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Auf dem Wasser und mehr (1)

Als wir von der Wohnung wegfahren, weiß ich noch nicht, wohin, denn Ingrid hat sich noch nicht festgelegt, wo wir paddeln wollen, in Lübbenau oder in Alt Zauche, dann entscheidet sie sich für Ersteres. Ganz in der Nähe des kleinen Hafens finden wir einen Parkplatz und wir lösen einen Parkschein für 3 Stunden. Dann mieten wir ein Paddelboot, nehmen aber kein Paddel für Ingrid – wie schon vor mehr als 15 Jahren bei unserem letzten Besuch im Spreewald – mit, damit sie die Fahrt genießen und viel fotografieren kann. Da wir schon viele Jahre kein Paddelboot mehr benutzt haben, ist Ingrid durch das leichte Schaukeln etwas verunsichert.

Fließ im SpreewaldGemütlich paddle ich hinter einem Kahn her, dem wir in eine bediente Schleuse folgen, wo bereits ein Paddelboot darauf wartet, mehrere Zentimeter angehoben zu werden.

Nach der Schleuse überholen wir die anderen Paddler, bleiben aber hinter dem Kahn, bis dieser nach Lehde abbiegt. Schon bald haben wir den nächsten Kahn eingeholt, allerdings entscheiden wir uns, vor der nächsten Schleuse umzudrehen und zurückzufahren. Dabei sehe ich eine Wasserschlange oder einen Aal an der Wasseroberfläche.

Lübbenau – Neu Zauche (2)

Insgesamt bin ich von der Entwicklung Lübbenaus enttäuscht, in einem touristischen Zentrum hätte ich mehr schön restaurierte Häuser und weniger renovierungsbedürftige erwartet. Am kleinen Hafen fährt gerade ein Kahn ab und der Fährmann beginnt mit seinen Ausführungen, doch die Insassen interessiert Della in ihrem Buggy viel mehr. Es folgt eine wunderschöne Wanderung, die nur durch 5 hohe Treppenbrücken etwas getrübt wird. Hier muss Ingrid Della hoch und runtertragen und ich kämpfe mich mit dem Buggy drüber. Aber dafür sind kaum Radfahrer unterwegs, obwohl an diese gedacht wurde, denn es führt – wie bei der Eisenbahnbrücke in Cottbus – eine schmale Radspur über die Stufen.

Gaststätte  wotschowska im spreewaldDurch einen kleinen Hochwald erreichen wir die auf einer Erleninsel liegende Wotschowska, eine traditionsbeladene Gaststätte. Wo sich sonst wohl Hunderte von Gästen tummeln, sitzen gerade zwei Gäste an den Tischen. Da es zum Einkehren noch etwas zu früh, gehen wir weiter in Richtung Pohlenzschenke, dem ältesten Gasthaus des Spreewalds. Der Weg dorthin ist zwar landschaftlich schön, aber auf querliegenden Betonplatten zu wandern, ist nicht immer ganz angenehm, das letzte lange Stück zwischen Wiesen ist nicht so besonders toll. Auch an der Pohlenzschenke kehren wir nicht ein. Nach der letzten Wegstrecke bin ich froh, als eine schöne Straße als Untergrund kommt. Daher bin daher nicht begeistert, dass Ingrid wieder mal einen kleinen Umweg auf Feldwegen gehen will, um die Straße zu vermeiden. Wir gehen einen guten Kilometer auf einer schönen Buggystrecke, ehe dann ein schmaler Wanderweg zum Hotel Eiche abzweigt. Hier machen wir Pause. Im Anschluss geht Della auch ein paar Schritte, doch Ingrid ist das viel zu lang sam und Della darf wieder fahren.

Burg – Lübbenau (3)

Auf dem Radweg geht es weiter, die Baumreihen werden enger und nach dem mich eher enttäuschenden kleinen Ort Leipe kommen wir zu einer Birkenallee im Auwald, die auf einem Damm zwischen zwei schmalen Fließen nach Lübbenau führt. Die Kombination von Rad- und Wanderweg macht wohl keine der zwei Parteien glücklich, denn auch den Radfahrer müssen die vielen Wanderer, vor allem wenn es sich um eine Gruppe handelt, ein Dorn im Auge sein. Immer wieder überqueren wir Brücke mit steilen Auf- und Abfahrten, die manchen Radfahrer zu größeren Anstrengungen nötigen.

Fließ im SpreewaldWir machen nochmals kurz Pause, um unser Vesper zu essen, doch so schnell, wie Della ihr hart gekochtes Ei verzehrt, kann man kaum schauen. Dann biegen wir nach Lehde ab, schauen aber zuerst, ob wir auf diesem Weg nach Lübbenau mehr Treppenbrücken zu überwinden haben, als wenn wir den bisherigen Weg fortsetzen. Nach einem Plan auf einer Infotafel sind es gleich viele, nämlich zwei. Da wir noch genügend Zeit haben, wählen wir die Variante durch Lehde.