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Teterow

Teterow liegt mit seinem Bergring für Grasbahnrennen im Mittelpunkt von Meckpomm inmitten von Hügeln, Wälder und Seen und gilt als Perle der Mecklenburgischen Schweiz

Die kreisrunde mittelalterliche Altstadt wird geprägt von der St. Peter&Paulskirche und den mittelalterlichen Backstein-Stadttoren aus dem 14. Jahrhundert. Das Malchiner Tor wurde im 19. Jahrhundert um einige Gefängniszellen. Die Stadtkirche ST. Peter& Paul benötigte mehr als 200 Jahre bis zur Fertigstellung und daher sind sowohl spätromanische als gotische Bauteile vorhanden.

Beherrscht wird der Markt von dem gut 100 Jahre alten Rathaus und dem Hechtbrunnen des Bildhauers Wandschneider von 1914. Den Hecht findet man auch an vielen Häusern und er erinnert an eine Gegebenheit, bei der die Teterower Bürger sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerten.

Malchin-Liepen

Am Morgen müssen wir zweigleisig fahren, denn wir wissen noch immer nicht, ob wir noch ein oder zwei Nächte bleiben können oder nicht, d.h. Ingrid beginnt zu packen, falls wir nicht bleiben können und ich kaufe noch ein. Nach dem Frühstück tätige ich noch einen geschäftlichen Anruf und dann ist es nach 9 Uhr und Ingrid wagt es nochmals bei den Besitzern anzurufen und wir können noch 2 Tage bleiben.

Auf der Fahrt nach Malchin kaufen wir noch mal einige Dinge ein und in Malchin versuche ich im Vodafone-Shop mich nach einem Internetmodem zu erkundigen, aber der Verkäufer schaut mich nur groß, davon hat er noch nie etwas gehört.

Malchin geht wahrscheinlich auf eine slawische Fischersiedlung zurück und wurde 1215 urkundlich erwähnt. Von der ursprünglich vorhandenen Stadtmauer sind nur wenige Reste und Tore erhalten. Wir besichtigen noch die imposante St. Johanniskirche, die dreischiffige Basilika ist ein typischer Bauder norddeutschen Backsteingotik und durch das südliche Stadttor verlassen wir die Stadt.  Zunächst müssen wir auf dem Gehweg entlang der Straße gehen, was Della wie immer nicht gefällt und sie auch deutlich zeigt, indem sie hinter uns hertrottelt. Auf Nebenstrassen geht es weiter, interessant die Feldsteinkirche in Duckow mit ihrem freistehenden, hölzernen Glockenstuhl, Della findet es wohl toller, hier baden zu können.  

Auf einem Feldweg kommen wir direkt in das interessante Naturschutzgebiet der Ostpeene, der Fluss hat sich hier bis zu 20 m tief in die Moränenlandschaft eingeschnitten. Hübsch ist auch der Ort Pinot und über einen sonnenbeschienen Feldweg erreichen wir eine Brücke über die Ostpeene, schauen dem Spiel der blauen Libellen zu.. Kurz machen wir in Demzin am Dorfteich Pause und schauen einem Graureiher zu, der fast unbeweglich auf einem Felsbrocken mitten im Teich steht. Noch 3 km Feldweg stehen uns bevor, ehe wir am Wasserschloss von Liepen die Wanderung beenden.  

Die mit einen ca. 30 m breiten Graben umgebene Wasserburg Liepen wurde im frühen Mittelalter als Rittersitz und Wehranlage errichtet und war seit 1337 im Besitz der Familie Hahn. Die Wasserburg verfiel nach dem Dreißigjährigen Krieg und wurde um 1700 als Gutshaus im Stil des ländlichen Barocks auf dem erhaltenen Kellergewölbe wieder aufgebaut.  Die ab 1996 sanierte Burg ist heute Denkmalhof genutzt. Hier werden historische Baumaterialien geborgen, gesammelt, aufgearbeitet und zur Wiederverwendung angeboten.  

Wir lassen uns von einem Taxi abholen und essen Kartoffelkäfer essen zu Abend

Moorbauer (Jettchenshof) – Malchin

Hitze und Regen war vorgesagt, am Morgen Regen und Gewitter, am Nachmittag bedeckt und teilweise kalter Wind. Daher gammeln wir am Morgen nur herum, machen dann einige Bilder vom Schloss, finden im Park einen Maulwurf, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Wir stellen unser Auto nahe Jettchenshof ab und wandern auf dem Radwanderweg entlang der Straße nach Malchin. Dort geht Ingrid noch in die Stadt, hält sich allerdings nur im Verkehrsverein auf, als ich mit dem Auto zurückkomme, gehen wir ins Hotel Kartoffelkäfer, das mit vielen alten Dingen ausgestattet sind und Ingrid schaut sich die mit viel Liebe eingerichtete Hotelzimmer ein. Am Abend besucht uns wieder unser Hausstorch im Park von Schloss Lelkendorf.

Dargun – Aalbude, Demmin

Zuerst besichtigt Ingrid die Kirche in Dargun, die zufällig geöffnet ist und dann wandern wir am Klostersee entlang. Della nimmt ein Bad an einer scheinbar sauberen Stelle und versinkt fast im Schlamm und kommt schwarz gesprenkelt heraus. Erst nach 2 weiteren Bädern ist sie soweit wieder sauber, dass sich ihr Fell wieder fast ganz von selber reinigt. Wir schauen uns die großartige Kloster- und Schlossruine in Dargun von außen an, dann gehen wir zunächst entlang der Draisinengleise – allerdings sehen wir keine Draisine, auch nicht als wir später wieder auf die Gleise treffen und dort sogar Pause machen – in den Wald.

Der Weg ist gut ausgeschildert, allerdings wird unser Ziel die Aalbude zunächst nicht aufgeführt, denn es wird immer nur der Darguner Wanderweg erwähnt, erst 3 km vor dem Ziel – beim Kützerhof – erscheint erstmals die Aalbude auf dem Wegweiser, allerdings an einer Kreuzung nach rechts, wo eigentlich der Weg nach links der Wanderkarte entsprechen würde und geradeaus der kürzeste Weg, da aber in dem Bereich mit moorigen und sumpfigen Gebieten gerechnet werden muss und wir um 16 Uhr das Schiff erreichen müssen, gehen wir den sicheren,  ausgeschilderten Weg, der leider über eine schier endlose staubige Straße führt.

Doch wir sind rechtzeitig an der Aalbude und lassen uns mit der Personenfähre, die aber nicht so idyllisch wie auf Rügen ist, übersetzen und wenig später legt das Ausflugschiff an und bringt uns durch die Natur belassene Flusslandschaft der Peene in einer guten Stunde nach Demmin. Hier gehen wir zum Marktplatz und schauen dann an der Bushaltestelle, wann die nächsten Busse nach Dargun abfahren, es fährt aber nur noch ein Linientaxi in einer einen halben Stunde, sehr lange zum warten, aber zu kurz um noch etwas zu unternehmen.

Dann mit etwas Verspätung kommt das Kleinbustaxi, das aber bis auf 2 Plätze schon belegt ist, die Fahrerin weigert sich zunächst strikt, Della mitzunehmen, denn in ihren Taxis würden grundsätzlich keine Hunde befördert, als Ingrid sie daraufhin weist, dass sie hier ja als Bus fungiere, führt sie mit ihrem Handy noch verschiedene Telefonate. Demonstrativ ziehe ich etwas zu schreiben heraus und notiere mir die Autonummer. Wenig später ist sie bereit, uns mitzunehmen, allerdings solle Della in einen nicht geraden sauberen, dunklen Kofferraum eingesperrt werden, was wir allerdings ablehnen. Wir rufen dann in Dargun ein Taxi an, das uns in Demmin abholt und zu unserem Auto bringt. Wir wollen uns eine Pizza vom Pizzaexpress in Lelkendorf in die Ferienwohnung bringen lassen, doch der hat heute Ruhetag, aber aus Neukalen erhalten wir dann doch 2 Pizzen, wenn auch die beiden jungen Damen Schwierigkeiten haben, das Schloss zu finden.

Während des Abendessen läutet es und der Schlossbesitzer will uns in unserer Wohnung willkommen heißen und sich erkundigen, ob alles unseren Vorstellungen entspricht, was wir bis auf den fehlenden Internetanschluss bestätigen können, hier bietet er an, in seinem Büro die entsprechenden E-Mailabrufe zu tätigen, dies ist zwar schon günstig, aber nur ein kleiner Ersatz für das normale Surfen, wegen des Wetters oder der weiteren Unterkünfte. Wir unterhalten uns noch kurz übers Wandern und Radwandern.

Nehringen – Dargun

Zuerst kaufe ich in Franzburg etwas zum Frühstücken, dann nimmt das Packen doch länger Zeit in Anspruch als Ingrid erwartet hat, wir bezahlen noch die letzte Nacht und fahren dann zu unserem nächsten Quartier, Schloss Lelkendorf. Als wir uns dem Schloss nähern, denke ich eher an eine Ruine, denn die Fassade sieht einfach schlimm aus, allerdings scheint es in einigen Bereichen neue Fenster zu geben. Doch bereits die Eingangshalle überzeugt und auch das Appartement ist sehr schön, wenn man von einigen kleineren handwerklichen Mängeln absieht. Kleiner Hinweis: In der Zwischenzeit ist das Schloss vollkommen saniert.

Wir fahren wieder nach Nehringen, suchen dort kurz, aber vergeblich, einen angeblich sehenswerten Turm, ehe wir dann auf der alten Klappbrücke die Trebel überqueren, nach einigen hundert Meter folgen wir einem ausgeschilderten, aber unbefestigten Radwanderweg durch die Trebelaue, dadurch wird unsere Wanderung heute zwar länger und da wir erst gegen 13 Uhr starten konnten, ist dies nicht so günstig. Aber der Umweg lohnt, so sehen wir ganz eng beieinander 5 Störche, wobei drei sich in dem Bereich aufhalten, in dem mittels Traktor gemäht wird, auf einer Natur belassenen Wiese sehen wir ein Reh mit seinem Kitz und wenig später nochmals ein einzelnes Reh. An der Trebel machen wir kurz Pause und steigen dann leicht auf die umliegende Anhöhe empor, in Brudersdorf gibt es zwar eine Gaststätte, aber sie ist zumindest heute Nachmittag geschlossen.

Nachdem es bisher überwiegend bedeckt war, kommt jetzt die Sonne immer öfter zum Vorschein und die Wolken machen dem blauen Himmel Platz, da ist es angenehm, dass eine dichte Buschreihe oft Schatten bietet: nur einmal kommt uns ein Auto entgegen, das von einem kleinen Jungen gefahren wird, während die Mutter stolz daneben sitzt. Eigentlich ein Fall für die Polizei und kurz überlege ich, mir die Nummer aufzuschreiben und eine Anzeige zu erstatten, aber das macht alles zuviel Umstände.

Wenig später treffen wir bei einem Hof auf ein Storchennest mit einem Altvogel und 3 Jungen. Jetzt fehlt der Schatten und es ist wird richtig warm, so dass wir froh sind, wenn sich mal eine kleine Wolke kurz vor die Sonne schiebt. Bald erreichen wir den Ortsrand von Dargun und lassen uns von einem Taxi zurück nach Nehringen bringen. Auch die Fahrerin ist, wie schon so häufig beeindruckt von der langen Strecke, die wir gewandert seien, scheinbar meinen die TaxifahrerInnen, dass die Füße nur zum Gasgeben, kuppeln und bremsen geeignet sind.

Das Abendessen in Dargun hat zwar etwas satt gemacht, aber was Besonderes war es wirklich nicht. Vom Balkon unserer Ferienwohnung beobachten wir, wie direkt unter uns der Hausstorch im kleinen Park auf und abstolziert und Nahrung sucht.

Tribsees – Nehringen

Am frühen Morgen ist wunderschönes Wetter, doch je weiter der Tag fortschreitet, umso mehr bewölkt sich der Himmel. Wir stellen den Wagen am Rande einer Kleingartenkolonie etwas außerhalb Tribsees ab und beginnen unsere Wanderung auf einem Fahrradweg, der bald in einen Wald führt, in dem Della zunächst die Spur eines Hasen findet und später ein Reh aufschreckt.

Durch Felder kommen wir zu einer Straße und treffen erstmals auf das Zeichen des europäischen Fernwanderweges, dem wir eigentlich bereits seit Stralsund mehr oder weniger folgen. An einem Forsthaus stellen sich viele Kühe zum Spalier auf, als wir vorbei gehen, dann gibt es noch Schafe und vor allem sehr fotogene Ziegen mit langem Fell. Auf der nächsten Weide tummeln sich ein paar Ponys und dann schleicht auch noch eine hübsche Katze durchs Gras, eine richtige Idylle. Am Waldanfang steht wieder ein Hinweisschild, doch als bei der 2. Abzweigung nach links immer noch kein Zeichen kommt, biegen wir nach trotzdem ab und später treffen wir dann wieder auf die Beschilderung, die aber bald wieder fehlt.

Auf einem Feldweg durch die Trebeltalaue überfliegt uns ganz nieder ein Milan, und ich nehme Della vorsichtshalber kurz an die Leine. Dann geht es durch den Auenwald bis zur Trebel-Klapp-Brücke und anschließend gehen wir zum barocken, aber stark renovierungsbedürftigen Ortskern.

Leider hat die Taxifahrerin heute keine Lust zum Fahren, sie renoviert heute ihre Kneipe, was sicher nicht schaden kann, aber wir haben nun ein kleines Problem, allerdings ist das Taxiunternehmen aus Bad Sülze bereit, uns abzuholen, allerdings soll es eine ¾ Stunde dauern, dann geht es doch etwas schneller. Mit dem Abendessen ist es wieder nicht einfach, erst in Richtenberg finden wir ein hübsches Lokal mit einer guten Küche und der vegetarischen Rezepten.

Rekentin – Tribsees – Langsdorf

Auch im Urlaub ist es zweckmäßig, sich der Wochentage sicher zu sein. Als ich gestern Abend an der Bushaltestelle nach dem Fahrplan geschaut habe, habe ich leider nicht daran gedacht, dass heute Samstag ist. Ich stehe früh auf und gehe den Kilometer zur Bushaltestelle und warte dort 20 min, bis ich von Passanten den Hinweis erhalte, dass der 1. Bus am Samstag nicht kurz nach 7 Uhr, sondern erst um 10.30 fahre. Also den Kilometer zurück und 2 Stunden später wieder der Weg zur Haltestelle und mit nur 10 min Verspätung kommt der Bus und bringt mich zu unserem Auto in Steinhagen. Auf der Rückfahrt kaufe ich in Franzberg ein und gegen 12 Uhr können wir frühstücken. Ingrid hat den Morgen dazu genutzt, sich nach dem Stress der letzten Wochen etwas zu erholen, da das Wetter auch nicht gerade einladend war.

So starten wir bei immer schöner werdenden Wetter in Rekentin, gehen zuerst weiter auf dem Radweg und später auf einem Feldweg in Richtung Tribsees, das letzte Stück müssen wir auf der Straße gehen. Tribsees mit seinen Toren ist ein nettes Städtchen und Ingrid kann auch noch die Kirche innen besichtigen. Auf dem Marktplatz mit einen kleinen künstlichen Wasserlauf machen wir eine kurze Pause und Ingrid versucht bei einer Frau, die im Internet als Ansprechpartnerin für die umgebende Moorlandschaft genannt wurde, eine Auskunft darüber zu erhalten, wie man durch das Moor nach Bad Sülze kommen kann.

Dies ist nicht möglich, aber sie erklärt uns den Weg nach Langsdorf, von dort könnten wir dann neben der Straße in den kleinen Badeort wandern. Also machen wir uns auf in das wunderschöne Moor und folgen einem befestigten Weg, der allerdings nicht, wie angekündigt, ganz nahe an der Trebel verläuft, sondern wir entfernen uns immer weiter von dem Fluss und kommen dann auf einen ganz schmalen Trampelpfad nach Langsdorf.

Die gleiche Taxifahrerin wie gestern bringt uns dann zu unserem Auto zurück und auf der Rückfahrt finden wir dann den Radweg, der uns dann von Tribsees nach Süden führen soll. Wir essen im Kesselhaus in Bad Sülze, suchen eine Bushaltestelle und stellen dabei fest, dass sich ein 5 km langer Abstecher entlang der Straße wahrscheinlich nicht lohnt und wir direkt von Tribsees aus weiter im Trebeltal wandern werden.

Da das nächste Quartier erst am Montag frei ist, fragt Ingrid, ob wir in unserem bisherigen Quartier noch eine Nacht länger bleiben können und dies ist möglich.

Steinhagen – Rekentin

 Wenn was schief geht, geht meist alles schief und es gibt Tage, da wäre man am besten gar nicht aufgestanden und heute war so ein Tag.

Wieder haben wir nicht zum Frühstücken in der Wohnung, daher wollen wir unterwegs bei einen Bäckerei etwas kaufen und vielleicht einen Kaffee trinken, doch das Angebot beim ersten überzeugt mich nicht, das gilt auch für den 2., also kauft Ingrid in einem Neukauf Käse und bei der Bäckerei Brötchen, im Auto essen wir belegte Käsebrötchen.

Bis wir dann mit der Wanderung beginnen, ist es 10.45. Der Himmel ist bedeckt, mal dunkler, mal nur grau. Kurz geht es entlang der Straße, dann machen wir einen Umweg durch Felder und später im Wald. Es fängt langsam an zu tröpfeln, dann wenden wir uns in Richtung Richtenberg und aus dem Tröpfeln wird leichter Regen, der sich weiter verstärkt, aber nie sehr stark wird, dafür aber den ganzen Tag andauert.

Als ich Ingrid kurz vor Richtenberg vorsichtig frage, ob es vielleicht sinnvoll wäre, hier die Wanderung zu beenden, ist sie ganz entrüstet und so setzen wir unsere Wanderung nach Franzburg fort, um dort einzukehren.

Doch leider vergessen wir am Ortseingang zu fragen, ob es ein Lokal gibt, daher gehen wir durch den ganzen Ort, finden aber nur 2 aufgegebene Lokale. Als Ingrid dann im Neukauf noch etwas Süsses kauft, erfährt sie, dass es in den gar nicht so kleinen Ort tatsächlich kein Cafe und keine Gaststätte mehr gibt.

Unter einem Baum können wir im Trockenen das Gekaufte essen und gehen dann auf einem alten Bahndamm, der als Rad- und Fußgängerweg umgebaut wurde, durch ein schönen Gebiet mit einem Naturlehrpfad und einem mit blühenden Ginster bewachsenen Hügel. Der Weg zieht sich ganz schön in die Länge, trotzdem sind wir in Neumühle noch gut in der Zeit. 

Doch den Weg, auf dem wir eigentlich durch das Trebeltal durchqueren wollen, ziert ein das Verkehrsschild „Sackgasse“ daher erkundigen wir uns bei Anwohnern, wie und wo wir den Fluss überqueren können. Es werden uns zwei Möglichkeiten genannt, wir entscheiden möglicherweise für die falsche, allerdings wird das Gespräch abrupt beendet, denn eine Katze fällt über Della her, die sich zwar wehrt, aber wahrscheinlich die Kürzere ziehen würde.

Wir gehen also weiter bis zum nächsten Ort, allerdings haben wir hier keine Karte mit kleinem Maßstab, was sich als negativ herausstellt. Wir fragen gleich am Ortseingang eine Autofahrerin, die viel erklärt, aber eigentlich wenig sagt und folgen der letzten Anweisung durch den Ort.

Am Ortsende erklären uns zwei Bauern, dass wir wenige Meter zurück gehen und dann auf einem Feldweg entlang eines Maisfeldes gehen sollen, dann im Trebeltal nach rechts und denn über eine Holzbrücke nach links gehen sollen. Das machen wir so, doch im Wald dreht der Weg mehrmals, dann geht es in ein Tal, hier ist ein kleiner Kanal oder Fluss, der an einer Stelle aber unterbrochen ist. Wir wenden uns nach rechts, und kommen dann auf einen Feldweg, der sich immer wieder nach verschiedenen Richtungen dreht. Durch einen Wald steigen wir aufwärts und kommen durch auf einem Gras bewachsenen Feldweg mit völlig durchnässten Schuhen zu einem Radweg. Sollten wir das Trebeltal gar nicht durchquert und fast im Kreis gelaufen sein, der Hinweis zu einem Fürstengrab spricht auch dafür.

Dann kommt uns ein Radfahrer entgegen, der uns unser Verirren bestätigt, wir sind jetzt ungefähr 1,5 km südlicher aus vorher. Wir gehen noch einen Kilometer weiter zum nächsten Ort, bestellen ein Taxi, das uns dann ins Gutshaus nach Katzenow bringt. Das Auto will ich dann erst morgen früh holen, obwohl es am Abend noch möglich gewesen wäre, allerdings bedeutet das den Verzicht aufs Abendessen. Wenn das so weitergeht, werde ich sicher abnehmen.

Während dann Ingrid duscht, kommt die ihm Hause wohnende Betreuerin der Wohnung und fragt, ob etwas passiert sei, weil wir mit dem Taxi gekommen sei und ob sie uns helfen kann. Ich kann sie beruhigen und erkläre ihr die Ursache. Dass wir am Abend dann noch Probleme haben, den Fernseher, ein teures Gerät mit Satrekorder, wieder in Betrieb zu nehmen, ist nur das Tüpfelchen auf dem i, wenn man davon absieht, dass Ingrid erheblichen Muskelkater in den Oberschenkeln hat und der rechte Knöchel geschwollen ist.

Stralsund – Steinhagen

Rathaus Stralsund ©walker

Nachdem es gestern spät geworden ist, kommen wir nicht so früh weg, obwohl wir hier kein Frühstück erhalten und auch nichts dabei haben.

Wir fahren nach Stralsund, suchen einen Parkplatz, der für den ganzen Tag nichts zu teuer ist und finden ihn endlich am Hafen. Wir gehen zum Alten Markt, nehmen im Nicolai-Cafe ein kombiniertes Frühstück und Mittagessen ein, dann verlassen wir die Altstadt über den Frankendamm und gehen ziemlich lange entlang von Bundesstraße Richtung Greifswald und weiter auf einer kleinen, aber trotzdem relativ befahrenen Straße nach Süden, nur manchmal geben einige Bäume Schatten.

Auf der ganzen Strecke gibt es keinen Laden und nur ein Lokal, das aber am Nachmittag geschlossen hat, trotzdem setzen wir uns in den Biergarten, aber hier pfeift der Wind besonders stark, so dass wir schnell das Weite suchen.

Im nächsten Ort finden wir zwischen Kirche und Friedhof ein Bänkchen, das aber ganz in der prallen Sonne steht und nach dem Aufwärmen durch den vorher kalten Wind gehen wir weiter Bei einem Reiterhof sehen wir ein hübsches schwarzes Fohlen. Nachdem wir bisher fast ausschließlich auf geteerten Wegen unterwegs waren, gehen wir auf einem schattenlosen Feldweg der Sonne entgegen, müssen, als der nach der Karte durchgehende Wege plötzlich endet, einen kleinen Umweg machen und erreichen dann die Bushaltestelle in Steinhagen, wo wir eine gute halbe Stunde auf den Bus warten müssen, der dann zusätzlich noch 10 min Verspätung hat.

 In Stralsund suchen wir lange vergeblich nach einem uns genehmen Restaurant, im letzten vor unserem Auto bekommen wir dann einen Salat mit Schafkäse. Trotzdem haben wir noch Hunger, also wollen wir an einer Tankstelle wie gestern noch Brötchen kaufen, doch leider finden wir auf unserem Weg ins Quartier keine mit einem entsprechenden Angebot. Essen wir halt nichts mehr, ist auch gut für die schlanke Linie

Auf der Spur der Muschel

Ich möchte Ihnen nun unseren 1. Wanderung auf einem Jakobusweg in Süddeutschland vorstellen, nämlich von Nürnberg an den Bodensee, und dies abwechselnd mit unserer aktuellen Wanderung auf dem Martinusweg, später werde ich dann auch über unsere Urlaubswanderung berichten.

Da wir fast ausschließlich in Deutschland wandern, planen wir keine Wanderung zum Grab des Apostels in Spanien

Der Jakobusweg von Nürnberg an den Bodensee

Als Jakobusweg (spanisch Camino de Santiago) wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien bezeichnet. Darunter wird in erster Linie der so genannte Camino Frances verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab reicht und dabei die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und Leon miteinander verbindet. Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem auch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts. Viele Wege führen nach Santiago – ein mittelalterlicher Hauptweg führt von Prag über Nürnberg an den Bodensee. Das Teilstück von Nürnberg bis nach Meersburg wollen wir Ihnen näher bringen.

Für uns war dieser Weg der Abschluss unserer 5. großen Deutschlandtour von der Ostsee an den Bodensee. Wir haben den Jakobus-Weg nicht wie echte Pilger an einem Stück erwandert, sondern in Tagesetappen an Wochenenden. Dabei sind wir vor allem auch aus Witterungsgründe nicht immer in der richtigen Reihenfolge gewandert, z.B. haben wir während einer Hitzeperiode nicht die Etappen im weitgehend schattenlosen Ries absolviert, sondern diese erst später nachgeholt. In diesem Bericht ist der Weg in der richtigen Reihenfolge beschrieben. Mitunter haben auch die Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs Einfluss auf die Reihenfolge unserer Wanderstrecken, denn mitunter fahren nicht alle Busse am Wochenende und manche Museumsbahn verkehrt nicht an jedem Wochenende, wir müssen aber immer wieder zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückkommen und dies natürlich möglichst kostengünstig und wenig zeitaufwendig.

Auch haben wir uns nicht sklavisch an den vorgegebenen Weg gehalten, sondern in Maßen Abweichungen vorgenommen, entweder um dem Wandern auf oder neben einer Straße zu entgehen oder um eine abseits des Weges liegende Sehenswürdigkeit nicht zu verpassen.

Unsere Wanderstrecke betrug 383 km, die wir in 27 Etappen zurückgelegt haben, dies sind relativ kurze Tagesstrecken, aber die vielfältigen Besichtigungen von Klöstern, Kirchen und Städten ließen nicht mehr zu.