch Horrow. Die interessante Kirche beeindruckt vor allem mit dem wuchtigen, gerade gut 100 Jahre alten Turm, der gebaut wurde, um einer Berliner Schönen den Umzug und die Heirat mit dem einheimischen Landrat schmackhaft zu machen. Dies erzählte uns der Pfarrer, ich nehme zumindest an, dass er es war, bei dem Ingrid an das Fenster klopfte und der uns die Kirche zeigte und daneben die 800 Jahre alte Eiche.

Köstlichkeiten aus SchokoladeAm Ende des Orts dann der nächste Halt in der Schokoladenfabrik, wo wir im Ausstellungsraum die aus Schokolade gefertigten Kunstwerke wie Tiere, Blumensträuße, Computer, und Autos bewundern. Diese Teile sind verhältnismäßig günstig, ganz im Gegensatz zu einer 100-g-Tafel Schokolade, die mit € 3,50 einen sehr stolzen Preis hat. Mit einem auch nicht ganz billigen (aber unwahrscheinlich leckeren) Nussnugataufstrich und 200 g Trinkschokoladepulver wandern wir weiter.

Da heute die Sonne weniger scheint, ist der Wind, der uns eigentlich immer entgegenkommt, besonders unangenehm. Da es bisher fast immer windig war, frage ich mich, ob es hier auch windstille Tage gibt. Nur kurz machen wir von Büschen umgeben Rast, aber auch hier schaffen es Windböen, uns den Aufenthalt zu verleiden. Daher beschließen wir unsere Wanderung etwas abzukürzen, denn Ingrid will baldmöglichst ihre verschwitzten Sachen loswerden.

Durch die Abkürzung müssen wir dann fast eine halbe Stunde am Bahnhof warten, aber die längere Variante hätten wir in der Zeit nicht geschafft. Im Zug verlangt der Schaffner nichts für Dellas Buggy und auch der Fahrpreis ist überraschend niedrig, ein klarer Hinweis, dass uns die letzte Schaffnerin ganz eindeutig betrogen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.