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3.8.11 Löbau – Reichenbach (2)

Dann geht es steil und steinig hinauf zur Spitze des Löbauer Berges mit seinem gusseisernen Aussichtsturm. Natürlich muss ich – mit schon mehr als 300 Stufen auf und ab inden Beinen – hochklettern, und nachdem man von der 2. Plattform fast einen
Rundumblick hat und die weiter entfernt liegenden Berge und Orte im Dunst
liegen, spare ich mir den letzen Aufstieg zur Spitze. Jetzt geht es wieder
hinunter, zum Teil über Holzstufen und Ingrid befürchtet schon wir seien
falsch, aber wir sind richtig.

Nach einer längeren Strecke im schattigen Wald
kommen wir in die pralle Sonne und durchqueren ein Dorf. Nach einem Feldweg
sind wir am nächsten Ort und gehen ewig lange in der Sonne auf der Straße
weiter, als das Ortsschild Bischdorf auftaucht, schaut Ingrid in der Karte
nach, ob wir noch richtig sind und wenig später können wir die Straße
verlassen. Doch das folgende Stück ist extrem anstrengend, ein völlig
verwachsener Grasweg, steil aufwärts und mit der glühenden Sonne im Rücken.
Sobald wir den schattigen Wald erreicht haben, machen wir Pause. Dann geht es
im Wald steil bergauf, mitunter ist der Weg morastig und endlich erreichen wir
den Gipfel des Rotsteins und vor allem das Berghotel, das erfreulicherweise geöffnet
hat.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, da wir auf einem Radweg abwärtsgehen, können
wir uns noch Quarkkeulchen gönnen und disponieren auf Empfehlung der Bedienung
um auf Heidelbeerkeulchen mit Holunderblüteneis. Es schmeckt gut, vor allem das
Eis, die Keulchen hätte durchaus etwas mehr sein können. Das Zubereiten hat
doch länger gedauert, aber ich denke, wir schaffen den Zug kurz vor 8 Uhr, denn
sonst müssten wir zwei Stunden warten. Doch der in der Karte ausgewiesene
Radweg entpuppt sich als schmaler Trampelpfad zu einem Aussichtsfelsen und dann
geht es steil im Zickzack und mit Treppen abwärts, die Strecke könnte auch ein
geübter Mountainbiker nur mit geschultertem Rad überwinden.
Danach folgt eine gerade abwärts führende Steilstrecke aus Naturboden und Steinen, später aus Gras und Kies. An der Kirche mit dem schönen Turm vorbei erreichen wir die
Durchgangsstraße von Sohland, der wir lange folgen müssen, der Abzweig nach
Reichenbach ist schlecht markiert, sodass wir ihn fast übersehen. Auf einer
Nebenstraße erreichen wir den Bahnhof, wo wir die Unterführung leider nicht
benutzen können, sondern den etwas weiteren Weg über den Bahnübergang wählen
müssen.

In Löbau haben wir noch den Weg vom Bahnhof zur Kirche zu absolvieren
und wir überlegen, ob wir für heute Abend noch unbedingt etwas einkaufen müssen
oder ob ich auch erst morgen früh einkaufen kann, und entscheiden uns dafür.

3.8.11 Löbau – Reichenbach

Zwei Berge der 1. Kategorie

So könnte man diese Etappe in der Sprache der Tour de France bezeichnen.

Ganz früh stehen wir auf, denn einmal müssen wir packen und zum andern, immer noch eine Wohnung suchen. Aber es hagelt nur Absagen, in 2-3 Tagen hätten wir die freie Auswahl, schließlich entscheiden wir uns für die 3 Tage Variante und müssen dann überlegen, ob wir schon am Samstag heimfahren oder in einem Gasthof oder einem Motel übernachten.

Wir bringen unser Gepäck in die neue Wohnung und der freundliche Besitzer hält einen längeren Smalltalk mit Ingrid, endlich kann ich das Gespräch unterbrechen und darauf hinweisen, dass wir noch eine längere Wandertour geplant haben. Wir fahren zurück nach Löbau, suchen die Sparkasse, um Geld abzuholen und stellen unser Auto an der Kirche ab, netterweise ist der Parkscheinautomat außer Betrieb und so können wir kostenfrei parken. Zunächst geht es noch abwärts und durch das entstehende Gartenschaugelände dann aufwärts. Den Anstieg zum Honigbrunnen bewältige ich mit dem Buggy auf der Straße, während Ingrid den danebenliegenden Wanderweg nutzt.

Vom Hotel Honigbrunnen hat man einen schönen Ausblick nach Norden und Westen, da es schon schön warm ist, wollen wir etwas trinken. Dummerweise lesen wir in der Speisekarte und es gibt mit Spinatquarkknödel ein interessantes vegetarisches Rezept zu einem günstigen Preis und so essen wir zu Mittag.

1.8.11 Cunewalde – Löbau

Der Untergrund bestimmt den Weg

Da es heute zwar trocken, aber noch bedeckt sein soll, ziehen wir die Strecke ab Cunewalde vor und wollen die Bergwanderung dann morgen nachholen. Wir fahren also nach Cunewalde und stellen unser Auto am Ortseingang ab.

Zuerst geht es durch einen kleinen Park und schon hier verzichten wir auf einen Grasweg, auf dem wir vielleicht später zur Straße gekommen wären. Dann geht es auf der Landstraße weiter, der Verkehr hält sich hier in Grenzen, dann biegen wir nach links auf einem mit groben Splitt übersäten Feldweg ein, im Wald können wir auf schönem Naturboden wandern.

 Doch bald wandelt sich der Untergrund in einen Grasweg mit teilweise hohem Gras und – nach drei Tagen Dauerregen – morastigem Grund mit großen Pfützen, sodass die Schuhe schnell durchfeuchtet sind. Daher schenken wir uns den letzten Teil des Waldstücks und wandern auf der Straße weiter. Vor Halbau biegen wir nach rechts auf der Straße ab, dann geht ein kleines Sträßchen im scharfen Winkel nach links ab, doch als der Wanderweg im Grasweg bergauf führt, prüfen wir, ob wir auch auf dem Sträßchen weiterwandern können, was der Fall ist. Von hier hätte man einen schönen Blick auf den Czorneboh, wenn der sich nicht in den Wolken verstecken würde.

Auf Nebenstraßen wandern wir durch Klein-Dehsa, an einem ehemaligen Wasserschloss, heute Schule, können wir durch den Park weiterwandern, aber hohes Gras lässt uns die Variante Straße vorziehen. Schließlich geht es auf einem an Pfützen reichen Feldweg weiter, nach einem kurzen Landstraßenintermezzo geht es bergab in ein Tälchen. Doch jetzt scheint uns eine große Straßenbaustelle den Weg zu versperren, doch wir finden eine Möglichkeit, diese zu überwinden und wandern im Tal durch Oelsa weiter.

An einem kleinen Teich rasten wir und nach gut 300 m will Ingrid was in der Karte nachsehen und stellt fest, wir müssen die Karte vergessen habe. Ich gehe schnell zurück und bemerke, dass wir nicht nur die Karte, sondern auch ein Sitzkissen vergessen haben. Durch die Altlöbauerstraße kommen wir direkt zu unserer Ferienwohnung, wo der Transport des Buggys in den Garten gar nicht so einfach ist, denn er ist offen einfach zu breit für den einen Flügel der Haustür.

Kurz etwas erfrischt mache ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle, um nach Cunewalde zu gelangen. Da der Himmel auf der Rückfahrt immer noch bedeckt ist, fahre ich in den Supermarkt, um einzukaufen. Als ich herauskomme, hat der Himmel große blaue Flecken und die Sonne scheint, sodass wir noch einen Abendspaziergang durch Löbau machen. Während wir die schönen Häuser bewundern, erinnern eine große Schar laut kreischender Krähen an Hitchcocks berühmten Film.

30.7. 11 Gutes Ende einer Irrfahrt im Netz und auf den Straßen

Heute müssen wir wieder umziehen und wir haben noch kein neues Quartier gefunden. Am Morgen haben zur Suche keine Zeit, denn wir müssen nach dem Frühstücken noch packen und das Auto beladen, was bei strömenden Regen besonders viel Spaß macht. Wir sind fast fertig, als 3 min nach 10 Uhr die Putzfrau klopft und fragt, ob sie schon mit der Endreinigung, z.B. mit dem Abziehen der Bettwäsche beginnen könne. Nach einigen min ist der Wagen dann beladen und wir können nach einem kleinen Plausch mit der Besitzerin bezahlen.

Ich fahre bis Bautzen, damit es im Auto warm wird und dann holen wir den PC heraus und Ingrid surft weiter, zwischendurch telefoniert sie auch wieder ohne Erfolg. Mir wird kalt, denn ich bin noch nass vom Regen und so fahren wir weiter und drehen die Heizung auf die höchste Stufe. Als uns wieder warm ist, stelle ich das Auto auf einem Parkplatz ab und Ingrid surft wieder und holt sich telefonisch weitere Absagen. Endlich ein Lichtblick, eine Vermieterin ruft zurück und sie hat nach einer Absage eine Wohnung in der Görlitzer Innenstadt frei.

Wir sagen zu und fahren zur Wohnung. Kurz müssen wir warten, bis die Betreuerin der Wohnung kommt. Von außen hatte das Haus einen sanierten Eindruck gemacht, doch schon die Eingangstür weist auf eine nur übertünchende Renovierung hin, das gleiche gilt das Treppenhaus und die Wohnungseingangstür ist eine Zumutung und die Wohnung wird nicht besser, daher verzichten wir auf die Wohnung, ohne eine andere in petto zu haben.

Ein Besuch bei der Tourist Information in Görlitz bringt auch nichts, am Schluss bleibt nur eine Adresse, die Wohnung wäre auch frei, aber leider dürfte Della nicht mit. Jetzt schaut Ingrid in ihren Aufzeichnungen nach und findet eine Adresse in der Nähe von Löbau. Die Wohnung ist leider nicht frei, aber eine kleine Wohnung könnten wir noch bekommen. Wir fahren hin und Ingrid schaut sich die Wohnung an, doch die ist so klein, dass wir keinen Platz für Dellas Körbchen oder den Koffer haben, also geht die Suche weiter.

Ich überlege, ob wir vielleicht ein Cafe oder eine Gaststätte suchen, wo wir dann vielleicht an einer Steckdose unser Notebook wieder aufladen könnten, dann findet Ingrid noch einen Namen und eine Straße in Löbau, wo es auch eine Ferienwohnung geben soll, aber keine Hausnummer und keine Telefonnummer.

Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben und wir fahren in diese Straße und Ingrid meint, dieses Haus müsste es sein. Da dies direkt an einer Baustelle liegt, lasse ich Ingrid aussteigen und fahre auf den nahegelegenen Parkplatz und warte auf Ingrid, nach 5 min warte ich immer noch, und nach 10 min ebenso, dann kommt sie endlich und wedelt mit einem Schlüssel. Sie hat eine Wohnung gefunden und was für eine schöne und große. Aber alles hat ja einen Haken, so auch die Wohnung, denn es sind weit mehr als 50, nämlich über 70 Stufen bis ins Dachgeschoß. Das Hochschleppen strengt ganz schön an und kaum habe ich alles oben, darf ich schon wieder hinunter, denn ich muss noch einkaufen.

Zum Kochen habe ich allerdings keine Lust und so kaufe ich nur zwei Biopizzen, die wir dann verspeisen und dabei vom Sensationssieg der Heidenheimer Fußballer im Fernsehen erfahren.