Archiv der Kategorie: Nürnberg-Breisach

Plochingen – Reudern (2)

Anschließend gehen wir noch kurz in die interessante Altstadt und bevor wir Plochingen über die Fußgängerbrücke verlassen, werfen wir noch einen Blick auf das Tomi Ungerer-Toilettenhäuschen, das mir aber nicht besonders gefällt. Durch das ehemalige Gartenschaugelände – wo wir kurz Pause machen und schon befürchten, durch eine Schulklasse in unserer beschaulichen Ruhe gestört zu werden, was aber nicht der Fall ist – kommen wir zum Neckar, an dessen Ufer wir nach Wernau kommen und wo wir wieder die Uferseite wechseln. In Wernau geht es dann aufwärts auf die Hochfläche und bevor sich der Weg wieder nach Bodelshofen senkt, haben wir schöne Ausblicke auf die Teck und den Hohenneuffen.

Die Jakobuskirche geht auf das Jahr 1105 zurück, wahrscheinlich gab es schon zur keltischen Zeit an dieser Stelle ein keltisches Heiligtum. Im Mittelalter war die Kirche Sammelstelle für die Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Bedeutsam in der Kirche ist der Freskenzyklus über die Passion Christi, der wohl Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, also ziemlich neu sind die Glasfenster von Hans-Gottfried von Stockhausen.

Kurz machen wir bei der Jakobskirche kurz Pause und gehen am Jakobsbrunnen vorbei weiter. Berühren Ötlingen am Rand und gehen durch die Felder zum Wald, kurz nach links am Wald entlang und dann durch den Wald bis zur Autobahnbrücke und an einem Parkplatz vorbei kommen wir wieder in den Wald. In einem Tal machen wir nochmals Pause, bei der Wärme und der Sonne ist das notwendig, doch wir verbleiben einige Minuten zu lange und verpassen so den Bus in Reudern knapp und so müssen wir fast eine halbe Stunde warten, bis uns der Bus nach Nürtingen bringt, wo wir in den Zug nach Plochingen umsteigen.

Plochingen – Reudern (1)



Hundertwasserturm

Auf dem Weg nach Plochingen fahren wir bei einem homöopathischen Tierarzt vorbei, der sich Dellas Fell anschaut und uns einen (teuren) Spezialkamm verkauft, den wir später auch noch ausprobieren und der ganz gut zu sein scheint. Da uns 5 € für einen Parkplatz beim Bahnhof zu teuer ist, fahren wir zum Berghang, an dem wir letztes Mal abgestiegen sind und können auch umsonst parken.

Auf kürzestem Weg kommen wir in die Innenstadt und steuern gleich auf den von Weitem sichtbaren 33 m Regenturm zu, diese Wohnanlage wurde im Innenhof von Friedensreich Hundertwasser gestaltet und ist wie alle seine Bauten wunderschön anzusehen.

Ursprünglich sollte es ein ganz normales Wohn- und Geschäftshaus werden, als 1990 dann überlegt wurde, wie könnte man das Gebäude besonders attraktiv machen, gelang es tatsächlich den Wiener Maler und Künstler Friedensreich Hundertwasser für die Gestaltung des Innenhofs zu gewinnen. Er sah hier die Möglichkeit, im Innenhof eine eigene Hundertwasserwelt zu schaffen, denn der Betrachter sieht nur Hundertwasser und Himmel.

Endersbach – Plochingen

Heute stelle ich zum ersten Mal auf diesem Blog eine Etappe unserer Wanderung auf dem Jakobusweg von Nürnberg nach Breisach vor, wie schon erwähnt, können Sie die vorherigen Etappen hier nachlesen

Heiß

Da sich der Jakobsweg in Endersbach teilt, hat Ingrid lange überlegt, welchen Weg wir wählen sollen und schließlich entscheiden wir uns, auf beiden Varianten zu wandern. Zunächst gehen wir die längere Route über Plochingen.

Bald verlassen wir Endersbach und gehen auf sonniger Strecke fast ohne Schatten in Richtung Weinberge, die wir bei einer ehemaligen Kapelle erreichen und immer am Fuss entlang gehen wir nach Strümpfelbach. Kurz vor dem Ort sehen wir die ersten Exponate des Skulpturenwegs, die mir aber überhaupt nicht gefallen, um es mal vorsichtig auszudrücken und die ich auch nicht fotografiere, da ist mir mein Speicherplatz zu schade dafür ist.

Strümpfelbach liegt mit seinen schönen Fachwerkhäusern, überwiegend aus den Jahren 1150 bis 1620, ganz romantisch im Tal zwischen Weinbergen, die hier auf eine lange Tradition zurückblicken können, denn der Weinbau wurde bereits in der ersten schriftlichen Dokumentation des Ortes 1265 erwähnt.

Dafür fotografiere ich umso intensiver die prächtigen Fachwerkbauten, die Strümpfelbach den Vergleich mit einem kleinen Rothenburg im Remstal eingebracht haben. Kurz vor Ortsende geht es dann steil bergauf, zunächst über Treppen, dann folgt ein schmaler Pfad durch hohes Gras und nach einem kurzen Stück auf überwiegend steigenden befestigten Weg, kommt immer noch steil aufwärts ein fast zugewachsener Weg. Auf der Höhe wandern wir auf einem Kiesweg bis an den Waldrand. Unter einer Linde machen wir Pause, durch den Wind empfinden wir die Hitze hier weniger intensiv. Wir durchqueren Schanbach und nach einer Strecke am Waldrand, die durch die immer wieder schattigen Teile ganz angenehm ist, kommen wir in den Wald.

Hier will Ingrid wieder mal vom Weg abweichen, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, denn es fahren hier kaum Radfahrer und der Weg ist einigermaßen schattig. Wir gehen also nicht geradeaus, sondern biegen nach links ab und stellen fest, dass hier deutlich mehr Radfahrer unterwegs sind, daher gehen wir bei der nächsten Möglichkeit nicht nach rechts, denn so verläuft der Radweg, sondern gehen geradeaus weiter, um beim nächsten Weg, der in Ingrids ADAC-Karte eingezeichnet ist, abzubiegen. Doch leider kann man diesen Weg bestenfalls noch erahnen, denn er ist komplett zugewachsen. Also müssen wir zurück und gehen auf dem gerade sehr sonnigen Radweg weiter. An einer kleinen Lichtung machen wir auf einer schattigen Bank eine längere Pause und als wir weitergehen, ist die Sonne ja weitergezogen und wir finden auf dem Weg etwas mehr Schatten.

Mitten im Wald steht eine große Holzeule, die wir natürlich fotografieren müssen, als wir den Wald verlassen, befürchte ich wieder einen langen Zickzackweg durch Schrebergärten, doch es führt ein schmaler Weg steil nach unten, wohl ein früherer Weg durch den Weinberg, die vielen Steine sind teilweise feucht und dann rutschig. Leider bietet sich kein Ausblick auf Plochingen und das Neckartal, erst als wir fast unten sind, können wir noch über die Dächer der Stadt zum Hundertwasserhaus schauen.

Von Plochingen fahren wir mit Bahn und S-Bahn über Bad Cannstatt zurück nach Endersbach. Auf der Heimfahrt sehen wir dann einige Fans, die den deutschen Sieg über England bei der WM feiern.