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Endersbach – Esslingen (2)

Als wir den Wald verlassen, haben wir einen schönen Ausblick ins Neckartal und den Albtrauf mit Hohenneuffen und Teck, jetzt ist der Himmel ziemlich bedeckt, aber so ist die Gefahr des Sonnenbrands und der Hitze etwas gebannt, obwohl es dafür sehr schwül ist. Unter einem Obstbaum machen wir beim Abstieg Pause und dann geht es in unterschiedlichem, meist aber starken Gefälle fast in der Direttissima abwärts. Bald nach den ersten Häusern steigt der Weg wieder steil bergan und schließlich erreichen wir die Burg, in der alles für Open-Air-Kino vorbereitet ist. Die 700 Jahre alte Festung war einst Teil der umlaufenden Stadtmauer und nie Sitz eines Herrengeschlechts.

Die Frage, ob wir die Burgsteige mit über 300 Stufen mit dem Buggy benutzen, erübrigt sich, denn wegen Bauarbeiten ist diese gesperrt. Allerdings finden wir wegen der Absperrungen der Veranstaltung nicht den Abstieg durch den Weinberg unterhalb der Burg, sondern steigen in einer kleinen Schlucht abwärts in die Altstadt von Esslingen, die wir schon einige Male besucht haben. Bald sind die Wolken wieder abgezogen und so können wir die Altstadt bei strahlendem Sonnenschein genießen und aufs Bild bannen.

Als wir das erste Mal bei einer Wanderung nach Esslingen gekommen waren, hat uns die Altstadt fasziniert, denn vorher kannten wir die Stadt nur vom Vorbeifahren auf der 4-spurigen B19 nach Stuttgart und auch bei wiederholten Besuchen hat die Altstadt für uns nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt.

Die 1200 jährige Geschichte lässt sich an den mehr als 1000 Fachwerkhäuser ablesen, besonders interessant das alte Rathaus, dessen Vorderseite in der Renaissance aufwendig modernisiert wurde, mit der astronomischen Uhr, die immer noch vom Original erhalten Uhrwerk von 1591 betrieben wird. Geprägt wird die Altstadt auch durch die Doppeltürme der gotischen Stadtkirche St. Dionys Kirchen aus dem 13. Jahrhundert, gleich daneben finden wir das Münster St. Paul, die älteste vollständig erhaltene Dominikanerkirche in Deutschland und nur wenige Schritte, allerdings durch eine belebte Straße getrennt die spätgotische Frauenkirche mit ihrer schlanken Turmpyramide.

Wir verlassen die Altstadt über die innere Brücke in Richtung Pliensauturm.