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Idee und Umsetzung

Nachdem wir von den Lutherwegen erfahren haben, war es uns klar, dass wir im Vorjahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums auf diesen Wegen wandern wollten und wir wählten als Beginn den am längsten bestehenden Weg, nämlich den in Sachsen-Anhalt, den wir in Luthers Geburtsort Eisleben beginnen und als seinen Sterbeort auch beenden, auf der Wanderung besuchen wir natürlich auch Wittenberg, den Ausgangsort der Reformation.

Nachdem wir den sachsen-anhaltinischen Lutherweg beendet hatten, fahren wir quer durch Sachsen-Anhalt nach Sachsen, genauer gesagt, nach Bad Düben. Diesen Ort haben wir auf unserem ersten Lutherweg bereits berührt und den Anschluss des sächsischen erreicht.

Wie so oft sind wir aus unterschiedlichen Gründen auch auf dieser Wanderung von der vorgesehenen Route und der Reihenfolge der einzelnen Etappen abgewichen. Mal haben wir es geschafft, Straßen und Radwege zu vermeiden und dafür angenehmere Wanderwege gefunden, mal mussten wir, um öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen, den Lutherweg verlassen, mal wollten wir etwas uns Interessierendes sehen, auch wenn es nicht zum Wanderweg gehört.

Die Gründe für die Veränderung der Reihenfolge der einzelnen Etappen lagen im öffentlichen Nahverkehr – manche Verbindungen gibt es nicht am Wochenende – und an der Witterung, so haben wir an heißen Tagen z.B. eine Waldwanderung dem freien Feld vorgezogen.

Den längsten Lutherweg in Mitteldeutschland, den thüringischen, haben wir zwischenzeitlich in Altenburg begonnen.

Unser sächsischer Lutherweg

In den letzten Tagen haben wir den sächsischen Lutherweg, den wir im letzten Jahr schon begonnen hatten, beendet. Er führte uns über fast 600 km von Bad Düben über Grimma nach Leisnig und Döbeln. Dabei besuchten wir u.a. die Burgen und Schlösser in Colditz, Kriebstein, Rochlitz und Wolkenstein.

Der südlichste Punkt war Zwickau, ehe es dann über Crimmitschau ins thüringische Altenburg ging. Über Leipzig kehrten wir dann nach Bad Düben zurück.

Anschließend hatten wir noch einige Tage Zeit, den Lutherweg in Thüringen zu beginnen, der uns mit seinen mehr als 900 km wohl die beiden nächsten Jahre beschäftigen wird.

2.8.11 Ebendörfel – Cunewalde (2)

Fast in der Direttissima geht es abwärts nach Cunewalde. Obwohl wir zu unserem Auto nach links gehen müssten, gehen wir noch einen guten Kilometer nach rechts und besuchen die (?) größte Dorfkirche Sachsen, von deren ehemals gut 3000 Sitzplätzen sind nur noch knapp 2000 erhalten, wie uns bei der Besichtigung der ehemaligen Pfarrer erklärt.

Interessant auch der Umgebindepark mit heute 15 Hausmodellen, überraschend ist die Besichtigung kostenlos. Jetzt geht es nach Osten und wir können verschiedene schöne Umgebindehäuser in voller Größe bewundern. Am Automuseum steigen wir den Berg hinauf und beobachten einen cleveren Storch, der ganz nah bei einem pflügenden Traktor auf Nahrungssuche ist und sich durch den Krach des Motors und das Fahren überhaupt nicht stören lässt. Da man hier auch mit Wanderzeichen geizt, gehen wir kurz in die Irre und müssen von einem ehemaligen Aussichtspunkt über Treppen absteigen und später eine Straße wieder aufwärtsgehen, ehe wir durch den kleinen Polenzpark zu unserem Auto kommen. Jetzt beginnt die Suche nach der nächsten Ferienwohnung, denn bisher hat Ingrid nur 2 oder 3 Anrufe getätigt. Wie während des ganzen Urlaubs bekommt am Abend Ingrid nur Absagen, nachdem sie nach einem längeren Plausch mit der Wohnungsbetreuerin beim Zahlen hatte.

Eine Zusage für 3 Tage könnten wir haben, aber wir brauchen vier und so sagen wir ab, dann endlich ein Lichtblick, eine Zusage, nicht gerade billig, aber besser als gar nichts, dann schaut Ingrid im Internet nach, die Wohnung hat nur zwei Schlafzimmer, dafür keinen Wohnraum. Dafür ist es zu teuer, und so teilen wir dem Vermieter am anderen Morgen mit, dass wir es uns anders überlegt haben, wobei dieser dann von ihm entstandenen Kosten sprach, aber es dabei beließ.

Roßwein – Nossen (2)

Das Kloster wurde 1162 von Markgraf Otto, dem Reichen gegründet und von den Ziesterziensern aufgebaut und diente auch als Grablege der Wettiner. Altzella entwickelte sich zu einem der wichtigsten Klöster Mitteldeutschlands, hier lebten bis zu 250 Mönche und beherbergte eine bedeutende wissenschaftliche Bibliothek. Nach der Reformation wurde das Kloster 1540 aufgelöst und von sächsischen Landesherren in Besitz genommen. Teile der Klosteranlage wurden abgerissen, um Baumaterial für die Nossener Stadtkirche und das Schloss zu erhalten. 1804 wurde das Mausoleum im klassizistischen Stil vollendet, nachdem die vorherige Gragkapelle unvollendet blieb.

Wie besuchen den interessanten Klosterpark mit seinen Ruinen und dem Mausoleum, naja, den Klostergarten haben wir – ich meine glücklicherweise – übersehen, dann essen wir noch einen Kuchen im hübschen Gartencafe der Anlage. Auf dem Radweg, der aber überwiegend auf der Straße verläuft, erreichen wir das bereits 1185 erstmals urkundlich erwähnte Nossen, um dort festzustellen, dass es auch einen Fußweg gegeben hätte. Am Bahnhof vorbei steigen wir in Nossen hoch und schauen uns die Kirche und das Schloss von außen an.  

Das Renaissanceschloss Nossen liegt hoch auf einen Felsvorsprung über der Freiberger Mulde und hat eine fast 850 jährige Geschichte. Es wurde als Ritterburg, Bischofs- und Abtsitz sowie als kurfürstliches Jagd- und Amtsschloss genutzt. Man  findet Spuren aus dem Mittelalter ebenso wie aus der kurfürstlichen Zeit, z.B. mit den Bemalungen der Wand- und Deckenbereiche aus der Renaissance. Heute kann man das Schloss mit den historischen Räumen, dem Gewölbe und dem Verlies im Rahmen eines Museumsbesuchs anschauen. Teile der Anlage dienen heute auch privaten Wohnzwecken.

Dann machen wir noch einige Bilder vom Marktplatz, da hier aber der Verkehr durchrollt und es keine angenehme Möglichkeit zum Sitzen oder Einkehren gibt, entscheidet sich Ingrid, mit ins Tal zum Bahnhof zu gehen und auch mit dem Zug nach Roßwein zu fahren.

Roßwein – Nossen (1)

Überraschungen

Da heute kein Druck durch einen Bahnfahrplan besteht, lässt es Ingrid heute langsam angehen und so kommen wir eine Stunde später weg als gestern. Da es nicht klar ist, wie es vom Bahnhof Roßwein weitergeht und Wanderzeichen fehlen, fahren wir noch kurz mit dem Auto umher und finden tatsächlich ein Wanderzeichen, das uns auf den rechten Weg führt. Nach den Erfahrungen von gestern, stellen wir heute unser Auto im Schatten eines Baums ab und der Schatten hält bis zum Abend an.

Schon kurz nach dem Start geht es steil eine Straße bergauf und Della macht es sich in ihrem Buggy gemütlich, doch dann können wir auf halber Hanghöhe auf einem Naturpfad weiterwandern und das nutzt Della, um mal wieder ihre Beine in Bewegung zu setzen und in einem kleinen Bächlein zu saufen. Doch kurze Zeit später wird der Weg kiesig und kurz vor Gersdorf kommen wir auf eine Straße. Der kleine Ort um ein ehemaliges Rittergut hat einiges Sehenswertes, auch wenn die meisten Gebäude durch eine Sanierung viel gewinnen würden, wie das Gutshaus, das Schloss oder das Backhaus, die alte Schmiede ist eine Ruine und wird wohl nicht mehr wieder hergestellt werden können.

Am meisten beeindruckt jedoch die mehr als 600 Jahre alte Edelkastanie, an der wohl ältesten in Sachen hat natürlich der Zahn der Zeit stark genagt.

Durch den Wald geht es wieder abwärts, vorbei an einem hübsch gelegenen, aufgestauten kleinen See und vielen Hinweisschildern auf den Bergbau, den es bis Ende des 19. Jahrhunderts hier gegeben hat. Wir erreichen auf der Hochfläche eine Straße, die wir aber nach wenigen Metern verlassen können, jetzt geht es steil hinab ins Muldental und im Tal gehen wir nach Osten weiter, machen direkt am Wasser Rast und erreichen im Tal bald das ehemalige Kloster Altzella. Wir betreten die Anlage, die mit einer 1,5 km langen Bruchsteinmauer umgeben ist durch das Westportal, dessen lichte Öffnung von 4,89 x 5,26 m weitet sich in 3 Abtreppungen auf 10 x 7 m, dabei ist zu berücksichtigen, dass das Tor um ca. 1,60 m aufgeschüttet. wurde.

Verlauf Rennsteig-Neiße

Wir starteten vor 3 Jahren diese Wanderung in Blankenstein, am Beginn des Rennsteigs, das wir auf unserer Wanderung von der Ostsee an den Bodensee besucht haben und wandten uns sofort nach Osten. Über das Schleizer Dreieck erreichen wir das schöne Greiz und später die Autostadt Zwickau. In den folgenden beiden Jahren war uns das Wetter leider nicht hold und so kamen wir nur wenig voran.

Viele Burgen und Schlösser können wir auf dem Weg nach Osten erleben, wie z.B. ín Rochlitz, Colditz oder Leisnig und interessante Flusslandschaften wie die Zwickauer Mulde.

Dann machen wir durch das Zschopautal einen Abstecher nach Chemnitz.

Insgesamt umfaßt die Wanderung durch Thüringen und Sachsen etwas mehr als 700 km, davon 300 km in dem 4. Teilstück, das ich hier im Blog genauer vorstelle.

Neue Fernwanderung im Blog

In unserem diesjährigen Wanderurlaub haben wir unsere Fernwanderung Rennsteig – Neiße mit dem 4. Teilstück von Döbeln (Westewitz) in Görlitz an der Neiße beendet und ich möchte Ihnen diese Wanderung in den folgenden Wochen gerne vorstellen, über die ersten Teile der Wanderung habe ich in meinem Vollwertblog in den vergangenen Jahren schon geschrieben, Sie können sich also dort schon informieren, was auf den ersten Teilstücken erlebt haben.

Dieses Mal waren es rund 300 km, die wir gewandert sind, leider gab es auch zweimal einige Regentage, an denen wir leider nicht wandern konnten, dafür konnten wir uns teilweise mit Besichtigungen entschädigen.