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Osterstetten – Ulm (Messe)

Wieder haben wir uns vom Wetterbericht irreführen lassen, morgens wolkig, ab Nachmittag heiter. Morgens herrlicher Sonnenschein, nachmittags bewölkt, sogar teilweise mit Regen, so wird es tatsächlich. Schon kurz nach dem Start der erste unfreiwillige Stopp, denn ein Hofhund verteidigt laut bellend sein Revier und es dauert einige Minuten, bis er hereingerufen wird. Über einen asphaltierten Feldweg kommen wir nach Albeck, wo Ingrid die Jakobuskirche besichtigt und nachdem sie auf den Pilgerweg angesprochen wird, trägt sie sich in das aufliegende Pilger-Gästebuch ein.

Kurz entlang der Straße und dann durch Felder weiter. Die Wegbeschilderung ist meist sehr gut, neben den Schildchen ist die Wanderstrecke an Wegkreuzungen durch einen aufgemalten gelben Pfeil gekennzeichnet oder an Büschen und Bäumen hängen die gelben Plastikbänder als Wegweiser, wie auch in diesem Bereich. Nachdem sich Della an einem schönen Bächlein erfrischt hat, steigen wir hinauf zu einer Waldecke, die aber keinen Schatten bringt und sofort geht es durch Felder weiter. Wir überqueren die Autobahn und endlich bringt der Waldrand Schatten, ehe wir die um 1100 gegründete Klosteranlage des ehemaligen Benediktinerklosters Oberelchingen auf dem Heiligen Berg erreichen.

Die ehemalige Klosterkirche, jetzt Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul, geht im Kern auf eine romanische Basilika des Jahres 1146 zurück. Dieser Bau nach Art der Hirsauer Reformkirchen war eine dreischiffige, flach gedeckte Pfeilerbasilika. Der Innenraum, eine Einheit von Rokoko und Frühklassizismus, beeindruckt durch das strahlende Weiß, die Gold- und Ockertöne. Wir bewundern die Deckengemälde von Januarius Zick und Joseph Dossenberger. An den mächtigen Säulen des Hochaltars, dem Thronsitz Gottes – in Gold-Weiß – stehen vier überlebensgroßen Heiligenstatuen (Benedikt, Scholastika, Petrus und Paulus) des Dillinger Johann Michael Fischer. Das Altarbild mit einer Mariendarstellung von 1785 stammt vom Hofmaler Zick.

Nach der Besichtigung gehen wir am Waldrand auf schönen Naturweg weiter. Della spielt kurz mit zwei winzigen Yorkshire-Terrier und dann müssen wir wieder über die offene Hochfläche wandern und bald neigt sich der Weg nach Thalfingen ins Donautal hinunter. Hier erleben wir die Faszination des Unscheinbaren und Unverhofften.

Denn von außen wirkt die Kirche St. Laurentius unscheinbar und kaum eines touristischen Besuches wert. Doch im Innern stellt die 1751 – 52 völlig im Rokokostil umgebaute Kirche durch Stuckaturen aus der Wessobrunner Schule ein besonderes Schmuckstück dar, zu der auch der Gemäldezyklus des Joseph Wannenmacher, der auch die Klosterkirche Elchingen ausgemalt hatte, beiträgt.

Endlos zieht sich der Ort noch hin, dann erreichen wir den Wald und gehen etwas höher als Eisenbahn, Straße und Donau nach Westen. Kurz machen wir Pause, fotografieren einige Aronstäbe und kommen an einem plätschernden kleinen Bächlein vorbei.

Wir beeilen wir sehr, denn wir wollen noch rechtzeitig in Heidenheim, wo am Rathaus die teilnehmenden Autos einer Oldtimer-Rallye vorgestellt werden sollen, doch leider fahren die Oldtimer ohne Halt und Präsentation einfach durch.