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Auernheim-Neresheim (2)

26 zwing eIn der Zwing gehen wir nicht – wie der Wanderweg – von der äußersten Kante sofort in Richtung Neresheim, sondern auf dem Höhenweg weiter und genießen auf einer Bank den Blick aufs Kloster.

Das Naturschutzgebiet Zwing besitzt eine der schönsten Wacholderheiden der Ostalb mit markanten Wacholdersäulen und seltenen Pflanzen, wie Orchideen, Küchenschellen oder Enzian.

Woher der Name Zwing kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Der Neresheimer Heimatforscher Ottmar Engelhardt vermutete, dass es auf der Höhe eine Burg gegeben habe, wer zu ihr wollte, war gezwungen, das Tal zu passieren. Die „Zwing“ sei also von dem Wort „gezwungen“ abgeleitet. Das Naturschutzgebiet kann von Mai – Oktober an bestimmten Tagen mit der „Schättere“, der Härtsfeld-Museumsbahn von Neresheim aus erreicht werden.

27 zicklein eWir kehren auf der gleichen Strecke zum Wanderweg zurück, der auf asphaltierter Straße ansteigt, doch bald wieder ins Tal abfällt. Wir kommen an einer Ziegenherde mit einigen niedlichen Zicklein vorbei.

Im Tal folgen wir der Egau, einem 44 km langen Donauzufluss. Hinter der Gallusmühle zweigt der Wanderweg nach rechts ab, wir wandern jedoch weiter der Egau entlang bis zu ihrer, mit Natursteinen eingefassten Quelle in Neresheim. Der Quelltopf kann bis zu 600 l/s schütten, doch heute ist es nur ein Bruchteil davon. Auf eine Besichtigung des Städtchens verzichten wir heute angesichts des gerade stattfindenden Neresheimer Stadtfestes.

Naturfreundehaus HDH – Nattheim (2)

Auf einer Fußgängerbrücke überqueren wir die Straße Heidenheim – Schnaitheim und die Bahnlinie, wenig später auf der Straßenbrücke die Brenz, dieser folgen wir in Richtung Schnaitheim. Sie entspringt in Königsbronn und mündet nach 52 km bei Faimingen in die Donau.

12 brenz eAn der Brenz ist Ingrid ständig am Fotografieren, besonders die vielen kleinen Blesshühner haben es ihr angetan.

Wir verlassen die beschauliche Brenz, unterqueren die Bundesstraße und erreichen, trotz eines Industriegebiets, überwiegend im Grünen das Wohngebiet Wehrenfeld. Über den Specht- und den Stieglitzweg geht es im Zickzack durch

die Wacholderheide hinauf zum Moldenberg. Hier finden wir die ersten Waldhyazinthen. Diese weiß blühende Orchidee wird auch Kuckucksstendel genannt und steht natürlich unter Naturschutz. Kurz geht es auf breitem Weg weiter, dem folgt ein fast zugewachsener Grasweg im Wald, der nicht so ganz einfach zu begehen ist, denn durch die Stollen der riesigen Waldarbeiterfahrzeuge ist der Boden sehr uneben mit zum Teil tiefen Löchern, die meist mit Wasser gefüllt und schwer zu umgehen sind.

Wir passieren die Jakobhülbe und die Gehrenhütte. Überwiegend ist die Ausschilderung sehr gut, nur an einer Wegspinne ist sie nicht ganz eindeutig, aber wir gehen richtig und überqueren auf einer Brücke die Autobahn.

Staufen – Giengen

Da wir unsere Ente, die wegen eines TÜV-Termin in einer Autowerkstätte in Giengen war, holen müssen, verbinden wir das Angenehme mit dem Nützlichen und fahren nach Staufen, um von dort einen Abendspaziergang auf fast schattenlosem Weg nach Giengen zu machen.

Bei Staufen, einer alemannischen Gründung, berühren wir kurz noch einmal bayerisches Gebiet. Der Ort liegt am Rand der Alb, am Beginn des Bachtals. Ein Adeligengrab des 8. Jahrhunderts weist auf die frühe Bedeutung Staufens hin, das 1150 erstmals als Stouphen genannt wurde. Hier lebten die Staufer von Bloßenstaufen, ihre Burg lag im benachbarten Syrgenstein, seit 1806 gehört das Dorf zum Freistaat Bayern.

Die Sonne brennt um 19 Uhr immer noch ungebremst vom überwiegend blauen Himmel, nur am westlichen Horizont sehen wir nicht genau definierbare Wolken, die Gewitter und Regen nicht ausschließen lassen. Wir nutzen im Ort jeden Schatten aus, als wir zur neugotischen Martinskirche hochzusteigen. Zunächst durch Wiesen und Felder, dann kurz am Waldrand entlang kommen wir in ein weites Tal und können endlich auf schönem Grasweg wandern, was auch Della besser gefällt, als die geteerten und kiesigen Wege am Anfang, allerdings hechelt sie heute bei der Hitze und Schwüle ziemlich stark.

Bald kommt eine schöne Wacholderheide, ehe wir dann zum Schießberg hinaufsteigen, vorbei an einer goldenen Muschel und verschiedenen Tafeln zum Jakobusweg, von hier wären es noch 2200 km zum Endpunkt in Santiago de Compostella, aber das ist ja nicht unser Ziel. Als eine dunkle Wolke die Sonne verdeckt, genießen wir den Schatten. Durch das Sportgelände der Stadt kommen wir zum alten Aussichtsturm, da aber die umstehenden Bäume höher als der Turm sind, gehen wir nicht näher, sondern weiter zu einem Aussichtspavillon, der einen Blick auf die imposante evangelische Giengener Stadtkirche mit ihren 2 ungleichen Türmen erlaubt.

Die ursprünglich St. Marien geweihte Kirche, das Wahrzeichen Giengens, wurde nach dem Stadtbrand von 1634 auf Bauresten des 13. und 14. Jh. wieder errichtet. Das hohe Bauwerk weist alle Stilepochen seit der Romanik auf. Der Blasturm – auf dem früher der Nachtwächter seinen Dienst versah – ist im Renaissance- und der Glockenturm in Barockstil ausgeführt.

Über Treppen geht es abwärts und bald sind wir bei unserer Ente, die auch sofort anspringt, was leider nicht immer der Fall ist. Als ich dann mit Ingrids Auto hinter Ingrid herfahre, die die Ente steuert, stelle ich fest, dass ein Rücklicht defekt ist und das direkt nach der Abnahme durch den TÜV oder war es die Dekra? Komisch.

Neresheim – Staufen (1)

Strahlend blauer Himmel ohne Wolken beim Aufstehen und so bleibt es auch. Abweichend vom ausgeschilderten Weg gehen wir sofort an die Egau, wo Della mal ein kurzes Bad nimmt. Dann wandern wir zwischen Feldern zur Zwing und dann kurz durch den Wald. Zwischen der Zwing, einer Wacholderheide und Auernheim verläuft ein Panoramaweg mit herrlichen weiten Ausblicken in Richtung Kloster Neresheim und zur Kirche von Auernheim. Nur heute wird das Vergnügen des Wegs durch das taunasse Gras etwas getrübt.

Das Härtsfeld liegt in der Ostalb-Region und ist der nordöstliche Ausläufer der schwäbischen Alb und wird im Westen vom Kocher- und Brenztal, im Norden vom Steilrand der Alb und dem Ries begrenzt, gegen Süden flacht der das Gelände ab und geht allmählich in die Donauebene über. Der Name leitet sich her von „hartem Feld“, auf dem es „viel Steine gab und wenig Brot“. Der Untergrund besteht zum größten Teil aus Weißjura-Kalkgestein. Das Härtsfeld ist relativ wasserarm, allerdings gibt es den aufgestauten Härtsfeldsee mit einer Fläche von 11 Hektar, der vom einzigen Flüsschen, der Egau, die in Neresheim entspringt und hinter Dillingen in die Donau mündet, gespeist wird. Früher machte der Spruch die Runde: „Wer Vater und Mutter nicht folgt, muss aufs Härtsfeld“. Aber das ist lange her, heute darf man aufs Härtsfeld, um sich zu erholen.

In Auernheim kommen wir zur Pfarrkirche St. Georg auf dem Krönungsberg, sie wurde 1729-1735 im Barockstil erbaut. Der einmaligen Lage der Kirche kommt einer alten Sage zufolge eine besondere Bedeutung zu. Es wird berichtet, dass die Auernheimer Bürger vor rund 280 Jahren ihre Kirche gerne „im Dorf“ haben wollten. Das bereitliegende Baumaterial wurde jedoch stets über Nacht von unsichtbarer Hand wieder dahin gebracht, wo heute die Kirche steht. Der erste Eindruck vom barocken Innenraum ist freundlich und hell. Die Decke ist flach und wird durch drei Fresken unterteilt. Es folgt durch einen Triumphbogen getrennt der Chorraum. Die beiden Seitenaltäre zeigen Maria mit dem Kind und St. Josef mit Papst Leo XIII. Auf dem Hochaltar ist die Kreuzigung zu sehen, den oberen Teil ziert die barocke plastische Darstellung der Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit.

Die Kirche ist von einem typischen Friedhof umgeben. An der Innenseite der Friedhofsmauer befinden sich mehrere noch sehr gut erhaltene Epitaphien, also Grabinschriften oder Gedenktafeln für Verstorbene aus dem Biedermeier mit zum Teil originellen Inschriften, wie die des „ehrenwerten Witwers Xaver Hafner von Auernheim: „Du folgst mir bald, sprach Marianne noch sterbend zum betrübten Manne. Ja, ja bald sehen wir uns dort. Und seht, der gute Mann hielt Wort“.