Archiv der Kategorie: Meine Wanderbücher

Unser südlicher Martinusweg

Endlich habe ich wieder mal ein Wanderbuch fertiggestellt, Weihnachten sei Dank.

Auf 72 Seiten (A5) und vielen Farbfotos beschreibe ich unsere Wanderung auf dem Regionalweg Süd des Martinuswegs, der von Oberteuringen nach Biberach führt. Dabei kommen wir u.a. durch Friedrichshafen, Wangen und Isny.

Wir besuchen viele Kirchen, genießen herrliche Aussichten und wandern auf schönen Wegen.

Das Buch ist nur direkt bei mir (info@wabe-verlag.de) zu erhalten, es kostet €9,90.

 

 (Microsoft Word - cover + r374ckseite.docx)

 

 

Stetten o.L.– Parkplatz Sallenbüchle

51-schloss-e52-kirche-e53-kirche-innen-eVom Rittergut steigen wir, begleitet vom HW 2, hinab ins Dorf und zum Schloss. Dieses wurde 1646 erbaut und von 1712-48 im Barockstil umfangreich saniert. Heute ist das Schloss im Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Wir besuchen die danebenliegende Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, die von 1729-33 vor Beginn des Rokoko als reiner Zentralbau errichtet wurde.

An den Altarraum schließt sich die Gnadenkapelle an, die durch zwei schmale Eingänge zu erreichen ist und in der sich eine Kopie der Schwarzen Madonna von Einsiedeln befindet. Von der ursprünglich barocken Ausstattung der Kirche sind die beiden Seitenaltäre und die spätbarocke Kanzel erhalten geblieben. Der Hochaltar wurde 1889 im Neorenaissancestil errichtet.

Bergenweiler – Stetten o.L (2)

Danach ist der Weg leider wieder befestigt. Immer wieder können wir von üppigen Himbeersträuchern naschen. Ganz interessiert schaut uns ein Hase dabei zu, er zeigt zunächst keine Scheu, erst als wir ihm ziemlich nahe kommen, verschwindet er im hohen Gras.

Bald geht es zwischen Felern weiter und vom höchsten Punkt reicht unser Blick wieder weit ins Donautal. Hinter der Stromleitung durchqueren wir erneut ein Waldstück, begleitet vom intensiven Duft des Drüsigen Springkrauts. Bald erreichen wir das Rittergut Stetten, den ehemaligen Stettener Keller, oberhalb des Ortes. Hier veranstaltet die Ritterschaft Stetten jedes Jahr einen mittelalterlichen Markt mit Ritterspielen.

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Parkplatz Philippsreut – Giengen (3)

47 rathaus eVorbei am stattlichen, ehemaligen Kornhaus, der Schranne, gelangen wir zum Marktplatz mit dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Rathaus und dem Panscherbrunnen. Den Spitznamen „Panscher“ erhielten die Giengener, weil sie beim Besuch von Kaiser Friedrich Barbarossa diesem verdünnten Wein servierten. Auf dem Marktplatz erhält Ingrid von einem einheimischen Radfahrer einige Tipps für schöne Fotomotive.

Immer wieder begeistern uns die vielen großen, bunten Teddybären, die zeigen, dass Giengen als Hauptstadt der Teddybären gilt, denn hier wurde vor über 100 Jahren bei Steiff der erste „geboren“, benannt nach dem amerikanischen 279 bär ePräsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt. Vielleicht eine Reminiszenz an einen amerikanischen Händler, der den ersten Großauftrag erteilte.

Vorbei an der Alten Post kommen wir hinunter zum Erlebnismuseum „Die Welt von Steiff“ mit animierten Traumwelten auf 2400 qm Fläche, historischen Steifftieren, Schaufertigung, Steiff-Streichelzoo sowie Schlangenrutsche. Natürlich können die beliebten Plüschtiere auch im weltgrößten Steiff-Shop erworben werden.

47 1 brunnen mit museum eWir wandern weiter zur Stadtmauer an der Brenz, wo der Skulpturenpark zum Besichtigen einlädt. Schließlich erreichen wir an der gotischen Spitalkirche zum Heiligen Geist und dem gegenüberliegenden imposanten Fachwerkhaus das Ende des Albschäferwegs, aber wir haben noch einige Kilometer bis zu unserem Ziel.

Parkplatz Philippsreut – Giengen (2)

 

45 bäume m giengen eWir gehen am Hundesportplatz vorbei und bleiben überwiegend auf der Heidefläche des Schießbergs. Hier fällt uns die bereits Mitte August einsetzende Laubfärbung auf. Jetzt ist es zum Wandern fast zu heiß und als wir am Bergbad vorbeikommen, beneiden wir die vielen Badelustigen, die das kühle Nass genießen. Aber bald haben wir ja unser Etappenziel erreicht.

Ein kurzer Abstecher noch zum Aussichtspavillon mit Blick auf das Rathaus mit dem verwaisten Storchennest und die markanten Türme der Stadtkirche und dann geht es hinunter in die Altstadt. Giengen ist der eigentliche Ausgangs- und Endpunkt des Albschäferwegs, für uns liegt die ehemalige Freie Reichsstadt in der Mitte unseres Weges.

46 stadtkirche eDas Wahrzeichen der Stadt, die evangelische Stadtkirche, ist leider geschlossen. Das besondere an ihr sind die beiden ungleichen Türme. Der Bläserturm war ursprünglich Bestandteil der staufischen Stadtbefestigung. Als die Stadt wuchs, wurde der Turm bei der Vergrößerung der Kirche als Kirchturm mit einbezogen. Im 2. gleichzeitig errichteten, ursprünglich gotischen Turm ist das Geläut untergebracht, daher sein Name Glockenturm. Nach dem großen Stadtbrand von 1634 musste er abgebrochen werden, der Neuaufbau erfolgte im Barockstil.

 

Parkplatz Philippsburg – Giengen

Vormittagsspaziergang

42 Steine und bienenhotel eHeute soll es noch wärmer werden als in den letzten Tagen, daher beschließen wir schon frühmorgens zu starten und den Nachmittag bei uns auf der Terrasse zu genießen. Über die Weiherwiesen gelangen wir zu zwei Stationen des Themenwegs „Auf dem Holzweg“: zum „Biotop Steinriegel“ und kurz danach zum „Ausblick Oggenhausen“. Dieser 5 km lange Weg mit 11 Stationen vermittelt Wissenswertes rund um Oggenhausen.

Das anschließende Waldstück Rötenberg spendet zwar Schatten, aber leider müssen wir mit einem gekiesten Waldweg vorlieb nehmen. Wir umrunden den Schratenhof und nach knapp der Hälfte der Strecke ist der schattige, kühle Weg zu Ende und wir sind wieder der Sommerhitze ausgesetzt.

43 sonnenblumen eWir passieren ein prächtiges Sonnenblumenfeld – leider sieht man solche bei uns eher selten, im Gegensatz zu Brandenburg beispielsweise.

Dann geht es abwärts und wir sind im Landschaftsschutzgebiet „Hölletal“, einer schönen Heidelandschaft. Hier treffen wir erneut auf den Jakobusweg, der uns ein Stück begleitet. Wir gehen auf halber Höhe weiter durch die Heide, finden sehr viele blühende Silberdisteln, aber auch die verblühten Eselsdisteln sind pittoresk.

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Zöschingen – Parkplatz Philippsburg

Mehr Schatten, aber großer Umweg

35 kapelle Zöschingen eWieder hängt die Tour irgendwie dazwischen, aber an diesem sehr warmen Tag wollen wir vor der nächsten angekündigten Hitzewelle noch wandern, aber nicht so viel und wenn möglich, auch mit etwas mehr Schatten.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Kapelle Maria Steinbrunn oberhalb von Zöschingen, ein schönes Plätzchen mit Panoramablick, Rastplatz und Kneippanlage. Die 1746 errichtete Kapelle besitzt Deckenbilder von Johann Anwander, das Gnadenbild der Muttergottes stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Wir gehen zunächst auf einem Kiesweg und dann auf einem Waldweg zusammen mit dem Schwäbische-Alb-Südrand-Weg (HW 2) abwärts, unterwegs studiert Ingrid die verschiedenen Tafeln eines Meditationswegs, eine davon gefällt ihr besonders gut:

Der Wunsch

Flügel möchte ich besitzen, bis zum blauen Himmel dringen,

Wo die schönen Sterne blitzen. Schöner Engel schenk mir Schwingen.

Als der Engel mich vernommen, griff er in die Silbertruhe.

Und was habe ich bekommen? Gute, feste Wanderschuhe!

37 windrad eWir treffen auf die letzten Häuser von Zöschingen, überqueren die Straße und gehen auf einem breiten, kiesigen Waldweg im Hürbental aufwärts bis wir auf der Höhe zu einem von 8 Windrädern kommen. Sie gehören einem 2012/13 errichteten Bürgerwindpark, an dem ca. 600 Privatpersonen beteiligt sind, damals der größte in Bayern.

Bei der Kreuzbuche verlassen wir den HW 2 und wenden uns nach Süden. Über uns kreist ein lärmendes Flugzeug, das mehrere Loopings direkt über uns vollführt, da können wir nur hoffen, dass der Pilot sein Handwerk versteht.

 

Giengen – Bergenweiler (2)

Wir umgehen Hermaringen im Westen, treffen aber immer wieder auf einige Häuser am Ortsrand. Auf schmalem Pfad durchqueren wir eine schöne Heide auf dem Hirschberg mit weiten Ausblicken ins Hürbetal. Hier finden wir viele, gerade aufblühende Silberdisteln.

36 ziegen eDanach geht es in das Hürbetal hinab, auf einigen Felsen tummeln sich Ziegen, diesen geschickten Kletterkünstlern schauen wir eine ganze Weile zu.

Entlang des Bahndamms gehen wir nach Süden, unterqueren die Bahngleise und kommen zur renaturierten Brenz mit dem Hürbezufluss. Wir verweilen hier einige Zeit und genießen die reizvolle Flusslandschaft. Weiter geht es auf einem Feldweg mit zwei Betonspuren entlang der Brenz und wir kommen noch einmal direkt ans 41 brenz eWasser.

Anschließend unterqueren wir wieder die Bahngleise und steigen in weiten Kehren hinauf zum Friedhof von Bergenweiler. Mit mehreren Wendungen und Bögen umgehen wir den Ort, ehe wir wieder ganz ins Tal müssen, um dann am Ortsrand zu unserem dort abgestellten Auto aufzusteigen.

 

Giengen – Bergenweiler (1)

Nachdem ich gestern hier meinen Frust über die erste Halbetappe des Albtraufgängerwegs losgelassen habe, fahre ich heute mit der Beschreibung des Albschäferwegs fort und wahrscheinlich hat dieser Weg mit seinen vielen naturnahen Wegen und Pfaden die Erwartungen an den Albtraufgängerweg geweckt, die dieser zumindest am Anfang nicht erfüllen konnte.

Vorgezogen

Da wir heute nur wenig Zeit und in Herbrechtingen zu tun haben, entscheiden wir uns, die Etappe von Giengen nach Bergenweiler vorzuziehen.

Von der Spitalkirche – dem offiziellen Beginn des Albschäferwegs – wandern wir über die Brenz zur Bahnunterführung. Nach dieser geht es teils über Treppen, teils im Zickzack steil bergauf zum Bruckersberg, glücklicherweise im Schatten, den wir heute allerdings nur selten für längere Zeit genießen können. Durch den mitunter kühlen Nord- bis Nordwestwind ist es auch in der Sonne noch einigermaßen angenehm. Immer wieder sehen wir Apfelbäume, deren Früchte zum Verzehr einladen, doch wir widerstehen tapfer, denn sie scheinen noch nicht ganz reif zu sein.

18 getreidefeld und heide eAuf der Hochfläche mit herrlichem Blick ins Brenztal und auf den gegenüberliegenden Benzenberg wandern wir weiter, ehe sich der Weg ins Tal senkt und wir auf einer Straßenbrücke den Autobahnzubringer überqueren.

Am Waldrand steigen wir auf zunächst kaum sichtbarem Pfad hinauf zur Güssenburg.

40 güssenburg eDie Burg war Stammsitz eines weit verbreiteten Rittergeschlechts und wurde wohl um 1216 errichtet und gut 130 Jahre später zu einer mächtigen und wehrhaften Burg ausgebaut. In der Johannisnacht 1448 wurde sie im Städtekrieg durch die freien Reichsstädte zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von 1981-95 wurden die vorhandenen Ruinenreste, wie Schildmauer und Bergfried, gesichert. Im Bereich des Burghofs schauen wir uns etwas um und legen eine Vesperpause ein, die sich dann doch etwas länger hinzieht.

 

Neresheim – Härtsfeldsee (2)

30 kloster eAußerhalb der Anlage steigen wir noch etwas höher und gehen dann auf einem schönen, schmalen Weg, dem sogenannten Paradiesweg, innerhalb des Waldes, aber zunächst in Waldrandnähe weiter.

Dabei bieten sich immer wieder schöne Rückblicke auf die imposante Klosteranlage. Weiter geht es auf überwiegend neu angelegten Naturwegen stetig auf und ab.

31 klette eNach diesem kulturellen Höhepunkt genießen wir wieder die Ruhe und die Natur mit ihren Schönheiten, wie z.B. diese Filzige Klette, ein Korbblütler, der durch die spinnwebartige Behaarung der purpurnen Blütenköpfchen auffällt.

Dann verlassen wir den Wald und gehen über das freie Feld in Richtung Katzenstein.

Dabei müssen wir einen Abzweig übersehen haben, denn auf einmal sind wir auf einer freien Grasfläche, doch der wundervolle Blick auf Burg Katzenstein entschädigt uns für unser Missgeschick. Die Burg zählt zu den ältesten erhaltenen Stauferburgen. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert, besonders sehenswert sind die romanische Burgkapelle mit Wandmalereien aus drei Jahrhunderten sowie das Burgmuseum.

32 burg katzenstein eWir suchen uns einen Weg ins Tal, der nicht zu steil ist und treffen auf ein kleines Sträßchen, das uns vollends ins Dorf hinunterbringt. Jetzt steigen wir steil hinauf zur Burg und sind froh, dass die Burgschenke geöffnet hat und wir im Burghof bei dieser Hitze eine kurze Rast einlegen können. Anschließend müssen wir in der Sonne weiter bergauf wandern.

Es ist jetzt sehr heiß, ohne den böigen Wind wäre es wohl unerträglich. Am Ortsende von Katzenstein biegt der Wanderweg nach rechts ab, kurz geht es durch den Wald abwärts, dann am Waldrand entlang und schließlich direkt hinunter zur Straße und zum Härtsfeldsee.