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Ulm (Messe) – Erbach (2)

Nochmals steigen wir kurz auf die Stadtmauer an der Donau, verlassen diese vor den Bahngleisen wieder nach rechts, machen in einem kleinen Park Pause und gehen über die Zinglerbrücke zu einer stark befahrenen Straße, überqueren diese und durch eine weitere kleine Parkanlage und eine Nebenstraße kommen wir vorbei an einer Schrebergartensiedlung zum Fort unterer Kuhberg, in das heute eine moderne Walddorfschule integriert ist. Auf einem Hangweg wandern wir oberhalb des Donautals mit einem schönen Ausblick auf das Kloster Wiblingen.

Wir erreichen mit dem Fort Oberer Kuhberg einen Teil der Bundesfestung Ulm. Diese wurde zwischen 1842 und 1867 um die Stadt gebaut und umfasste mehrere Forts, einen 9 km langen Festungsgürtel mit 41 Hauptwerken, drei Haupttoren, etlichen Vorwerken sowie die auf dem rechten Donauufer angelegt, heute bayerische Stadt Neu-Ulm. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die nie umkämpfte Festung militärisch bedeutungslos. Im Fort Oberer Kuhberg war im Dritten Reich ein Konzentrationslager eingerichtet, an das heute eine Gedenkstätte erinnert.

Da der Weg nicht eindeutig ausgeschildert ist, umrunden wir das Fort und müssen dann kurz einer Straße folgen, ehe wir kurz nochmals an der Hangkante entlang gehen, dann steigen wir gemeinsam mit dem Hauptwanderweg 2 des schwäbischen Albvereins zur Hochfläche. Dabei kommen uns Erinnerungen an die erste größere Wanderung, die uns vor 25 Jahren auch hier entlang geführt hatte. Bald verlassen wir diesen Wanderweg wieder und steigen nach Grimmelfingen ab. Durch einen schmalen Pfad zwischen Gartengrundstücken kommen wir zu dem Weg nach Einsingen.

Bisher ist es ganz angenehm zu wandern, angenehme Temperaturen und meist mehr Sonne als Wolken, nur ganz zu Anfang war es etwas kühl und windig. Doch auf dem freien Feld in Richtung Erbach brennt die Sonne schon intensiver und nach einem Blick auf die Uhr stellen wir fest, dass wir den nächsten Zug noch erreichen könnten, allerdings müssen wir Della dann in den Rucksack packen.

Gesagt, getan, 2 min vor Abfahrt des Zuges sind wir auf dem Bahnsteig und während wir noch am Automat schauen, was eine Fahrkarte kostet, fährt der Schienenbus ein und wir steigen ohne Fahrkarte ein, denn 75 min auf den nächsten Zug zu warten, um die Fahrkarten lösen zu können, ist dann doch zu viel. Glücklicherweise werden wir nicht kontrolliert.

In Ulm gehen wir auf kürzestem Weg zum Fischerviertel, um im Pfannkuchenhaus zu essen. Die Wolken von Westen werden immer dunkler, aber da die Sonnenschirme ziemlich robust aussehen, wollen wir im Biergarten bleiben. Als das Essen kommt, kommt auch der Regen, aber da wir etwas enger zusammenrücken, bleiben wir vom ihm verschont.

Nach dem Essen regnet es immer noch stark, daher beschließen wir nicht zum Bahnhof zu gehen und mit der Straßenbahn zur Donauhalle zu fahren, sondern lassen uns mit dem Taxi zum Auto bringen, wobei der Fahrer Della zunächst nicht mitnehmen will, aber es dann doch tut. Auf der Rückfahrt hört es kurz vor Heidenheim auf zu regnen und in zu Hause war alles trocken.