Schlagwort-Archive: Fachwerkhäuser

Der Albtraufgängerweg – der Anfang eine einzige Enttäuschung

Der Name hört sich gut an, er klingt so leicht nach Abenteuer beim Wandern und für ihn wird als prämierter Wanderweg mit folgenden Worten geworben

Der Albtraufgängerweg bietet mit seinem Auf und Ab entlang des Albtraufs sowohl sportlich begeisterten Wanderern Herausforderungen, die das Albvorland und die Region Stuttgart mit Blick von oben genießen wollen

Das hat uns leider verführt, den Weg als nächsten zu erwandern, doch nach der ersten Halbetappe von Wiesensteig zum Parkplatz Reußenstein (immerhin 10% der gesamten Tour) bin ich sehr im Zweifel, ob sich die restlichen 90 % wirklich lohnen. Ich denke eher nicht. Wenn es nach mir geht, war dies die erste und letzte Wanderung auf diesem Weg. Ich überlege ernsthaft ob ich meine Festplatte mit den gemachten Bilder belasten soll.

Was ist positiv zu vermelden:

Die schönen Fachwerkhäuser in Wiesensteig und die gut 1 1/2 km lange Wanderung direkt an der Fils bis zur Quelle.

Doch das wars dann schon, was ist negativ

  • Die Schertleshöhle mit der auch geworben wird, liegt weit abseits des Wegs und verlängert die Wanderung entsprechend
  • Vom Albtrauf keine Spur
  • dafür breite bis sehr breite, stark gekieste Waldwege
  • Mehr als 1 km asphaltiert
  • längere Strecken verlaufen auf ausgewiesenen Waldwegen
  • Bänke nur an stark frequentierten Brennpunkten wie den Filsursprung
  • kaum naturnahe Wege

 

Esslingen – Wolfschlugen (2)

Ein Tag an dem man besser nicht gewandert wäre.

In Denkendorf geht es bei fast trockenem Wetter wieder eine lange Treppe abwärts, später erkennen wir, es wäre wohl kürzer gewesen, nicht der Markierung sondern der Straße zu folgen.

Die nach einer Urkunde 900 Jahre alte Gemeinde hat aber noch ältere Wurzeln, denn schon die Kelten haben hier gesiedelt. Vorbei an einigen hübschen Fachwerkhäusern kommen wir zur ehemaligen Klosteranlage, hier vermeide ich mit Della die Treppe und gehe steil die Straße bergauf.

Die Klosterkirche wurde von den „Chorherren vom heiligen Grab“ um 1200 erbaut, der Turm geht auf eine Vorgängerkirche zurück, in der Reformation evangelisch und als protestantische Klosterschule genützt.

Hinter Denkendorf machen wir Rast, die wir abkürzen, als wieder die ersten Tropfen fallen. Aber der Regen wird nicht stärker, sondern ganz im Gegenteil, als wir die Autobahn unterqueren, kommt kurzfristig die Sonne zum Vorschein.

Um zu einem vernünftigen Busanschluss zu kommen, verlassen wir die ausgeschilderten Wege und gehen in Richtung Wolfschlugen, noch im Wald werden wir vom nächsten längeren Regenschauer überrascht, als dieser endlich nachlässt, können wir nach Wolfschlugen weitergehen. Dort haben wir noch Zeit, denn wir haben uns entschieden, die einzige direkte Verbindung nach Esslingen zu wählen, in einer Bäckerei essen wir etwas. Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellt.

Der Bus kommt pünktlich, aber schon nach kurzer Fahrt nervt ein Piepton, scheinbar meldet das Türsystem eine noch offene Tür, obwohl alle geschlossen sind. Bei jedem Halt öffnet und schließt der Fahrer mehrmals die Türen, doch nur für wenige Augenblicke verstummt das nervtötende Geräusch.

Endersbach – Plochingen

Heute stelle ich zum ersten Mal auf diesem Blog eine Etappe unserer Wanderung auf dem Jakobusweg von Nürnberg nach Breisach vor, wie schon erwähnt, können Sie die vorherigen Etappen hier nachlesen

Heiß

Da sich der Jakobsweg in Endersbach teilt, hat Ingrid lange überlegt, welchen Weg wir wählen sollen und schließlich entscheiden wir uns, auf beiden Varianten zu wandern. Zunächst gehen wir die längere Route über Plochingen.

Bald verlassen wir Endersbach und gehen auf sonniger Strecke fast ohne Schatten in Richtung Weinberge, die wir bei einer ehemaligen Kapelle erreichen und immer am Fuss entlang gehen wir nach Strümpfelbach. Kurz vor dem Ort sehen wir die ersten Exponate des Skulpturenwegs, die mir aber überhaupt nicht gefallen, um es mal vorsichtig auszudrücken und die ich auch nicht fotografiere, da ist mir mein Speicherplatz zu schade dafür ist.

Strümpfelbach liegt mit seinen schönen Fachwerkhäusern, überwiegend aus den Jahren 1150 bis 1620, ganz romantisch im Tal zwischen Weinbergen, die hier auf eine lange Tradition zurückblicken können, denn der Weinbau wurde bereits in der ersten schriftlichen Dokumentation des Ortes 1265 erwähnt.

Dafür fotografiere ich umso intensiver die prächtigen Fachwerkbauten, die Strümpfelbach den Vergleich mit einem kleinen Rothenburg im Remstal eingebracht haben. Kurz vor Ortsende geht es dann steil bergauf, zunächst über Treppen, dann folgt ein schmaler Pfad durch hohes Gras und nach einem kurzen Stück auf überwiegend steigenden befestigten Weg, kommt immer noch steil aufwärts ein fast zugewachsener Weg. Auf der Höhe wandern wir auf einem Kiesweg bis an den Waldrand. Unter einer Linde machen wir Pause, durch den Wind empfinden wir die Hitze hier weniger intensiv. Wir durchqueren Schanbach und nach einer Strecke am Waldrand, die durch die immer wieder schattigen Teile ganz angenehm ist, kommen wir in den Wald.

Hier will Ingrid wieder mal vom Weg abweichen, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, denn es fahren hier kaum Radfahrer und der Weg ist einigermaßen schattig. Wir gehen also nicht geradeaus, sondern biegen nach links ab und stellen fest, dass hier deutlich mehr Radfahrer unterwegs sind, daher gehen wir bei der nächsten Möglichkeit nicht nach rechts, denn so verläuft der Radweg, sondern gehen geradeaus weiter, um beim nächsten Weg, der in Ingrids ADAC-Karte eingezeichnet ist, abzubiegen. Doch leider kann man diesen Weg bestenfalls noch erahnen, denn er ist komplett zugewachsen. Also müssen wir zurück und gehen auf dem gerade sehr sonnigen Radweg weiter. An einer kleinen Lichtung machen wir auf einer schattigen Bank eine längere Pause und als wir weitergehen, ist die Sonne ja weitergezogen und wir finden auf dem Weg etwas mehr Schatten.

Mitten im Wald steht eine große Holzeule, die wir natürlich fotografieren müssen, als wir den Wald verlassen, befürchte ich wieder einen langen Zickzackweg durch Schrebergärten, doch es führt ein schmaler Weg steil nach unten, wohl ein früherer Weg durch den Weinberg, die vielen Steine sind teilweise feucht und dann rutschig. Leider bietet sich kein Ausblick auf Plochingen und das Neckartal, erst als wir fast unten sind, können wir noch über die Dächer der Stadt zum Hundertwasserhaus schauen.

Von Plochingen fahren wir mit Bahn und S-Bahn über Bad Cannstatt zurück nach Endersbach. Auf der Heimfahrt sehen wir dann einige Fans, die den deutschen Sieg über England bei der WM feiern.