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Neresheim – Härtsfeldsee (2)

30 kloster eAußerhalb der Anlage steigen wir noch etwas höher und gehen dann auf einem schönen, schmalen Weg, dem sogenannten Paradiesweg, innerhalb des Waldes, aber zunächst in Waldrandnähe weiter.

Dabei bieten sich immer wieder schöne Rückblicke auf die imposante Klosteranlage. Weiter geht es auf überwiegend neu angelegten Naturwegen stetig auf und ab.

31 klette eNach diesem kulturellen Höhepunkt genießen wir wieder die Ruhe und die Natur mit ihren Schönheiten, wie z.B. diese Filzige Klette, ein Korbblütler, der durch die spinnwebartige Behaarung der purpurnen Blütenköpfchen auffällt.

Dann verlassen wir den Wald und gehen über das freie Feld in Richtung Katzenstein.

Dabei müssen wir einen Abzweig übersehen haben, denn auf einmal sind wir auf einer freien Grasfläche, doch der wundervolle Blick auf Burg Katzenstein entschädigt uns für unser Missgeschick. Die Burg zählt zu den ältesten erhaltenen Stauferburgen. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert, besonders sehenswert sind die romanische Burgkapelle mit Wandmalereien aus drei Jahrhunderten sowie das Burgmuseum.

32 burg katzenstein eWir suchen uns einen Weg ins Tal, der nicht zu steil ist und treffen auf ein kleines Sträßchen, das uns vollends ins Dorf hinunterbringt. Jetzt steigen wir steil hinauf zur Burg und sind froh, dass die Burgschenke geöffnet hat und wir im Burghof bei dieser Hitze eine kurze Rast einlegen können. Anschließend müssen wir in der Sonne weiter bergauf wandern.

Es ist jetzt sehr heiß, ohne den böigen Wind wäre es wohl unerträglich. Am Ortsende von Katzenstein biegt der Wanderweg nach rechts ab, kurz geht es durch den Wald abwärts, dann am Waldrand entlang und schließlich direkt hinunter zur Straße und zum Härtsfeldsee.

 

Kloster Neresheim – Härtsfeldsee (1)

Kloster Neresheim – Härtsfeldsee

Heiß und windig

29 Engel eDa es bereits beim Start sehr heiß ist und die Sonne vom Himmel knallt, verzichten wir abermals auf eine Stadtbesichtigung und den Anstieg zum Kloster, sondern parken oben auf dem Klosterparkplatz. Das Kloster Neresheim wurde 1095 von Graf Hartmann I. von Dillingen als Augustiner-Chorherrenstift gegründet und rund 10 Jahre später in eine Benediktinerabtei umgewandelt; bis Mitte des 13. Jahrhunderts existierte auch ein Frauenkonvent.

Das Kloster wurde 1802 in der Säkularisation aufgelöst, es fiel an die Fürsten von Thurn und Taxis, danach über Bayern 1810 an Württemberg. Die Fürsten ermöglichten 1919 die Wiederbesiedelung des Klosters durch Benediktiner aus Beuron und Prag.

Kurz schauen wir uns im Klosterareal um und bewundern den hohen Michaelsbrunnen mit der Figur des Erzengels Michael mit Speer und Waage. Von der Besichtigung der Abteikirche sehen wir heute ab, da es drinnen wieder sehr, sehr kühl ist und das Fotografieren neuerdings verboten ist. Außerdem kennen wir das eindrucksvolle Bauwerk natürlich von früheren Besuchen.

28 klosterkirche eDie Abteikirche St. Ulrich und Afra gehört als letzte reife architektonische Schöpfung Balthasar Neumanns zu den bedeutendsten Kirchen des Spätbarocks. Es gelang Neumann insbesondere Lang- und Zentralraum zu einem monumentalen Gesamtraum zu verschmelzen. Dieser grandiose Eindruck wird noch verstärkt durch die Fresken von Martin Knoller, die in Neresheim einen Höhepunkt der Barockmalerei erreicht haben. Die Fresken zeichnen sich durch die Schönheit der Farben und die detailgenauen Einzelheiten aus. Doch um den wirklichen Gesamteindruck zu erhalten, muss man noch den Klang der barocken Orgel von Holzhay erleben.

Der Bau wurde 1750 nach den Plänen Neumanns begonnen und 1792 konnte die Kirche eingeweiht werden. Von 1966-1975 wurde sie einer gründlichen Restaurierung unterzogen, die Abteigebäude wurden und werden im Laufe der Zeit ebenfalls erneuert.

Auernheim – Neresheim (1)

24 kloster neresheim eErste Ausfahrt

Heute fahren wir mit unserem neuen Auto, einem gelben Renegade, zur Härtsfeldschule in Neresheim und weiter mit dem Bus nach Auernheim. In der Ortsmitte beim Brunnen steigen wir aus dem langen Gliederbus aus, der uns als einzige Fahrgäste befördert hat. Gleich geht es steil hinauf zur Kirche, die wir heute ausgiebig besichtigen wollen.

Weiter geht es aufwärts zum Wanderparkplatz, wo wir auf den Albschäfer- und den Jakobusweg treffen. Nach einem kurzen, angenehmen Waldweg stoßen wir auf einen asphaltierten Feldweg, denn trennen sich unser Weg und der Jakobusweg, der von Nürnberg an den Bodensee führt und den wir vor Jahren als Teil unserer Wanderung von Rügen an den Bodensee schon gewandert sind.

Jetzt geht es auf einem Naturweg steil abwärts zu einem Panoramaweg mit herrlichen, weiten Ausblicken, der am Krautgartenhäule und an der Buchhalde entlang bis ins Naturschutzgebiet Zwing führt. Zunächst ist der Weg asphaltiert, dann ein naturbelassener Waldweg und schließlich ein schmaler Pfad im Gras, noch etwas nass vom morgendlichen Tau. Hier entdecken wir weitere Orchideen: Händelwurz und wieder Waldhyazinthen.

Fantastisch ist der Blick über die Felder hinüber zum Kloster Neresheim. Vor der Zwing geht es durch ein kurzes Waldstück, hier beeindrucken uns wunderschöne Türkenbundlilien mit ihren auffällig geformten Blüten, die an einen Turban erinnern.

25 türkenbund e

Inhaltsverzeichnis

 

Unser Albschäferweg

Übersichtskarte

Idee und Umsetzung

Einzelne Etappen

  1. 29.04.        Zang – Itzelberg
  2. 06.05.        Parkpl. Dickhölzle – Naturfreundehaus HDH
  3. 08.05.        Itzelberg – Parkplatz Dickhölzle
  4. 17.06.        Naturfreundehaus HDH – Nattheim
  5. 25.06.        Nattheim – Auernheim
  6. 26.06.        Auernheim – Neresheim
  7. 21.07.        Kloster Neresheim – Härtsfeldsee
  8. 31.07.        Giengen – Bergenweiler
  9. 05.08.        Zöschingen – Parkplatz Philippsburg
  10. 12.08.        Parkplatz Philippsburg – Giengen
  11. 01.09.        Bergenweiler – Stetten o.L
  12. 04.09.        Stetten o.L. – Parkplatz Sallenbüchle
  13. 09.09.        Härtsfeldsee – Zöschingen,    Neresheim – Kloster Neresheim
  14. 11.9            Parkplatz Sallenbüchle – Heldenfingen
  15.  03.10.        Heldenfingen – Parkplatz Hirschtal

16    05.10.        Parkplatz Hirschtal – Eglensee

17    08.11.        Eglensee – Burgstall/Sontheim i.St.

18    12.11.        Burgstall/Sontheim i.St. – Schäfhalde

19    13.11.        Wental – Zang

20    15.11.        Schäfhalde – Parkplatz Hohe Steige

21    18.11.        Parkplatz Hohe Steige – Wental

 

Gesamtlänge                                                                   162

 

 

Text und Layout: Herbert Walker

Fotos: Ingrid Walker-Winter

Neresheim

Das Benediktinerkloster Neresheim liegt hoch auf dem Ulrichsberg über der Stadt Neresheim und dem Egautal. Im Jahr 1095 gründete der Gaugraf Hartmann von Dillingen hier ein Chorherrenstift. In der wechselhaften Geschichte kam die Anlage auch in den Besitz des Fürstenhauses von „Thurn und Taxis“ und hieß von nun an „Schloss“ Neresheim. Erst 1920 wurde das Kloster wieder von Benediktinern besiedelt, heute bilden 14 Mönche den Konvent.

Die Abteikirche als geistliches und architektonisches Zentrum der Klosteranlage gilt als eine herausragende Sehenswürdigkeit in Baden-Württemberg und als Denkmal nationaler Bedeutung. Der Bau wurde 1750 nach Plänen von Balthasar Neumann begonnen, 42 Jahre später wurde die Kirche geweiht. Von 1966 bis 1975 musste die baufällig gewordene Kirche einer gründlichen Renovierung unterzogen werden.

Die Abteikirche gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten des Spätbarock. Als letzte reife architektonische Schöpfung Balthasar Neumanns kommt ihr in der europäischen Kunstgeschichte eine besondere Stellung zu. Neumann wählte als Grundrissform das lateinische Kreuz und es ist ihm gelungen, Lang- und Zentralraum zu einem monumentalen Gesamtraum zu verschmelzen.. Darüber wölben sich sieben Kuppeln. Die von vier freistehenden Säulenpaaren getragene Hauptkuppel misst in der Längsrichtung 24 m, in der Breite 20 m, sie schwingt sich in eine Höhe von 32 m auf. Die Kirche misst in ganzer Länge 83 m und die Breite des Querschiffs beträgt 35 m.

Im Innenraum der Kirche sind wir beeindruckt von der Fülle des Lichts, das durch die zahlreichen Seitenfenster eindringen kann, den schwingenden Linien der Architektur und die großartigen Kuppelbilder des Tiroler Malers Martin Knoller. Die sieben großen, von Farbigkeit und Plastizität der Figuren und Perspektiven gezeichneten Freskenbildern zeigen einen Christuszyklus auf. Das Bild in der Hauptkuppel „Anbetung der Dreifaltigkeit“ umfasst mehr als 200 Heiligen- und Engelsfiguren. Der Hochaltar mit dem 6,60 m hohen Kruzifix stammt von Thomas Schaidhauf, wie auch die ganzen Altäre und sämtliche Stuck- und Marmorarbeiten. Der 66 m hohe Kirchturm wurde von der früheren romanischen Kirche übernommen. Die Fassade ist mit 4 m hohen Steinplastiken der Schutzpatrone, den Heilligen Ulrich und Afra, geschmückt und über dem Hauptportal sind die Worte eingemeißelt: „Dies ist Gottes Haus“.

Auf dem Weg ins Tal hören die Schättere pfeifen und sehen sie qualmen, wir beeilen uns, um sie noch am Bahnhof fotografieren zu können.

Von 1901 bis in die 60-iger Jahre dampfte die Härtsfeldbahn auf 55 km von Aalen hinauf aufs Härtsfeld und fuhr über Dischingen bis nach Dillingen. Sie galt als eine der spektakulärsten Bahnlinien in Deutschland und als Prototyp der schwäbischen Eisenbahn. Wie eine Gebirgsbahn überwand sie den Höhenunterschied von Aalen auf die Ostalb. Die letzten Jahre vor der Stilllegung 1972 fuhr noch ein Schienenbus, dann wurden die Gleise abgebaut.

Seit einigen Jahren dampft die schmalspurige Härtsfeld-Museumsbahn Schättere wieder. Sie verkehrt an jedem 1. Sonntag in den Monaten von Mai bis Oktober sowie an verschiedenen Feiertagen. Es fahren Dampflokomotiven (Baujahr 1912) mit Personenwagen von 1888, 1896 und 1909, der Triebwagen stammt von 1934 auf der Strecke von Neresheim bis zur Sägmühle, eine Strecke von 3 km, eine Verlängerung der Bahnstrecke bis zum Härtsfeldsee und weiter nach Dischingen ist geplant. 1986 öffnete das Härtsfeldbahn-Museum im Neresheimer Bahnhof seine Pforten. Seither entstand auf dem ehemaligen Gelände der Centralstation (Betriebsmittelpunkt) die Gleisanlage mit der beachtlichen Fahrzeugsammlung.