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Esslingen – Wolfschlugen (1)

Ein Tag, an dem man besser nicht gewandert wäre

Langwierige Parkplatzsuche, Treppen, Regen, ein verlorener Schirm und eine um fast eine Stunde verlängerte Rückfahrt und eine erfolglose Suche auf einer steilen Treppenanlage, Wandererherz, das muss wohl nicht sein.

Doch der Reihe nach. Wetteronline sagt für morgens Regen und für nachmittags Schauer voraus, doch als wir aufstehen, sehen wir am überwiegend blauen Himmel nur wenige Wolken, dafür eine strahlende Sonne.

Als wir dann nach Esslingen fahren, ist der Blau- und der Sonnenanteil deutlich geringer geworden. Bei der Parkplatzsuche in  Esslingen, finden wir zunächst nur teure Parkplätze und wir wollen weder 13, noch 12 und auch nicht 10 Euro ausgeben, schließlich überqueren wir den Neckar und finden hier eine kostenlose Parkmöglichkeit.

Nach wenigen Schritten sind wir am Treppenaufstieg zu der Fußgängerbrücke über die B10 und dem Jakobusweg. Im steilen Hang geht es im Zickzack eine Treppenanlage hinauf, nicht gerade ideal für Dellas Buggy, auch wenn Della die Treppe selbst erklimmt. Zunächst geht es fast oben am Hang entlang weiter, dann senkt sich der Weg etwas und bald erreichen wir Berkheim, hier überlegen wir, gehen wir die längere Variante am Wald entlang auf dem Bäumlesweg (Wanderweg Baden-Württemberg von Wertheim nach Lörrach) oder durch Felder auf dem Pilgerweg.

Links von uns ist der Himmel fast schwarz, aber es regnet nicht, nur ganz wenige Tropfen bemerken wir. Doch als wir wenig später im Wald sind und der Himmel nicht mehr so dunkel, beginnt es immer stärker zu regnen. Wir stellen uns unter ein zunächst dichtes Laubdach und wollen die beiden Schirme herausnehmen, doch nur einer ist noch da, der andere muss unbemerkt aus der unteren Buggytasche gefallen sein. Ingrid geht mit dem Schirm noch einen Teil der Waldstrecke zurück, um nach dem anderen zu suchen, doch leider erfolglos.

Plochingen – Reudern (2)

Anschließend gehen wir noch kurz in die interessante Altstadt und bevor wir Plochingen über die Fußgängerbrücke verlassen, werfen wir noch einen Blick auf das Tomi Ungerer-Toilettenhäuschen, das mir aber nicht besonders gefällt. Durch das ehemalige Gartenschaugelände – wo wir kurz Pause machen und schon befürchten, durch eine Schulklasse in unserer beschaulichen Ruhe gestört zu werden, was aber nicht der Fall ist – kommen wir zum Neckar, an dessen Ufer wir nach Wernau kommen und wo wir wieder die Uferseite wechseln. In Wernau geht es dann aufwärts auf die Hochfläche und bevor sich der Weg wieder nach Bodelshofen senkt, haben wir schöne Ausblicke auf die Teck und den Hohenneuffen.

Die Jakobuskirche geht auf das Jahr 1105 zurück, wahrscheinlich gab es schon zur keltischen Zeit an dieser Stelle ein keltisches Heiligtum. Im Mittelalter war die Kirche Sammelstelle für die Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Bedeutsam in der Kirche ist der Freskenzyklus über die Passion Christi, der wohl Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, also ziemlich neu sind die Glasfenster von Hans-Gottfried von Stockhausen.

Kurz machen wir bei der Jakobskirche kurz Pause und gehen am Jakobsbrunnen vorbei weiter. Berühren Ötlingen am Rand und gehen durch die Felder zum Wald, kurz nach links am Wald entlang und dann durch den Wald bis zur Autobahnbrücke und an einem Parkplatz vorbei kommen wir wieder in den Wald. In einem Tal machen wir nochmals Pause, bei der Wärme und der Sonne ist das notwendig, doch wir verbleiben einige Minuten zu lange und verpassen so den Bus in Reudern knapp und so müssen wir fast eine halbe Stunde warten, bis uns der Bus nach Nürtingen bringt, wo wir in den Zug nach Plochingen umsteigen.