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Bad Düben – Pressel (1)

Pech gehabt

Als Ingrid in Bad Düben bei der Ferienwohnung anruft, wo wir vor einigen Wochen bereits waren, ist diese zwar frei, aber nur für zwei Tage. Das ist uns eigentlich zu wenig und wir sagen ab Leider finden wir keine andere und da Ingrid auf keinen Fall heimreisen will, entscheiden wir uns die Wohnung 2 Tage zu buchen. Doch der Vermieter ist noch unterwegs und wo seine Frau gerade ist, weiß er nicht. Wir fahren auf Gut Glück hin und da will die Vermieterin gerade wegfahren. Sie hat aber noch Zeit, uns in die Wohnung zu lassen und uns zu sagen, wir könnten bis Freitagmorgen bleiben.

Wir starten unsere Wanderung an der vor einigen Jahren neu gepflanzten Lutherlinde, an der wir auch auf unserem sächsisch-anhaltinischen Lutherweg vorbeigekommen sind.

Bad Düben hat heute knapp 8.000 Einwohne, sie wurde als Burg Diblin 981 erstmals erwähnt, die Burg ist heute noch das Wahrzeichen der Stadt und beinhaltet heute ein in Sachsen einmaligen Landschaftsmuseum. In der Burg wurde 1533 der berühmte Rechtsstreit zwischen Hans Kohlhaas und dem Junker Zaschnitz verhandelt, das Ergebnis befriedigt Kohlhaas nicht und da auch weitere Versuche Gerechtigkeit zu erlangen, wird er zum Rächer und endet schließlich am Galgen

Vor der Völkerschlacht bei Leipzig wohnte Napoleon drei schreckliche Tage auf der Burg, wie er es selbst beschrieb

Die kleine Stadt liegt in der nach ihr benannten Heide mit einer Gesamtfläche von rund 1000 km2, mehr als die Hälfte davon ist eine geschlossene Waldfläche. In den Landschafts- und Naturschutzgebieten findet man viele geschützte Pflanzen und Tiere, so der Sonnentau, verschiedene Orchideenarten, der Schwarzstorch und der Elbebiber.

Durch die Wittenberger Straße, einer Wohnsiedlung mit vielen Bäumen und teilweise großen Gärten kommen wir zur Bundesstraße und der Dübener Bockwindmühle. Sie stand seit 1840 in Glesien, nördlich von Leipzig und war bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in Betrieb. Wegen des Ausbaus des Flughafen Leipzig-Halle musste sie ihrem Standort verlassen und wurde in Bad Düben wieder aufgebaut und rekonstruiert.

Nach wenigen Schritten sind wir im Kurpark, gehen am Teich entlang zur Obermühle, die gerade saniert wird. Wir bleiben im Kurpark, vorbei an Kurhaus und Waldklinik kommen wir zum Kurgarten, in dem derzeit viele Rosen blühen. Durch den Friedhof und das Pesttor erreichen wir die Stadtkirche. Wir besuchen Burg Düben und sehen die interessante Schiffsmühle, die früher auf der Mulde ihren Dienst getan hat. Auf der strömungsreichen Mulde gab es zwischen Eilenberg und Bitterfeld um 1800 9 Schiffsmühlen. Jede Schiffsmühle besteht aus 2 Schiffen, das Hausschiff mit dem Mahlwerk und das Wellschiff mit dem großen Schaufelrad. 1956 wurde der Betrieb der letzten Schiffsmühle eingestellt.

Als nächstes gehen wir unter der Straßenbrücke kurz an der Mulde entlang und kehren über die Stadtmühle, die heute nicht mehr als Mühle zu erkennen ist, in die Dübener Altstadt zurück.

Am Rathaus warten wir einige Minuten, um unterhalb der Uhr die beiden Geißböcke beobachten zu können, die hier zu jeder vollen Stunde mit den Köpfen zusammenstoßen sollen, aber sie treffen sich um Haaresbreite nicht. Das ursprüngliche Uhrwerk wurde 1716 bei einem Stadtbrand zerstört und 2002 erhielt die Uhr zwei neue Ziegenböcke, an der Rückseite gibt es die Inschrift: „Möge in diesem Haus kein Bockmist gemacht werden.“

Zang -Itzelberg (2)

5 elserhaus eVom Herwartstein haben wir schöne Ausblicke nach Königsbronn und ins Brenztal. Die Gemeinde mit etwas mehr als 4300 Einwohnern im Hauptort hat mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster, das bereits im 16. Jahrhundert aufgelöst wurde, eine 650 Jahre alte Tradition als Standort der Eisenverhüttung und -verarbeitung.

Leider ist es zu kühl und zu windig, um bei der Ruine eine Pause einzulegen. Wir müssen wieder zurück zum Weg und gehen an der oberen Hangkante am Waldrand entlang in Richtung Itzelberg. Dann geht es in lan-gen Serpentinen über-wiegend steil und später auf einem Pa-noramaweg ins Brenztal hinunter.4 itzelberg e

Rückblickend können wir trotz des sich entwickelnden Laubs den imposanten  Fels des Herwartsteins er-kennen. Von hier wären es nur wenige hundert Meter zum Rathaus mit der schönen Rokokofassade und dem Brenzursprung, daher überlegen wir kurz, ob wir nicht einen Abstecher dorthin machen sollen. Doch heute verzichten wir darauf, aber bei den folgenden Etappen müssen wir uns überlegen, ob wir uns dann nicht die Orte näher anschauen sollten, denn fast immer umgeht der Albschäferweg sie bzw. berührt sie nur am Rande.

Im Tal sind wir bald am Itzelberger See, den die Brenz durchfließt, und wandern am Südufer 7 baum am ufer eentlang, dabei sehen wir mehrere brütende Blesshühner in Ufernähe. Der gut 8 ha große See wurde von den Mönchen des Klosters Köngsbronn als Fischteich künstlich angelegt. Nach einer großen Entschlackungsaktion vor knapp 60 Jahren entstand am Einlauf der Brenz ein Feuchtbiotop, die Vogelschutzinsel, ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet, das vielen Vögeln auch als Winterquartier dient. Ob der im Sommer neuerdings vorhandene Bootsverleih für die Tiere so angenehm ist, wage ich doch zu bezweifeln, auch wenn die Vogelschutzinsel weiträumig abgesperrt ist.

Die Teterower und ihr Hecht

Hier die Kurzfassung der Geschichte.

An einem Frühlingsmorgen fuhr der Stadtfischer mit seinen Knechten auf den Teterower See hinaus und fanden im ausgelegten Netz einen Hecht von nie gesehener Größe, wohl der Ururgroßvater aller Teterower Hechte. Da sie ihn nicht ins Boot heben konnten, wollten die Fischer das Netz hinter sich herziehen, doch da der Hecht in die andere Richtung zog, dauerte es sehr lange, bis am Steg ihr Boot anbinden konnten.

Was tun mit dem Riesenhecht? Da kam dem Ratsherrn der Gedanke, den Hecht bis zum nächsten Königsschuss in drei Monaten, einem bekannten Stadtfest, das viele Besucher anlockte, aufzubewahren, um ihn dann in einem eigens zu fertigenden Riesentopf zu braten. Doch wo und wie aufbewahren, der Fischer hatte nur das eine Netz und fressen musste der Hecht auch in der Gefangenschaft. Da setzten sich die Ratsherren zu einer langen Beratung nieder.

Man entschied den Hecht in die Freiheit zu entlassen, ihm aber eine kupferne Glocke mit Halsband umzuhängen. Nach 4 Tagen fasten, war der Hecht so schwach, dass man ihm das Halsband umlegen und ihn ins Boot legen konnte. Der Fischer, seine Knechte und der Bürgermeister fuhren mit dem Hecht hinaus. Ein paar hundert Schritt hinaus im See, sollte der Hecht wieder in sein Element entlassen werden und der Bürgermeister schnitt mit seinem Messer eine Kerbe in die Bootswand: Sollte der Hecht seine Glocke verlieren, dann findet ihr mit der Kerbe ganz einfach den Ort, wo wir den Hecht ausgesetzt haben.

Als der Fischer dann zum Königsschuss den Hecht wieder einfangen wollte, konnte er die Glocke nicht hören und auch die Kerbe nutzte nichts. Die Nachbarn und Besuchern, denen man den Wunderhecht angekündigt hatten, schütteten sich vor Lachen über die Teterower aus. Um aus der Not eine Tugend zu machen, kamen die Bürger auf die Idee, den Hecht mit Glocke in Stein hauen und mitten auf den Markt stellen zu lassen.