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Körlitz – Schmölen (2)

Auf unserem Weg sehen wir viele Stelen, die mit Texten an Ringelnatz erinnern, das verführt Ingrid noch zu einem, völlig überflüssigen Schlenker zu seinem Geburtshaus. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, da ist Wurzen stolz auf Ringelnatz, den Sohn ihrer Stadt, sie werben mit ihm und stellen überall Stelen auf, doch sein Geburtshaus ist ein sanierungsbedürftiges Gebäude für das sich jede Gemeinde, auch im Osten schämen müsste.

Durch einen kleinen Park kommen wir zum Bahnhof, wo wir uns zuerst nach Westen wenden, ehe wir uns wieder auf einem Rad-Fußweg nach Süden aufmachen. Anschließend müssen wir leider auf einer Straße weiterwandern, da dort aber gebaut wird, fahren kaum Autos. In Denitz geht es in die Muldeaue und über einen kleinen Fluss zur Mulde. Hier kehren wir im Fährhaus ein, ehe wir uns von der Personenfähre übersetzen lassen. Nach einem guten halben Kilometer sind wir an der Bushaltestelle, wo wir beim Preis für die Fahrt nach Körlitz nachfragen, weil er uns unwahrscheinlich günstig vorkommt.

Körlitz – Schmölen (1)

Werbung und Sanierungsfall

Wir verlassen Körlitz auf einer kaum befahrenen Straße, ehe wir durch Felder in Richtung Roitsch wandern. Wir kommen an einer großen Apfelplantage vorbei, in der in den nächsten Tagen wohl die Ernte beginnen wird. Wir biegen nach rechts zu einem größeren Teich. Als sich ein älterer Mann auf eine Aussichtsplattform stellt, kommt Familie Schwan mit 8 Jungen aus gut 100 m Entfernung angerauscht, um das Brot, das der Mann ins Wasser wirft, zu fressen, so als würden sie sonst verhungern. Wenig später erreichen wir die ersten Häuser von Wurzen, gehen kurz an einer Durchfahrtsstraße entlang, dann biegen wir nach links und wenig später nach rechts ab, sodass wir auf einem Fuß-Radweg fast in die Altstadt von Wurzen wandern können. Zwischendurch machen wir noch eine längere Pause auf einer Bank.

Wurzen gilt mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 961 als einer der ältesten Orte Sachsens. Die Burg wurde auf eine felsige Anhöhe am rechten Muldeufer erbaut und war im 16. Jahrhundert zeitweilig Bischofssitz. Seit dieser Zeit wird die 1114 geweihte Kollegiatsstiftskirche St. Marien als Dom bezeichnet. Ob von der ursprünglichen Kirche noch Teile erhalten sind, ist nicht endgültig geklärt. Da die Bischöfe bis 1581 auf dem Schloss residierten, schien es Luther wohl nicht ratsam zu sein, selbst in Wurzen aufzutreten, trotzdem wurden seit 1542 evangelische Gottesdienste abgehalten.

Über den Marktplatz kommen wir zum Dom, den wir kurz besichtigen. Hier finden wir ein Bronzerelief, das Luthers Bildnis und den Liedanfang seines Kirchenlieds Eine feste Burg ist unser Gott, zeigt. Es ist Teil der Anfang der 30er Jahre des letzte Jahrhunderts von Prof. Georg Wrba neu geschaffenen Innenausstattung.

Vor dem Dom finden wir den Lutherbrunnen mit steinernen Sitzbänken, die zum Rasten einladen. Kurz schauen wir noch zum Schloss, in dem heute ein Hotel untergebracht ist. Wir gehen weiter durch die Stadt zur evangelisch-lutherischen, dreischiffigen Stadtkirche St. Wenceslai vorbei, die mit ihrem markanten Kirchturm das Stadtbild von Wurzen prägt, leider ist sie geschlossen.