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Antworten auf Leserfragen (4)

Wie schiebt sich der Buggy denn längere Strecken bergauf?

Das hängt in erster Linie von der Bodenbeschaffenheit und natürlich der Steilheit des Anstiegs ab und auch von der Sonneneinstrahlung.

Leichte Anstiege auf asphaltierten Wege sind auch bei längerer Dauer kein Problem, auch mittlere Anstiege sind bei einigen hundert Meter Länge gut zu bewältigen, Steilstücke strengen ziemlich an und man gerät dabei etwas außer Atem, aber mit den nötigen kleinen Verschnaufpausen lässt sich auch das schaffen.

Anders sieht es bei kiesigen Wegen aus, vor allem, wenn noch mehr oder weniger große Steine auf dem Weg zu Stolperstellen werden können, dies gilt auch für mit Steinen und Wurzel übersäaten Naturwegen, hier empfiehlt es sich den Hund selbst laufen zu lassen, wenn immer es geht und bei Della geht es meistens, da ich sie auf guten Strecken schone. Bei solchen Wegen empfiehlt es sich, auch wenn es auf Dauer den Buggy belasten kann, den Wagen nicht zu schieben, sondern auf den Hinterrädern hinter sich herzuziehen.

Wie schon in einem früheren Posting geschrieben, in Mittelgebirgen ist das kein Problem, auch im Allgäu haben wir letzthin problemlos einen Anstieg mit 350 m auf kiesigen Wegen gut bewältigt, wobei Della bei einem besonders steilen Stück im Wald und später noch bei einem sehr steinigen Teil die eigenen Pfoten genutzt hat, auch beim steilen Abstieg gab es kaum Probleme.

Wangen – Staudacher Mühle (2)

Anschließend geht es im Wald bergauf und als wir diesen verlassen, sehen wir auf einem sonnenbeschienenen Berghang die ersten blühenden, wenn auch nicht sehr großen Orchideen. Es ist immer wieder ein Genuss, wenn diese unter Naturschutz stehenden wilden Blumen blühen.

Auf der Hochfläche haben wir dann einen schönen Rückblick nach Wangen und übers Allgäu. Nur kurz sind wir der prallen Sonne ausgeliefert, es hat weit über 20 Grad, dann geht es im schattigen Wald weiter. An einer Weggabelung zeigt das Zeichen des Wanderwegs, der bisher parallel zum Martinusweg verlief, steil bergauf, während der Martinusweg nur leicht ansteigend nach rechts abbiegt. Laut Karte treffen die beiden Wege später wieder zusammen und es ist klar, wir nehmen den steilen Weg, der andere wäre mit dem Buggy ja zu einfach.

An einer Lichtung sehen wir über den Hügeln des Allgäu die schneebedeckten Spitzen der Alpen.

In Halden zeigt der Weg nach links, doch wir gehen geradeaus, denn Ingrid will die nächste Bushaltestelle und den dort durchfahrenden Bus erreichen. Als wir einen Hof durchqueren, fragt Ingrid ob wir hier ins Tal kommen würden. Jetzt sei es noch möglich, denn noch sei der Weg nicht zu sehr zugewachsen.

Eine sehr optimistische Beschreibung des tatsächlichen Zustands, aber wir kommen, wenn auch mit viel Mühe durch. Nach einem Hof geht es dann auf asphaltierten Wegen weiter und wir kommen tatsächlich 5 min vor der Busabfahrt an. Der Busfahrer fährt einen Reisebus als Linienbus und hat Probleme mit unserem Buggy, den er in den Gepäckraum verbannen will, aber als er die hintere Tür öffnet, bin ich die beschwerlichen Treppen emporgestiegen, ehe er aussteigen und das Gepäckfach öffnen kann. Bruttelnd fügt er sich und so kommen wir zurück nach Wangen.

Wir gehen wieder durch die Altstadt und machen an einem Straßencafe Pause, Ingrid länger als ich, denn ich gehe den guten Kilometer und hole das Auto, das ich in der Nähe der Engelsmühle abstelle und auf dem Weg zum Auto können wir den noch nicht gesehenen Teil der Altstadt ansehen, vor allem noch einige der unzähligen Wangener Brunnen.

Wangen – Staudacher Mühle (1)

An der gleichen Stelle wie letzte Woche stellen wir unser Auto ab und um den Gehsteig an der vielbefahrenen Bundesstraße zu vermeiden, machen wir einen größeren Schlenker nach links und treffen am Martinstor wieder auf die vermiedene Straße. Durch das Tor erreichen wir den historischen Altstadtkern und erinnern uns, dass wir hier bei unserer letzten Wanderung durch Wangen den Autokorso einer Oldtimerrallye erlebt haben, die die Länge unserer Wanderung nachhaltig beeinflusst hat. Auch heute kommen wir nicht viel weiter, weil Ingrids Rückenschmerzen nicht vorbei sind und sie sich nicht überanstrengen will.

Martinsturm Wangen

Wangens Geschichte als alemannische Siedlung beginnt bereits im frühen Mittelalter, als Marktort gewann Wangen im 12. Jahrhundert eine immer größere Bedeutung, 1286 erhielt Wangen den Status einer freien Reichsstadt, die verkehrsgünstig zwischen Ravensburg und Isny sowie zwischen Lindau und Leutkirch liegt. Während der napoleonischen Umwälzungen verlor Wangen seinen Status wieder und gelang schließlich zum Königreich Württemberg.

Trotz aller Veränderungen blieb der mittelalterliche Stadtkern erhalten, so wurden seit Beginn der 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts die vielerorts üblichen Bausünden in der denkmalgeschützten Altstadt vermieden u

Wir schlendern also durch die Altstadt und machen einige schöne Bilder, ehe wir den Ort entlang der Argen verlassen, besonders interessant sind die vielen, ganz unterschiedlichen Brunnen. Zunächst auf Kies und später auf einem Grasweg geht es dem Flüsschen entlang, wir suchen nach einer Möglichkeit Rast zu machen oder die breiten Uferbereiche liegen dummerweise auf der anderen Seite, doch dann finden wir einige trockene Steine im Flussbett und hier können wir nicht ganz bequem Pause machen. 

Martinuswege: Der Regionalweg Süd

Der Wanderweg beginnt in Oberteuringen und führt über 237 km nach Biberach, also über den Bodenseeraum, das württembergische Allgäu und Oberschwaben. Dabei werden folgende wichtige Orte, wie z.B. Friedrichshafen, Langenargen, Wangen, Isny, Leutkirch, Wolfegg, Weingarten, Aulendorf und Bad Schussendorf, besucht.

Der Plan ist mit freundlicher Genehmigung www.martinuswege.de entnommen

Es werden unter Martinuswege.de zwar Etappenvorschläge gemacht, die aber vielleicht den einen oder anderen Wanderer überfordern und auch zu wenig Zeit lassen für das Genießen der Natur, die stille Einkehr in Kirchen oder das Bewundern historischer Bausubstanz. Aber man kann die Etappen auch selbst einteilen, auch ist die Wanderung in Tagesetappen geeignet, denn mit etwas Mühe und Planung lässt sich eine Einteilung finden, mit der man die öffentlichen Verkehrsmittel gut einsetzen kann.