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Görlitz

 Stress pur

Wir starten kurz vor 10 Uhr in Groß Zicker auf Rügen. Zunächst kommen wir nur langsam voran, auch an der Fähre müssen wir ziemlich lange warten, später wird es etwas besser. Trotzdem benötigen wir fast 6 ½ Stunden für die Fahrt nach Rietschen. Bis wir das Wichtigste ausgeladen und uns etwas frisch gemacht haben, ist es schon halb sechs Uhr. Dann müssen wir noch klären, wie wir an neue Töpfe kommen, denn die in der Ferienwohnung vorhandenen sind wirklich kaum zu verwenden.

Trotz der vorgerückten Zeit fahren wir noch in die Europastadt Görlitz, um hier unsere Wanderung nach knapp einem Jahr zu beginnen oder fortzusetzen, je nach Betrachtungsweise. Wir stellen unser Auto am Bahnhof der schönsten deutschen Stadt – so der Werbeslogan auf der offiziellen Homepage – ab, und gehen durch die Altstadt zur Neiße.

180 kaufhaus innenGlücklicherweise hat eine Bäckerei noch offen und wir können zwei Käsebrötchen zum Ausverkaufspreis erstehen. Auf unserem Weg haben wir ein Wiedersehen mit den schönen Häusern der Altstadt. Leider scheint sich in Bezug auf das schöne Jugendstilkaufhaus nichts zum Besseren gewendet zu haben. Das vor 100 Jahren errichtete Bauwerk wurde zwar Mitte der 80-iger Jahre restauriert und nach der Wende noch einige Jahre als Kaufhaus ge-nutzt, dann aber aus mangelnder Rentabilität aufgegeben. Heute wird versucht, zumindest den Erhalt des Gebäudes zu sichern, eine neue Nutzung scheint nicht in Sicht.

6.8.11 Stadtbesichtigung Görlitz

Obwohl die Vermieterin vor ihrem eigenen Urlaub die Wohnung für nachfolgende Gäste herrichten muss, können wir einige Gepäckstücke in der Wohnung lassen, darunter auch die 3-4 kg Zucchini, die uns unsere Gastgeber zum Abschied geschenkt haben.

Wir parken ziemlich zentral und gehen am repräsentativen Postplatz vorbei und erleben die vielleicht einzige kleine Enttäuschung an diesem Tag. Denn das einzige Jugendstilkaufhaus in Deutschland existiert nicht mehr, denn im Rahmen der Abwicklung der Hertie-Gruppe wurden alle Hertie-Kaufhäuser, also auch das Görlitzer geschlossen und ein Nachmieter oder Hauskäufer stand und steht nicht zur Verfügung.

Neben vielen sehr schön renovierten Häusern mit unendlich vielen sehenswerten Details gibt es leider immer wieder dazwischen auch noch sanierungswürdige Häuser. Mitunter wird das Fotografieren etwas durch die vielen Menschen und die Buden und Bühnen der an diesem Wochenende stattfindenden Straßentheatertage etwas schwierig, allerdings ist das Wetter deutlich besser als vorhergesagt und fast ideal für eine Fotosafari durch die Stadt.

Als wir die Petrikirche besuchen wollen, wird dort gerade geheiratet und so müssen wir unverrichteter Dinge weitergehen. An der Schräge hinunter zur Neiße hat ein Cafe eine interessante Straßencafevariante eingerichtet, es stehen in der Schräge einzelne Bänke für zwei Personen und einen kleinen Tischchen dazwischen. Doch es sind nur Plätze in der prallen Sonne frei und das ist mir und auch Della, die heute bei der Stadtbesichtigung viel Aufsehen erregt, viel zu heiß, was Ingrid nicht gerade erfreut zur Kenntnis nimmt.

An der Neiße gehen wir kurz auf die Brücke nach Polen, ich zur Hälfte und das reicht mir um einige Fotos der Görlitzer Silhouette zu schießen, Ingrid geht fast ganz über den Fluss und ist der Meinung, dass hier die Sicht noch viel besser ist. Mal sehen, was die Bilder, die sie und ich gemacht haben, dazu sagen. Eine Pause in östlichsten Restaurant Deutschlands interessiert Ingrid leider nicht.