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Schleife – Bohsdorf

In die Irre gegangen

Nach der doch nicht so kurzen Anfahrt stellen wir unser Auto bei der interessant aussehenden, aber geschlossenen Kirche in Schleife ab, dabei nehmen wir in Kauf, dass wir am Abend vom Bahnhof noch ein längeres Stück zum Auto gehen müssen. Wir verlassen den Ort durch ein Gewerbegebiet und einem nicht befahrenen Ortsverbindungsweg, vermeiden damit die Straße, auf der der ausgeschilderte Wanderweg verläuft. Nach knapp 2 km müssen wir doch auf der kaum befahrenen Straße nach Lieskau wandern, dort überrascht uns ein renoviertes Schloss.

Dann gehen wir an einem Teich vorbei, überqueren die Bundesstraße und gehen auf einem sehr schönen Waldweg direkt nach Reuthen, wo es einen interessanten, ca. 38 ha großen Landschaftspark gibt. Die Größe wird uns noch etwas zu schaffen machen, doch zunächst schauen wir uns eine pittoreske Kirchenruine an. Mit Blick auf den fast mit Seerosen zugewachsenen Gutspark Reuthen

Schlossteich machen wir Rast, bis dahin ist auch alles in Ordnung.

Doch dann will Ingrid den Gutspark in die Weiterwanderung einbeziehen, auf der Karte sieht alles ganz einfach aus, doch die vielen Bögen und Wendungen lassen sich nicht von der Karte in die Natur übertragen, so kommen wir schließlich zu weit nach Osten. Schon bald empfehle ich umzudrehen, doch Ingrid hofft weiter, dass wir irgendwann auf einen quer verlaufenden Radweg stoßen werden. Nach sehr langer Zeit und einer erheblichen Wegstrecke trifft dies dann tatsächlich zu. Jetzt müssen wir auf dem Radweg nach Westen wandern und Ingrid will schon wieder einen nicht markierten Wanderweg wählen. Diesmal weigere ich mich und wir bleiben weiter auf dem Radweg. Dann steigen wir weiter nach rechts hoch und haben einen nicht ungestörten Blick auf den Felixsee, auch dieser See ist das Ergebnis des mehr als 100-jährigen Braunkohleabbaus. An seinem Ufer entstand seit den 70-iger Jahren eine Bungalowsiedlung.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, der vorgesehene Bahnhof ist viel zu weit entfernt und auch den letzten Bus in Bohsdorf schaffen wir nicht. Wir überlegen, sollen wir ein Taxi von Spremberg kommen lassen, nicht ganz billig. Günstiger wäre es, wenn wir eins aus Döbern kommen lassen könnten, dann mit dem Bus nach Weißwasser, mit dem Zug nach Schleife und dann zu Fuß zum Auto. Wir entscheiden uns für die Variante, nachdem die Busverbindung abgeklärt werden konnte, und lassen das Taxi kommen. In Döbern müssen wir noch Geld abheben, für das Taxi wird es reichen, aber nicht mehr für Bus und Bahn und dann wird die Zeit knapp. Im Gespräch mit dem Taxifahrer, der aus Zeitgründen mit seinem Privatwagen gekommen war, erzählen wir die vorgesehene komplizierte Variante. Er überlegt kurz, macht uns dann einen Festpreis nach Schleife. Die Fahrt wird er wohl dem Finanzamt nicht melden. Ich überschlage kurz, das wäre höchstens 6-8 Euro teurer als die geplante Variante, dafür wären wir gut 2 Stunden schneller und wir nehmen sein Angebot an.

So haben wir noch Gelegenheit, den schönen Garten zu genießen und zu überlegen, wie wir morgen wieder weiterwandern können und wie wir unsere nächste Unterkunft finden können. Leider kommen wir zu keinem befriedigenden Ergebnis.

4.8.11 Reichenbach – Jauernick

Vereinzelt Gewitter, sagte wetteronline, zum Teil heftige Gewitterschauer, sagte der
Wetterbericht im Radio, aber davon lassen wir uns nicht abhalten. Wir fahren
zunächst nach Sohland, um dort die beiden Mühlen anzusehen, wozu uns gestern
die Zeit gefehlt hatte. Dann stellen wir unser Auto direkt am Bahnhof
Reichenbach ab und das wäre fast noch zu weit gewesen. Zuerst müssen wir auf
einer gut ausgebauten und mäßig benutzen Landstraße nach Südosten gehen, der
Himmel ist bedeckt und es ist schwül. Nach ca. 2 km können wir in einen
Waldweg einbiegen, der sich zur nächsten Straße durch ein schmales Waldstück
schlängelt. Vom Waldrand können wir nochmals die Sohlander Bocksteinmühle
sehen.

Jetzt geht es
auf eine kaum befahrenen Straße durch den Wald. Hier sind viele Wanderzeichen
zu finden, doch bei der nächsten Gabelung keins, und auch als wir dem Weg
weiterfolgen, vermissen wir die Wanderzeichen, erst spät kommt der blaue Punkt
wieder, der uns auf einem schmalen Pfad in den Wald hinein- und um einen Berg
herumführt. Nach einer kurzen Rast auf einer einigermaßen windgeschützten Bank
geht es in der Sonne weiter, denn zwischenzeitlich die Bewölkung immer größere
Risse bekommen. Wir kommen am Eselshof vorbei, doch die Besitzer machen Urlaub,
sodass wir uns auf unserem Weg nicht beirren lassen. Dann zeigt das
Wanderzeichen vom befestigten Weg auf einen Naturweg und wir treffen auf einen schönen Seerosenteich. Doch dann endet der Weg und wir sind uns nicht ganz klar, ob wir
zwischen Ziegen hindurch über eine Wiese gehen können oder nicht. Wir
entscheiden uns auf den Waldweg zurückzukehren und einen etwas längeren Bogen
zu machen, um das Waldhaus zu erreichen. Noch 2 Stunden Zeit bis zur Abfahrt
des Busses und noch 6 km laut Wandertafel, das könnte knapp werden.