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Idee und Umsetzung

Nachdem in der Presse schon mehrfach auf den neuen Albschäferweg, einen
Qualitätswanderweg, hingewiesen wurde, haben meine Frau und ich uns die
entsprechenden Prospekte und Infos aus dem Internet besorgt. Wir beschließen,
diesen Wanderweg in kleineren Etappen statt unserer sonst üblichen
Spaziergänge zu absolvieren. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir uns für
einige Zeit nicht mehr überlegen müssen, wo wir an den einzelnen Tagen
wandern oder spazieren gehen wollen. Wir müssen nur noch prüfen, wie wir
vom jeweiligen Endpunkt der Wanderung zum Start zurückkommen oder
umgekehrt. Aber da fast die ganze Strecke im Kreis Heidenheim verläuft – es
gibt nur zwei kleine Grenzüberschreitungen bei Neresheim und Zöschingen –
ist das kein Problem, geht es nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr, nehmen
wir eben zwei Autos.
1 wandertafel weikersberg eDie Wanderung haben wir Ende April 2015 begonnen und sie nach 21 Etappen
erst Mitte November abgeschlossen, da wir zwischenzeitlich auch auf
anderen Fernwanderwegen, z.B. in Brandenburg unterwegs waren.
Wir haben den Albschäferweg nicht, wie beschrieben, in Giengen begonnen,
sondern natürlich bei uns vor der Haustür in Zang. Auch sind wir nicht immer
in der richtigen Reihenfolge gewandert, sondern haben mal eine Etappe vor4
gezogen oder auch eine andere nachgeholt. Wenn wir öffentliche Verkehrsmittel
benutzt haben, ergaben sich mitunter auch abweichende Zielpunkte, so
kommt es auch zu einer geringfügig längeren Wegstrecke.

Von der Wanderung zum Buch (3)

Nachdem wir die Fernwanderung beendet haben und während wir überlegen, was es nächstes kommt, ruhen die Texte im Computer.

Dann nach einiger Zeit mache ich mich über den Text her, zuerst prüfe ich in welchem Format, mit welcher Schrift und in welcher Größe ich alles geschrieben habe, früher habe ich meist in A4 und Arial 11 pkt geschrieben, neuerdings schreibe ich die Texte gleich auf A5 und in Garamond, 10,5 pkt oder 11 pkt, je nachdem, welchen Umfang ich erwarte.

Jetzt bringe ich alles in die gewünschte Form, Abstände, Schriftgröße, Schriftart für die Überschrift usw., vorher habe ich allerdings den Text noch kopiert, mit einem neuen Namen in dem Ordner „Wanderbücher“ abgespeichert.

Anschließend recherchiere ich im Internet zu mir besonders wichtig erscheinenden Details über Blumen, Bäume, Seen, Flüsse, Gebäude, Orte uvam

Das Ergebnis meiner Recherche arbeite ich in den Text ein.Buchtitel Jakobusweg Neresheim - Bodelshofen

Die Kondition wird besser

Die Fortschritte sind unverkennbar, letzthin war ich nicht ganz freiwillig etwas mehr als 3 Stunden unterwegs. Danach war ich zwar etwas müde, aber das ist wohl normal.

Ich glaube bei einer entsprechend langen Pause werde ich gut 10 km schon schaffen und damit kann ich wohl sagen, wandern ist wieder möglich und die ersten Strecken werden wir wohl bald unternehmen können.

Allerdings Fernwandern wird wohl noch problematisch sein, denn jeden Tag eine solche Wanderung oder vielleicht sogar etwas mehr, das traue ich mir noch nicht ganz zu.

Zwischenziel erreicht

Auf unserer Wanderung von Görlitz nach Rügen haben wir ein weiteres Zwischenziel erreicht, nämliche Neubrandenburg erreicht, nachdem wir dieses Jahr im Frühsommer in Frankfurt/Oder gestartet waren und diese im Sommer in Prenzlau fortgesetzt hatten.

Natürlich werde ich diese Wanderung auch hier vorstellen, doch zunächst muss ich in den nächsten Tagen und Wochen noch beschreiben, wie wir nach Frankfurt/Oder gekommen sind.

Burg – Lübbenau

Glück gehabt

Und das sogar zweimal. Der Start in Burg verzögert sich nicht unwesentlich, weil ich meinen Autoschlüssel einfach nicht mehr finde. Ich suche überall, ich leg mich fast auf Boden, um unter das Auto zu schauen. Da wir im Kofferraum verschiedene Tüten haben, werde ich erst fündig, als ich jeden einzelnen Gegenstand hochnehme und auf der Seite ablege.

Spreehafen BurgBurg ist eine typische Streusiedlung und umfasst mit seinen Ortsteilen ca. 35 km2 und gehört zum Biosphärenreservat Spreewald, dem von der Unesco höchste Schutzwürdigkeit zugesprochen wurde. Da es sich hier um ein angestammtes Siedlungsgebiet der Sorben handelt, sind viele Hinweise und Beschriftungen zweisprachig.

Abfließendes Schmelzwasser der letzten skandinavischen Inland-Eiszeitgletscher haben Ablagerungen hinterlassen, die von der Spree zu einem Schwemmsandfächer aufgeschüttet wurde. Durch das geringe Gefälle verzweigte sich die Spree zu einem Binnendelta mit ca. 300 Wasserläufen, den Fließen. Zwischen den Fließen entstanden sogenannte Kaupen, also Talsandinseln, die dann teilweise besiedelt wurden.

Soweit die eher wissenschaftlich trockene Erklärung, mir gefällt allerdings die Sage der Entstehungsgeschichte des Spreewalds besser. So besagt die Überlieferung, dass der Teufel seinerzeit als Bauer in diesem Bereich pflügte. Als seine Ochsen müde wurden, obwohl noch viel Arbeit zu leisten war, wurde der Teufel wütend. Er drosch mit der Peitsche so auf die armen Tiere ein, dass diese voller Panik hin und her rannten und die Pflugscharen tiefe Gräben ins Erdreich gruben, die sich dann mit Spreewasser füllten.

Auf dem Weg zum Hafen finden wir die Touristinformation, dort sucht Ingrid allerdings vergebens nach einer guten Wanderkarte und wird Hafenbüro fündig. Wir verlassen Burg-Dorf am alten Bahnhof auf dem E10, der uns zunächst über Kies- und Sandwege und Straßen führt, nicht so angenehm zu gehen, aber hier sind nur wenige Radfahrer unterwegs

Schleife – Bohsdorf

In die Irre gegangen

Nach der doch nicht so kurzen Anfahrt stellen wir unser Auto bei der interessant aussehenden, aber geschlossenen Kirche in Schleife ab, dabei nehmen wir in Kauf, dass wir am Abend vom Bahnhof noch ein längeres Stück zum Auto gehen müssen. Wir verlassen den Ort durch ein Gewerbegebiet und einem nicht befahrenen Ortsverbindungsweg, vermeiden damit die Straße, auf der der ausgeschilderte Wanderweg verläuft. Nach knapp 2 km müssen wir doch auf der kaum befahrenen Straße nach Lieskau wandern, dort überrascht uns ein renoviertes Schloss.

Dann gehen wir an einem Teich vorbei, überqueren die Bundesstraße und gehen auf einem sehr schönen Waldweg direkt nach Reuthen, wo es einen interessanten, ca. 38 ha großen Landschaftspark gibt. Die Größe wird uns noch etwas zu schaffen machen, doch zunächst schauen wir uns eine pittoreske Kirchenruine an. Mit Blick auf den fast mit Seerosen zugewachsenen Gutspark Reuthen

Schlossteich machen wir Rast, bis dahin ist auch alles in Ordnung.

Doch dann will Ingrid den Gutspark in die Weiterwanderung einbeziehen, auf der Karte sieht alles ganz einfach aus, doch die vielen Bögen und Wendungen lassen sich nicht von der Karte in die Natur übertragen, so kommen wir schließlich zu weit nach Osten. Schon bald empfehle ich umzudrehen, doch Ingrid hofft weiter, dass wir irgendwann auf einen quer verlaufenden Radweg stoßen werden. Nach sehr langer Zeit und einer erheblichen Wegstrecke trifft dies dann tatsächlich zu. Jetzt müssen wir auf dem Radweg nach Westen wandern und Ingrid will schon wieder einen nicht markierten Wanderweg wählen. Diesmal weigere ich mich und wir bleiben weiter auf dem Radweg. Dann steigen wir weiter nach rechts hoch und haben einen nicht ungestörten Blick auf den Felixsee, auch dieser See ist das Ergebnis des mehr als 100-jährigen Braunkohleabbaus. An seinem Ufer entstand seit den 70-iger Jahren eine Bungalowsiedlung.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, der vorgesehene Bahnhof ist viel zu weit entfernt und auch den letzten Bus in Bohsdorf schaffen wir nicht. Wir überlegen, sollen wir ein Taxi von Spremberg kommen lassen, nicht ganz billig. Günstiger wäre es, wenn wir eins aus Döbern kommen lassen könnten, dann mit dem Bus nach Weißwasser, mit dem Zug nach Schleife und dann zu Fuß zum Auto. Wir entscheiden uns für die Variante, nachdem die Busverbindung abgeklärt werden konnte, und lassen das Taxi kommen. In Döbern müssen wir noch Geld abheben, für das Taxi wird es reichen, aber nicht mehr für Bus und Bahn und dann wird die Zeit knapp. Im Gespräch mit dem Taxifahrer, der aus Zeitgründen mit seinem Privatwagen gekommen war, erzählen wir die vorgesehene komplizierte Variante. Er überlegt kurz, macht uns dann einen Festpreis nach Schleife. Die Fahrt wird er wohl dem Finanzamt nicht melden. Ich überschlage kurz, das wäre höchstens 6-8 Euro teurer als die geplante Variante, dafür wären wir gut 2 Stunden schneller und wir nehmen sein Angebot an.

So haben wir noch Gelegenheit, den schönen Garten zu genießen und zu überlegen, wie wir morgen wieder weiterwandern können und wie wir unsere nächste Unterkunft finden können. Leider kommen wir zu keinem befriedigenden Ergebnis.

Einführung

Nachdem wir im letzten Sommer die Neiße in Görlitz erreicht hatten, war klar, wie es weitergehen soll, nämlich nach Norden mit dem Ziel, Kap Arkona auf Rügen.

Damit könnten wir unsere 2. Rundwanderung durch die neuen Bundesländer beenden. Doch das war nur die grobe Richtung und der Teufel steckt, wie immer, im Detail. Sollten wir z. B. das uns bekannte Cottbus besuchen oder links liegen lassen und immer in Nähe der Grenze über Forst wandern, um schneller Frankfurt/Oder zu erreichen.

Wenn aber Cottbus, sollten wir dann nicht auch noch den Spreewald besuchen? Doch wie dann wieder nach Osten kommen? Ohne uns endgültig festzulegen, tendieren wir zum Abstecher in den Spreewald, wobei ich aber deutlich mache, Wandern ja, aber kein Paddeln und auch kein Kahnfahren.

Vor Ort wollen wir dann alle Details festlegen, doch zunächst statten wir noch Rügen den Besuch ab, den wir immer wieder verschoben haben. Irgendwie kommen wir zuhause nicht weg und so bleibt nur noch eine Woche Rügen, die wir in einer Wohnung auf Mönchgut verbringen. Keine gute Wahl, denn es gibt zu viele Mücken auf der Halbinsel und so fällt es uns zum ersten Mal nicht schwer, Rügen zu verlassen.

Lange habe ich überlegt, soll ich in diesem kleinen Wanderführer die Wanderung in der richtigen Reihenfolge beschreiben oder den tatsächlichen Ablauf beschreiben, der sich aus unterschiedlichen Gründen davon mehr oder weniger deutlich unterscheidet. Ich habe mich letztlich dazu entschlossen, den Verlauf unseres Urlaubs darzustellen. Am Schluss können Sie anhand einer Karte den Wanderverlauf deutlich erkennen.

6.8.11 Stadtbesichtigung Görlitz

Obwohl die Vermieterin vor ihrem eigenen Urlaub die Wohnung für nachfolgende Gäste herrichten muss, können wir einige Gepäckstücke in der Wohnung lassen, darunter auch die 3-4 kg Zucchini, die uns unsere Gastgeber zum Abschied geschenkt haben.

Wir parken ziemlich zentral und gehen am repräsentativen Postplatz vorbei und erleben die vielleicht einzige kleine Enttäuschung an diesem Tag. Denn das einzige Jugendstilkaufhaus in Deutschland existiert nicht mehr, denn im Rahmen der Abwicklung der Hertie-Gruppe wurden alle Hertie-Kaufhäuser, also auch das Görlitzer geschlossen und ein Nachmieter oder Hauskäufer stand und steht nicht zur Verfügung.

Neben vielen sehr schön renovierten Häusern mit unendlich vielen sehenswerten Details gibt es leider immer wieder dazwischen auch noch sanierungswürdige Häuser. Mitunter wird das Fotografieren etwas durch die vielen Menschen und die Buden und Bühnen der an diesem Wochenende stattfindenden Straßentheatertage etwas schwierig, allerdings ist das Wetter deutlich besser als vorhergesagt und fast ideal für eine Fotosafari durch die Stadt.

Als wir die Petrikirche besuchen wollen, wird dort gerade geheiratet und so müssen wir unverrichteter Dinge weitergehen. An der Schräge hinunter zur Neiße hat ein Cafe eine interessante Straßencafevariante eingerichtet, es stehen in der Schräge einzelne Bänke für zwei Personen und einen kleinen Tischchen dazwischen. Doch es sind nur Plätze in der prallen Sonne frei und das ist mir und auch Della, die heute bei der Stadtbesichtigung viel Aufsehen erregt, viel zu heiß, was Ingrid nicht gerade erfreut zur Kenntnis nimmt.

An der Neiße gehen wir kurz auf die Brücke nach Polen, ich zur Hälfte und das reicht mir um einige Fotos der Görlitzer Silhouette zu schießen, Ingrid geht fast ganz über den Fluss und ist der Meinung, dass hier die Sicht noch viel besser ist. Mal sehen, was die Bilder, die sie und ich gemacht haben, dazu sagen. Eine Pause in östlichsten Restaurant Deutschlands interessiert Ingrid leider nicht.

5.8. 11 Jauernick – Görlitz

Ein netter nBürgermeister´

Da die Flutung des Berzdörfer Sees und vor allem die Außengestaltung noch nicht
beendet ist, finden wir keine definitive Antwort, ob wir von Buschdorf am See
nach Norden wanden können. Daher ruft Ingrid bei der Gemeinde Markelsdorf an,
zu der auch Jauernick-Buschdorf zählt und wird mit dem Bürgermeister verbunden,
der ihr erklärt, wo der Uferweg startet und dass wir problemlos durchkommen.
Wir gehen von Jauernick die Kirschalle hinunter und wenden uns dann in Richtung
Aussichtspunkt. Doch der Weg führt nach Süden und so würde es für uns wohl doch
zu weit, daher drehen wir um und gehen nach Norden. Kurz hinter der Kirschallee
treffen wir auf einen Parkplatz, von dem ein befestigter Weg abgeht und wir
hoffen, dass wir auf diesem durchkommen.

Anfangs geht auch alles glatt, nur der See ist nie zu sehen, dann können wir mit einigen
Schritten in verbotenes Gelände den See sehen. Als der Wald aufhört, haben wir
freie Sicht auf den See und erkennen, dass dicht am Wasser ein Rad- und
Wanderweg verläuft, also hätten wir doch noch weiter nach Süden gehen müssen,
um auf diesen Weg zu kommen.

Plötzlich verstellt ein Bauzaun mit der schon obligatorischen Warnung „Lebensgefahr“ unseren Weg. Sollen wir dies ignorieren und den Zaun umgehen oder ist es wirklich gefährlich. Wer hilft in dieser Situation, natürlich der Bürgermeister von Markelsdorf, der uns bei Ingrids  zweitem Anruf beruhigt und abschließend meint, wenn uns jemand anhalten würde, dann sollten wir uns auf ihn berufen.

Man kann erkennen, wie schön die Umgebung einmal gestaltet sein kann, doch bisher sind
nur einige Wege, Bänke und Findlinge zu sehen. Um zur Landeskrone zu kommen,
müssen wir jetzt den See verlassen und durch das nächste Dorf aufwärtsgehen. Am
Ortsende entscheiden wir uns noch einige Zeit auf der Straße zu bleiben, wo
Ingrid an einem Mirabellenbaum dann Früchte für den morgigen Obstsalat
einpackt. Über einen Feldweg erreichen wir eine stärker befahrene Straße, der
wir kurz folgen und in Pfaffendorf treffen wir wieder auf den WDE und den
blauen Punkt. Auf einem Betonplattenweg steigt es langsam an und im Wald, die
ersten Regentropfen fallen, gehen wir auf dem unteren Rundweg um die
Landeskrone weiter. Schräg geht es dann den Südaufstieg hinauf, zunächst auch
völlig unproblematisch.

Beim mittleren Rundweg sehen wir dann Unmassen von sich
gerade rot verfärbenden Fruchtstände des Aronstabs, den wir noch nie in solchen
Massen und in solcher Größe gesehen haben. Jetzt wird der Weg schwieriger und
Della marschiert gemächlich selbst hoch, allerdings müssen wir zuvor das
Problem der vergessenen Leine lösen. Der Riemen meiner Kameratasche bildet
einen schwachen Kompromiss, aber es funktioniert.