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Esslingen – Wolfschlugen (3)

Ein Tag an dem man besser nicht gewandert wäre (3)

Dann müssen wir wegen eines brennenden Kleinwagens halten, die PKW können umdrehen, aber mit dem langen Bus geht das natürlich nicht. Zwei Fahrzeuge eines Straßenservice sperren die Straße ab, nach einigen Minuten kommt das 1. Löschfahrzeug der Feuerwehr und eine knappe Minute nachdem die Schläuche ausgelegt sind, ist das Feuer erloschen. Jetzt kommt das 2. Löschfahrzeug und wir haben die Hoffnung, dass es bald weitergeht, vor allem, nachdem nach weiteren 5 Minuten die Polizei auf der Matte steht. Doch während 1 Feuerwehrmann den Schaum beiseiteschiebt und mit dem Wasserstrahl vertreibt und ein weiterer Sand auf der Straße verteilt, wissen die andern nichts mit sich anzufangen. Der 2. Löschwagen fährt ab, der 1. blockiert weiter die Straße. Hinter uns stehen weitere Busse und Lkws, die Polizisten reden mit dem Fahrer, den Service- und Feuerwehrleuten. Sie reden und reden, allerdings scheinen sie sich keine Notizen zu machen, der Stau interessiert sie einen feuchten Staub, dann machen sie einige Fotos und reden wieder.

Wir warten schon über eine halbe Stunde, doch die Straße ist immer noch blockiert. Dann scheint Bewegung in die Sache zu kommen, denn ein Abschleppwagen erreicht die Unfallstelle. Das Löschfahrzeug wird beiseite gefahren, aber so abgestellt, dass eine Durchfahrt nicht möglich ist. Dann ist das Unfallfahrzeug endlich auf dem Abschleppwagen, die Polizisten reden immer noch, und der Abschleppwagen und der Löschwagen blockieren weiter die Straße.

In der Zwischenzeit hat sich unser Busfahrer mit seiner Zentrale unterhalten und teilt uns mit, er werde uns an einer der nächsten Haltestellen aussteigen lassen, von dort würden wir dann weiterkommen, denn er müsse jetzt die nächste Tour beginnen. Als ich ganz massiv dagegen opponiere und ankündige, ich würde auf Kosten des Unternehmens ein Taxi kommen lassen, stellt die Zentrale fest, dass ein Bus nach Esslingen an der nächsten Straße steht und dieser kann uns direkt an unser Ziel bringen. Wir steigen also um und sind mit einer Stunde Verspätung in Esslingen, jetzt regnet es wieder stärker, sodass die eigentliche geplante kurze Tour von der Altstadt bis zum Auto entfallen muss und wir auf kürzestem Weg unseren PT erreichen.

Bei strömenden Regen steigen wir nochmals die Treppenanlage empor, denn wir hoffen, dort unseren nicht ganz billigen Schirm zu finden, doch leider vergebens.

Endersbach – Esslingen (2)

Als wir den Wald verlassen, haben wir einen schönen Ausblick ins Neckartal und den Albtrauf mit Hohenneuffen und Teck, jetzt ist der Himmel ziemlich bedeckt, aber so ist die Gefahr des Sonnenbrands und der Hitze etwas gebannt, obwohl es dafür sehr schwül ist. Unter einem Obstbaum machen wir beim Abstieg Pause und dann geht es in unterschiedlichem, meist aber starken Gefälle fast in der Direttissima abwärts. Bald nach den ersten Häusern steigt der Weg wieder steil bergan und schließlich erreichen wir die Burg, in der alles für Open-Air-Kino vorbereitet ist. Die 700 Jahre alte Festung war einst Teil der umlaufenden Stadtmauer und nie Sitz eines Herrengeschlechts.

Die Frage, ob wir die Burgsteige mit über 300 Stufen mit dem Buggy benutzen, erübrigt sich, denn wegen Bauarbeiten ist diese gesperrt. Allerdings finden wir wegen der Absperrungen der Veranstaltung nicht den Abstieg durch den Weinberg unterhalb der Burg, sondern steigen in einer kleinen Schlucht abwärts in die Altstadt von Esslingen, die wir schon einige Male besucht haben. Bald sind die Wolken wieder abgezogen und so können wir die Altstadt bei strahlendem Sonnenschein genießen und aufs Bild bannen.

Als wir das erste Mal bei einer Wanderung nach Esslingen gekommen waren, hat uns die Altstadt fasziniert, denn vorher kannten wir die Stadt nur vom Vorbeifahren auf der 4-spurigen B19 nach Stuttgart und auch bei wiederholten Besuchen hat die Altstadt für uns nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt.

Die 1200 jährige Geschichte lässt sich an den mehr als 1000 Fachwerkhäuser ablesen, besonders interessant das alte Rathaus, dessen Vorderseite in der Renaissance aufwendig modernisiert wurde, mit der astronomischen Uhr, die immer noch vom Original erhalten Uhrwerk von 1591 betrieben wird. Geprägt wird die Altstadt auch durch die Doppeltürme der gotischen Stadtkirche St. Dionys Kirchen aus dem 13. Jahrhundert, gleich daneben finden wir das Münster St. Paul, die älteste vollständig erhaltene Dominikanerkirche in Deutschland und nur wenige Schritte, allerdings durch eine belebte Straße getrennt die spätgotische Frauenkirche mit ihrer schlanken Turmpyramide.

Wir verlassen die Altstadt über die innere Brücke in Richtung Pliensauturm.