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Wolfschlugen – Neckartailfingen

Ideales Wanderwetter

Heute müssen wir wieder Packen und unsere Ferienwohnung verlassen und leider kommen wir auf der Straße auch nicht ganz so schnell voran. Aber die Regenwolken haben sich verzogen, als wir nach Wolfschlugen kommen. Durch den Ort und ein kurzes Waldstück kommen wir wieder auf den Jakobusweg, um ihn sofort wieder zu verlassen, da wir von einem Aussichtspunkt nach Nürtingen und ins Neckartal schauen wollen. Vorbei an einer Kunstsammlung – im Garten sehen wir einige Skulpturen -, erreichen wir Hardt, durchqueren den Ort und auf der Hochfläche treffen wir auf eine Alpakafarm und die niedlichen Tiere halten uns doch mehr als nur ein wenig auf.

Alpakas stammen aus den südamerikanischen Anden und gehören zur Familie der Kamele, sie sind domestiziert und werden auch ihrer Wolle wegen gezüchtet, auch wenn die Wolle bei uns bisher kaum genutzt. Die ruhigen und friedlichen Alpakas werden in Deutschland in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Jakobuswanderer können sich auch auf der Farm Alpakas für eine Tour als Begleiter mieten.

Mit Blick auf das Neckartal wandern wir Neckar aufwärts, machen in einer Obstwiese Rast, und immer wieder verlocken die Wolken und der blaue Himmel zum Fotografieren. Bald erreichen wir Neckartailfingen, wo sich die beiden Alternativen des Jakobuswegs wieder vereinen.

Endersbach – Plochingen

Heute stelle ich zum ersten Mal auf diesem Blog eine Etappe unserer Wanderung auf dem Jakobusweg von Nürnberg nach Breisach vor, wie schon erwähnt, können Sie die vorherigen Etappen hier nachlesen

Heiß

Da sich der Jakobsweg in Endersbach teilt, hat Ingrid lange überlegt, welchen Weg wir wählen sollen und schließlich entscheiden wir uns, auf beiden Varianten zu wandern. Zunächst gehen wir die längere Route über Plochingen.

Bald verlassen wir Endersbach und gehen auf sonniger Strecke fast ohne Schatten in Richtung Weinberge, die wir bei einer ehemaligen Kapelle erreichen und immer am Fuss entlang gehen wir nach Strümpfelbach. Kurz vor dem Ort sehen wir die ersten Exponate des Skulpturenwegs, die mir aber überhaupt nicht gefallen, um es mal vorsichtig auszudrücken und die ich auch nicht fotografiere, da ist mir mein Speicherplatz zu schade dafür ist.

Strümpfelbach liegt mit seinen schönen Fachwerkhäusern, überwiegend aus den Jahren 1150 bis 1620, ganz romantisch im Tal zwischen Weinbergen, die hier auf eine lange Tradition zurückblicken können, denn der Weinbau wurde bereits in der ersten schriftlichen Dokumentation des Ortes 1265 erwähnt.

Dafür fotografiere ich umso intensiver die prächtigen Fachwerkbauten, die Strümpfelbach den Vergleich mit einem kleinen Rothenburg im Remstal eingebracht haben. Kurz vor Ortsende geht es dann steil bergauf, zunächst über Treppen, dann folgt ein schmaler Pfad durch hohes Gras und nach einem kurzen Stück auf überwiegend steigenden befestigten Weg, kommt immer noch steil aufwärts ein fast zugewachsener Weg. Auf der Höhe wandern wir auf einem Kiesweg bis an den Waldrand. Unter einer Linde machen wir Pause, durch den Wind empfinden wir die Hitze hier weniger intensiv. Wir durchqueren Schanbach und nach einer Strecke am Waldrand, die durch die immer wieder schattigen Teile ganz angenehm ist, kommen wir in den Wald.

Hier will Ingrid wieder mal vom Weg abweichen, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, denn es fahren hier kaum Radfahrer und der Weg ist einigermaßen schattig. Wir gehen also nicht geradeaus, sondern biegen nach links ab und stellen fest, dass hier deutlich mehr Radfahrer unterwegs sind, daher gehen wir bei der nächsten Möglichkeit nicht nach rechts, denn so verläuft der Radweg, sondern gehen geradeaus weiter, um beim nächsten Weg, der in Ingrids ADAC-Karte eingezeichnet ist, abzubiegen. Doch leider kann man diesen Weg bestenfalls noch erahnen, denn er ist komplett zugewachsen. Also müssen wir zurück und gehen auf dem gerade sehr sonnigen Radweg weiter. An einer kleinen Lichtung machen wir auf einer schattigen Bank eine längere Pause und als wir weitergehen, ist die Sonne ja weitergezogen und wir finden auf dem Weg etwas mehr Schatten.

Mitten im Wald steht eine große Holzeule, die wir natürlich fotografieren müssen, als wir den Wald verlassen, befürchte ich wieder einen langen Zickzackweg durch Schrebergärten, doch es führt ein schmaler Weg steil nach unten, wohl ein früherer Weg durch den Weinberg, die vielen Steine sind teilweise feucht und dann rutschig. Leider bietet sich kein Ausblick auf Plochingen und das Neckartal, erst als wir fast unten sind, können wir noch über die Dächer der Stadt zum Hundertwasserhaus schauen.

Von Plochingen fahren wir mit Bahn und S-Bahn über Bad Cannstatt zurück nach Endersbach. Auf der Heimfahrt sehen wir dann einige Fans, die den deutschen Sieg über England bei der WM feiern.