Archiv der Kategorie: Regionalweg Süd

14.8. Großholzleute – Rimpach (2)

Wieder stimmen Karte und Wirklichkeit nicht überein und als wir schon sehr weit hochgestiegen sind, kommt die Abzweigung des Martinuswegs nach Bolsternang, die wir aber endgültig auslassen, denn in Anbetracht der Verspätung würden wir es dann nicht nach Rimpach schaffen, zumal für den Abend Regen und Gewitter vorhergesagt sind. Von einem Aussichtpunkt haben wir eine schöne Sicht über das schwäbische Allgäu, allerdings von den Alpen sehen wir nur Umrisse. Dann erreichen wir die Schletteralpe und machen dort auf einer Bank unsere verspätete Mittagspause.

Aber hier herrscht reger Betrieb mit Wanderern und Mountainbikern vom und zum Schwarzen Grat, dem höchsten Berg Württembergs. Sobald wir gegessen haben, machen wir uns auf die Weiterwanderung und gehen zunächst im steten Bergauf und Bergab in Richtung Norden. Wir kommen an der kleinen, aber interessant eingerichteten Holzkapelle ST. Rochus vorbei und erreichen schließlich die Hinweistafel „zur Himmelsleiter“ und wenn wir dem Hinweis folgen, müssen wir den Martinusweg verlassen. Da wir aber wissen wollen, wo man landet, wenn man die Himmelsleiter abwärts steigt, wählen wir diese Variante.

Zuerst geht es auf einem Kiesweg steil bergab, dann auf einem mit Wurzeln übersäaten, teils morastigem Naturweg weiter, schließlich kommen wir zur Himmelsleiter, einer Zickzack verlaufenden Treppe aus Rundholz, was sich für den Buggy nicht unbedingt als vorteilhaft erweist. Im Tobel unten angekommen, begleitet uns ein Bächlein auf dem Weg nach Rohrbach, der an einer Stelle auch einen kleinen Wasserfall ausgebildet hat, auch hier ist der Boden teilweise morastig aber schlimm wird es, als wir an einigen Stellen auf die von den Holzfäller und ihren Fahrzeugen zerwühlten Weg kommen. In Rohrbach kehren wir kurz ein, Trinken etwas und genießen jeder ein Stück guten Kuchens.

Bisher hält sich das Wetter ganz gut, Ingrid besucht dann noch die interessante Kirche des Ortes und die danebenstehende Kapelle, dann geht es auf der Straße in Richtung der Straße Leutkirch – Isny, die wir auf einem Fahrradweg unterqueren und der dann auf einem ehemaligen Bahndamm mit Sicht auf das beginnende Rimpacher Moos. Immer wieder schaue ich sorgenvoll nach Westen, denn dort wird der Himmel immer dunkler und im Südwesten scheint es schon zu schütten. Wir unterqueren erneut die stark befahrene Straße und sehen das Schloss in Rimpach schon vor uns, da beginnt es zunächst zu tröpfen und dann immer stärker zu regnen, mit Buggyplane, Schirm und Anorak machen wir uns regensicher für die letzten 300 m. Als wir dann abfahrtbereit sind, kommt kurz die Sonne hervor und Ingrid macht einige Fotos vom Schloss. Allerdings zieht dann wieder eine große Wolke vor die Sonne und so fahren wir gemütlich zurück.

14.8. Großholzleute – Rimpach (1)

Ein unmöglicher Busfahrer

Es hätte so ein toller Wandertag werden können und beinahe wäre es Nichts damit gewesen. Doch der Reihe nach, da der letzte Bus schon um halb sechs in Rimpach abfährt, entscheiden wir uns am Morgen den ersten Bus von Rimpach nach Isny zu nehmen und dort in den Bus nach Großholzleute umzusteigen. Wir fahren also schon kurz vor 8 Uhr zuhause los und ich fahre etwas schneller wie sonst, um evtl. Unwägbarkeiten wie Stau oder lange Baustellen nicht ins Gewicht fallen zu lassen und so sind wir eine gute Viertelstunde früher in Rimpach. Da der Bus einige min Verspätung hat, fragen wir uns, ob wir den Bus in Isny noch erreichen. Dann kommen wir zur Abfahrtszeit des nächsten Busses an, der aber noch nicht in Sicht ist. Er trudelt mit mehr al 10 min Verspätung ein. Während ich den Buggy in den Bus hebe, kauft Ingrid die Fahrkarten nach Großholzleute und der Fahrer gibt keinen Hinweis, dass er nicht die Absicht hat, diesen Ort anzufahren.

Als er sich auf einer Umleitungsstrecke immer weiter von unserem Ziel entfernt, spricht Ingrid den Fahrer an und der meint, er sei von der Umleitung überrascht worden und meint wir könnten ja mit dem Gegenbus nach Großholzleute zurückfahren. Als wir nur 5 km von Großholzleute entfernt auf die reguläre Strecke einbiegen, weigert sich der Fahrer unser Ziel anzufahren, denn er sei sowieso spät dran.

Er weist nochmals daraufhin, dass wir in Buchenberg umsteigen könnten, doch in Weitnau habe ich genug, zumindest zeigt die Tafel als nächste Haltestelle Weitnau an, aber da war der Fahrer zu schnell, denn gehalten hat er an der früheren Haltestelle. Ingrid ist sauer, weil wir nun in der Pampa stehen und ich versuche auf der Karte einen Wanderung auszutüfteln und wir steigen auch bergan, doch Ingrid findet die Idee nicht so toll. Da fällt mir ein, eigentlich müsste der Gegenbus auch durch Weitnau fahren und so steigen wir wieder in die Dorfmitte ab, nachdem ich ihren Vorschlag des Trampens verworfen hatte.

Tatsächlich gibt es an der Bushaltestelle keinen Hinweis, dass der Bus nicht verkehren würde, aber es gibt die Telefonnummer des Omnibusbetriebs, die ich ohne große Hoffnung anwähle, denn es ist schließlich Sonntag, doch es ist belegt und so versuche ich es in der Wartezeit immer wieder, aber wahrscheinlich hat jemand den Hörer neben das Telefon gelegt.

Der Gegenbus bringt uns dann ohne weitere Kosten bis nach Großholzleute, nur kann die Bushaltestelle nicht direkt angefahren werden, aber das ist nicht unbedingt störend.

Mit genau zwei Stunden Verspätung machen wir uns gegen 12 Uhr auf unsere Wanderung. Sofort geht es auf kiesigem Weg steil bergauf, in der Sonne schiebe ich den Buggy mit Della. Als der Wald beginnt, soll Della laufen, doch der kiesige Weg sagt ihr nicht zu und so trödelt sie noch mehr als sonst. Sobald es etwas flacher wird, darf sie dann wieder fahren, was die Wanderung für mich nicht gerade leicht macht.

Gaischachen – Großholzleute

Beim Durchstöbern des Blogs stelle ich fest, dass ich noch nicht alle Teilstrecken auf dieser Wanderung vorgestellt habe, das will ich umgehend nachholen.

Orchideen, Störche und Nistkästen

26.6.11

Eigentlich sollten wir heute für den Urlaub packen, aber da für die nächsten Tags große Hitze vorhergesagt wird und es heute noch erträglich sein soll, entscheiden wir uns zum Wandern. Allerdings liegen die Busfahrzeiten nicht so ganz günstig, denn schon ¼ vor 10 an der Bushaltestelle zu sein, das würde doch sehr frühes Aufstehen bedeuten und ist nicht unbedingt Ingrids Sache.

Also nehmen wir den nächsten kurz vor 12 Uhr in Großholzleute und ihn erreichen wir mit unserem Trevis ohne Schwierigkeiten. Leider ist der Busfahrer nicht bereit, den Fahrschein innerhalb des Verbunds bis zum Ende auszustellen, also müssen wir zweimal und dadurch mehr bezahlen. Die Busse sind leider nicht für Kinderwagen oder Buggy eingerichtet und ich befürchte mit unserem neuen großen Buggy wird es nicht gerade einfacher. In Isny steigen wir um und in Gaischachen wieder aus, denn von hier ist es kürzer bis zum Martinusweg als von der Haltestelle, die wir beim letzten Mal angesteuert hatten. Es geht durch ein Naturschutzgebiet mit Hochmoor, das aber ziemlich verlandet ist. Der Weg wäre teilweise wie für Della gemacht, aber die vielen Radfahrer machen es fast unmöglich, sie auf dem Weg trödeln zu lassen.

Immer wieder schauen wir uns genau um, denn noch müssten ja Orchideen blühen und tatsächlich werden wir fündig.

Nach der Rast und kurz vor Isny schlägt Ingrid noch einen Abstecher in Richtung Segelflugplatz und einem Niedermoor vor, auf dem Weg nach Isny sind sehr Nistkästen angebracht und die meisten auch mit Vögel bemalt, wobei ich mich fragen, ob die Vögel dann wissen, welchen Nistkasten sie bewohnen dürfen. Allerdings Störche oder auch Eulen erscheinen mir doch etwas groß und Siebenschläfer und Mäuse kann man wohl nicht unbedingt zu den Vögeln zählen. Allerdings so ein Zettel, soll in einen Nistkasten für Fledermäuse tatsächlich auch diese Tiere dort gewohnt haben. Auf diesem Teilstück kommen wir nur langsam voran, denn Ingrid fotografiert mindestens 20 dieser Kästen, gottseidank die meisten nur digital.

In Isny kommen wir bald zum Kurhaus mit der Parkanlage und außerhalb der Stadtmauer gehen wir zum Espanturm und erreichen durch eine schmale Gasse den Marktplatz. Dabei lohnt sich durchaus ein Blick nach oben, denn auf dem hohen Kamin des Rathauses nistet ein Storchenpaar mit 3 Jungen, die schon die ersten Flugversuche unternommen haben. Durch die Fußgängerzone erreichen wir die beiden Kirchen, wobei die St. Georg und Jakobus mit ihrer barocken Ausstattung ansprechender ist. Durch das Isnyer Schloss, das vor der Säkularisierung ein Kloster war, erreichen wir einen Fußweg nach Kleinhaslach und weichen damit erneut von ausgeschilderten Weg ab. Allerdings müssen wir dann doch noch durch Straßen gehen.

In Kleinhaslach verlassen wir den Ort in Richtung eines römischen Kastells, doch ohne die Hinweistafeln hätte man das nicht vermutet, denn bestenfalls ein Graben vor einer kleinen Hügelhochfläche könnte darauf aufmerksam machen, aber es könnte natürlich auch nur eine Laune der Natur.
Über ein Feld erreichen wir einen alten Bahndamm, hier folgend wir dem sehr steinigen Pfad und kommen dann zu einem kleinen Stausee, der bei dem tollen Badewetter natürlich entsprechend genutzt wird. Wieder geht es auf einem Grasweg weiter und dann folgen wir der Straße nach Kleinholzleute, unterqueren die Bundesstraße und schauen uns kurz die Kapelle am Ortsrand an. Dabei überholt uns eine Radfahrerin, die wir allerdings unsererseits bald überholen, denn ein Defekt zwingt sie das Rad halb zu tragen und das geht dann doch nicht so schnell. Bald erreichen wir unser Auto und fahren zurück nach Isny. Im Gartenrestaurant des Kurhauses kehren wir mit Della ein, die wir dann zum Auto zurückbringen, das schön im Schatten steht und schlendern nochmals durch das hübsche Städtchen, schauen nochmals nach den Störchen, die wir dann auch live auf einem Fernseher in einem nahegelegenen Geschäft bewundern können.

Wandersaison hat begonnen

Nachdem wir die letzten Tage meist längere Spaziergänge auf der Suche nach Frühlingsblumen verbracht haben, ging es am Samstag endlich wieder mal auf Tour. Genauer gesagt wanderten wir nach 6 Monaten auf dem Martinusweg weiter, denn unsere Wanderung zum Königssee und unser Herbstaufenthalt auf Rügen sowie der anschließende Winter haben weitere Wanderungen auf dem Martinusweg bisher verhindert.

So sind wir in Wolfegg gestartet und nach Waldburg gewandert. Interessant waren manche Schneereste, bei uns gibt es keine mehr und natürlich die Frühlingsblumen.

Staudacher Mühle – Mockenhof

Da die letzten Tage für Ingrid sehr anstrengend waren, schläft sie heute etwas länger und so schaffen wir den Bus vom Ziel zum Start nicht. Wir stellen unser Auto auf einen Parkplatz eines Harley-Davidsen-Betriebs ab und schon nach wenigen Schritten stimmen Wirklichkeit und Karten nicht überein, denn eine kurze Umgehungsstraße ist noch nicht verzeichnet. Bald geht es steil bergauf, aber auf der kurvigen und engen Straße wäre es mit einer trödeligen Della nicht so gut, also schiebe ich sie mit dem Buggy keuchend hinauf.

Von der Hochfläche haben wir einen schönen Blick zu den teilweise noch schneebedeckten Bergen. In der Sonne ist es jetzt ganz schön warm, vor Aschen gehen wir einige Meter zu der Bühler Kapelle von 1904, dabei hatten es die Bewohner so eilig mit dem Bau, dass die Baugenehmigung erst 10 Monate nach der feierlichen Weihe erteilt wurde, aber auch schon damals war das so eine Sache mit dem Kostenvoranschlag, denn die Kapelle wurde doppelt so teuer als erwartet, aber so etwas soll es ja heute auch noch geben.

Wir freuen uns, als wir kurz hinter Aschen die Straße für kurze Zeit verlassen können, denn deshalb haben wir uns beim Widerspruch zwischen Ausschilderung und Plan des Martinuswegs an letzteres gehalten. Nach Reute geht es auf einem Grasweg weiter, ganz nah vorbei an einem lebhaft summenden Bienenstand.

Beim Schuhmichelbrunnen, der uns von einer früheren Wanderung bekannt vorkommt, machen wir Pause, gehen dann zum schönen Marktplatz von Eglofs, der deutlich macht, warum der Ort vor mehr als 10 Jahren zum schönsten Dorf Baden-Württembergs gewählt wurde, 2009 wurde das am Marktplatz liegende Heimatmuseum vom Regierungspräsidium Tübingen mit dem 1. Preis als „Vorbildliches Heimatmuseum“ ausgezeichnet.

Wir gehen noch einige Schritte weiter zur Michaelskirche. Ursprünglich spätgotisch wurde die Kirche 1766 barockisiert. Das Deckenbild zeigt die leidende und triumphierende Kirche

Nach dem Ort müssen wir wieder auf der Straße gehen, erst kurz vor Eisenharz können wir dann einen Feldweg nutzen.

Als wir in Eisenharz ankommen, müssten wir lange warten, bis der Bus kommt. Einkehren oder weitergehen, war die Frage und Ingrid war für das zweite und so wandern wir zu einem Naturschutzgebiet und müssen den Martinusweg verlassen, um zur nächsten Bushaltestelle zu kommen.

Wangen – Staudacher Mühle (2)

Anschließend geht es im Wald bergauf und als wir diesen verlassen, sehen wir auf einem sonnenbeschienenen Berghang die ersten blühenden, wenn auch nicht sehr großen Orchideen. Es ist immer wieder ein Genuss, wenn diese unter Naturschutz stehenden wilden Blumen blühen.

Auf der Hochfläche haben wir dann einen schönen Rückblick nach Wangen und übers Allgäu. Nur kurz sind wir der prallen Sonne ausgeliefert, es hat weit über 20 Grad, dann geht es im schattigen Wald weiter. An einer Weggabelung zeigt das Zeichen des Wanderwegs, der bisher parallel zum Martinusweg verlief, steil bergauf, während der Martinusweg nur leicht ansteigend nach rechts abbiegt. Laut Karte treffen die beiden Wege später wieder zusammen und es ist klar, wir nehmen den steilen Weg, der andere wäre mit dem Buggy ja zu einfach.

An einer Lichtung sehen wir über den Hügeln des Allgäu die schneebedeckten Spitzen der Alpen.

In Halden zeigt der Weg nach links, doch wir gehen geradeaus, denn Ingrid will die nächste Bushaltestelle und den dort durchfahrenden Bus erreichen. Als wir einen Hof durchqueren, fragt Ingrid ob wir hier ins Tal kommen würden. Jetzt sei es noch möglich, denn noch sei der Weg nicht zu sehr zugewachsen.

Eine sehr optimistische Beschreibung des tatsächlichen Zustands, aber wir kommen, wenn auch mit viel Mühe durch. Nach einem Hof geht es dann auf asphaltierten Wegen weiter und wir kommen tatsächlich 5 min vor der Busabfahrt an. Der Busfahrer fährt einen Reisebus als Linienbus und hat Probleme mit unserem Buggy, den er in den Gepäckraum verbannen will, aber als er die hintere Tür öffnet, bin ich die beschwerlichen Treppen emporgestiegen, ehe er aussteigen und das Gepäckfach öffnen kann. Bruttelnd fügt er sich und so kommen wir zurück nach Wangen.

Wir gehen wieder durch die Altstadt und machen an einem Straßencafe Pause, Ingrid länger als ich, denn ich gehe den guten Kilometer und hole das Auto, das ich in der Nähe der Engelsmühle abstelle und auf dem Weg zum Auto können wir den noch nicht gesehenen Teil der Altstadt ansehen, vor allem noch einige der unzähligen Wangener Brunnen.

Wangen – Staudacher Mühle (1)

An der gleichen Stelle wie letzte Woche stellen wir unser Auto ab und um den Gehsteig an der vielbefahrenen Bundesstraße zu vermeiden, machen wir einen größeren Schlenker nach links und treffen am Martinstor wieder auf die vermiedene Straße. Durch das Tor erreichen wir den historischen Altstadtkern und erinnern uns, dass wir hier bei unserer letzten Wanderung durch Wangen den Autokorso einer Oldtimerrallye erlebt haben, die die Länge unserer Wanderung nachhaltig beeinflusst hat. Auch heute kommen wir nicht viel weiter, weil Ingrids Rückenschmerzen nicht vorbei sind und sie sich nicht überanstrengen will.

Martinsturm Wangen

Wangens Geschichte als alemannische Siedlung beginnt bereits im frühen Mittelalter, als Marktort gewann Wangen im 12. Jahrhundert eine immer größere Bedeutung, 1286 erhielt Wangen den Status einer freien Reichsstadt, die verkehrsgünstig zwischen Ravensburg und Isny sowie zwischen Lindau und Leutkirch liegt. Während der napoleonischen Umwälzungen verlor Wangen seinen Status wieder und gelang schließlich zum Königreich Württemberg.

Trotz aller Veränderungen blieb der mittelalterliche Stadtkern erhalten, so wurden seit Beginn der 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts die vielerorts üblichen Bausünden in der denkmalgeschützten Altstadt vermieden u

Wir schlendern also durch die Altstadt und machen einige schöne Bilder, ehe wir den Ort entlang der Argen verlassen, besonders interessant sind die vielen, ganz unterschiedlichen Brunnen. Zunächst auf Kies und später auf einem Grasweg geht es dem Flüsschen entlang, wir suchen nach einer Möglichkeit Rast zu machen oder die breiten Uferbereiche liegen dummerweise auf der anderen Seite, doch dann finden wir einige trockene Steine im Flussbett und hier können wir nicht ganz bequem Pause machen. 

Fotomodell

Goppertsweiler – Wangen (2)

Hinab nach Neu-Ravensburg und kurz entlang der Straße, dann biegen wir ab und gehen am Ortsrand weiter, kommen dabei an zwei herrlichen blühenden Bäumen vorbei, ehe wir den Waldrand erreichen, hier wird ein neuer Promenadenweg angelegt und das bedeutet jetzt eine nicht sehr angenehme Strecke. Dann geht es in den Wald hinein und als wir diesen mit Blick auf blühende Obstwiesen und Pferde verlassen, wird Della in ihrem Buggy zum wiederholte Male fotografiert.

Interessant ist in Untermooweiler die renovierte Nikolauskapelle, ein steinerner Zeuge aus romanischer Zeit. Die Kapelle wird erstmals 1152 urkundlich erwähnt und 1312 dem heiligen Nikolaus geweiht, sie gilt damit als älteste Kirche der Umgebung. Bei der letzten Sanierung wurde der frühere Baustil wieder sichtbar gemacht.

In der Zwischenzeit ist das Wetter deutlich besser geworden und entspricht jetzt der Wettervorhersage. Doch leider ist dies bald vorbei, denn nachdem wir jetzt auf wenig befahrenen Straßen weiterwandern, wird es langsam aber stetig dunkler und es fallen die ersten großen Tropfen. Nachdem diese immer mehr werden, warten wir im Schutz eines Baums. Immer wieder schauen wir nach oben, denn eigentlich sind wir schon am Rand der dunklen Wolke, doch diese bewegt sich kaum weg. Trotzdem wagen wir es weiterzugehen, aber dort, wo es länger keine Unterstellmöglichkeiten gibt, wird der Regen wieder stärker und Della hat das Glück, dass Ingrid sich nicht entscheiden wollte, welcher Anorak der richtige ist und sie noch einen in den Buggy legte, der jetzt Della und den Buggy vor dem Regen schützt.

Doch dann ist der Regen vorbei und wir kommen gut voran. In einem Weiler schaut ein Mädchen aus dem Fenster des 1. Stocks und als sie Della im Buggy sieht, verlässt sie das Fenster und kommt gleich darauf mit einem Fotoapparat aus der Haustür gestürmt und fragt, ob sie ein Foto machen darf. Als dann ihr kleiner Westi kommt, macht Della natürlich Krach und wir verschwinden schnell, ehe Della trotz ihrer Anbindung versucht, aus dem Buggy zu springen.

Wie fotogen Della ist, können Sie hier selbst feststellen.

An der Argen machen wir nochmals Rast, ehe wir nach einem kurzen Stück parallel zum Fluss zu einer kleinen, eher unscheinbaren Brückenkapelle kommen. Wieder müssen wir ein Stück Straße gehen, dann verlassen wir den Martinusweg, um zu unserem abseits des Wegs gelegenen Auto zu kommen.

Wieder ausgeschildert

Goppertsweiler – Wangen (Ortsanfang) (1)

Etwas schneller als sonst ohne deswegen gleich zu rasen, fahren wir nach Wangen und stellen unser Auto am Ortsende bei einer Bushaltestelle ab und fahren wieder mit dem einzigen Bus des Tages nach Goppertsweiler.

Entgegen der ganz aktuellen Wettervorhersage ist der Himmel nicht blau; sondern grau und nachdem es kurz vor Wangen noch stark geschüttet hatte, tröpfelt es jetzt nur noch hin und wieder. Die ersten Meter führen uns auf dem gleichen Weg wieder zurück Richtung Argen, doch dann können wir auf einem zunächst unbeschilderten Weg abbiegen; dabei treffen wir auf den von der Kirchengemeinde angelegten Glaubenspfad und kommen später direkt zur Argenbrücke.

Hier treffen wir dann wieder auf die Markierung des Martinuswegs, die klein auf den üblichen Pfeiltafeln angebracht ist. Wir kommen zur Autobahnbrücke, deren Pylon wir von weitem bei der letzten Etappe schon gesehen hatten und steigen am Hang empor, dann unterqueren wir die Brücke und auf einem Naturpfad geht es überwiegend angenehm weiter, doch an einer Stelle ist es sehr matschig und man kommt nur mit dreckigen Schuhen weiter.

Ruine Neuravensburg ©walker

Della läuft hier eine längere Strecke, vor allem ist sie beim Anstieg zur Ruine Neu-Ravensburg ganz in ihrem Element, sodass Ingrid durchaus leichte Schwierigkeiten hat, ihr Tempo einzuhalten, zumal sie heute mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat und es gar nicht sicher war, dass wir die Wanderung überhaupt versuchen können, aber Ingrid hält tapfer durch.

Mit schönem Blick über die Hügel bis zu den verschwimmenden Höhen des Allgäu machen wir auf der Ruine Rast, in Anbetracht der geringen Sichtweite ersparen wir uns den Aufstieg auf den Bergfried.

Die Burg wurde wohl Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und nach wechselvoller Geschichte wurde die Burg im 19. Jahrhundert zum Abbruch verkauft.

Kieswege oh je (2)

Tannau – Goppertsweiler (Forts.)

Eigentlich gehen wir ja auch wegen der Wanderung an der Argen diese Strecke, doch es dauert ewig, bis wir den Fluss endlich wieder zu Gesicht bekommen und dann nur mehr oder weniger tief unter uns, teilweise versteckt durch die aufkommenden Blätter. Kurz nachdem wir dann Rat mit Blick auf den Fluss gemacht haben, folgen wir einem Trampelpfad in Richtung Fluss, zunächst bleibt dieser noch oben, dann geht es steil hinab und wenig später können wir dann ins Flussbett hinabsteigen und uns etwas umsehen, denn die Argen führt wenig Wasser.

Nochmals zurück auf den geschotterten Waldweg, der dann immer schmäler und fast unpassierbar wird. Auf breiterem Weg steigen wir hoch zu Schloss Achberg, das heute geöffnet ist, allerdings verzichten wir auf eine Besichtigung und kehren im Schlosshof ein.

Schloss Achberg liegt auf einem Bergsporn über dem Argental und birgt in seinem eher unscheinbaren Äußeren im Innern Meisterwerke der barocken Stuckateurkunst. Erstmalig wurde die Vorgängerburg im Jahre 1335 erwähnt, die heute Schlossanlage geht auf das 16. Jahrhundert zurück, Ende des 17. Jahrhundert erwirbt der Deutsche Orden das Schloss und lässt es durch den Landkomtur prachtvoll ausbauen, allerdings nimmt die Nutzung immer weiter ab, später geht in den Besitz des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen über. 1988 erwirbt der Landkreis das Schloss und in den folgenden Jahren findet eine Mustersanierung des Landesdenkmalamts statt.

Neben der gastronomischen Nutzung an den Wochenenden gibt es im Sommer auch eine Vielzahl von kulturellen Angeboten.

Wieder hinunter zum Fluss und über die Hängebrücke erreichen wir Flunau, jetzt geht es auf der anderen Flussseite weiter, selten ganz nah am Wasser, meist weiter entfernt. Dann geht es steil bergauf und nach wenigen Schritten genauso steil hinunter und dann geht es leicht ansteigend nach Goppertsweiler, wo wir die für ein kleines Dorf überraschend große Martinskirche besichtigen.

Ähnlich wie die Tannauer Kirche steht sie auf mittelalterlichen Fundamenten. Ältester Teil der Kirche ist der Turm aus groben Argenkieseln, der Ostchor entstammt dem Spätmittelalter, die Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts erweitert und mit hochbarocken Rundfenstern versehen.

Auf dem Rückweg über Tannau fahren wir dann den größten Teil des vorgesehenen Martinus-wegs ab, eine wunderschöne Landschaft und obwohl asphaltierte Straßen gegenüber den Kieswegen durchaus Vorteile gehabt hätten. Trotzdem bereuen wir unsere Wahl nicht, denn auf den meist engen Sträßchen hätte es bei dem durchaus vorhandenen Verkehr wohl nur wenig Spaß gemacht.