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Pampow-Ziddorf

Wir packen, kein Isidor zu sehen, dann verabschieden wir uns vom Schlossherrn, der uns anbietet, wenn wir keine Wohnung finden, doch wieder nach Lelkendorf zurückzukehren. Nach 10 Uhr erhalten wir dann die endgültige Zusage, ich belade das Auto und wir fahren die 20 km zu unserem neuen Quartier, wunderschön mit überwiegend mit fast antiken Möbeln eingerichtet, vielen alten, wertvollen Büchern und ebensolchem Porzellan. Wir stellen die wichtigsten Gepäckstücke ab und verabschieden uns von den Wohnungsbetreuern, um nach Pampow zu fahren.

Wenige Minuten später sind wir Pampow, dem Teterower Vorwort, von dem wir unsere Wanderung fortsetzen wollen. Es ist erst kurz vor 12 Uhr, wir sind erst einige Schritte gegangen, da frage ich Ingrid, ob sie den Hausschlüssel verpackt habe. Sie erinnert sich nicht, sucht ihre Taschen ab, nichts. Wir gehen zum Auto zurück, suchen dort, nichts, Hüft- und Fototaschen nichts, Rucksack nichts, nochmals das Auto absuchen, auch den Kofferraum, vielleicht hat sie dort den Schlüssel abgelegt, als sie noch was hinten hineingelegt hat. Nichts. Auch nichts am Boden, wo unser Auto steht.

Dann kann der Schlüssel nur dort herausgefallen sein, wo Ingrid den kleinen Rucksack in den Kofferraum gelegt hat, da habe ich vor dem Ort auf freier Fläche gehalten, aber wo war das. Ich fahre gut einen km zurück und gehe die Straße ab, ob ich was sehe, nichts. Dann geht Ingrid den Weg in die andere Richtung und ich will gerade nochmals abgehen, als Ingrid den Schlüssel mit dem roten Anhänger im Gras findet. Gottseidank. Das Ganze hat fast 40 min gedauert und so werden wir heute wohl unser ursprüngliches Ziel nicht rechtzeitig erreichen können.

Die Teterower und ihr Hecht

Hier die Kurzfassung der Geschichte.

An einem Frühlingsmorgen fuhr der Stadtfischer mit seinen Knechten auf den Teterower See hinaus und fanden im ausgelegten Netz einen Hecht von nie gesehener Größe, wohl der Ururgroßvater aller Teterower Hechte. Da sie ihn nicht ins Boot heben konnten, wollten die Fischer das Netz hinter sich herziehen, doch da der Hecht in die andere Richtung zog, dauerte es sehr lange, bis am Steg ihr Boot anbinden konnten.

Was tun mit dem Riesenhecht? Da kam dem Ratsherrn der Gedanke, den Hecht bis zum nächsten Königsschuss in drei Monaten, einem bekannten Stadtfest, das viele Besucher anlockte, aufzubewahren, um ihn dann in einem eigens zu fertigenden Riesentopf zu braten. Doch wo und wie aufbewahren, der Fischer hatte nur das eine Netz und fressen musste der Hecht auch in der Gefangenschaft. Da setzten sich die Ratsherren zu einer langen Beratung nieder.

Man entschied den Hecht in die Freiheit zu entlassen, ihm aber eine kupferne Glocke mit Halsband umzuhängen. Nach 4 Tagen fasten, war der Hecht so schwach, dass man ihm das Halsband umlegen und ihn ins Boot legen konnte. Der Fischer, seine Knechte und der Bürgermeister fuhren mit dem Hecht hinaus. Ein paar hundert Schritt hinaus im See, sollte der Hecht wieder in sein Element entlassen werden und der Bürgermeister schnitt mit seinem Messer eine Kerbe in die Bootswand: Sollte der Hecht seine Glocke verlieren, dann findet ihr mit der Kerbe ganz einfach den Ort, wo wir den Hecht ausgesetzt haben.

Als der Fischer dann zum Königsschuss den Hecht wieder einfangen wollte, konnte er die Glocke nicht hören und auch die Kerbe nutzte nichts. Die Nachbarn und Besuchern, denen man den Wunderhecht angekündigt hatten, schütteten sich vor Lachen über die Teterower aus. Um aus der Not eine Tugend zu machen, kamen die Bürger auf die Idee, den Hecht mit Glocke in Stein hauen und mitten auf den Markt stellen zu lassen.

Teterow

Teterow liegt mit seinem Bergring für Grasbahnrennen im Mittelpunkt von Meckpomm inmitten von Hügeln, Wälder und Seen und gilt als Perle der Mecklenburgischen Schweiz

Die kreisrunde mittelalterliche Altstadt wird geprägt von der St. Peter&Paulskirche und den mittelalterlichen Backstein-Stadttoren aus dem 14. Jahrhundert. Das Malchiner Tor wurde im 19. Jahrhundert um einige Gefängniszellen. Die Stadtkirche ST. Peter& Paul benötigte mehr als 200 Jahre bis zur Fertigstellung und daher sind sowohl spätromanische als gotische Bauteile vorhanden.

Beherrscht wird der Markt von dem gut 100 Jahre alten Rathaus und dem Hechtbrunnen des Bildhauers Wandschneider von 1914. Den Hecht findet man auch an vielen Häusern und er erinnert an eine Gegebenheit, bei der die Teterower Bürger sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerten.

Liepen – Teterow

Liepen- Teterow

Lange sucht und überlegt Ingrid, wie wir wandern müssen, um die geringsten Fahrtkosten zu haben und telefoniert auch mehrmals mit der Bundesbahn, dies kostet natürlich alles viel Zeit und so können wir erst nach 11 Uhr am Wasserschloss in Liepen abmarschieren.

Zuerst geht es durch Felder, dann ein durch den Wald auf einem nicht genau bezeichneten Weg, dann gehen wir auf einer kaum befahrenen Straße in Richtung Basedower Höhe. Von weitem macht Schloss Basedow mit seinem weißen Verputz und den Ziegeleinfassungen einen sehr imposanten Eindruck, aus der Nähe merkt man aber die Verfallerscheinungen.

Die seit dem 13.Jahrhundert in Basedow ansässige Fam. Hahn ließ um 1467 hier eine erste Burg errichten, die im 16. Jahrhundert zu einem repräsentativen Herrenhaus umgebaut wurde, das Mitte des 19. Jahrhunderts neu gerstaltet und nach einem Brand wurde das Schloss in Stil der Renaissance umgebaut.

Wir machen einen weiten Bogen durch die hügelige Landschaft, kommen an einem Teich vorbei, beobachten einen Raubvogel am Himmel, kehren im Cafe im Schafstall ein und sehen den durch den Raum fliegenden Schwalben zu, auf dem Balkonweg haben wir einen schönen Blick auf das Dorf und an der Kirche vorbei.

Zwischen 1835 und 1852 legte Peter Joseph Lenné den Landschaftspark an, in den sich Gebäude. Wege, Bäche, ein Großsteingrab und die Reste der Burg harmonisch einfügten uns beeindruckt der Lenne-Park weniger, dann geht es wieder hinunter ins Malchiner Becken. Wir überqueren einen kleinen Kanal und steigen dann steil den Berg hinauf, am Waldrand machen wir mit guter Sicht nach Malchin unsere Vesperpause und folgen einem nicht bezeichneten Waldweg und müssen gegenüber der Karte einen weiten Umweg machen, um Pampow zu erreichen. Dort entscheiden wir uns direkt nach Teterow zu wandern, denn bis zur Bundesstraße gibt es einen regulären Gehweg und neben der Bundesstraße führt uns ein Trampelpfad in die Stadt. Am Bahnhof habe ich etwas Probleme mit dem komplizierten Fahrkartenautomat, der sich nur mit einer Kreditkarte oder Scheckkarte bedienen lässt. Wir fahren zurück nach Malchin und da das Restaurant Kartoffelkäfer gleich neben dem Bahnhof liegt, schlägt Ingrid vor, dass sie dort auf mich warten könne. Ich bin damit einverstanden, will aber zuerst etwas essen, bevor ich ein Taxi bestelle. Wir sind gerade beim Essen, als die Besitzer von einem kleinen Ausflug zurückkehren und uns begrüßen. Während des Gesprächs erwähne ich, dass ich mit dem Taxi noch nach Liepen fahren muss und da bietet der Besitzer an, mich dorthin zu fahren. Dies führt er auch durch und so sparen wir die doch hohen Taxikosten und ich kann mit einem PT Cruiser Cabrio fahren.

Die Suche nach einer neuen Wohnung verläuft nicht sehr erfolgreich, nach mehreren vergeblichen Versuchen erhält Ingrid dann eine halbe Zusage, aber endgültiges sollen wir erst am andern Morgen gegen halb neun erfahren.

Malchin-Liepen

Am Morgen müssen wir zweigleisig fahren, denn wir wissen noch immer nicht, ob wir noch ein oder zwei Nächte bleiben können oder nicht, d.h. Ingrid beginnt zu packen, falls wir nicht bleiben können und ich kaufe noch ein. Nach dem Frühstück tätige ich noch einen geschäftlichen Anruf und dann ist es nach 9 Uhr und Ingrid wagt es nochmals bei den Besitzern anzurufen und wir können noch 2 Tage bleiben.

Auf der Fahrt nach Malchin kaufen wir noch mal einige Dinge ein und in Malchin versuche ich im Vodafone-Shop mich nach einem Internetmodem zu erkundigen, aber der Verkäufer schaut mich nur groß, davon hat er noch nie etwas gehört.

Malchin geht wahrscheinlich auf eine slawische Fischersiedlung zurück und wurde 1215 urkundlich erwähnt. Von der ursprünglich vorhandenen Stadtmauer sind nur wenige Reste und Tore erhalten. Wir besichtigen noch die imposante St. Johanniskirche, die dreischiffige Basilika ist ein typischer Bauder norddeutschen Backsteingotik und durch das südliche Stadttor verlassen wir die Stadt.  Zunächst müssen wir auf dem Gehweg entlang der Straße gehen, was Della wie immer nicht gefällt und sie auch deutlich zeigt, indem sie hinter uns hertrottelt. Auf Nebenstrassen geht es weiter, interessant die Feldsteinkirche in Duckow mit ihrem freistehenden, hölzernen Glockenstuhl, Della findet es wohl toller, hier baden zu können.  

Auf einem Feldweg kommen wir direkt in das interessante Naturschutzgebiet der Ostpeene, der Fluss hat sich hier bis zu 20 m tief in die Moränenlandschaft eingeschnitten. Hübsch ist auch der Ort Pinot und über einen sonnenbeschienen Feldweg erreichen wir eine Brücke über die Ostpeene, schauen dem Spiel der blauen Libellen zu.. Kurz machen wir in Demzin am Dorfteich Pause und schauen einem Graureiher zu, der fast unbeweglich auf einem Felsbrocken mitten im Teich steht. Noch 3 km Feldweg stehen uns bevor, ehe wir am Wasserschloss von Liepen die Wanderung beenden.  

Die mit einen ca. 30 m breiten Graben umgebene Wasserburg Liepen wurde im frühen Mittelalter als Rittersitz und Wehranlage errichtet und war seit 1337 im Besitz der Familie Hahn. Die Wasserburg verfiel nach dem Dreißigjährigen Krieg und wurde um 1700 als Gutshaus im Stil des ländlichen Barocks auf dem erhaltenen Kellergewölbe wieder aufgebaut.  Die ab 1996 sanierte Burg ist heute Denkmalhof genutzt. Hier werden historische Baumaterialien geborgen, gesammelt, aufgearbeitet und zur Wiederverwendung angeboten.  

Wir lassen uns von einem Taxi abholen und essen Kartoffelkäfer essen zu Abend

Moorbauer (Jettchenshof) – Malchin

Hitze und Regen war vorgesagt, am Morgen Regen und Gewitter, am Nachmittag bedeckt und teilweise kalter Wind. Daher gammeln wir am Morgen nur herum, machen dann einige Bilder vom Schloss, finden im Park einen Maulwurf, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Wir stellen unser Auto nahe Jettchenshof ab und wandern auf dem Radwanderweg entlang der Straße nach Malchin. Dort geht Ingrid noch in die Stadt, hält sich allerdings nur im Verkehrsverein auf, als ich mit dem Auto zurückkomme, gehen wir ins Hotel Kartoffelkäfer, das mit vielen alten Dingen ausgestattet sind und Ingrid schaut sich die mit viel Liebe eingerichtete Hotelzimmer ein. Am Abend besucht uns wieder unser Hausstorch im Park von Schloss Lelkendorf.

Kützerhof – Jettchenshof

Da das Wetter am Morgen doch noch sehr trübe ist, haben wir es nicht eilig und starten daher erst kurz nach 11 Uhr in Kützerhof und kommen auch sehr schnell voran, obwohl wir noch einen im Wald gelegenen alten jüdischen Friedhof suchen. In Neukalen reißt dann der Himmel auf und am Hafen machen wir eine längere Rast. Neukalen hat einen historischen Stadtkern mit viele enge Gässchen und kleinen Häusern. Da ein Passant sieht, dass Ingrid die Kirche anschauen möchte, diese aber geschlossen ist, gibt er ihr den Tipp bei der Pastorin zu läuten, als diese nicht da ist, verweist er Ingrid auf ein weiteres Nachbargebäude, wo sie den Schlüssel erhalten könne und so wird für Ingrid die Kirche aufgeschlossen.

Auf einer nur wenig befahrenden Straße ohne jeden Schatten gehen wir weiter, kommen an einem kleinen See mit klarem Wasser vorbei, Della geht natürlich hinein, wühlt dabei den Schlamm auf und kommt fast so dreckig wie vor einigen Tagen aus dem Wasser. Wir steigen nun einen Waldweg hinauf und mit einem steten Bergauf-Bergab kommen wir zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Salem am Kummerower See. Die Frage ist nur, wie steuern wir Salem an, gehen wir zur Feriensiedlung oder zur Dorfmitte, wir tun das letztere, das wie vieles, eine gute und eine schlechte Seite hat. Die schlechte, wir kommen nicht ans Wasser, die gute, wir haben noch eine Chance unseren Bus zu erreichen. Aufwärts zum Wald, nach einer kurzen Verunsicherung über den weiteren Weg finden wir den richtigen. Kurz hält uns noch ein Frosch in einer Pfütze auf, doch wir müssen uns beeilen und können nicht mehr nach der Reiherkolonie schauen, wir hören nur die Vögel und sehen sie fliegen.

Aber nur noch wenige Minuten, bis der Bus kommen müsste. 3 Minuten vorher sind wir da und der Bus hat knapp 5 Min Verspätung, also gut geschafft. Wir fahren bis Wagun und der Fahrer nimmt uns noch einige hundert Meter weiter mit, so dass wir es nur noch knapp 1,5 km bis zu unserem Auto haben, da Della einen müden Eindruck macht, gehe ich schneller voraus, doch da will Della wieder hinterher rennen, also wartet Ingrid, bis ich außer Sicht bin.

Als ich in der Ferienwohnung auf den Balkon gehe, höre ich direkt unter mir ein Klopfen, als ich hinunter-schaue klopft Isidor, so hat Ingrid den Hausstorch getauft, an die Fenstertür, so als wolle er Eintritt erlangen, wahrscheinlich sieht er aber nur sein Spiegelbild in der Scheibe.

Dargun – Aalbude, Demmin

Zuerst besichtigt Ingrid die Kirche in Dargun, die zufällig geöffnet ist und dann wandern wir am Klostersee entlang. Della nimmt ein Bad an einer scheinbar sauberen Stelle und versinkt fast im Schlamm und kommt schwarz gesprenkelt heraus. Erst nach 2 weiteren Bädern ist sie soweit wieder sauber, dass sich ihr Fell wieder fast ganz von selber reinigt. Wir schauen uns die großartige Kloster- und Schlossruine in Dargun von außen an, dann gehen wir zunächst entlang der Draisinengleise – allerdings sehen wir keine Draisine, auch nicht als wir später wieder auf die Gleise treffen und dort sogar Pause machen – in den Wald.

Der Weg ist gut ausgeschildert, allerdings wird unser Ziel die Aalbude zunächst nicht aufgeführt, denn es wird immer nur der Darguner Wanderweg erwähnt, erst 3 km vor dem Ziel – beim Kützerhof – erscheint erstmals die Aalbude auf dem Wegweiser, allerdings an einer Kreuzung nach rechts, wo eigentlich der Weg nach links der Wanderkarte entsprechen würde und geradeaus der kürzeste Weg, da aber in dem Bereich mit moorigen und sumpfigen Gebieten gerechnet werden muss und wir um 16 Uhr das Schiff erreichen müssen, gehen wir den sicheren,  ausgeschilderten Weg, der leider über eine schier endlose staubige Straße führt.

Doch wir sind rechtzeitig an der Aalbude und lassen uns mit der Personenfähre, die aber nicht so idyllisch wie auf Rügen ist, übersetzen und wenig später legt das Ausflugschiff an und bringt uns durch die Natur belassene Flusslandschaft der Peene in einer guten Stunde nach Demmin. Hier gehen wir zum Marktplatz und schauen dann an der Bushaltestelle, wann die nächsten Busse nach Dargun abfahren, es fährt aber nur noch ein Linientaxi in einer einen halben Stunde, sehr lange zum warten, aber zu kurz um noch etwas zu unternehmen.

Dann mit etwas Verspätung kommt das Kleinbustaxi, das aber bis auf 2 Plätze schon belegt ist, die Fahrerin weigert sich zunächst strikt, Della mitzunehmen, denn in ihren Taxis würden grundsätzlich keine Hunde befördert, als Ingrid sie daraufhin weist, dass sie hier ja als Bus fungiere, führt sie mit ihrem Handy noch verschiedene Telefonate. Demonstrativ ziehe ich etwas zu schreiben heraus und notiere mir die Autonummer. Wenig später ist sie bereit, uns mitzunehmen, allerdings solle Della in einen nicht geraden sauberen, dunklen Kofferraum eingesperrt werden, was wir allerdings ablehnen. Wir rufen dann in Dargun ein Taxi an, das uns in Demmin abholt und zu unserem Auto bringt. Wir wollen uns eine Pizza vom Pizzaexpress in Lelkendorf in die Ferienwohnung bringen lassen, doch der hat heute Ruhetag, aber aus Neukalen erhalten wir dann doch 2 Pizzen, wenn auch die beiden jungen Damen Schwierigkeiten haben, das Schloss zu finden.

Während des Abendessen läutet es und der Schlossbesitzer will uns in unserer Wohnung willkommen heißen und sich erkundigen, ob alles unseren Vorstellungen entspricht, was wir bis auf den fehlenden Internetanschluss bestätigen können, hier bietet er an, in seinem Büro die entsprechenden E-Mailabrufe zu tätigen, dies ist zwar schon günstig, aber nur ein kleiner Ersatz für das normale Surfen, wegen des Wetters oder der weiteren Unterkünfte. Wir unterhalten uns noch kurz übers Wandern und Radwandern.

Nehringen – Dargun

Zuerst kaufe ich in Franzburg etwas zum Frühstücken, dann nimmt das Packen doch länger Zeit in Anspruch als Ingrid erwartet hat, wir bezahlen noch die letzte Nacht und fahren dann zu unserem nächsten Quartier, Schloss Lelkendorf. Als wir uns dem Schloss nähern, denke ich eher an eine Ruine, denn die Fassade sieht einfach schlimm aus, allerdings scheint es in einigen Bereichen neue Fenster zu geben. Doch bereits die Eingangshalle überzeugt und auch das Appartement ist sehr schön, wenn man von einigen kleineren handwerklichen Mängeln absieht. Kleiner Hinweis: In der Zwischenzeit ist das Schloss vollkommen saniert.

Wir fahren wieder nach Nehringen, suchen dort kurz, aber vergeblich, einen angeblich sehenswerten Turm, ehe wir dann auf der alten Klappbrücke die Trebel überqueren, nach einigen hundert Meter folgen wir einem ausgeschilderten, aber unbefestigten Radwanderweg durch die Trebelaue, dadurch wird unsere Wanderung heute zwar länger und da wir erst gegen 13 Uhr starten konnten, ist dies nicht so günstig. Aber der Umweg lohnt, so sehen wir ganz eng beieinander 5 Störche, wobei drei sich in dem Bereich aufhalten, in dem mittels Traktor gemäht wird, auf einer Natur belassenen Wiese sehen wir ein Reh mit seinem Kitz und wenig später nochmals ein einzelnes Reh. An der Trebel machen wir kurz Pause und steigen dann leicht auf die umliegende Anhöhe empor, in Brudersdorf gibt es zwar eine Gaststätte, aber sie ist zumindest heute Nachmittag geschlossen.

Nachdem es bisher überwiegend bedeckt war, kommt jetzt die Sonne immer öfter zum Vorschein und die Wolken machen dem blauen Himmel Platz, da ist es angenehm, dass eine dichte Buschreihe oft Schatten bietet: nur einmal kommt uns ein Auto entgegen, das von einem kleinen Jungen gefahren wird, während die Mutter stolz daneben sitzt. Eigentlich ein Fall für die Polizei und kurz überlege ich, mir die Nummer aufzuschreiben und eine Anzeige zu erstatten, aber das macht alles zuviel Umstände.

Wenig später treffen wir bei einem Hof auf ein Storchennest mit einem Altvogel und 3 Jungen. Jetzt fehlt der Schatten und es ist wird richtig warm, so dass wir froh sind, wenn sich mal eine kleine Wolke kurz vor die Sonne schiebt. Bald erreichen wir den Ortsrand von Dargun und lassen uns von einem Taxi zurück nach Nehringen bringen. Auch die Fahrerin ist, wie schon so häufig beeindruckt von der langen Strecke, die wir gewandert seien, scheinbar meinen die TaxifahrerInnen, dass die Füße nur zum Gasgeben, kuppeln und bremsen geeignet sind.

Das Abendessen in Dargun hat zwar etwas satt gemacht, aber was Besonderes war es wirklich nicht. Vom Balkon unserer Ferienwohnung beobachten wir, wie direkt unter uns der Hausstorch im kleinen Park auf und abstolziert und Nahrung sucht.

Tribsees – Nehringen

Am frühen Morgen ist wunderschönes Wetter, doch je weiter der Tag fortschreitet, umso mehr bewölkt sich der Himmel. Wir stellen den Wagen am Rande einer Kleingartenkolonie etwas außerhalb Tribsees ab und beginnen unsere Wanderung auf einem Fahrradweg, der bald in einen Wald führt, in dem Della zunächst die Spur eines Hasen findet und später ein Reh aufschreckt.

Durch Felder kommen wir zu einer Straße und treffen erstmals auf das Zeichen des europäischen Fernwanderweges, dem wir eigentlich bereits seit Stralsund mehr oder weniger folgen. An einem Forsthaus stellen sich viele Kühe zum Spalier auf, als wir vorbei gehen, dann gibt es noch Schafe und vor allem sehr fotogene Ziegen mit langem Fell. Auf der nächsten Weide tummeln sich ein paar Ponys und dann schleicht auch noch eine hübsche Katze durchs Gras, eine richtige Idylle. Am Waldanfang steht wieder ein Hinweisschild, doch als bei der 2. Abzweigung nach links immer noch kein Zeichen kommt, biegen wir nach trotzdem ab und später treffen wir dann wieder auf die Beschilderung, die aber bald wieder fehlt.

Auf einem Feldweg durch die Trebeltalaue überfliegt uns ganz nieder ein Milan, und ich nehme Della vorsichtshalber kurz an die Leine. Dann geht es durch den Auenwald bis zur Trebel-Klapp-Brücke und anschließend gehen wir zum barocken, aber stark renovierungsbedürftigen Ortskern.

Leider hat die Taxifahrerin heute keine Lust zum Fahren, sie renoviert heute ihre Kneipe, was sicher nicht schaden kann, aber wir haben nun ein kleines Problem, allerdings ist das Taxiunternehmen aus Bad Sülze bereit, uns abzuholen, allerdings soll es eine ¾ Stunde dauern, dann geht es doch etwas schneller. Mit dem Abendessen ist es wieder nicht einfach, erst in Richtenberg finden wir ein hübsches Lokal mit einer guten Küche und der vegetarischen Rezepten.