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Dissen – Burg (Dorf) 2

Da diese Arbeiten immer umfangreicher werden, wechseln wir die Spreeseite und gehen auf dem asphaltierten Radweg weiter zur nächsten Brücke. Glücklicherweise ist in dieser Zeit gerade eine gewisse Pause im Strom der vielen Radfahrer eingetreten, sodass wir bequem wandern können.

Da es scheint, als sei der Bereich der Deichbaustellen beendet, wechseln wir wieder die Seiten und gehen auf einem schmalen Deichpfad weiter, machen Pause und sehen auf dem gegenüberliegenden Radweg jetzt wieder viele Radfahrer.

Startender StorchEinige Male sehen wir Störche bei der Futtersuche. Doch unsere Hoffnung bezüglich der Baustellen hat getrogen, denn  jetzt wird auch an dem Deich, auf dem wir gerade wandern, gebaut. Das letzte Stück muss ich den Deich verlassen, denn der erneuerte Bereich ist oben noch ganz weich und der Buggy versinkt tief im Sand.

An der Stelle, an der sich die Hauptspree und der Nordumfluter teilen, beginnt es, leicht zu regnen. Wir verlassen die Deiche und wenden uns landeinwärts, auch hier fehlt die eigentliche erwartete Markierung, vielleicht wurde der Wanderweg wegen der Deichbauarbeiten verlegt. Da wir zunächst unter Bäumen wandern, spielt der bald wieder aufhörende Regen keine Rolle. Wenig später sehen wir wieder eine Markierung und doch gehen wir scheinbar in die Irre, um am Ende genau bei der Kirche und der von mir gewünschten Bushaltestelle anzukommen, während Ingrid damit hadert, dass wir nicht an einer anderen Stelle in Burg angekommen sind.

Die Wartezeit auf den Bus wird durch die Beobachtung eines sich putzenden Storchs auf seinem Nest deutlich verkürzt. Obwohl es jetzt nicht mehr heiß ist, hat der Busfahrer seine Klimaanlage auf volle Stärke gestellt. Es ist lausig kalt im Bus, die Fahrt dauert durch die vielen Umwege mehr als eine halbe Stunde, die wir bibbernd verbringen. In Dissen steigen wir bei der Kirche aus, auf dem Weg zum Auto sehen wir nur das eine Storchennest von heute Morgen. Alles in allem haben wir genau zwei Nester gesehen.

In Burg suchen wir erfolglos die Touristinformation, fahren dann zurück in die Wohnung. Vorher holen wir noch Geld, denn heute Morgen lag die Rechnung auf dem Terrassentisch und wir mussten uns erst telefonisch vergewissern, dass wir bis Freitag bleiben können. Die Fahrt nutzt Ingrid zu verschiedenen Anfragen wegen der nächsten Ferienwohnung, doch alle werden negativ beantwortet. Im Laufe des Abends melden sich auch drei Vermieter, bei denen ich am Morgen per email angefragt hatte, zwei waren völlig indiskutabel, aber Ingrid hat auch die 3. Wohnung, die m. E. durchaus in Betracht gekommen wäre, abgelehnt. Wenn wir bis morgen Abend um 18 Uhr in keiner neuen Ferienwohnung sind, fahren wir heim, das ist meine feste Absicht, die ich auch Ingrid unmissverständlich mitteile.

In der Wohnung bringt uns der Vermieter nach 2 Gurken an den Vortagen noch ein Schälchen frisch gepflückter Kirschen vorbei, die besonders lecker schmecken.

Bhf Kromlau – Schleife

 Dampfzugnostalgie

Unsere Streckenführung ist heute in ganz besonderem Maße dem öffentlichen Nahverkehr und der Dampfzugnostalgie geschuldet. Nach unserem Abstecher nach Bad Muskau setzen wir unsere Wanderung im Rhododendronpark Kromlau fort, dazu fahren wir von Weißwasser aus mit der Waldeisenbahn. Dann haben uns einen Endpunkt gesucht, der es uns ermöglicht, nach Weißwasser zurückzukehren.

Doch zum Ablauf, obwohl wir nur ganz wenig Gepäck in das Zimmer gebracht haben, dauert es nach dem ausgiebigen Frühstück doch seine Zeit, bis alles im Auto verstaut ist. Nachdem wir noch einige Worte mit unseren Gastgebern gewechselt haben, wird klar, die erste Bahn nach Kromlau schaffen wir nicht, denn wir müssen ja noch zuerst unser neues Quartier aufsuchen und dort einiges ausladen. Die neue Ferienwohnung ist sehr schön, doch sehr, sehr abseits gelegen, ganz nahe der polnischen Grenze, so haben wir fast 15 km zum nächsten Supermarkt und wahrscheinlich zu einem internetfähigen Netz.

Auf der Fahrt nach Weißwasser erfährt Ingrid, als das Telefonieren dann wieder funktioniert, dass die Bahnverbindung Schleife – Weißwasser stündlich erfolgt, nur um 19 Uhr fällt die Verbindung aus, was uns zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert. Wir stellen unser Auto am DB-Bahnhof Weißwasser ab und gehen zum Bahnhof der Waldeisenbahn. Hier steigen wir mit dem Buggy früh in den entsprechenden Waggon ein, denn viel Platz für Buggys und Fahrräder gibt es nicht. Schön ist die Fahrt durch die Wälder mit den vielen versteckten Teichen.

Herbert in der Waldeisenbahn

Weißwasser – Bad Muskau (2)

Gleich neben dem Bahnhof Teichstraße entstand ein Eisenbahnmuseum und ein Besucherinformationszentrum. Heute nutzen jährlich ca. 40 000 Gäste die Bahn.

Wir fahren zuerst nach Bad Muskau und ich bin froh, dass wir rechtzeitig dort ankommen, denn der Weg vom Parkplatz zum Bahnhof der Kleinbahn in Bad Muskau ist doch etwas weiter, als erwartet.

Von Rhododendron umgeben, warten wir nur wenige Minuten, bis das Züglein eindampft. Wir verstauen den Buggy im Fahrradwaggon, dann kaufe ich die Fahrkarten und Ingrid sucht einen schönen Platz. Für die wenigen Kilometer braucht die Bahn mit der qualmenden Lok 35 Minuten, nicht zuletzt, weil an fast jeder Straße ein Zugmitarbeiter entweder die Schranke oder eine Blinkanlage in Betrieb setzen oder mit einer Flagge den Verkehr warnen muss.

GraureiherIn Weißwasser warten wir zum Fotografieren, bis der Zug nach Kromlau abfährt. Wir gehen an den schon erwähnten Teichen entlang, sehen einen Graureiher und zwei ganz junge Blesshühner von Nahem. Als wir die Häuser verlassen, freuen wir uns auf eine schöne Wanderung durch den Kiefernwald.

Steinbach – Skrebersdorf

Kurz vor 11 Uhr können wir nach scheinbar endloser Fahrt unser Auto direkt an der Bushaltestelle abstellen. Wir gehen auf kürzestem Weg durch das Dorf bis zum Anschluss an den Wanderweg nach Norden, ursprünglich die Fernwanderung Barth (Ostsee) nach Ziegenrück, heute Teil des E10. Auf asphaltiertem Weg kommen wir zunächst wieder durch einen hügeligen Kiefernwald, und obwohl wir nahe an der Neiße sind, ist diese durch die Bäume kaum zu sehen, selbst nicht, als wir abseits des Wegs an die Hangkante vorgehen.

Als wir in Klein Priebau an die Neiße kommen, reibe ich mir erstaunt die Augen, so breit und mächtig war mir der Fluss vorher gar nicht vorgekommen, als ich flussabwärts schaue, wird mir klar, warum. Hier ist die Neiße durch ein mächtiges Wehr aufgestaut. Della in ihrem Buggy ist der Anlass für einen kleinen Tratsch von Ingrid mit einer Einheimischen. Bald geht es auf einer wenig befahrenen Straße weiter, die wir kurzzeitig verlassen, um an einer auf einem Hügel stehenden Kirche vorbei zu gehen. Wieder folgt ein Straßenstück, ehe es dann auf dem asphaltierten Fahrradweg weitergeht. Mit dem Buggy ist das eine schöne Strecke, aber Ingrid findet es ermüdend, selbst wenn sie jede Möglichkeit nutzt, neben dem Weg auf Naturboden zu gehen. Als sie eine Möglichkeit sieht, vom Wanderweg abzuweichen, wobei sie ein nicht ganz eindeutiges Wanderzeichen unterstützt, schlägt sie diese Alternative vor. Aus dem ursprünglichen Feldweg wird bald ein noch gut erkennbarer Grasweg.

Della im Hundebuggy Nachdem wir in einem kleinen Kieferwäldchen kurz gerastet haben, wird es im hohen Gras ohne Spur oder Pfad extrem schwierig. Schließlich geht es mit dem Buggy nicht mehr weiter, denn zwischen Getreidefeld und Büschen ist kaum Platz und der vorgebliche Weg ist mit Brennnesseln überwachsen. Ich entscheide mich, umzudrehen und darf mehr als 1 km zusätzlich wandern. Ingrid versucht weiterzukommen, muss aber die Fahrspuren mitten durch das Getreidefeld nutzen, um wieder auf den Radweg zurückzukommen.

4.8.11 Reichenbach-Jauernick (2)

Bald erreichen wir Friedersdorf und dann beginnt der lange Anstieg auf offenem Feld
zum Schwarzen Berg, an dessen bewaldeter Kuppe gehen wir dann entlang. Von
Westen her sieht es bedrohlich dunkel aus, doch eigentlich hatten wir den
ganzen Tag den Eindruck, der Wind kommt von Osten, doch so dunkle Wolken sind
nicht über uns hinweggezogen.

Durch die Dorfstraße von Jauernick gehen wir zum
Dorfanfang und der Umgehungsstraße, wo wir von der Bushaltstelle einen guten
Blick auf den neu gefluteten Berzdorfer See haben. Jetzt zucken die ersten
Blitze und es grollt.

Die Fahrt im Bus ist heute anstrengend, denn es handelt sich um einen umfunktionierten Reisebus, d. h., ein hoher Einstieg und ein schmaler Gang, der an der mittleren
Eingangstreppe zu schmal für unseren Buggy ist. Das wäre kein Problem, wenn
nicht der Platz für Kinderwagen durch ein Rad blockiert wäre, das wohl dem
Fahrer gehört, und zwischen zwei Sitzen eingeklemmt ist, denn sonst ist niemand
im Bus außer zwei Mädchen, die aber mit uns eingestiegen sind. So muss ich fast
30 min den Buggy halten, damit er nicht die Treppe hinunterstürzt. In
Görlitz ist der Himmel dunkel, und als wir uns frühzeitig auf den Weg zum Zug
machen, blitzt es immer wieder und die ersten Tropfen fallen.

Als wir in den Zug einsteigen, ist der Platz für Kinderwagen durch einen Rollstuhl belegt,
aber es gibt daneben noch genügend Platz, dann steigen 4 Radfahrerinnen mit
ihren bepackten Drahteseln zu und es wird knapp. Ein Blick nach draußen lässt
einen schauern, denn es schüttet und schüttet. Doch richtig eng wird es, als
kurz vor der Abfahrt weitere zwei Radfahrinnen zusteigen und so muss ich schon
etwas bugsieren, um mit dem Buggy aussteigen zu können. Auf der Fahrt schaue
ich immer wieder nach dem Regen und meine, er würde nachlassen. Als der Zug
hält, hat es ein älteres Ehepaar so eilig auszusteigen, dass sie sich zwischen
einem Rad und unserem Buggy durchdrängen, 20 Sekunden später hätten sie es ganz
bequem gehabt. Der Regen hat fast aufgehört und so kommen wir trockenen Fußes
zu unserm Auto.

Als wir an unserer Wohnung ankommen, sind die Gastgeber im Garten und wir halten einen kleinen Plausch, als wir eingeladen werden, uns hinzusetzen, vertagen wir das
gemütliche Beisammensein auf eine gute halbe Stunde später, bis wir geduscht
und gegessen haben. Dann unterhalten wir uns im Freien bis gegen 10 Uhr, da
wird es langsam sehr frisch.

3.8.11 Löbau – Reichenbach

Zwei Berge der 1. Kategorie

So könnte man diese Etappe in der Sprache der Tour de France bezeichnen.

Ganz früh stehen wir auf, denn einmal müssen wir packen und zum andern, immer noch eine Wohnung suchen. Aber es hagelt nur Absagen, in 2-3 Tagen hätten wir die freie Auswahl, schließlich entscheiden wir uns für die 3 Tage Variante und müssen dann überlegen, ob wir schon am Samstag heimfahren oder in einem Gasthof oder einem Motel übernachten.

Wir bringen unser Gepäck in die neue Wohnung und der freundliche Besitzer hält einen längeren Smalltalk mit Ingrid, endlich kann ich das Gespräch unterbrechen und darauf hinweisen, dass wir noch eine längere Wandertour geplant haben. Wir fahren zurück nach Löbau, suchen die Sparkasse, um Geld abzuholen und stellen unser Auto an der Kirche ab, netterweise ist der Parkscheinautomat außer Betrieb und so können wir kostenfrei parken. Zunächst geht es noch abwärts und durch das entstehende Gartenschaugelände dann aufwärts. Den Anstieg zum Honigbrunnen bewältige ich mit dem Buggy auf der Straße, während Ingrid den danebenliegenden Wanderweg nutzt.

Vom Hotel Honigbrunnen hat man einen schönen Ausblick nach Norden und Westen, da es schon schön warm ist, wollen wir etwas trinken. Dummerweise lesen wir in der Speisekarte und es gibt mit Spinatquarkknödel ein interessantes vegetarisches Rezept zu einem günstigen Preis und so essen wir zu Mittag.

29.7.11 Bautzen – Binnewitz

Abbruch

Heute Morgen hat es auf Sommereichen mal nicht geregnet und ich frage mich, ob das ein gutes Omen ist. Als wir dann in Bautzen starten, ist es überwiegend bewölkt, es nieselt hin und wieder, aber immer wieder kommt auch die Sonne hervor.

Der Weg ist anfangs nicht markiert, aber als wir die Straße verlassen müssen, beginnt auch die Markierung und bald können wir auf einem schönen Naturpfad weitergehen, allerdings lasse ich Della im Buggy, denn uns erwarten noch größere Anstiege und dann sollte Della dann noch frisch sein.

Bald erreichen wir eine kleine Ortschaft und müssen auf der Straße weitergehen, das Nieseln wird langsam kräftiger und als wir am Ende des nächsten Ortes sind, ist aus dem Nieseln ein waschechter Regen geworden und wir beschließen, da es nirgends heller wird, die Wanderung abzubrechen, denn dies ist der Anfang eines immer stärker werdenden Dauerregens. Wir fahren zurück in die Ferienwohnung und Ingrid beginnt im Internet nach einer neuen Wohnung zu suchen und ich gönne mir ein Schläfchen. Dann fahre ich nochmals nach Bischofswerda, um Geld von der Bank zu holen und etwas zum Lesen zu kaufen, denn die nächsten Tage sollen nicht unbedingt zum Wandern geeignet sein. Als ich zurückkomme, surft Ingrid immer noch, das sie nur kurz zum Abendessen unterbricht.

Als ich schlafen gehen, ist sie immer noch im Internet unterwegs, dazwischen hat sie ein oder zwei Telefonate geführt, die allerdings keinen Erfolg brachten.

24.7.11 Radeburg – Großröhrsdorf

Storchennest

Für unsere Verhältnisse in Anbetracht der Anfahrt früh starten wir ¼ vor 11 am Bahnhof Radeberg und gehen direkt in die Altstadt mit einem schönen Rathaus und dem Marktplatz. Von hier sind es nur einige Schritte bis zum Schloss Klippenstein, das wir kurz besichtigen, aber ohne das Museum zu besuchen. Entlang des Planetenwegs wandern wir durch das romantische Hüttertal und steigen hinauf zum Felixturm, einem baufällig wirkenden Turm und gleichzeitig das Ende des Planetenwegs.

Auf einem Fahrweg wandern wir abwärts nach Wallroda und schon von weitem ein Storchennest, das wir immer weiter beobachten und natürlich auch einige Fotos schießen, ich versuche sogar ein Video, aber mit dem Supertele wackelt es doch ziemlich. Weiter geht es durch den langgestreckten Ort und dann auf einem Fahrrandweg entlang der Landstraße, ehe wir auf einen mit Betonplatten befestigten Feldweg zu einer Talsperren abbiegen können.

Hier sehen wir die beiden Altstörche ganz nah auf der Nahrungssuche inmitten einer Kuhherde. Als die Störche einer Kuh zu nahe auf die Pelle rücken, verscheucht sie zu-mindest einen, der wegfliegt, der zweite geht nur einige Schritte zur SeiteNahe am Wasser ma-chen wir eine kurze Pause, hier sind wir etwas vor dem böigen Wind geschützt.

Nachdem es bisher überwiegend sonnig war, zieht der Himmel jetzt komplett zu und es wird wieder kühler, sehr viel kühler. Im Wald verlassen wir an einer Lichtung den Waldweg und gehen auf einem schmalen Grasweg weiter, eigentlich ein schöner Weg, wenn es nicht die Tage zuvor so stark geregnet hätte und die anschließende Wiese leicht sumpfig wäre. Ingrid kann sich den Weg heraussuchen, doch mit dem Buggy ist das nur bedingt möglich und so sind am Ende des Wegs meine Schuhe mehr als nur ein bisschen feucht. Wieder auf festem Grund begegnen uns zwei Radfahrer, die sich erkundigen, ob sie wohl hier zur Talsperre durchkommen würden. Ohne breiten Mountainbikeräder raten wir Ihnen ab und sie folgen unserem Rat.

16.9. Kißlegg – Bahnhof Wolfegg (1)

Ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Wie schon so oft, ist es mir heute wieder ganz besonders aufgefallen, wenn die (meisten) Menschen Della in ihrem Buggy sehen, geht ein Lächeln oder Strahlen über ihr Gesicht und nur wenige bleiben von ihrem Anblick unberührt.

Doch nach diesem Vorgriff jetzt zur Wanderung. Wir planen direkt auf der Autobahn nach Kißlegg zu fahren, doch auf der Autobahn ist ein Stau gemeldet und so fahren wir sehr viel früher ab und nach einem Blick auf die Uhr überlegt Ingrid, ob wir vielleicht doch zuerst nach Wolfegg fahren sollten, um zuerst die Bahnfahrt zu erledigen. Aber dann fahren wir doch weiter in Richtung Kißlegg und nachdem es bisher zu Hause und auf der ganzen Strecke sonnig war, ist es vor uns auf einmal neblig und so entscheiden wir uns zwei Kilometer vor Kißlegg doch zuerst nach Wolfegg zu fahren und hoffen, dass dann der Nebel weg ist, wenn uns der Zug zu unserem Startpunkt gebracht hat und so ist es dann auch.

Wieder gehen wir durch den Schlosspark, doch leider besteht die Baustelle immer noch, dann durchqueren wir die Altstadt und sehen einige Häuser mit schöner Wandbemalung, aber bei manchen Häusern liegt die Renovierung doch leider schon einige Jahre zurück, dies gilt auch für das im Privatbesitz befindliche alte Schloss, vor allem für die Giebelseiten. Die Kirche wird außen und innen renoviert und hält uns daher kaum auf. Nach einem kurzen Abstecher zum Zellersee wandern wir an St. Anna vorbei und wenig später sieht Ingrid die Tafel für einen Erlebnispfad durch die Moorlandschaft und mit der Begründung, die heutige Tour sei eher kurz – was mir doch etwas seltsam vorkommt – schlägt sie vor, den knapp 2 km langen Umweg zu machen.

Zuerst geht es auf einem nicht so schönen Waldweg bis zum Moor und dann folgt ein schöner, meist sehr schmaler und von Wurzeln übersäter Weg mit interessanten Infotafeln, so kann Ingrid feststellen, dass sie in Moorjahren gerechnet, 1600 Jahre alt ist. Immer wieder folgt ein schmaler Bohlenweg, und ich muss den Buggy auf zwei Rädern darüber bugsieren, was durchaus anstrengend ist.

Dann überlegt Ingrid an der Bahnlinie rechts oder links und entscheidet sich für links, da wir hier weniger auf einer befahrenen Straße wandern müssen. Doch sie hat nicht ganz so genau auf die Karte geschaut, denn es gibt keinen offiziellen Übergang über die Gleise und so müssen wir diese ohne einen solchen überwinden und einen kleinen Abhang hinaufkletten und nach wenigen Schritten über eine Wiese erreichen wir die Zufahrt zu einem an der Bahnstrecke liegendem Haus, der wir bis zur Straße folgen. Nach gut 100 m können wir auf eine schmale Straße abbiegen und haben nun eine längere Strecke ohne Schatten in sengender Sonne vor uns. Hübsch die Kapelle in Wiggenreute, ebenso wie später die in Brunnen.

Niederau – Moritzburg (1)

Niederau – Moritzburg

Wasser, Schloss und Lößnitzdackel

Schwierigkeiten haben wir, als wir einen Parkplatz am Bahnhof Niederau suchen, denn der liegt auf der anderen Seite und die Brücke dazwischen ist gesperrt. Also müssen wir einen Umweg von fast 5 km in Kauf nehmen und können unser Auto hinter einem Baum auf dem Realplatz abstellen und tatsächlich als wir abends ankommen, steht das Auto im Schatten.

Bei der gestrigen Tour habe ich erklärt, dass wir auf dem Weinwanderweg vorankommen wollen, doch machen wir einen zweitägigen Abstecher nach Moritzburg.

Wir gehen am Bahnhofsgebäude von 1842 vorbei, das bis zum Verkauf Anfang dieses Jahrtausends als das älteste in Betrieb befindliche Betriebsgebäude galt und treffen wir wieder kurz auf den Weinwanderweg, der vom Wasserschloss Obernau kommt.. Im Wald verlassen wir dann den Weinwanderweg und kommen an einigen größeren Teichen oder auch kleinen Seen vorbei, die Unterscheidung ist nicht ganz klar. An einer idyllischen Stelle rasten wir, ehe es dann auf teilweise nicht so toll ausgeschilderten Wegen weiter geht, dieser Umstand führt dann zu einem kleinen Umweg.

Wir kommen an einem Gedenkstein vorbei, wo ein Ehepaar Ende der 90iger Jahre ermordet wurde und unwillkürlich gehen wir schneller, um diesen wenig freundlichen Ort zu verlassen. Wieder kommen zwei Seen und kurze Zeit können wir auf einem Naturweg, der auch als Reitweg genutzt wird, wandern, eigentlich schön, doch die manchmal tiefen Hufspuren sind Gift für den Buggy.

Wir erreichen den Teich um das Jagdschloss Moritzburg, das im Sonnenschein besonders schön anzuschauen ist. Zunächst beobachten wir aber noch Schwäne, Gänse und Enten, die den Teich bevölkern. Immer wieder fotografierend umrunden wir das Schloss, dabei fällt auf, wie schwierig es auch für einen Profifotografen ist, die Gunst des rechten Lichts zu nutzen, denn zuerst steht ein Lieferwagen im Weg, dann sind zu viele Besucher unterwegs oder es steht ein nicht gerade fotogener Mensch ewig im Weg. So hat er Zeit Della in ihrem Buggy zu bewundern.