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Auf dem Wasser und mehr (3)

Als einzige Fahrgäste lassen wir uns von einem schweigsamen Fährmann nach Lehde bringen. Aus den Kommentaren der anderen Fährmänner schließe ich, dass diese einige Vorbehalte entweder gegen den Fährmann oder die Kahnlinie haben oder vielleicht sogar beides.

Museum LehdeWir besichtigen das Freilichtmuseum, das dem Leben im Spreewalddes 19. Jahrhunderts gewid-met ist. Im Museum be-finden sich drei typische Hofanlagen:

  • Hof Lehde als sogenannter Haufenhof
  • Hof Burg mit Doppelstubenhaus, Stallgaleriebau und einen typischen Kahnschuppen
  • Hof Randgebiet mit einem großen Wohnhaus, einem kleinen Auszugshaus und eine Stallanlage

Museum Lehde

In einem Gebäude werden den Besuchern die Geschichte der Spreewaldgurken und deren Erzeugung vermittelt. Weitere Themen und Exponate sind Handwerksgeräte, Korbflechterei, Rohrdachdeckerei, Töpfereierzeugnisse, Kahnbau, Spreewaldfischerei sowie ein Heilpflanzen- und Kräutergarten. An Feiertagen werden die historischen Handwerke auch ausgeübt.

Dann kehren wir auf dem Wanderweg zum Lübbenauer Hafen zurück. Wir finden weder in Lübbenau noch in Lübben eine Buchhandlung, dann fahren wir in die Wohnung zurück, wo Della es sicher eilig hat, mal wieder ins Freie zu kommen.

Auf dem Wasser und mehr (1)

Als wir von der Wohnung wegfahren, weiß ich noch nicht, wohin, denn Ingrid hat sich noch nicht festgelegt, wo wir paddeln wollen, in Lübbenau oder in Alt Zauche, dann entscheidet sie sich für Ersteres. Ganz in der Nähe des kleinen Hafens finden wir einen Parkplatz und wir lösen einen Parkschein für 3 Stunden. Dann mieten wir ein Paddelboot, nehmen aber kein Paddel für Ingrid – wie schon vor mehr als 15 Jahren bei unserem letzten Besuch im Spreewald – mit, damit sie die Fahrt genießen und viel fotografieren kann. Da wir schon viele Jahre kein Paddelboot mehr benutzt haben, ist Ingrid durch das leichte Schaukeln etwas verunsichert.

Fließ im SpreewaldGemütlich paddle ich hinter einem Kahn her, dem wir in eine bediente Schleuse folgen, wo bereits ein Paddelboot darauf wartet, mehrere Zentimeter angehoben zu werden.

Nach der Schleuse überholen wir die anderen Paddler, bleiben aber hinter dem Kahn, bis dieser nach Lehde abbiegt. Schon bald haben wir den nächsten Kahn eingeholt, allerdings entscheiden wir uns, vor der nächsten Schleuse umzudrehen und zurückzufahren. Dabei sehe ich eine Wasserschlange oder einen Aal an der Wasseroberfläche.

Lübbenau – Neu Zauche (3)

Ein schmaler Pfad führt am Hotel Eiche – hier wollten wir auf unserer ersten Rundwanderung durch die neuen Bundesländer übernachten, waren aber vom Ausblick des Zimmers nicht gerade angetan und verzichteten auf das vorbestellte Zimmer – vorbei zu einem breiteren Fließ. Als dieser sich teilt, kommt die 6. Hochbrücke und anschließend geht es auf                         einem schmalen Naturpfad weiter. Angenehm zu gehen, weniger zu fahren, wie auch einige Radfahrer, die sich auf diese Strecke trauen, feststellen. Plötzlich sehen wir zwischen Fließ und Pfad eine 66 gans auf wanderwegeinzelne Hausgans, die vielleicht ausgebüchst ist und sich verlaufen hat. Dann kommen wir der Kanonmühle immer näher und ich hoffe auf ein Gasthaus, doch außer einem Wehr und einer alten Hütte sowie einigen zugedeckten Spreekähnen gibt es da nichts.

Leider müssen wir feststellen, dass die neu gekaufte Karte nicht stimmt, denn es gibt am Wehr über den Nordumfluter keine Brücke für Wanderer und Radfahrer, nur in einiger Entfernung die Autobrücke. Auf ihr überqueren wir den Fluss und wandern lange auf der Straße nach Neu Zauche, als der Wanderweg einen weiten Schlenker nach links macht, ignorieren wir diesen und bleiben auf der Straße. Ab Neu Zauche fahren wir mit einem modernen kleineren Bus nach Lübben. Da wir gleich bis Lübbenau die Fahrkarten kaufen konnten, entfällt in Lübben das lästige Bedienen des Automaten.

Pünktlich kommt der Zug an, doch beim Halten gibt er ein höllisches Gekreische von sich, das unserer etwas schwerhörigen Della wohl körperliche Schmerzen bereitet, denn sie schreit und bellt wie wild, erst Stunden später ist sie wieder ganz die Alte.

Daher kann ich nicht mit Ingrid in Lübbenau zum Schloss gehen, sondern muss sofort zum Auto. Auf der Rückfahrt kaufe ich noch ein und in der Wohnung sind wir alle müde.

Lübbenau – Neu Zauche (2)

Insgesamt bin ich von der Entwicklung Lübbenaus enttäuscht, in einem touristischen Zentrum hätte ich mehr schön restaurierte Häuser und weniger renovierungsbedürftige erwartet. Am kleinen Hafen fährt gerade ein Kahn ab und der Fährmann beginnt mit seinen Ausführungen, doch die Insassen interessiert Della in ihrem Buggy viel mehr. Es folgt eine wunderschöne Wanderung, die nur durch 5 hohe Treppenbrücken etwas getrübt wird. Hier muss Ingrid Della hoch und runtertragen und ich kämpfe mich mit dem Buggy drüber. Aber dafür sind kaum Radfahrer unterwegs, obwohl an diese gedacht wurde, denn es führt – wie bei der Eisenbahnbrücke in Cottbus – eine schmale Radspur über die Stufen.

Gaststätte  wotschowska im spreewaldDurch einen kleinen Hochwald erreichen wir die auf einer Erleninsel liegende Wotschowska, eine traditionsbeladene Gaststätte. Wo sich sonst wohl Hunderte von Gästen tummeln, sitzen gerade zwei Gäste an den Tischen. Da es zum Einkehren noch etwas zu früh, gehen wir weiter in Richtung Pohlenzschenke, dem ältesten Gasthaus des Spreewalds. Der Weg dorthin ist zwar landschaftlich schön, aber auf querliegenden Betonplatten zu wandern, ist nicht immer ganz angenehm, das letzte lange Stück zwischen Wiesen ist nicht so besonders toll. Auch an der Pohlenzschenke kehren wir nicht ein. Nach der letzten Wegstrecke bin ich froh, als eine schöne Straße als Untergrund kommt. Daher bin daher nicht begeistert, dass Ingrid wieder mal einen kleinen Umweg auf Feldwegen gehen will, um die Straße zu vermeiden. Wir gehen einen guten Kilometer auf einer schönen Buggystrecke, ehe dann ein schmaler Wanderweg zum Hotel Eiche abzweigt. Hier machen wir Pause. Im Anschluss geht Della auch ein paar Schritte, doch Ingrid ist das viel zu lang sam und Della darf wieder fahren.

Lübbenau – Neu Zauche

Idyllische Fließwanderung und anderes

Für unsere Verhältnisse früh, sind wir schon vor 10 Uhr im ca. 700 Jahre alten Lübbenau, dem Tor zum Spreewald. Lübbenau benötigte nie eine Stadtmauer, sie wurde durch den Spreewald vor Angriffen geschützt, denn erst 1703 gelangte man über einen Deich in den Nachbarort Boblitz, vorher war Lübbenau nur auf dem Wasserwege erreichbar.

Jetzt müssen wir einen Parkplatz finden, der Erste, gar nicht so weit vom Marktplatz, ist uns zu teuer, 5 € pro Tag. Also suchen wir weiter und werden scheinbar fündig, 2 € klingt gut, doch der Preis gilt nur, wenn man mit dem Betreiber auch eine Kahnfahrt macht, sonst kostet es das Doppelte, aber immer noch ein Euro gespart. Wir zahlen und erfahren, dass der Parkplatz um 18 Uhr geschlossen wird. Da werden wir noch nicht da sein, also Rückabwicklung. Als der Chef das sieht, kommt er zu uns und bietet uns an, auf einem nahegelegenen Pensionsparkplatz unser Auto abzustellen, da könnten wir bis morgen früh parken. Er erwähnt dann noch, dass die Mitarbeiterin neu sein und daher den Trick noch nicht kannte.

spreekähne in LübbenauBald sind wir am Hafen, schauen uns um, heute ist es hier noch ruhig, nur einige Ochsenkähne, so die ursprüngliche Bezeichnung für die Kahngröße, die heute die Touristen befördern, warten auf ihre Beladung, doch noch sind die Touristen rar. An einem sonnigen Sonntag sieht es hier ganz anders aus.

Wir erreichen über den historischen Marktplatz mit der barocken Nikolaikirche, der alten Post-meilensäule und dem modernen Sagenbrunnen den Wanderweg zur Wotschowska, ei-nem mitten im Spreewald gelegenen Gasthaus.

Rundwanderung Straupitz – Neu Zauche (3)

Da ruft mich Ingrid an und fragt, wo ich bin und schlägt vor, zum Schloss zurückzukommen, wo ich ein Storchennest mit Jungen übersehen hatte. Das gibt mir Gelegenheit den Tagestitel näher zu erläutern.

Als wir uns am Morgen mit unserer Vermieterin unterhalten, fliegt ein Storch in geringer Höhe vorbei. Auf dem Weg nach Biebersfeld fliegt ein Storch mit Baumaterial im Schnabel vor uns über die Straße. Nach Biebersfeld sehen wir zwei ganz nahe der Straße auf der Nahrungssuche.

Nach Straupitz fliegen zwei Störche an uns vorbei und vor Neu Zauche sind zwei Störche in einem nicht mehr bewirtschafteten Feld nur wenige Schritte von uns entfernt auf der Suche nach Verspeisbarem. Vor Straupitz landet ein Storch auf einer Wiese, und auf dem Schloss ist ein bewohntes Nest, in dem ich neben dem Altstorch auch einen jungen entdecke und gegenüber dem Schloss auf einem kleinen Hausturm ein weiteres Nest mit einem Altstorch und wahrscheinlich zwei Jungen.

Nach dem Betrachten der beiden Storchennester kom-men wir wieder zum Kornspeicher. Die rechte Seite des 1798 erbauten Gebäudes mit massiven Mauern                         diente als Eiskeller, das restliche Gebäude als Speicher für Lein, Buchweizen und Hirse.

Nachdem das Gebäude ab 1992 nicht mehr als Speicher genutzt wurde, begann 12 Jahre später die Sanierung. Der Bau beherbergt heute ein Museum, eine Töpferwerkstatt und ein kleines Café.

Im gemütlichen Cafégarten des Kornspeichers essen wir nochmals Kuchen und trinken dazu Tee und Getreidekaffee. Als wir das Geschirr zurückbringen, bietet uns eine Mitarbeiterin an, uns in der Töpferei umzusehen. Oben angekommen bemerkt Ingrid, dass ihr Fotoapparat und ihr Cityrucksack unbeaufsichtigt im Gartencafé liegen, also gehe ich hinunter und lasse Ingrid sich allein umschauen.

An der nahegelegenen der Schinkelkirche können wir zwischen Holzgittern einen Blick ins interessante Innere werden und hoffen, dass wir an einer der Führungen teilnehmen können, auch wenn die Zeiten nicht ganz günstig sind.

Da wir sofort zurückfahren, sind wir früh in der Ferienwohnung und Ingrid genießt noch auf dem Treppenpodest vor unserer Wohnung die Abendstimmung und ihren Anteil an den Erdbeeren, die die Vermieterin uns vorbeibringt.Storch in Straupitz

Rundwanderung Straupitz – Neu Zauche (2)

Dann wandern wir zwischen Feldern und später im Wald auf Sandboden nach Neu Zauche, wo Ingrid die Kirche besucht. Zwischen Feldern gelangen wir zum Wäldchen am Weinberg und erklimmen den 88 m hohen Weinberg, von hier hat man einen Blickausschnitt auf den Spreewald. Beim Abstieg haben wir einen ungehinderten Blick auf die Schinkelkirche in Staupitz.

Schinkelkirche in StraupitzKurz überlegen wir, auf welchem Weg wir nach Straupitz kommen. Entlang der Straße oder mit einem größeren Umweg nach Süden, den Ingrid zunächst ablehnt, doch dann merkt sie, dass wir auf dieser Strecke am Schloss und dem Schlosspark vorbeikommen würden.

So gehen wir zwischen eingezäunten Viehweiden nach Süden, dann nach Osten zum Schloss, nochmals kurz nach Süden in den Schlosspark, der aber ein eher nicht sehr gepflegter Wald ist. An einem kleinen Teich geht Ingrid einen schmalen Trampelpfad entlang, doch nach einiger Zeit weigere ich mich, weiterzugehen und kehre um. Ingrid geht noch weiter, aber irgendwann muss auch sie umkehren. Vorbei am spätbarocken Schloss – das Ende des 18.Jahrhunderts errichtet wurde und frisch renoviert heute als Schule dient – und dem kleinen Kahnhafen bin ich am alten Kornspeicher gelandet.

Rundwanderung Straupitz – Neu Zauche

Es gibt Tage, bei denen fehlt es schwer, einen knackigen Titel zu finden, heute habe ich die Qual der Wahl, das würde auch passen „Alles anders“, „Besichtigungen“, „Teures Sparen“ oder „Vorlauf“.

Eigentlich hatten wir geplant, heute von Lübbenau nach Neu Zache zu wandern, aber da die Busverbindungen im Gegensatz zu Montag bis Freitag sehr spärlich sind, entscheiden wir uns die Wanderung auf Montag zu verschieben. Dafür wollen wir die Strecke Neu Zauche nach Straupitz vorholen und uns anschließend in Burg noch einiges ansehen. Während wir in Straupitz auf den Bus warten, kommt Ingrid plötzlich auf die Idee, über die Holländermühle nach Neu Zauche zu wandern und als Rundwanderung dann nach Straupitz zurück.

Bevor der Bus kommt, machen wir uns kurz entschlossen auf den Weg. Bald erreichen wir Europas letzte produzierende Windmühle mit drei Müllereigewerken unter einem Dach. Hier kann man mit Windkraft Mehl mahlen, Leinöl pressen und Holz sägen. Wobei die Ölmühle auch noch einen Motor besitzt. Wir steigen im Mühlenturm zwei Etagen hoch, dann besichtigen wir die Ölmühle. Während wir uns umsehen, kommt eine halbe Buslandung Rentner in den kleinen Raum und der Ölmüller beginnt mit seinen ausführlichen Erklärungen, die darin gipfeln, wie gesund Leinöl ist und wie gut es schmeckt. Letzteres können wir nur bestätigen, vor allem Kartoffelsalat und Pellkartoffeln mit Quark werden damit zu einer besonderen Delikatesse.

Die Ausführungen in der Sägemühle interessieren uns weniger, doch die Besichtigung hat natürlich Zeit gekostet. Da es mindestens 2 Stunden dauern wird, bis wir wieder am Auto sind, wo wir unser Essenpaket deponiert haben, essen wir im Mühlenhauscafé je ein Stück Blechkuchen. Wir haben vielleicht 4 € Buskosten gespart und da-für 12 € für Museumsbesuch und Einkehren ausgegeben.Windmühle Straupitz

Burg – Lübbenau (4)

Nachdem ich zuletzt mein neues Rügenwanderbuch vorgestellt haben, von dem ich bereits viele Bestellungen erhalten habe, kehre ich wieder zu unserem Buch „Neiße-Spree-Oder“ zurück-

In Lübbenau setzen wir uns noch einige Minuten am Hafen in die Sonne, doch jetzt will Della raus aus dem Buggy und etwas marschieren. Am Schloss vorbei gehen wir zur Altstadt. Leider können wir den Schlossbereich nicht ansehen, da heute Abend eine Freiluftoper aufgeführt wird.

Sagenbrunnen Lübbenau Gemütlich gehen wir durch die Altstadt zum Sagenbrunnen und weiter zum Bahnhof. Dort erwartet uns eine wenig erfreuliche Mitteilung, unser Zug hat ca. 5 min Verspätung und da dies erfahrungsgemäß immer noch einige Minuten mehr bedeutet, müssen wir darauf hoffen, dass der Busfahrer am Zielbahnhof genügend Geduld mitbringt und auf die Zugreisenden wartet. Denn wir werden frühestens zwei bis drei Minuten nach der vorgesehenen Abfahrt ankommen. Wir haben Glück, der Kleinbus wartet noch auf uns als einzige Fahrgäste und bringt uns auf einigen Umwegen zu unserem Auto, das wir an der Bushaltestelle geparkt haben. Als wir heimkommen, ist es fast 21 Uhr.

 

Burg – Lübbenau (3)

Auf dem Radweg geht es weiter, die Baumreihen werden enger und nach dem mich eher enttäuschenden kleinen Ort Leipe kommen wir zu einer Birkenallee im Auwald, die auf einem Damm zwischen zwei schmalen Fließen nach Lübbenau führt. Die Kombination von Rad- und Wanderweg macht wohl keine der zwei Parteien glücklich, denn auch den Radfahrer müssen die vielen Wanderer, vor allem wenn es sich um eine Gruppe handelt, ein Dorn im Auge sein. Immer wieder überqueren wir Brücke mit steilen Auf- und Abfahrten, die manchen Radfahrer zu größeren Anstrengungen nötigen.

Fließ im SpreewaldWir machen nochmals kurz Pause, um unser Vesper zu essen, doch so schnell, wie Della ihr hart gekochtes Ei verzehrt, kann man kaum schauen. Dann biegen wir nach Lehde ab, schauen aber zuerst, ob wir auf diesem Weg nach Lübbenau mehr Treppenbrücken zu überwinden haben, als wenn wir den bisherigen Weg fortsetzen. Nach einem Plan auf einer Infotafel sind es gleich viele, nämlich zwei. Da wir noch genügend Zeit haben, wählen wir die Variante durch Lehde.