Schlagwort-Archive: Martin Luther

Sitzenroda – Schmannewitz

Abendspaziergang

Erst kurz vor Mittag fahren wir zuhause ab, doch dank eines ziemlich flotten Fahrstils nach der Kaffeepause im Marché können wir gegen 16.30 in Falkenhain die Wohnung beziehen. Allerdings müssen wir den Vermieter deutlich machen, dass wir schnell wieder wegmüssen, da wir heute noch wandern wollen und den letzten Bus in Schmannewitz erreichen wollen. Obwohl wir zuerst am Ortsende eine Bushaltestelle suchen, die es nicht gibt, reicht es knapp für die in der Ortsmitte. In Sitzenroda fahren wir bis fast zum Ortsausgang und steigen dort aus.

Auf einer Nebenstraße parallel zur stark befahrenen Durchgangsstraße gehen wir nach Süden, wo wir bei der Lutherlinde auf den Lutherweg treffen. Wenig später lesen wir an der Kirche mit Friedhof auf einer Tafel, dass Luther 1525 hier gepredigt und darin gegen üble Nachrede gewettert hat.

Weiter geht es auf der Seitenstraße des lang gestreckten Dorfes, dabei kommen wir zum Teufels- oder Leichenstein, einem der größten sächsischen Findlinge. Beim Weißen Haus, wahrscheinlich eine Försterei mit neu gepflanzten Farnen am Weg, erreichen wir den Wald. Der Weg steigt leicht, aber lange an, dies ist bei der hohen Luftfeuchtigkeit ziemlich anstrengend. Wir machen kurz Pause und genießen den Kuchen, den ich im Marché gekauft hatte. Wir kommen an zwei besonderen auf Tafeln beschriebenen Bäumen, und dem Mordloch, einem kleinen Tümpel, vorbei. Von der auf Wegzeichen angekündigte Landesbuche sind nur noch Reste eines Baumstumpfs zu sehen.

An der Försterei erreichen wir Schmannewitz und entlang der Straße kommen wir zum Auto. Leider sehen wir keine Kamele, auf denen man laut einem Schild sonntags Reiten kann.

Zum Einkaufen fahren wir nach Dahlen, doch leider wiederholt sich das Spiel von unserer letzten Wanderung. Der Supermarkt wird umgebaut, aber im Internet gibt es keinen direkten Hinweis darauf. So reicht uns gerade noch zu einem Discounter, der um 20 Uhr schließt. In der Wohnung setzen wir uns noch auf die Terrasse, ehe ich das Abendessen mache, wobei ich es nur Ingrid schafft, die modernen Herdplatten in Gang zu bringen.

Besichtigungen in Torgau (2)

Dann widmen wir uns Katharina Luther und besuchen zunächst die Marienkirche, in der sie begraben ist. Nur wenige Schritte entfernt ist in ihrem Sterbehaus ein ihr gewidmetes kleines Museum untergebracht. Luthers Ehefrau wurde als Katharina von Bora geboren und wurde ab dem 5. Lebensjahr im Kloster erzogen. Sie floh 1523 unter Führung des Torgauer Bürger Leonhard Koppe aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma und erreichte über Torgau schließlich Wittenberg. Zwei Jahre später heiratete sie Martin Luther und führte seinen Haushalt im Schwarzen Kloster zu Wittenberg. Einige Jahre nach Luthers Tod flieht sie wegen der Pest aus Wittenberg nach Torgau. Dabei verletzt sich bei einem Unfall kurz vor der Stadt lebensgefährlich, sodass sie einige Monate später, am 20. Dezember 1552, in Torgau stirbt.

Direkt neben ihrem Sterbehaus liegt das Restaurant Herr Käthe, hier wird ein Bezug zu Luther hergestellt, der seine Frau mitunter so bezeichnete. Wir kehren hier zum Abendessen ein und überlegen, was wir morgen noch vor der Heimfahrt unternehmen.