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Parkplatz Philippsreut – Giengen (3)

47 rathaus eVorbei am stattlichen, ehemaligen Kornhaus, der Schranne, gelangen wir zum Marktplatz mit dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Rathaus und dem Panscherbrunnen. Den Spitznamen „Panscher“ erhielten die Giengener, weil sie beim Besuch von Kaiser Friedrich Barbarossa diesem verdünnten Wein servierten. Auf dem Marktplatz erhält Ingrid von einem einheimischen Radfahrer einige Tipps für schöne Fotomotive.

Immer wieder begeistern uns die vielen großen, bunten Teddybären, die zeigen, dass Giengen als Hauptstadt der Teddybären gilt, denn hier wurde vor über 100 Jahren bei Steiff der erste „geboren“, benannt nach dem amerikanischen 279 bär ePräsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt. Vielleicht eine Reminiszenz an einen amerikanischen Händler, der den ersten Großauftrag erteilte.

Vorbei an der Alten Post kommen wir hinunter zum Erlebnismuseum „Die Welt von Steiff“ mit animierten Traumwelten auf 2400 qm Fläche, historischen Steifftieren, Schaufertigung, Steiff-Streichelzoo sowie Schlangenrutsche. Natürlich können die beliebten Plüschtiere auch im weltgrößten Steiff-Shop erworben werden.

47 1 brunnen mit museum eWir wandern weiter zur Stadtmauer an der Brenz, wo der Skulpturenpark zum Besichtigen einlädt. Schließlich erreichen wir an der gotischen Spitalkirche zum Heiligen Geist und dem gegenüberliegenden imposanten Fachwerkhaus das Ende des Albschäferwegs, aber wir haben noch einige Kilometer bis zu unserem Ziel.

Parkplatz Philippsreut – Giengen (2)

 

45 bäume m giengen eWir gehen am Hundesportplatz vorbei und bleiben überwiegend auf der Heidefläche des Schießbergs. Hier fällt uns die bereits Mitte August einsetzende Laubfärbung auf. Jetzt ist es zum Wandern fast zu heiß und als wir am Bergbad vorbeikommen, beneiden wir die vielen Badelustigen, die das kühle Nass genießen. Aber bald haben wir ja unser Etappenziel erreicht.

Ein kurzer Abstecher noch zum Aussichtspavillon mit Blick auf das Rathaus mit dem verwaisten Storchennest und die markanten Türme der Stadtkirche und dann geht es hinunter in die Altstadt. Giengen ist der eigentliche Ausgangs- und Endpunkt des Albschäferwegs, für uns liegt die ehemalige Freie Reichsstadt in der Mitte unseres Weges.

46 stadtkirche eDas Wahrzeichen der Stadt, die evangelische Stadtkirche, ist leider geschlossen. Das besondere an ihr sind die beiden ungleichen Türme. Der Bläserturm war ursprünglich Bestandteil der staufischen Stadtbefestigung. Als die Stadt wuchs, wurde der Turm bei der Vergrößerung der Kirche als Kirchturm mit einbezogen. Im 2. gleichzeitig errichteten, ursprünglich gotischen Turm ist das Geläut untergebracht, daher sein Name Glockenturm. Nach dem großen Stadtbrand von 1634 musste er abgebrochen werden, der Neuaufbau erfolgte im Barockstil.

 

Giengen – Bergenweiler (1)

Nachdem ich gestern hier meinen Frust über die erste Halbetappe des Albtraufgängerwegs losgelassen habe, fahre ich heute mit der Beschreibung des Albschäferwegs fort und wahrscheinlich hat dieser Weg mit seinen vielen naturnahen Wegen und Pfaden die Erwartungen an den Albtraufgängerweg geweckt, die dieser zumindest am Anfang nicht erfüllen konnte.

Vorgezogen

Da wir heute nur wenig Zeit und in Herbrechtingen zu tun haben, entscheiden wir uns, die Etappe von Giengen nach Bergenweiler vorzuziehen.

Von der Spitalkirche – dem offiziellen Beginn des Albschäferwegs – wandern wir über die Brenz zur Bahnunterführung. Nach dieser geht es teils über Treppen, teils im Zickzack steil bergauf zum Bruckersberg, glücklicherweise im Schatten, den wir heute allerdings nur selten für längere Zeit genießen können. Durch den mitunter kühlen Nord- bis Nordwestwind ist es auch in der Sonne noch einigermaßen angenehm. Immer wieder sehen wir Apfelbäume, deren Früchte zum Verzehr einladen, doch wir widerstehen tapfer, denn sie scheinen noch nicht ganz reif zu sein.

18 getreidefeld und heide eAuf der Hochfläche mit herrlichem Blick ins Brenztal und auf den gegenüberliegenden Benzenberg wandern wir weiter, ehe sich der Weg ins Tal senkt und wir auf einer Straßenbrücke den Autobahnzubringer überqueren.

Am Waldrand steigen wir auf zunächst kaum sichtbarem Pfad hinauf zur Güssenburg.

40 güssenburg eDie Burg war Stammsitz eines weit verbreiteten Rittergeschlechts und wurde wohl um 1216 errichtet und gut 130 Jahre später zu einer mächtigen und wehrhaften Burg ausgebaut. In der Johannisnacht 1448 wurde sie im Städtekrieg durch die freien Reichsstädte zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von 1981-95 wurden die vorhandenen Ruinenreste, wie Schildmauer und Bergfried, gesichert. Im Bereich des Burghofs schauen wir uns etwas um und legen eine Vesperpause ein, die sich dann doch etwas länger hinzieht.

 

Idee und Umsetzung

Nachdem in der Presse schon mehrfach auf den neuen Albschäferweg, einen
Qualitätswanderweg, hingewiesen wurde, haben meine Frau und ich uns die
entsprechenden Prospekte und Infos aus dem Internet besorgt. Wir beschließen,
diesen Wanderweg in kleineren Etappen statt unserer sonst üblichen
Spaziergänge zu absolvieren. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir uns für
einige Zeit nicht mehr überlegen müssen, wo wir an den einzelnen Tagen
wandern oder spazieren gehen wollen. Wir müssen nur noch prüfen, wie wir
vom jeweiligen Endpunkt der Wanderung zum Start zurückkommen oder
umgekehrt. Aber da fast die ganze Strecke im Kreis Heidenheim verläuft – es
gibt nur zwei kleine Grenzüberschreitungen bei Neresheim und Zöschingen –
ist das kein Problem, geht es nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr, nehmen
wir eben zwei Autos.
1 wandertafel weikersberg eDie Wanderung haben wir Ende April 2015 begonnen und sie nach 21 Etappen
erst Mitte November abgeschlossen, da wir zwischenzeitlich auch auf
anderen Fernwanderwegen, z.B. in Brandenburg unterwegs waren.
Wir haben den Albschäferweg nicht, wie beschrieben, in Giengen begonnen,
sondern natürlich bei uns vor der Haustür in Zang. Auch sind wir nicht immer
in der richtigen Reihenfolge gewandert, sondern haben mal eine Etappe vor4
gezogen oder auch eine andere nachgeholt. Wenn wir öffentliche Verkehrsmittel
benutzt haben, ergaben sich mitunter auch abweichende Zielpunkte, so
kommt es auch zu einer geringfügig längeren Wegstrecke.

Unser Albschäferweg

titel albschäfer

 

 

 

 

 

 

 

Warum habe ich dieses Buch „Unser Albschäferweg“ genannt?

Ganz einfach, wir, d.h. meine Frau und ich haben uns bei unserer Wanderung zwar überwiegend an den Verlauf des offiziellen Albschäferwegs gehalten, aber wir haben ihn nicht in Giengen sondern in unserem Wohnort Zang begonnen und wir sind aus den unterschiedlichsten Gründen, z.B. weil wir etwas Bestimmtes sehen wollten oder weil es das Zurückkommen vom Ende der Wanderung zum Anfangspunkt leichter machte, von der vorgesehenen Route abgewichen.

In mehr als 90 Farbbildern auf 50 Seiten werden die Schönheiten dieser Wanderung vorgestellt, um möglichst viele Leser dazu zu animieren, diesen Qualitätswanderweg zu genießen. Dazu gibt es noch interessante Hinweise und Informationen zu den Besonderheiten, die man auf dem Weg finden kann.

Ungewohnt ist es, dass dieser Weg – ganz wie die Wanderschäfer mit ihren Herden – im Prinzip die einzelnen Orte nicht durch-quert, sondern meist umgeht, auch davon sind wir mitunter abgewichen.

Wir empfanden es als sehr angenehm, dass man nur wenige Strecke auf Asphalt und auch nicht viele andere befestigte Wege benutzt, auch wenn es bei Nässe und Steilstrecken nicht immer ganz einfach ist, auf Naturboden zu gehen. Aber vielleicht macht auch das den Reiz dieses regionalen Fernwanderwegs aus.

 

 

€ 8,90

 

 

wabe-verlag

Lichtensteinstr. 27, 89551 Königsbronn

www.wabe-verlag.de

 

Staufen – Giengen

Da wir unsere Ente, die wegen eines TÜV-Termin in einer Autowerkstätte in Giengen war, holen müssen, verbinden wir das Angenehme mit dem Nützlichen und fahren nach Staufen, um von dort einen Abendspaziergang auf fast schattenlosem Weg nach Giengen zu machen.

Bei Staufen, einer alemannischen Gründung, berühren wir kurz noch einmal bayerisches Gebiet. Der Ort liegt am Rand der Alb, am Beginn des Bachtals. Ein Adeligengrab des 8. Jahrhunderts weist auf die frühe Bedeutung Staufens hin, das 1150 erstmals als Stouphen genannt wurde. Hier lebten die Staufer von Bloßenstaufen, ihre Burg lag im benachbarten Syrgenstein, seit 1806 gehört das Dorf zum Freistaat Bayern.

Die Sonne brennt um 19 Uhr immer noch ungebremst vom überwiegend blauen Himmel, nur am westlichen Horizont sehen wir nicht genau definierbare Wolken, die Gewitter und Regen nicht ausschließen lassen. Wir nutzen im Ort jeden Schatten aus, als wir zur neugotischen Martinskirche hochzusteigen. Zunächst durch Wiesen und Felder, dann kurz am Waldrand entlang kommen wir in ein weites Tal und können endlich auf schönem Grasweg wandern, was auch Della besser gefällt, als die geteerten und kiesigen Wege am Anfang, allerdings hechelt sie heute bei der Hitze und Schwüle ziemlich stark.

Bald kommt eine schöne Wacholderheide, ehe wir dann zum Schießberg hinaufsteigen, vorbei an einer goldenen Muschel und verschiedenen Tafeln zum Jakobusweg, von hier wären es noch 2200 km zum Endpunkt in Santiago de Compostella, aber das ist ja nicht unser Ziel. Als eine dunkle Wolke die Sonne verdeckt, genießen wir den Schatten. Durch das Sportgelände der Stadt kommen wir zum alten Aussichtsturm, da aber die umstehenden Bäume höher als der Turm sind, gehen wir nicht näher, sondern weiter zu einem Aussichtspavillon, der einen Blick auf die imposante evangelische Giengener Stadtkirche mit ihren 2 ungleichen Türmen erlaubt.

Die ursprünglich St. Marien geweihte Kirche, das Wahrzeichen Giengens, wurde nach dem Stadtbrand von 1634 auf Bauresten des 13. und 14. Jh. wieder errichtet. Das hohe Bauwerk weist alle Stilepochen seit der Romanik auf. Der Blasturm – auf dem früher der Nachtwächter seinen Dienst versah – ist im Renaissance- und der Glockenturm in Barockstil ausgeführt.

Über Treppen geht es abwärts und bald sind wir bei unserer Ente, die auch sofort anspringt, was leider nicht immer der Fall ist. Als ich dann mit Ingrids Auto hinter Ingrid herfahre, die die Ente steuert, stelle ich fest, dass ein Rücklicht defekt ist und das direkt nach der Abnahme durch den TÜV oder war es die Dekra? Komisch.