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Torgau -Pflückuff

elbhafen torgauStadtrund- mit Spaziergang

Da heute Morgen das Wetter schöner ist, machen wir nochmals den Stadtrundgang in Torgau, auch wenn wir an den meisten Stellen schon einmal waren, aber bei Sonnenschein sieht doch alles ganz anders aus.

Wir steigen die 163 Stufen der Wendeltreppe des Hausmannturms empor, auch Ingrid. Allerdings schaut sie oben nur aus den Fenstern, den der schmale Umgang mit dem Gittergeländer ist ihr doch zu suspekt. Vom Turm haben wir einen einzigartigen Rundumblick über Torgau und die Elblandschaft. Wir machen im Schlossgarten Pause und gehen anschließend zur Elbe hinunter.

Kurz gehen wir auf dem Luther- und dem Elberadweg an dem Fluss entlang, nach der Brücke über die Hafenzufahrt biegen wir nach rechts ab, gehen zunächst auf einem Dammweg am Hafen entlang und weiter nach Westen. In einem Wohngebiet biegen wir nach links zum Großen Teich, an dem wir bis zur Dahlener Straße entlanggehen. An der Bushaltestelle entscheiden wir, mit dem Taxi nach Torgau zurückzufahren, denn der Himmel ist schon länger ziemlich dunkelgrau und der Wind bläst unangenehm kühl.

In Torgau kehren wir noch ein und gehen zu unserem Auto zurück, laden die letzten Gepäckstücke ein, sodass wir nach Hause fahren können.

Besichtigungen in Torgau (1)

Torgau hat heute rund 20.000 Einwohner, der Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet Marktort. Begünstigt durch eine Elbefurt entwickelte sich in dem 973 erstmals erwähnten Ort eine rege Handelstätigkeit. Ende des 15. Jahrhunderts entstand das mächtige 4-flügelige Schloss Hartenstein, in den 30er Jahre des 16. Jahrhunderts entstand der große Wendelstein und einige Jahre später die Schlosskapelle, sie gilt als erster evangelischer Kirchenneubau der Welt.

Torgau wird gerne Amme der Reformation genannt und ist die wohl bedeutendste Lutherstätte in Sachsen. Luther war mehr als 40 mal in der Stadt, wo er neben dem Kurfürsten auf eine aufgeschlossene Bürgerschaft traf. Bereits im Jahr des Thesenanschlags erfolgte auf Schloss Hartenfels heimlich der Nachdruck der Thesen. Ein Jahr nachdem Luther 1521 in Torgau gepredigt hatte, bekennt sich die Einwohnerschaft zur Reformation und zur Schließung der Klöster. 6 Jahre später wurden in Torgau unter Luthers Leitung die Grundzüge der Visitationsordnung entwickelt.

Am Morgen scheint noch die Sonne, doch als wir etwas später zu unserer Besichtigungstour durch Torgau starten wollen, beginnt es zu regnen. So bleiben wir noch kurz in der Wohnung und überlegen, welche Museen wir besuchen können. Wir gehen zuerst in das Haus eines ehemaligen wohlhabenden Bürgermeisters und nehmen uns darin viel Zeit. In der Zwischenzeit regnet es heftig, als es wieder aufhört, gehen wir zum Marktplatz, doch es fängt schon wieder stark an zu regnen.

Wir holen die Schirme raus und schaffen es bis zum nächsten Museum, als Gegenstück zum ersten handelt es sich um ein winziges Handwerkerhaus. Da es nicht weit zur Ferienwohnung ist, gehen wir zurück, um eine Kleinigkeit zu essen.

Anschließend schlendern wir über den Markt zum Schloss Hartenfels, schauen in die von Luther geweihte Schlosskapelle und steigen den großen Wendelstein, eine interessante Treppenanlage, hoch.

Weidenhain – Torgau (2)

Nach Zinna wird es unangenehm, denn wir müssen neben der Bundesstraße weitergehen, bis wir an einer Kreuzung auf eine weniger befahrene Straße abbiegen können.

Da wir meinen, noch viel Zeit zu haben, kehren wir in einer Bäckerei ein. Auf der Karte sehen wir, dass der Bahnhof nicht mehr weit entfernt ist, allerdings auf der anderen Seite der Gleise. Aber wir sind sicher, dass es möglich sein muss, die Gleise mittels Über- oder Unterführung zu überwinden, wie das an den meisten Bahnhöfen der Fall ist.

Nicht so in Torgau. Wir kommen am Güterbahnhof an, doch es gibt keine Chance, die Gleise zu überwinden. Nach rechts geht es nicht weiter, vielleicht ginge es zurück, aber ich hoffe, die Gleise nach dem Bahnhof irgendwie überqueren zu können, aber das ist nicht möglich, dann sehe ich in einiger Entfernung einen Bahnübergang. Ich lege einen Zahn zu und Ingrid bleibt etwas zurück. Glücklicherweise ist der Bahnübergang offen und ich gehe auf der anderen Seite in Richtung Bahnhof zurück. Auf der Uhr ist es 17.24, in einer Minute sollte der Bus abfahren und ich muss noch den richtigen Bussteig suchen. Da kommt der Bus an und ich kann noch einsteigen, während Ingrid gemütlich zu unserer Ferienwohnung geht.

Weidenhain – Torgau (1)

Das war knapp

Nachdem es gestern Abend nur Absagen gehagelt hat, erhalten wir aufgrund einer Mail einen frühen Anruf, dass eine Wohnung in Torgau frei ist, zwar nicht ganz billig, aber es ist die fast letzte Alternative.

Nach dem Packen fahren wir nach Torgau, in Pressel suchen und fotografieren wir allerdings erst noch das Kögel Denkmal. Dank des Handynavi finden wir trotz einiger Umleitungen leicht die Pension in Torgau und können die wichtigsten Gepäckstücke deponieren.

Zurück in Weidenheim fotografieren wie die weiß verputzte Kirche und gehen den lang gestreckten Ort entlang nach Osten. Auf einem Radweg fährt der Weg an einem Trimm-dich-Platz und an einem Teich vorbei in den Wald. Wir verlassen im Gegensatz zum Lutherweg den Radweg und gehen auf dem torgischen Wanderweg auf Naturboden durch den Wald. Am Waldrand treffen wir wieder auf den Lutherweg. Wir gehen auf einer asphaltierten Allee weiter, zunächst sind es nur Robinien, dann mischen sich einige Birken darunter. Es folgt ein kleines Wäldchen, ebenfalls überwiegend aus Robinien. Am Ortseingang von Süptitz kommen wir an einigen Teichen und einem kleinen Stausee vorbei. An der romanischen Kirche finden wir einige interessante alte Grabsteine. Luther war mit dem Süptitzer Pfarrer befreundet, dieser brach als erster protestantischer Pfarrer das Zölibat und heiratete.

Auf dem Radweg auf einer kleinen Anhöhe haben wir einen schönen Ausblick nach Norden und Süden, allerdings sieht man nicht nach Torgau. Ingrid versucht wieder, einen Rufbus zu organisieren, aber wie schon gestern, meldet sich auch nach langem Läuten niemand. Über die Touristinfo bekommen wir die Nummer des Busunternehmens und erfahren, dass es sich ab Torgau um einen regulären Bus handelt.