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Lübbenau – Neu Zauche

Idyllische Fließwanderung und anderes

Für unsere Verhältnisse früh, sind wir schon vor 10 Uhr im ca. 700 Jahre alten Lübbenau, dem Tor zum Spreewald. Lübbenau benötigte nie eine Stadtmauer, sie wurde durch den Spreewald vor Angriffen geschützt, denn erst 1703 gelangte man über einen Deich in den Nachbarort Boblitz, vorher war Lübbenau nur auf dem Wasserwege erreichbar.

Jetzt müssen wir einen Parkplatz finden, der Erste, gar nicht so weit vom Marktplatz, ist uns zu teuer, 5 € pro Tag. Also suchen wir weiter und werden scheinbar fündig, 2 € klingt gut, doch der Preis gilt nur, wenn man mit dem Betreiber auch eine Kahnfahrt macht, sonst kostet es das Doppelte, aber immer noch ein Euro gespart. Wir zahlen und erfahren, dass der Parkplatz um 18 Uhr geschlossen wird. Da werden wir noch nicht da sein, also Rückabwicklung. Als der Chef das sieht, kommt er zu uns und bietet uns an, auf einem nahegelegenen Pensionsparkplatz unser Auto abzustellen, da könnten wir bis morgen früh parken. Er erwähnt dann noch, dass die Mitarbeiterin neu sein und daher den Trick noch nicht kannte.

spreekähne in LübbenauBald sind wir am Hafen, schauen uns um, heute ist es hier noch ruhig, nur einige Ochsenkähne, so die ursprüngliche Bezeichnung für die Kahngröße, die heute die Touristen befördern, warten auf ihre Beladung, doch noch sind die Touristen rar. An einem sonnigen Sonntag sieht es hier ganz anders aus.

Wir erreichen über den historischen Marktplatz mit der barocken Nikolaikirche, der alten Post-meilensäule und dem modernen Sagenbrunnen den Wanderweg zur Wotschowska, ei-nem mitten im Spreewald gelegenen Gasthaus.

Burg – Lübbenau

Glück gehabt

Und das sogar zweimal. Der Start in Burg verzögert sich nicht unwesentlich, weil ich meinen Autoschlüssel einfach nicht mehr finde. Ich suche überall, ich leg mich fast auf Boden, um unter das Auto zu schauen. Da wir im Kofferraum verschiedene Tüten haben, werde ich erst fündig, als ich jeden einzelnen Gegenstand hochnehme und auf der Seite ablege.

Spreehafen BurgBurg ist eine typische Streusiedlung und umfasst mit seinen Ortsteilen ca. 35 km2 und gehört zum Biosphärenreservat Spreewald, dem von der Unesco höchste Schutzwürdigkeit zugesprochen wurde. Da es sich hier um ein angestammtes Siedlungsgebiet der Sorben handelt, sind viele Hinweise und Beschriftungen zweisprachig.

Abfließendes Schmelzwasser der letzten skandinavischen Inland-Eiszeitgletscher haben Ablagerungen hinterlassen, die von der Spree zu einem Schwemmsandfächer aufgeschüttet wurde. Durch das geringe Gefälle verzweigte sich die Spree zu einem Binnendelta mit ca. 300 Wasserläufen, den Fließen. Zwischen den Fließen entstanden sogenannte Kaupen, also Talsandinseln, die dann teilweise besiedelt wurden.

Soweit die eher wissenschaftlich trockene Erklärung, mir gefällt allerdings die Sage der Entstehungsgeschichte des Spreewalds besser. So besagt die Überlieferung, dass der Teufel seinerzeit als Bauer in diesem Bereich pflügte. Als seine Ochsen müde wurden, obwohl noch viel Arbeit zu leisten war, wurde der Teufel wütend. Er drosch mit der Peitsche so auf die armen Tiere ein, dass diese voller Panik hin und her rannten und die Pflugscharen tiefe Gräben ins Erdreich gruben, die sich dann mit Spreewasser füllten.

Auf dem Weg zum Hafen finden wir die Touristinformation, dort sucht Ingrid allerdings vergebens nach einer guten Wanderkarte und wird Hafenbüro fündig. Wir verlassen Burg-Dorf am alten Bahnhof auf dem E10, der uns zunächst über Kies- und Sandwege und Straßen führt, nicht so angenehm zu gehen, aber hier sind nur wenige Radfahrer unterwegs

Spreerenaturierung (3)

Wasserbüffel                      Als wir weitergehen, sind die Wasserbüffel näher gekommen und einer schaut immer zu uns herüber. Er steht nicht weit von der Stelle entfernt, wo wir den Verbindungsteil der Weiden zwischen zwei Rosten passieren müssen. Ich beobachte ihn genau und passiere die Stelle so schnell, wie es mit dem Buggy nur möglich ist.

Die Wasserbüffel stammen ur-sprünglich aus Indien, im 7. Jahrhundert kamen die ersten Exemplare nach Europa. Wasserbüffel sind sehr robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten, Klimaeinflüsse und Witterungsunbilden. Sie sind genügsam und anspruchslos in der Haltung und Fütterung, sie eignen sich daher besonders gut für eine extensive Haltung und Landschaftspflege. Da Wasserbüffel gerne suhlen, schaffen sie Vernässungsmulden, die neue Lebensräume für Insekten und Amphibien bieten.

Auf den renaturierten Flächen können die Rückzüchtungen von Tarpan und Auerochse gemeinsam mit den Wasserbüffeln ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen und so ein kleines Stück ursprüngliche Spreeaue wieder neu entstehen lassen. Durch diese großen Pflanzenfresser sollen halb offene Weidelandschaften und lichte Wälder geschaffen werden.

Rinder und Pferde ergänzen sich in Ihrem Weideverhalten. Rinder beanspruchen die Grasnarbe durch Verbiss und Tritt gleichmäßiger und wirken dadurch den negativen Folgen der selektiven Beweidung durch Pferde entgegen.

Es regnet etwas stärker, doch Della ist gut geschützt durch die Regenhaube ihres Buggys und auch wir werden kaum nass. Es donnert zuerst im Westen, dann im Norden und Süden, nach einiger Zeit im Osten, doch wir bleiben verschont. Zwischen einigen Teichen gehen wir zum Deich und bald sind wir wieder am Auto. Auf der Rückfahrt machen wir einen Großeinkauf. In der Wohnung stellen wir erfreut fest, dass uns die nette Vermieterin drei kleine, naja so kleine auch wieder nicht, Gläser Marmelade und 1 Glas Bienenhonig sowie 6 Eier von freilaufenden Hühnern in die Wohnung gestellt hat, ein toller Service.

Spree-Renaturierung

Das Gebiet wird von der Fa. Vattenfall als Ersatz für die Stilllegung der Lakomaer Seen, die im genehmigten Abbaugebiet eines Braunkohletagebaus lagen, renaturiert. Dabei wurden u. a. mehrere Teiche neu angelegt, die mehr als 50 Tierarten und einer Vielzahl von Pflanzengesellschaften Lebensräume bieten.

Allerdings entsteht durch die Renaturierung nicht automatisch mehr Natur, sondern man muss z. B. das Zusammenspiel von Vegetation und großen Pflanzenfressern im Auge haben. Daher werden die Flächen mit Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpanen (Wildpferden) beweidet. Sie bilden einen wertvollen Ausgangspunkt für viele kleinere und seltene Tiere. Derzeit gibt es 35 Aueroxen, 10 Wasserbüffel und 8 Tarpane auf einer Fläche von 52 ha.

Wir erreichen die vorgesehene Ochsenroute am größeren Parkplatz und ich schaue immer wieder argwöhnisch nach Westen, wo eine dunkle Regen- und Gewitterwand heranzieht. Im Bereich der Teiche können wir das Konzert der Unken und Frösche genießen, das durch Vogelgezwitscher ergänzt wird.

Trotz der drohenden Wolken gehen wir weiter, wir verzichten auch auf eine mögliche Abkürzung. Denn wenn wir schon so weit gefahren sind, dann wollen wir die Aueroxen aus möglichst geringer Entfernung betrachten können.

Tarpane oder WildpferdeBald beginnt es zu tröpfeln und in einem kleinen Wäldchen sehen wir zwei Wildpferde, die sich dann ins Freie bemühen, damit wir sie besser fotografieren können. Eigentlich ist der Tarpan im 19. Jahrhundert ausgestorben und es liegen auch keine verlässlichen Daten über sein Aussehen vor. Bei den Wildpferden in den Spreeauen handelt es sich also um eine Rückzüchtung.

Dissen – Burg (Dorf) 1

Deichbaustellen und Renaturierung

Da sich die Suche nach einer neuen Wohnung als überaus schwierig erweist, hat Ingrid bis in die Puppen gesurft und kommt deshalb nicht so früh aus den Federn wie gewünscht, auch die Fahrt dauert länger als geplant.

So starten wir erst um 11.20 Uhr in Dissen, wo wir direkt neben dem Parkplatz ein bewohntes Storchennest sehen, statt der buggytauglichen Straße findet Ingrid eine kiesige Holperpiste zum Renaturierungsgebiet an der Spree. Auf dem Weg werden wir von einem Jack-Russel überholt, dem sein Herrchen auf einem alterschwachen Traktor kaum folgen kann. Im Renaturierungsgebiet sehen wir – leider etwas entfernt – Wasserbüffel und Wildpferde. Bald wenden wir uns auf dem Rad- und Wanderweg nach links. Als ein Hinweis zur Spree kommt, folgen wir diesem. Da wir nahe der Spree einen Grasweg finden, bleiben wir auf diesem, bis er uns auf den Deich hochführt, auf dem wir weiterwandern. Dabei beobachten wir einige Renaturierungsarbeiten mit schwerem Gerät, wenig später werden auch die Deiche verbessert bzw. es wird ein zweiter Deich angelegt. Wenn man die müde dahin plätschernde Spree sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass hier so umfangreiche Deicharbeiten notwendig sind.

Renaturierung an der Spree

 

Bagenz – Cottbus (2)

Ingrid merkt durch das Geplauder mit der Wandererin scheinbar den Wind weniger. Dann stehen wir vor einem Problem, ein umgestürzter Baum blockiert die Andeutung unseres Pfads, nach rechts umgehen, geht nicht, da würden wir in der Spree landen. Links ist eine eingezäunte Weide für eine größere Kuhherde, die sich allerdings in einer gewissen Entfernung befindet.

Ein kritischer Blick zu den Weidedrähten zeigt, dass diese wohl nicht unter Strom stehen, sodass man sie überwinden kann. Allerdings mit Della und Buggy nicht ganz einfach, aber durch Hilfe unserer Mitwanderer dann doch kein so großes Problem. Nahe am Drahtzaun gehen wir weiter. Kurz vor dem Ende der Weide stecken Ingrid und die beiden anderen ihre Nasen in die Wanderkarten, was ich in diesem Augenblick nicht so ganz verstehe. Da rechts auf einer Anhöhe einige Datschen stehen, bin ich sicher, dass bald eine Straße oder Weg kommen muss und gehe ohne Buggy zum Ende der Weide, hier erkenne ich die Spur des Pfads. Ich informiere die anderen, und nachdem wir erneut den Drahtzaun überwunden haben, folgen wir dem zunächst kaum sichtbaren Pfad, der sich immer mehr der Uferkante der Spree nähert. Ingrid muss Della tragen, denn es ist nicht ganz ungefährlich mit dem Buggy. Nach gut 50 m erreichen wir die Straße. Hier trennen sich unsere Wege, denn auf den asphaltierten Wegen geht es mit dem Buggy schnell voran, während bei unseren Mitwanderern das kleine Mädchen jetzt einige Zeit selbst laufen will, nachdem sie sich von Della verabschiedet hat.

Bald erreichen wir ein Gasthaus in einer alten Mühle, kehren dort ein, um uns aufzuwärmen und Ingrid will trockene Kleidung anziehen. Etwas später erreichen auch unsere Mitwanderer das Gasthaus und nehmen am Nebentisch Platz. Da wir uns entschieden haben, bis zum Cottbuser Bahnhof zu wandern, brechen wir sofort nach dem Essen auf und verabschieden uns endgültig von unseren Mitwanderern.

Das Wetter wird immer besser, die Sonne scheint öfter und länger, nur die Temperaturen ändern sich kaum und der Wind bläst weiter unangenehm. Auf einem Dammweg geht es weiter, mal direkt an der Spree, mal an einem Nebenarm. In Madlow sehen wir die alte Martinskirche, die aber geschlossen ist und es gibt (glücklicherweise?) auch keinen Hinweis, wo man einen Schlüssel holen kann.

hübsche EnteBald kommen wir an einem Badesee und den Madlower Schluchten vorbei, die aber nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern durch Kiesabbau während des Gleisbaus entstanden sind. Dann wechseln wir für einige Zeit die Spreeseite und kommen nahe an Branitzer Park heran.

Kurz machen wir an der Spree an einem sonnigen Platz Pause, ehe wir dann durch die Straßen den Weg zum Bahnhof finden. Dort erreichen wir, wie geplant, den Zug kurz nach 18 Uhr.

Wanderbüchlein über unsere Sommerwanderung 2012

Von Görlitz an der Neiße über Cottbus an der Spree bis nach Frankfurt an der Oder führte uns unsere Fernwanderung 2012 und jetzt habe ich die Erlebnisse und die Route in einem kleinen Büchlein zusammengestellt und das 1. Exemplar ausgedruckt, denn ich will das Buch auf dem Brenztopfmärkte vorstellen.

Obwohl es nicht in erster Linie für den Verkauf gedacht ist und daher auch keine ISBN erhält, kann man dies Buch bei mir direkt erwerben.

28.7.11 Stadtbesichtigung Bautzen

Kein Tag zum Fotografieren

Morgens regnet es wieder auf unserem Ferienhof, ob hier wohl ein Regenloch ist und wie immer dauert es deshalb länger, bis wir nach Bautzen fahren können. Zunächst stimmt noch die Wettervorhersage mit heiter bis wolkig, allerdings ist der Wind böiger als prognostiziert.

Von der Friedensbrücke haben wir einen schönen Blick auf die Wasserkunst und die Altstadtsilhouette. Dann gehen wir kurz hinunter zum Hexenhäusle, einem der ältesten Gebäude der Stadt und zur Spree, steigen dann wieder hinauf zur Michaeliskirche, in die wir einen kurzen Blick werfen. Entlang der Stadtmauer kommen wir zur Ortenburg, doch das Schloss lässt sich wegen der Kulissen für ein Openair-Theater kaum fotografieren. Über die Lokalzeile der Schlossstraße gelangen wir zur Klosterruine, die heute einen Friedhof enthält. Das Wetter hat sich deutlich verschlechtert, es ist noch windiger geworden und die Sonne schafft es nur noch selten durch die dichten dunklen Wolken und es ist ziemlich kalt geworden, also müssen wir zum Auto zurück, denn jetzt ist unsere Kleidung, die für 24 Grad gedacht war, zu luftig.

Zurück in der Altstadt hat die Hoffnung getrogen, dass der Wochenmarkt mit seinen nicht gerade attraktiven Ständen der schönen Sicht auf Dom und Rathaus Platz gemacht hat, dafür beginnt es zu tröpfeln. So schauen wir uns im Senfladen mit Museumscharakter und im Dom um. Das Wetter bessert sich nicht, und so kehren wir durch die Reichenstraße zu unserem Auto zurück und tätigen noch einige Einkäufe.

Wir holen Della ab und schauen nach den Kirchen in Demitz-Thumitz und machen noch einige Bilder von der modern ausgestatteten Bennokirche in Bischofswerda. In Rammenau besuchen wir noch das alte Gefängnis und nach einem weiteren Einkauf kehren wir in unsere Wohnung zurück.

27.7.11 Gaußig-Bautzen (2)

Aber dann ist der Naturweg nur an einigen Stellen tief ausgewaschen, aber für uns noch gut passierbar und auch vorsichtige Radfahrer haben wohl keine Probleme. Dann geht es kurz auf der Straße weiter und etwas weiter entfernt vom Fluss, sodass Ingrid schon meint, wir seien falsch zumal die Karte signalisiert, der Wanderweg würde auf der anderen Flussseite verlaufen.

Doch bald trennen sich Rad- und Wanderweg und wir kommen durch die Spreeschlucht, vor allem linksseitig, wo wir wandern, sind viele hohe Felsen, die mitunter nur einen schmalen Weg bis zur Spree zulassen. Eigentlich müssten wir uns doch an dieses Stück erinnern, denn wahrscheinlich sind wir doch vor Jahren auf unserer Rundwanderung „Neue Bundesländer“ hier schon mal gewandert sein, aber an die Felsschlucht erinnern wir uns nicht, beide nicht oder sind wir doch anders gewandert, da müssen wir zuhause mal nachschauen.

Wir überlegen, kann es noch reichen für den Bus um 15.45, zunächst scheinen wir noch massenhaft Zeit zu haben, vor allem, da Ingrid auf der Karte wieder einige Abkürzungsmöglichkeiten entdeckt zu haben glaubt. Doch da sich diese Hoffnungen nicht bewahrheiten, wird es doch noch knapp, aber es reicht.

In Gaußig haben wir noch den knappen Kilometer zum Ferienhof zu gehen, nach dem Umziehen und einer Kleinigkeit essen, fahren wir mit dem Auto ins Dorf, machen einige Fotos von Kirche und Schloss und bezweifeln, dass das Schlosshotel noch in Betrieb ist.

Von Außen macht es zumindest einen sanierungsbedürftigen Eindruck. Anschließend fahren wir zum Parkplatz und schlendern durch den Schlosspark, kommen allerdings dem Schloss nicht besonders nahe. Ein schöner Wald, aber nicht unbedingt etwas Besonderes, zumindest in diesen Tagen, ganz anders wäre es, wenn wir zur Zeit der Blüte durch die Rhododendronhaine wandern könnten.

Bevor wir den Tag dann mit Kochen und Abendessen beschließen, Ingrid will auch noch Waschen, doch ohne Bedienungsanleitung mit einer fremden Maschine lässt das Ganze zu einem kleinen Abenteuer werden, denn auch das Internet spuckt keine Anleitung aus, zumindest keine in deutscher Sprache.