Archiv der Kategorie: Neiße-Oder

Cottbus – Dissen (1)

Ein netter Busfahrer

Schon um Viertel nach 10 Uhr, unter Berücksichtigung der Anfahrt für uns eine gute Zeit, stellen wir unser Auto am Messeparkplatz an der Parzellenstraße ab, gehen zur Spree und unterqueren den Stadtring. Zunächst wollen wir auf der linken Spreeseite weitergehen, aber da es hier keine Markierung gibt, will ausgerechnet Ingrid mit dieser Begründung nicht weitergehen. Wir kehren zum Stadtring zurück, überqueren auf diesem die Spree und umrunden teilweise das Stadion von Energie Cottbus.

Dann wird es schwierig, denn die Bahnstrecke muss mit einer hohen Brücke überquert werden. An Radfahrer wurde bei der Brücke gedacht, denn eine schmale U-Schiene führt nach oben, nicht aber an Kinderwagen oder Hundebuggys, sodass es ganz schön anstrengend für mich ist, auch wenn Ingrid Della trägt.

Wir gehen an der Spree entlang, ich schaue bei jeder Querstraße, ob ich nicht eine Sparkassenfiliale sehe, damit ich mir wieder Bargeld besorgen kann. Als ich eine gut 150 m entfernt Liegende erblicke, nutze ich die Gelegenheit. Dann müssen wir die Flussseite wechseln, bald erreichen wir die Spreewehrmühle, doch das seit 1987 bestehende Museum ist geschlossen.

Spreewehrmühle bei CottbusLeider ist auch das große Mühlrad nicht in Betrieb. Die wasserbetriebene Gräupchen- und Ölmühle geht auf das Jahr 1797 zurück, das Spreewehr und der Hammergraben, durch den das nicht benötigte Wasser abgeleitet wurde, entstand nach 1831. Die Mühle produzierte nach dem 2. Weltkrieg als erste Mühle im Raum Cottbus Mehl für die darbende Bevölkerung.

Findlingspark Nochten

Morgens schüttet es wie aus Kübeln, später regnet es nur noch leicht, dann hört der Regen zwar auf, aber alles ist grau in grau. Erst gegen 15 Uhr schafft es der erste Sonnenstrahl durch die Wolken. Jetzt beschließen wir, nach Nochten zu fahren, obwohl es keineswegs sicher ist, dass es trocken bleibt und der Wind bläst immer noch stark. Auf der Karte scheint der Weg nicht weit, aber zum Fahren schon.

Auch wenn der Park sehr schön angelegt ist, erscheint mir der Eintrittspreis zunächst sehr hoch. Der Findlingspark ist ein besonders gelungenes Zeugnis der Rekultivierung der zerklüfteten Hinterlassenschaften des Braunkohletagebaus. Über 6000 Findlinge sind in eine kunstvoll und abwechslungsreiche Gartenlandschaft eingebettet.

Findlingspark NochtenDer in Mitteleuropa einzigartige Park ist so konzipiert, dass sich die Flora das ganze Jahr über in ihrer Vielfalt zeigt. So blüht Anfang und Endes des Jahres die Winterheide, später kann den Frühlingsflor des Polsterphlox bewundern und im Frühsommer Thymian und Polsternelken. Im Sommer blüht alles blau und man kann die exotischen Blüten der Sukkulenten, dazu zählen auch die Kakteen, erleben. Abgerundet wird dies durch blühenden Rhododendron.. Der Herbst wird geprägt vom bunten Laub und der Callunablüte.

Immer wieder gibt es kurze sonnige Abschnitte, allerdings überwiegen die mit teils dunklen Wolken, aber es bleibt trocken. Ingrid fotografiert mit beiden Kameras wie ein Weltmeister und nach gut 90 Bildern ist die Digikamera voll, da ich vergessen hatte, die Bilder vom Vortag zu löschen. Ich versuche, einzelne Bilder zu löschen. Doch ohne entsprechende Beschreibung dauert es lange, bis ich es schaffe, einige zu löschen, damit Ingrid noch ein paar Bilder machen kann. Doch da hat sich die Sonne schon wieder verzogen. Ich hoffe nur, morgen können wir wieder wandern.

Cottbus (3)

Wir gehen zum Spreeauenpark und stellen fest, dass er komplett eingezäunt ist und wir einen Eingang suchen müssen, da das Parkcafe, an dem auch die Parkeisenbahn hält, am heutigen Montag Ruhetag hat. Ganz am Südrand des Parks finden wir die gemeinsame Kasse mit dem Tierpark. Wir bezahlen 2 Euro, sehen im Tierpark ein kleines Känguru. Wir suchen nach dem Tertiärwald, doch als Ingrid den Hinweis zu einer gläsernen Kirche sieht, will sie diese zuerst sehen, doch leider ist sie nicht auffindbar.

217 tertiärwald_Also gehen wir fast zum Eingang zurück, sehen in einer Ponyweide ein Reh und weiter entfernt zwei weitere. Endlich sind wir am Tertiärwald und dem alten Mammutbaumstuppen, den man in einem Tagebau gefunden hat. Hier wurde während der Bundesgartenschau versucht, einen Flussauenurwald nachzuempfinden. Dann gehen wir in Richtung Rosengarten, der natürlich noch kaum blühende Pflanzen beherbergt. Am Parkcafé verlassen wir den Park, nachdem wir zunächst noch einem jungen, hakenschlagenden Hasen nachgesehen haben.

Cottbus (2)

216 alter marktCottbus ist vor allem in der Altstadt geprägt von Gegensätzen, schöne alte restaurierte Gebäude, schöne aber renovierungsbedürftige Häuser, einzelne Hausruinen, Plattenbauten und vereinzelt moderne Gebäude.

Da die Parkzeit abgelaufen ist, müssen wir zurück zum Auto, doch zuvor besuchen wir noch die Oberkirche. Anschließend essen wir im Auto unsere mitgenommenen Brote und überlegen, was wir noch ansehen wollen.

Wir gehen nochmals zum Grüngürtel, vorbei am ältesten Turm der Stadt, sehen in einem Straßenzug den krassen Unterschied zwischen alt und neu. Am Fuße des schon früher aufgeschütteten Schlossbergs mit Turm und Landgericht gehen wir zum auf einer Spreeinsel gelegenen Goethepark.

Wir überqueren zweimal die Spree und sehen im Goethepark das in einem alten Dieselkraftwerk untergebrachte Museum.

An der alten Wilhelmsmühle und einigen alten Handwerkerhäusern vorbei kommen wir zum schön hergerichteten Amtsgericht und nach einem kleinen Einkauf im Naturkostladen erreichen wir unser Auto.

Jetzt muss ich aber dringend tanken, allerdings kann ich nicht so fahren, wie es der von mir befragte Taxifahrer beschrieben hat, denn so dürfen nur Taxis fahren, aber ich finde die Tankstelle doch. Mit Blick auf die Uhr überlegen wir, macht es noch Sinn, den Branitzer Park zu besuchen oder was gibt es sonst noch für Möglichkeiten. Ingrid plädiert für den Spreeauenpark, das frühere Bundesgartenschaugelände. Zunächst müssen wir einen geeigneten Parkplatz finden, das gelingt uns auch, aber ideal ist er nicht, wie sich später herausstellt.

Cottbus (1)

Altstadt und Parks

Morgens bei Aufstehen nieselt es leicht, später ist der ganze Himmel grau. Daher entscheidet sich Ingrid, die nächste Ladung in der Maschine zu waschen. In der Zwischenzeit kauf ich ein.

Erst gegen Mittag fahren wir ohne Della in die Altstadt von Cottbus, der mit knapp über 100.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Brandenburg. Das zweisprachige Cottbus – die erstmals im 12. Jahrhundert erwähnte grüne Stadt an der Spree entwickelte sich im 16.Jahrhundert zu einer Stadt der Tuchmacher und Leineweber und im 19. und 20. Jahrhundert zur Industriestadt – wurde sowohl von Deutschen als auch von Sorben geprägt. Eines ihrer Markenzeichen ist das Grün, das die Parks in die Stadt bringen, die wichtigsten sind der weltberühmte Branitzer Park, der Spreeauen- und der Tierpark, dazu kommen noch einige kleinere Parks und Grüngürtel um die Altstadt und entlang der Spree.

Auf der ganzen Strecke sehe ich keine Tankstelle und ich fahre schon länger auf Reserve. Wir stellen unser Auto wieder an der Oberkirche St. Nikolai ab. Der spätgotische Backsteinbau ist die größte Kirche der Niederlausitz. Wir gehen am ältesten Sakralbau der Stadt, der Klosterkirche vorbei zum Grüngürtel, der fast die ganze Altstadt umspannt. An einigen Stellen sind auch noch Reste der Stadtmauer zu erkennen, teilweise wurde sie auch in die angrenzenden Häuser einbezogen.

214 postkutscherKurz gehen wir innerhalb der Altstadt zum Cottbuser Postkutscherdenkmal. Über den Brandenburger Platz erreichen wir das Haus Weltspiegel, in dem seit mehr als 100 Jahren ein Kino untergebracht ist. Gerade als wir fotografieren wollen, stellen zwei Arbeiter der Stadtwerke ihr Auto davor und wir befürchten schon, es handle sich um eine länger andauernde Sache, aber nach einigen Minuten wird das Auto wieder weggefahren. Auf dem Weg zum Altmarkt kommen wir am Sorathotel vorbei, wo wir bei unserer ersten Rundwanderung in den neuen Bundesländern übernachtet haben.

Dann erreichen wir den Markt, der sich gegenüber unserem letzten Besuch sehr positiv verändert hat.

Waschtag

Wir kommen einfach nicht voran. Am Morgen ist das Wetter nur trübe und wir überlegen, ob es sich heute lohnt, den Branitzer Park und Cottbus anzusehen, doch für Nachmittag ist Regen vorhergesagt.

Als einmal die Sonne für einen Moment zwischen den Wolken hervorblinzelt, erwägen wir zum Findlingspark Nochten zu fahren. Allerdings verzögert sich die mögliche Abfahrt, weil sich Ingrid gerade mit der in der Wohnung vorhandenen Waschmaschine beschäftigt. Als sie dies beendet hat, beginnt es zu regnen. Ingrid bleibt deshalb der Waschmaschine treu und beginnt die ersten Ladungen zu waschen, denn wir sind doch schon länger unterwegs und da hat sich genügend schmutzige Wäsche angesammelt.

So kann man einem schlechten Tag doch etwas abgewinnen, doch morgen sollten wir wieder auf Achse oder genauer, per pedes unterwegs sein.

Bagenz – Cottbus (2)

Ingrid merkt durch das Geplauder mit der Wandererin scheinbar den Wind weniger. Dann stehen wir vor einem Problem, ein umgestürzter Baum blockiert die Andeutung unseres Pfads, nach rechts umgehen, geht nicht, da würden wir in der Spree landen. Links ist eine eingezäunte Weide für eine größere Kuhherde, die sich allerdings in einer gewissen Entfernung befindet.

Ein kritischer Blick zu den Weidedrähten zeigt, dass diese wohl nicht unter Strom stehen, sodass man sie überwinden kann. Allerdings mit Della und Buggy nicht ganz einfach, aber durch Hilfe unserer Mitwanderer dann doch kein so großes Problem. Nahe am Drahtzaun gehen wir weiter. Kurz vor dem Ende der Weide stecken Ingrid und die beiden anderen ihre Nasen in die Wanderkarten, was ich in diesem Augenblick nicht so ganz verstehe. Da rechts auf einer Anhöhe einige Datschen stehen, bin ich sicher, dass bald eine Straße oder Weg kommen muss und gehe ohne Buggy zum Ende der Weide, hier erkenne ich die Spur des Pfads. Ich informiere die anderen, und nachdem wir erneut den Drahtzaun überwunden haben, folgen wir dem zunächst kaum sichtbaren Pfad, der sich immer mehr der Uferkante der Spree nähert. Ingrid muss Della tragen, denn es ist nicht ganz ungefährlich mit dem Buggy. Nach gut 50 m erreichen wir die Straße. Hier trennen sich unsere Wege, denn auf den asphaltierten Wegen geht es mit dem Buggy schnell voran, während bei unseren Mitwanderern das kleine Mädchen jetzt einige Zeit selbst laufen will, nachdem sie sich von Della verabschiedet hat.

Bald erreichen wir ein Gasthaus in einer alten Mühle, kehren dort ein, um uns aufzuwärmen und Ingrid will trockene Kleidung anziehen. Etwas später erreichen auch unsere Mitwanderer das Gasthaus und nehmen am Nebentisch Platz. Da wir uns entschieden haben, bis zum Cottbuser Bahnhof zu wandern, brechen wir sofort nach dem Essen auf und verabschieden uns endgültig von unseren Mitwanderern.

Das Wetter wird immer besser, die Sonne scheint öfter und länger, nur die Temperaturen ändern sich kaum und der Wind bläst weiter unangenehm. Auf einem Dammweg geht es weiter, mal direkt an der Spree, mal an einem Nebenarm. In Madlow sehen wir die alte Martinskirche, die aber geschlossen ist und es gibt (glücklicherweise?) auch keinen Hinweis, wo man einen Schlüssel holen kann.

hübsche EnteBald kommen wir an einem Badesee und den Madlower Schluchten vorbei, die aber nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern durch Kiesabbau während des Gleisbaus entstanden sind. Dann wechseln wir für einige Zeit die Spreeseite und kommen nahe an Branitzer Park heran.

Kurz machen wir an der Spree an einem sonnigen Platz Pause, ehe wir dann durch die Straßen den Weg zum Bahnhof finden. Dort erreichen wir, wie geplant, den Zug kurz nach 18 Uhr.

Bagenz – Cottbus

Hilfreiche Begegnung

Zwar war beim Aufstehen das Wetter schön, doch dann trübt es sich immer mehr ein, nur der böige Wind bleibt gleich. So starten wir später als geplant, aber das erweist sich später durchaus als Vorteil.

Talsperre SprembergSchnell sind wir am Bahnhof Bagenz, wo wir unser Auto abstellen. Wir wandern sofort westwärts, was bei kaltem Westwind trotz Wald nicht gerade angenehm ist. Wir merken heute nichts davon, dass diese Region zu den wärmsten und sonnenreichsten in Deutschland zählt. Kurz machen wir einen Abstecher zur Talsperre Spremberg. Die Talsperre wurde in den 60-iger Jahren in Betrieb genommen, sie dient dem Hochwasserschutz des Spreewalds und der Sicherung der Brauchwasserversorgung der Braunkohlekraftwerke, heute ist sie Erholungs- und Naturschutzgebiet. Die Talsperre mit einer mehr als 2 km lange Staumauer und dem fast 4 km langen Erdstaudamm ist den besonderen Gegebenheiten der Region angepasst.

Nun geht es auf dem Radweg weiter. Nachdem wir die Spree überquert haben, gehen wir linksseitig flussabwärts. Zunächst handelt es sich um einen wenig begangenen und befahrenen Grasweg, aber es ist angenehm zu wandern, auch der Buggy macht hier noch keine Probleme.

Als wir die nächste Straße überqueren, fehlt die Markierung, aber wir finden einen Weg, der sich wenig später zu zwei holprigen schmalen Radspuren verwandelt. Lange sehen wir kein Wegzeichen mehr. Als sich von links zwei Wanderer nähern, die wir mit dem Kind im Rucksack schon bei der Talsperre Spremberg gesehen haben, bemerken wir zum ersten Mal wieder ein Wegzeichen. Die anderen Wanderer hatten nicht wie wir den richtigen, aber schlechten Weg gefunden, sondern einen Umweg gemacht. Gemeinsam gehen wir auf dem Pfad weiter, mit dem Buggy wird es immer schwieriger, aber noch geht es.

Findetag

Das Wetter ist schlecht, immer wieder regnet es und so lassen wir uns Zeit beim Ausziehen. Kurz nach 11 Uhr fahren wir ab ins Ungewisse. Ingrid bevorzugt eine Suche südlich von Cottbus, vor allem da die Wetterlage nicht sicher sagen lässt, dass wir die nächsten Tage auch wirklich wandern können.

Daher studiert sie den entsprechenden Prospekt und findet auch eine interessante Wohnung etwas nördlich von Spremberg. Ein kurzes Surfen im Smartphone und die Wohnung sagt ihr weiter zu. Sie ruft an und die Wohnung ist frei. Als wir ankommen, sind wir zunächst etwas unsicher, denn die Straße ist doch stärker befahren, als wir gedacht haben und der Sportplatz auf dem angrenzenden Grundstück stimmt uns auch nachdenklich. Doch die Wohnung und der Garten für Della sind schön und so bleiben wir. Am Nachmittag fahren wir nach Spremberg hinein, wo Ingrid endlich einen neuen Anorak findet. Ich hoffe, er hält auch, was Ingrid sich von ihm verspricht. Auch eine preislich günstige Hülle fürs Smartphone können wir erwerben.

Allerdings findet die Dame im Buchladen weder im Internet noch im Prospekt den ADAC-Stadtatlas Cottbus-Frankfurt/Oder. Er scheint vergriffen zu sein und eine Neuauflage nicht in Sicht. Ingrid mag es kaum glauben, doch alles deutet daraufhin.

Dann suchen wir einen Supermarkt und an der 4. Ausfallstraße werden wir fündig. Ich freue mich, dass es einen Kaufland gibt, denn bei uns in Heidenheim gibt es in diesem Markt verschiedene vegetarische Fertiggerichte. Doch hier finden wir nichts dergleichen, dafür aber eine preiswerte Umhängetasche, die als Notnagel meinen Fotoapparat beherbergen kann, denn meine Fototasche lässt sich leider nicht mehr verschließen.

Kaum haben wir bezahlt und gehen in Richtung Ausgang, kommen wir an einem Geschäft vorbei, das zunächst kaum als Fotoladen erkennbar ist. Hier sieht Ingrid die gleiche Fototasche, wie ich sie habe, an der Wand hängen. Wir gehen in den Laden hinein und stellen fest, es gibt tatsächlich mehrere geeignete Fototaschen. Doch wir haben gerade eine Tasche gekauft, vielleicht kann man sie ja wieder zurückgeben. Kurz entschlossen kaufen wir die Fototasche, die natürlich etwas teurer ist. Doch da man die Umhängetasche wieder zurücknimmt, haben wir keinen Verlust gemacht.

Ingrid findet noch zwei in der Größe passende Stadtrucksäcke, aber beide sind aus Leder, was sie nicht so gerne mag, außerdem weisen sie kleine Beschädigungen auf. Letzteres hätte ich mich nicht gestört, sondern ich hätte versucht, den Preis zu drücken, denn beim Wandern wäre das nicht aufgefallen. Doch damit kann sich Ingrid nicht anfreunden.

Als wir die Wohnung verließen, war sie kalt und dies galt auch für die Heizkörper, obwohl wir diese voll aufgedreht hatten, doch als wir zurückkommen, ist es mollig warm.

Da wir jetzt einen guten Internetzugang haben, sucht Ingrid den Stadtatlas bei Amazon, dort ist noch einer vorrätig, den wir sofort bestellen. Damit wir ihn schnellstmöglich bekommen, nehme ich das Prime-Probeabo an, ich darf nur nicht vergessen, das wieder zu kündigen, sonst kostet mich der Spaß 29 Euro im Jahr. Jetzt müssen wir nur noch den Vermieter informieren, dass wir ein Buch an seine Adresse schicken lassen.

Suchtag

Am Morgen ist das Wetter regnerisch und lädt nicht unbedingt zum Wandern ein. Der richtige Tag, um einige notwendige Einkäufe zu tätigen und eine neue Wohnung zu suchen. Doch so ganz von Erfolg war der Tag in Cottbus nicht gekrönt. Gut wir haben einige neue Wanderkarten gekauft und im Verkehrsbüro verschiedene Prospekte mit Ferienwohnungen gefunden, aber der Besuch bei Jack Wolfskin wegen einer Jacke für Ingrid hat zwar den Verkäufer fast zur Verzweiflung gebracht, aber Ingrid keine Jacke. Fotogeschäft und damit eine neue Kameratasche Fehlanzeige, genauso ein neuer kleiner Rucksack für Ingrid und den ADAC-Stadtatlas haben wir auch noch nicht.

Das Stöbern in den Vermietungsangeboten hat auch keinen Aha-Effekt bei Ingrid ausgelöst. Auf der Rückfahrt machen wir in Döbern Halt, damit Ingrid mit dem Smartphone surfen kann, doch eigentlich schließt sie nur mehrere Wohnungen als völlig ungeeignet aus.

Am Abend fahren wir nochmals nach Döbern, denn vorher bekommen wir kein stabiles Netz. Ich habe das Notebook dabei, doch zunächst muss ich viele Sicherungsdateien herunterladen, ehe ich kurz meine Mails checken kann. Als ich Ingrid das Notebook überlasse, bricht wieder der Netzanschluss zusammen, und als es wieder weitergehen könnte, ist der Akku leer. Das Smartphone funktioniert noch, aber eine neue Unterkunft finden wir nicht. Auf der Rückfahrt fällt Ingrid ein, doch noch bei einem Vermieter anrufen. Da es kein Netz gibt, drehen wir um und fahren wieder Richtung Döbern, bis wir ein stabiles Netz haben, doch der Vermieter meldet sich leider nicht.

Zurück in der Wohnung bezahlen wir und erhalten noch zwei Prospekte für Unterkünfte im Spreewald, aber auch dabei scheint nichts für uns dabei zu sein.