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Kützerhof – Jettchenshof

Da das Wetter am Morgen doch noch sehr trübe ist, haben wir es nicht eilig und starten daher erst kurz nach 11 Uhr in Kützerhof und kommen auch sehr schnell voran, obwohl wir noch einen im Wald gelegenen alten jüdischen Friedhof suchen. In Neukalen reißt dann der Himmel auf und am Hafen machen wir eine längere Rast. Neukalen hat einen historischen Stadtkern mit viele enge Gässchen und kleinen Häusern. Da ein Passant sieht, dass Ingrid die Kirche anschauen möchte, diese aber geschlossen ist, gibt er ihr den Tipp bei der Pastorin zu läuten, als diese nicht da ist, verweist er Ingrid auf ein weiteres Nachbargebäude, wo sie den Schlüssel erhalten könne und so wird für Ingrid die Kirche aufgeschlossen.

Auf einer nur wenig befahrenden Straße ohne jeden Schatten gehen wir weiter, kommen an einem kleinen See mit klarem Wasser vorbei, Della geht natürlich hinein, wühlt dabei den Schlamm auf und kommt fast so dreckig wie vor einigen Tagen aus dem Wasser. Wir steigen nun einen Waldweg hinauf und mit einem steten Bergauf-Bergab kommen wir zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Salem am Kummerower See. Die Frage ist nur, wie steuern wir Salem an, gehen wir zur Feriensiedlung oder zur Dorfmitte, wir tun das letztere, das wie vieles, eine gute und eine schlechte Seite hat. Die schlechte, wir kommen nicht ans Wasser, die gute, wir haben noch eine Chance unseren Bus zu erreichen. Aufwärts zum Wald, nach einer kurzen Verunsicherung über den weiteren Weg finden wir den richtigen. Kurz hält uns noch ein Frosch in einer Pfütze auf, doch wir müssen uns beeilen und können nicht mehr nach der Reiherkolonie schauen, wir hören nur die Vögel und sehen sie fliegen.

Aber nur noch wenige Minuten, bis der Bus kommen müsste. 3 Minuten vorher sind wir da und der Bus hat knapp 5 Min Verspätung, also gut geschafft. Wir fahren bis Wagun und der Fahrer nimmt uns noch einige hundert Meter weiter mit, so dass wir es nur noch knapp 1,5 km bis zu unserem Auto haben, da Della einen müden Eindruck macht, gehe ich schneller voraus, doch da will Della wieder hinterher rennen, also wartet Ingrid, bis ich außer Sicht bin.

Als ich in der Ferienwohnung auf den Balkon gehe, höre ich direkt unter mir ein Klopfen, als ich hinunter-schaue klopft Isidor, so hat Ingrid den Hausstorch getauft, an die Fenstertür, so als wolle er Eintritt erlangen, wahrscheinlich sieht er aber nur sein Spiegelbild in der Scheibe.

Dargun – Aalbude, Demmin

Zuerst besichtigt Ingrid die Kirche in Dargun, die zufällig geöffnet ist und dann wandern wir am Klostersee entlang. Della nimmt ein Bad an einer scheinbar sauberen Stelle und versinkt fast im Schlamm und kommt schwarz gesprenkelt heraus. Erst nach 2 weiteren Bädern ist sie soweit wieder sauber, dass sich ihr Fell wieder fast ganz von selber reinigt. Wir schauen uns die großartige Kloster- und Schlossruine in Dargun von außen an, dann gehen wir zunächst entlang der Draisinengleise – allerdings sehen wir keine Draisine, auch nicht als wir später wieder auf die Gleise treffen und dort sogar Pause machen – in den Wald.

Der Weg ist gut ausgeschildert, allerdings wird unser Ziel die Aalbude zunächst nicht aufgeführt, denn es wird immer nur der Darguner Wanderweg erwähnt, erst 3 km vor dem Ziel – beim Kützerhof – erscheint erstmals die Aalbude auf dem Wegweiser, allerdings an einer Kreuzung nach rechts, wo eigentlich der Weg nach links der Wanderkarte entsprechen würde und geradeaus der kürzeste Weg, da aber in dem Bereich mit moorigen und sumpfigen Gebieten gerechnet werden muss und wir um 16 Uhr das Schiff erreichen müssen, gehen wir den sicheren,  ausgeschilderten Weg, der leider über eine schier endlose staubige Straße führt.

Doch wir sind rechtzeitig an der Aalbude und lassen uns mit der Personenfähre, die aber nicht so idyllisch wie auf Rügen ist, übersetzen und wenig später legt das Ausflugschiff an und bringt uns durch die Natur belassene Flusslandschaft der Peene in einer guten Stunde nach Demmin. Hier gehen wir zum Marktplatz und schauen dann an der Bushaltestelle, wann die nächsten Busse nach Dargun abfahren, es fährt aber nur noch ein Linientaxi in einer einen halben Stunde, sehr lange zum warten, aber zu kurz um noch etwas zu unternehmen.

Dann mit etwas Verspätung kommt das Kleinbustaxi, das aber bis auf 2 Plätze schon belegt ist, die Fahrerin weigert sich zunächst strikt, Della mitzunehmen, denn in ihren Taxis würden grundsätzlich keine Hunde befördert, als Ingrid sie daraufhin weist, dass sie hier ja als Bus fungiere, führt sie mit ihrem Handy noch verschiedene Telefonate. Demonstrativ ziehe ich etwas zu schreiben heraus und notiere mir die Autonummer. Wenig später ist sie bereit, uns mitzunehmen, allerdings solle Della in einen nicht geraden sauberen, dunklen Kofferraum eingesperrt werden, was wir allerdings ablehnen. Wir rufen dann in Dargun ein Taxi an, das uns in Demmin abholt und zu unserem Auto bringt. Wir wollen uns eine Pizza vom Pizzaexpress in Lelkendorf in die Ferienwohnung bringen lassen, doch der hat heute Ruhetag, aber aus Neukalen erhalten wir dann doch 2 Pizzen, wenn auch die beiden jungen Damen Schwierigkeiten haben, das Schloss zu finden.

Während des Abendessen läutet es und der Schlossbesitzer will uns in unserer Wohnung willkommen heißen und sich erkundigen, ob alles unseren Vorstellungen entspricht, was wir bis auf den fehlenden Internetanschluss bestätigen können, hier bietet er an, in seinem Büro die entsprechenden E-Mailabrufe zu tätigen, dies ist zwar schon günstig, aber nur ein kleiner Ersatz für das normale Surfen, wegen des Wetters oder der weiteren Unterkünfte. Wir unterhalten uns noch kurz übers Wandern und Radwandern.