Archiv der Kategorie: deutschlandweite Wanderungen

Wieder zurück

In den letzten gut 14 Tagen sind wir auf unserem Weg nach Rügen trotz fast 200 km nur wenig näher gekommen. Aber von Prenzlau ging es zuerst nach Südwesten und nicht nach Norden, dann von Templin bis Lychen ein kurzes Stück in die richtige Richtung, dann ging es 2 Tagen nach Westen bis Fürstenberg an der Havel als kleinen Abstecher und dann nach Nordosten in die Feldberger Seenplatte. Dazwischen noch einige Seen- und andere Rundwege.

Aber im nächsten Jahr soll es strikt nach Norden gehen, vielleicht:

Stadtbesichtigung Görlitz (2)

Mit diesem Artikel endet unsere Wanderung vom Rennsteig an die Neiße, deren letzten Teil unsere Wanderung 2011, ich hier vorgestellt habe.

Dann machen´wir uns auf den etwas längeren Weg zum Heiligen Grab, einer mittelalterlichen Nachbildung der Grabstätte von Jerusalem, die eigentlich nie verändert wurde und daher als fast noch identischer gilt als die Stätte in Jerusalem. Da wir
mit dem Buggy nicht hineinkönnen, müssen wir einzeln die Besichtigung machen.
In dieser Zeit regnet es kurz, aber heftig, doch das bleibt das einzige Nass an
diesem Tag, und als wir wieder in die Innenstadt kommen, scheint schon wieder
die Sonne. Nach kurzem Warten können wir nun die Kirche besichtigen, wieder
strebt Ingrid das eigenwillige Gartencafe an, doch jetzt sind alle Plätze
besetzt und es macht auch niemand Anstalten in Kürze aufstehen zu wollen. Ich habe keine Lust zu warten, was Ingrid nicht besonders nett findet.
Wir suchen noch ein Mitbringsel für unseren Haushüter zu Hause, doch der Laden, indem ich etwas entdeckt hatte, hat schon geschlossen, obwohl viele Menschen unterwegs
sind.

In einem Galeriecafe machen wir draußen Pause und Ingrid genießt ihren
Mohnkuchen, während ich dummerweise nicht gefragt habe, was ein Kleckskuchen
ist, nämlich Quark mit Mohn und Mohn ist eines der wenigen Lebensmittel, die
ich überhaupt nicht mag. So kann Ingrid als Ausgleich, dass ich vorher ihr Brot
verspeist hatte, fast zwei Kuchenstücke verspeisen.

Auf dem Weg zum Auto kaufen wir noch ein Mitbringsel und machen noch einige Bilder, ehe wir entlang des Berzdorfer See in unsere Wohnung fahren, doch leider ist nur einmal
ein kurzer Blick zwischen den Bäumen möglich.

Dann bepacken wir unser Auto neu mit allen Gepäckstücken, verabschieden uns nochmals von unseren Gastgebern und machen uns auf die doch etwas längere Heimreise. Gegen
0.30 erreichen wir bei strömenden Regen Zang und werden noch nass beim
Auspacken des Autos.

6.8.11 Stadtbesichtigung Görlitz

Obwohl die Vermieterin vor ihrem eigenen Urlaub die Wohnung für nachfolgende Gäste herrichten muss, können wir einige Gepäckstücke in der Wohnung lassen, darunter auch die 3-4 kg Zucchini, die uns unsere Gastgeber zum Abschied geschenkt haben.

Wir parken ziemlich zentral und gehen am repräsentativen Postplatz vorbei und erleben die vielleicht einzige kleine Enttäuschung an diesem Tag. Denn das einzige Jugendstilkaufhaus in Deutschland existiert nicht mehr, denn im Rahmen der Abwicklung der Hertie-Gruppe wurden alle Hertie-Kaufhäuser, also auch das Görlitzer geschlossen und ein Nachmieter oder Hauskäufer stand und steht nicht zur Verfügung.

Neben vielen sehr schön renovierten Häusern mit unendlich vielen sehenswerten Details gibt es leider immer wieder dazwischen auch noch sanierungswürdige Häuser. Mitunter wird das Fotografieren etwas durch die vielen Menschen und die Buden und Bühnen der an diesem Wochenende stattfindenden Straßentheatertage etwas schwierig, allerdings ist das Wetter deutlich besser als vorhergesagt und fast ideal für eine Fotosafari durch die Stadt.

Als wir die Petrikirche besuchen wollen, wird dort gerade geheiratet und so müssen wir unverrichteter Dinge weitergehen. An der Schräge hinunter zur Neiße hat ein Cafe eine interessante Straßencafevariante eingerichtet, es stehen in der Schräge einzelne Bänke für zwei Personen und einen kleinen Tischchen dazwischen. Doch es sind nur Plätze in der prallen Sonne frei und das ist mir und auch Della, die heute bei der Stadtbesichtigung viel Aufsehen erregt, viel zu heiß, was Ingrid nicht gerade erfreut zur Kenntnis nimmt.

An der Neiße gehen wir kurz auf die Brücke nach Polen, ich zur Hälfte und das reicht mir um einige Fotos der Görlitzer Silhouette zu schießen, Ingrid geht fast ganz über den Fluss und ist der Meinung, dass hier die Sicht noch viel besser ist. Mal sehen, was die Bilder, die sie und ich gemacht haben, dazu sagen. Eine Pause in östlichsten Restaurant Deutschlands interessiert Ingrid leider nicht.

4.8.11 Reichenbach-Jauernick (2)

Bald erreichen wir Friedersdorf und dann beginnt der lange Anstieg auf offenem Feld
zum Schwarzen Berg, an dessen bewaldeter Kuppe gehen wir dann entlang. Von
Westen her sieht es bedrohlich dunkel aus, doch eigentlich hatten wir den
ganzen Tag den Eindruck, der Wind kommt von Osten, doch so dunkle Wolken sind
nicht über uns hinweggezogen.

Durch die Dorfstraße von Jauernick gehen wir zum
Dorfanfang und der Umgehungsstraße, wo wir von der Bushaltstelle einen guten
Blick auf den neu gefluteten Berzdorfer See haben. Jetzt zucken die ersten
Blitze und es grollt.

Die Fahrt im Bus ist heute anstrengend, denn es handelt sich um einen umfunktionierten Reisebus, d. h., ein hoher Einstieg und ein schmaler Gang, der an der mittleren
Eingangstreppe zu schmal für unseren Buggy ist. Das wäre kein Problem, wenn
nicht der Platz für Kinderwagen durch ein Rad blockiert wäre, das wohl dem
Fahrer gehört, und zwischen zwei Sitzen eingeklemmt ist, denn sonst ist niemand
im Bus außer zwei Mädchen, die aber mit uns eingestiegen sind. So muss ich fast
30 min den Buggy halten, damit er nicht die Treppe hinunterstürzt. In
Görlitz ist der Himmel dunkel, und als wir uns frühzeitig auf den Weg zum Zug
machen, blitzt es immer wieder und die ersten Tropfen fallen.

Als wir in den Zug einsteigen, ist der Platz für Kinderwagen durch einen Rollstuhl belegt,
aber es gibt daneben noch genügend Platz, dann steigen 4 Radfahrerinnen mit
ihren bepackten Drahteseln zu und es wird knapp. Ein Blick nach draußen lässt
einen schauern, denn es schüttet und schüttet. Doch richtig eng wird es, als
kurz vor der Abfahrt weitere zwei Radfahrinnen zusteigen und so muss ich schon
etwas bugsieren, um mit dem Buggy aussteigen zu können. Auf der Fahrt schaue
ich immer wieder nach dem Regen und meine, er würde nachlassen. Als der Zug
hält, hat es ein älteres Ehepaar so eilig auszusteigen, dass sie sich zwischen
einem Rad und unserem Buggy durchdrängen, 20 Sekunden später hätten sie es ganz
bequem gehabt. Der Regen hat fast aufgehört und so kommen wir trockenen Fußes
zu unserm Auto.

Als wir an unserer Wohnung ankommen, sind die Gastgeber im Garten und wir halten einen kleinen Plausch, als wir eingeladen werden, uns hinzusetzen, vertagen wir das
gemütliche Beisammensein auf eine gute halbe Stunde später, bis wir geduscht
und gegessen haben. Dann unterhalten wir uns im Freien bis gegen 10 Uhr, da
wird es langsam sehr frisch.

4.8.11 Reichenbach – Jauernick

Vereinzelt Gewitter, sagte wetteronline, zum Teil heftige Gewitterschauer, sagte der
Wetterbericht im Radio, aber davon lassen wir uns nicht abhalten. Wir fahren
zunächst nach Sohland, um dort die beiden Mühlen anzusehen, wozu uns gestern
die Zeit gefehlt hatte. Dann stellen wir unser Auto direkt am Bahnhof
Reichenbach ab und das wäre fast noch zu weit gewesen. Zuerst müssen wir auf
einer gut ausgebauten und mäßig benutzen Landstraße nach Südosten gehen, der
Himmel ist bedeckt und es ist schwül. Nach ca. 2 km können wir in einen
Waldweg einbiegen, der sich zur nächsten Straße durch ein schmales Waldstück
schlängelt. Vom Waldrand können wir nochmals die Sohlander Bocksteinmühle
sehen.

Jetzt geht es
auf eine kaum befahrenen Straße durch den Wald. Hier sind viele Wanderzeichen
zu finden, doch bei der nächsten Gabelung keins, und auch als wir dem Weg
weiterfolgen, vermissen wir die Wanderzeichen, erst spät kommt der blaue Punkt
wieder, der uns auf einem schmalen Pfad in den Wald hinein- und um einen Berg
herumführt. Nach einer kurzen Rast auf einer einigermaßen windgeschützten Bank
geht es in der Sonne weiter, denn zwischenzeitlich die Bewölkung immer größere
Risse bekommen. Wir kommen am Eselshof vorbei, doch die Besitzer machen Urlaub,
sodass wir uns auf unserem Weg nicht beirren lassen. Dann zeigt das
Wanderzeichen vom befestigten Weg auf einen Naturweg und wir treffen auf einen schönen Seerosenteich. Doch dann endet der Weg und wir sind uns nicht ganz klar, ob wir
zwischen Ziegen hindurch über eine Wiese gehen können oder nicht. Wir
entscheiden uns auf den Waldweg zurückzukehren und einen etwas längeren Bogen
zu machen, um das Waldhaus zu erreichen. Noch 2 Stunden Zeit bis zur Abfahrt
des Busses und noch 6 km laut Wandertafel, das könnte knapp werden.

3.8.11 Löbau – Reichenbach (2)

Dann geht es steil und steinig hinauf zur Spitze des Löbauer Berges mit seinem gusseisernen Aussichtsturm. Natürlich muss ich – mit schon mehr als 300 Stufen auf und ab inden Beinen – hochklettern, und nachdem man von der 2. Plattform fast einen
Rundumblick hat und die weiter entfernt liegenden Berge und Orte im Dunst
liegen, spare ich mir den letzen Aufstieg zur Spitze. Jetzt geht es wieder
hinunter, zum Teil über Holzstufen und Ingrid befürchtet schon wir seien
falsch, aber wir sind richtig.

Nach einer längeren Strecke im schattigen Wald
kommen wir in die pralle Sonne und durchqueren ein Dorf. Nach einem Feldweg
sind wir am nächsten Ort und gehen ewig lange in der Sonne auf der Straße
weiter, als das Ortsschild Bischdorf auftaucht, schaut Ingrid in der Karte
nach, ob wir noch richtig sind und wenig später können wir die Straße
verlassen. Doch das folgende Stück ist extrem anstrengend, ein völlig
verwachsener Grasweg, steil aufwärts und mit der glühenden Sonne im Rücken.
Sobald wir den schattigen Wald erreicht haben, machen wir Pause. Dann geht es
im Wald steil bergauf, mitunter ist der Weg morastig und endlich erreichen wir
den Gipfel des Rotsteins und vor allem das Berghotel, das erfreulicherweise geöffnet
hat.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, da wir auf einem Radweg abwärtsgehen, können
wir uns noch Quarkkeulchen gönnen und disponieren auf Empfehlung der Bedienung
um auf Heidelbeerkeulchen mit Holunderblüteneis. Es schmeckt gut, vor allem das
Eis, die Keulchen hätte durchaus etwas mehr sein können. Das Zubereiten hat
doch länger gedauert, aber ich denke, wir schaffen den Zug kurz vor 8 Uhr, denn
sonst müssten wir zwei Stunden warten. Doch der in der Karte ausgewiesene
Radweg entpuppt sich als schmaler Trampelpfad zu einem Aussichtsfelsen und dann
geht es steil im Zickzack und mit Treppen abwärts, die Strecke könnte auch ein
geübter Mountainbiker nur mit geschultertem Rad überwinden.
Danach folgt eine gerade abwärts führende Steilstrecke aus Naturboden und Steinen, später aus Gras und Kies. An der Kirche mit dem schönen Turm vorbei erreichen wir die
Durchgangsstraße von Sohland, der wir lange folgen müssen, der Abzweig nach
Reichenbach ist schlecht markiert, sodass wir ihn fast übersehen. Auf einer
Nebenstraße erreichen wir den Bahnhof, wo wir die Unterführung leider nicht
benutzen können, sondern den etwas weiteren Weg über den Bahnübergang wählen
müssen.

In Löbau haben wir noch den Weg vom Bahnhof zur Kirche zu absolvieren
und wir überlegen, ob wir für heute Abend noch unbedingt etwas einkaufen müssen
oder ob ich auch erst morgen früh einkaufen kann, und entscheiden uns dafür.

3.8.11 Löbau – Reichenbach

Zwei Berge der 1. Kategorie

So könnte man diese Etappe in der Sprache der Tour de France bezeichnen.

Ganz früh stehen wir auf, denn einmal müssen wir packen und zum andern, immer noch eine Wohnung suchen. Aber es hagelt nur Absagen, in 2-3 Tagen hätten wir die freie Auswahl, schließlich entscheiden wir uns für die 3 Tage Variante und müssen dann überlegen, ob wir schon am Samstag heimfahren oder in einem Gasthof oder einem Motel übernachten.

Wir bringen unser Gepäck in die neue Wohnung und der freundliche Besitzer hält einen längeren Smalltalk mit Ingrid, endlich kann ich das Gespräch unterbrechen und darauf hinweisen, dass wir noch eine längere Wandertour geplant haben. Wir fahren zurück nach Löbau, suchen die Sparkasse, um Geld abzuholen und stellen unser Auto an der Kirche ab, netterweise ist der Parkscheinautomat außer Betrieb und so können wir kostenfrei parken. Zunächst geht es noch abwärts und durch das entstehende Gartenschaugelände dann aufwärts. Den Anstieg zum Honigbrunnen bewältige ich mit dem Buggy auf der Straße, während Ingrid den danebenliegenden Wanderweg nutzt.

Vom Hotel Honigbrunnen hat man einen schönen Ausblick nach Norden und Westen, da es schon schön warm ist, wollen wir etwas trinken. Dummerweise lesen wir in der Speisekarte und es gibt mit Spinatquarkknödel ein interessantes vegetarisches Rezept zu einem günstigen Preis und so essen wir zu Mittag.

2.8.11 Ebendörfel – Cunewalde (2)

Fast in der Direttissima geht es abwärts nach Cunewalde. Obwohl wir zu unserem Auto nach links gehen müssten, gehen wir noch einen guten Kilometer nach rechts und besuchen die (?) größte Dorfkirche Sachsen, von deren ehemals gut 3000 Sitzplätzen sind nur noch knapp 2000 erhalten, wie uns bei der Besichtigung der ehemaligen Pfarrer erklärt.

Interessant auch der Umgebindepark mit heute 15 Hausmodellen, überraschend ist die Besichtigung kostenlos. Jetzt geht es nach Osten und wir können verschiedene schöne Umgebindehäuser in voller Größe bewundern. Am Automuseum steigen wir den Berg hinauf und beobachten einen cleveren Storch, der ganz nah bei einem pflügenden Traktor auf Nahrungssuche ist und sich durch den Krach des Motors und das Fahren überhaupt nicht stören lässt. Da man hier auch mit Wanderzeichen geizt, gehen wir kurz in die Irre und müssen von einem ehemaligen Aussichtspunkt über Treppen absteigen und später eine Straße wieder aufwärtsgehen, ehe wir durch den kleinen Polenzpark zu unserem Auto kommen. Jetzt beginnt die Suche nach der nächsten Ferienwohnung, denn bisher hat Ingrid nur 2 oder 3 Anrufe getätigt. Wie während des ganzen Urlaubs bekommt am Abend Ingrid nur Absagen, nachdem sie nach einem längeren Plausch mit der Wohnungsbetreuerin beim Zahlen hatte.

Eine Zusage für 3 Tage könnten wir haben, aber wir brauchen vier und so sagen wir ab, dann endlich ein Lichtblick, eine Zusage, nicht gerade billig, aber besser als gar nichts, dann schaut Ingrid im Internet nach, die Wohnung hat nur zwei Schlafzimmer, dafür keinen Wohnraum. Dafür ist es zu teuer, und so teilen wir dem Vermieter am anderen Morgen mit, dass wir es uns anders überlegt haben, wobei dieser dann von ihm entstandenen Kosten sprach, aber es dabei beließ.

2.8.11 Ebendörfel – Cunewalde (1)

Nach längerer Zeit möchte ich wieder mal den nächsten Teil unserer Sommerwanderung 11 vorstellen:

An der Belastungsgrenze

Zunächst schauen wir uns kurz das berühmte Schminkehaus in Löbau an und fahren dann nach Cunewald, wo wir in den Bus umsteigen. Nach einiger Zeit steigt ein Mountainbiker mit seinem Gerät ein, und als wenig später ein Zweiter dazu steigen will, verweigert ihm das der Fahrer, denn ein Buggy und ein Mountainbike sind genug Platz versperrende Gegenstände. In Ebendörfel gehen wir zunächst auf einer Straßenbaustelle, ehe wir dann den Anstieg beginnen, überall suchen wir das in der Karte verzeichnete Wanderzeichen. Am Waldrand an einem Kriegerdenkmal sollte der Wanderweg in den Wald führen, doch da ist kein Zeichen und kein Weg. Auch ein kompetent wirkender Einheimischer kann uns nicht weiterhelfen, entweder müssen wir den Grasweg nach Binnewitz gehen oder wir verzichten auf den kompletten Lückenschluss und gegen am Hang entlang mit Blick ins Tal weiter, wofür wir uns letztlich entscheiden.

Auf angenehmen Weg erreichen wir den nächsten Weiler und in Cosul treffen wir auf den Wanderweg Deutsche Einheit, der hier mit dem Wanderweg Görlitz-Greiz identisch ist, und beginnen den Anstieg zum Czorneboh. Plötzlich gibt es zweimal kurz hintereinander einen lauten Knall, der einen zusammenschrecken lässt. Wenig später begegnen wir einem Mann mit Schubkarren und erkundigen uns nach dem Geräusch, das er uns ganz einfach erklären kann. Er hat zwei große Steine in den Schubkarren geworfen und fährt jetzt zu einem tiefen See, in einem ehemaligen Steinbruch, der heute von Tauchern zum Üben genutzt wird.

Nach Überqueren einer Straße wird der Weg immer steiniger und Della kann ihre immer noch vorhandenen Kletterkünste ausspielen. Ingrid macht dann einen kurzen Abstecher zu der Felsgruppe Teufelsfenster. Jetzt sind wir fast oben und können im Berggasthof einkehren. Auf die Frage an die eulensammelnde Besitzerin, ob sich ein Aufstieg auf den Turm lohnt, kam keine überzeugende Antwort, sondern nur die Bestätigung, dass es wegen der Höhe der Bäume keine Rundumsicht mehr gibt. So verzichte ich auf die gut 100 Stufen.

1.8.11 Cunewalde – Löbau

Der Untergrund bestimmt den Weg

Da es heute zwar trocken, aber noch bedeckt sein soll, ziehen wir die Strecke ab Cunewalde vor und wollen die Bergwanderung dann morgen nachholen. Wir fahren also nach Cunewalde und stellen unser Auto am Ortseingang ab.

Zuerst geht es durch einen kleinen Park und schon hier verzichten wir auf einen Grasweg, auf dem wir vielleicht später zur Straße gekommen wären. Dann geht es auf der Landstraße weiter, der Verkehr hält sich hier in Grenzen, dann biegen wir nach links auf einem mit groben Splitt übersäten Feldweg ein, im Wald können wir auf schönem Naturboden wandern.

 Doch bald wandelt sich der Untergrund in einen Grasweg mit teilweise hohem Gras und – nach drei Tagen Dauerregen – morastigem Grund mit großen Pfützen, sodass die Schuhe schnell durchfeuchtet sind. Daher schenken wir uns den letzten Teil des Waldstücks und wandern auf der Straße weiter. Vor Halbau biegen wir nach rechts auf der Straße ab, dann geht ein kleines Sträßchen im scharfen Winkel nach links ab, doch als der Wanderweg im Grasweg bergauf führt, prüfen wir, ob wir auch auf dem Sträßchen weiterwandern können, was der Fall ist. Von hier hätte man einen schönen Blick auf den Czorneboh, wenn der sich nicht in den Wolken verstecken würde.

Auf Nebenstraßen wandern wir durch Klein-Dehsa, an einem ehemaligen Wasserschloss, heute Schule, können wir durch den Park weiterwandern, aber hohes Gras lässt uns die Variante Straße vorziehen. Schließlich geht es auf einem an Pfützen reichen Feldweg weiter, nach einem kurzen Landstraßenintermezzo geht es bergab in ein Tälchen. Doch jetzt scheint uns eine große Straßenbaustelle den Weg zu versperren, doch wir finden eine Möglichkeit, diese zu überwinden und wandern im Tal durch Oelsa weiter.

An einem kleinen Teich rasten wir und nach gut 300 m will Ingrid was in der Karte nachsehen und stellt fest, wir müssen die Karte vergessen habe. Ich gehe schnell zurück und bemerke, dass wir nicht nur die Karte, sondern auch ein Sitzkissen vergessen haben. Durch die Altlöbauerstraße kommen wir direkt zu unserer Ferienwohnung, wo der Transport des Buggys in den Garten gar nicht so einfach ist, denn er ist offen einfach zu breit für den einen Flügel der Haustür.

Kurz etwas erfrischt mache ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle, um nach Cunewalde zu gelangen. Da der Himmel auf der Rückfahrt immer noch bedeckt ist, fahre ich in den Supermarkt, um einzukaufen. Als ich herauskomme, hat der Himmel große blaue Flecken und die Sonne scheint, sodass wir noch einen Abendspaziergang durch Löbau machen. Während wir die schönen Häuser bewundern, erinnern eine große Schar laut kreischender Krähen an Hitchcocks berühmten Film.