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Pressel – Weidenhain (2)

Nach wenigen hundert Meter verlassen wir diesen nach rechts, denn wir wollen statt nach Roitzsch zu wandern, den Zadlitzbruch im Pressler Heide- und Moorgebiet besuchen. Hier wurde vor mehr als 60 Jahren letztmalig Torf für Heizzwecke gestochen und man findet viele seltenen Pflanzen, wie Adlerfarn, Sonnentau oder die breitblättrige Kuckucksblume.

Mit vielen Wendungen kommen wir zu einer Landstraße und erreichen dort das Bruch. Wir sehen zunächst nur wenig offene Wasserflächen und wandern dann auf einem schmalen Pfad in einer gewissen Entfernung zum Gebiet des Bruchs, sehen aber immer das hohe Schilf. Der Weg wird immer schmaler und lässt sich in den bis zu 2 m hohen Farnen kaum erahnen.

Nach einer kurzen Pause in einem Waldbereich fast ohne Farne wird es noch schwieriger, von oben sieht man keinen Weg mehr, trotzdem schaffen wir es zu einem breiteren Weg, der dann als kleiner Damm durch das Moor hindurch geht, ganz nahe sehen wir Wollgras.

Nach dem Dammweg biegen wir wieder in einen schmalen Pfad ein, der in nordwestlicher Richtung, also fast entgegengesetzt zu unserem Ziel, am Bruch entlang fährt, zweimal können wir ganz nahe an den Bruch herangehen und sehen Wollgras und Sonnentau in großer Menge, sodass ich Ingrid mehrmals frage, ob sie sicher sei mit dem Sonnentau, aber sie ist sich ganz sicher.

Endlich erreichen wir den Weg Nr. 7, auf dem wir auf Gras nach Osten gehen können. Vorbei an einem ehemaligen Ausflugslokal gehen wir auf einem gekiesten Waldweg weiter, als dieser nach rechts abbiegt, gehen wir auf einem schmäleren Weg geradeaus und hoffen, dass dies auch wirklich der Weg 1 ist, was wir gut eine Stunde später bestätigt bekommen, als wir wieder auf den Lutherweg treffen.

Im Wald wird es immer dunkler, aber Ingrid meint, das sei kein Problem, sie habe ja einen Schirm. Wir kommen aus dem Wald und sehen in einiger Entfernung Weidenhain, unser Ziel. Jetzt beginnt es zunächst leicht zu tröpfeln, Ingrid holt ihren Schirm heraus und ich meinen Anorak. Es regnet immer stärker, dann schüttet es heftig, wir beeilen uns, aber der Ort kommt und kommt nicht näher. Dann haben wir ihn endlich erreicht und suchen jetzt den kürzesten Weg zur Bushaltestelle, dabei bekommen wir den Regen nicht wie bisher von hinten sondern auch von der Seite ab.

Endlich erreichen wir die überdachte Haltestelle und können etwas abtropfen. Nach wenigen Minuten kommt als Rufbus, den Ingrid unterwegs bestellt hatte, ein Taxi, das uns mit zwei anderen Fahrgästen nach Pressel bringt. Dann fahren wir schnell in die Wohnung, damit wir die nassen Kleider rasch ausziehen können.