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Wangen – Staudacher Mühle (1)

An der gleichen Stelle wie letzte Woche stellen wir unser Auto ab und um den Gehsteig an der vielbefahrenen Bundesstraße zu vermeiden, machen wir einen größeren Schlenker nach links und treffen am Martinstor wieder auf die vermiedene Straße. Durch das Tor erreichen wir den historischen Altstadtkern und erinnern uns, dass wir hier bei unserer letzten Wanderung durch Wangen den Autokorso einer Oldtimerrallye erlebt haben, die die Länge unserer Wanderung nachhaltig beeinflusst hat. Auch heute kommen wir nicht viel weiter, weil Ingrids Rückenschmerzen nicht vorbei sind und sie sich nicht überanstrengen will.

Martinsturm Wangen

Wangens Geschichte als alemannische Siedlung beginnt bereits im frühen Mittelalter, als Marktort gewann Wangen im 12. Jahrhundert eine immer größere Bedeutung, 1286 erhielt Wangen den Status einer freien Reichsstadt, die verkehrsgünstig zwischen Ravensburg und Isny sowie zwischen Lindau und Leutkirch liegt. Während der napoleonischen Umwälzungen verlor Wangen seinen Status wieder und gelang schließlich zum Königreich Württemberg.

Trotz aller Veränderungen blieb der mittelalterliche Stadtkern erhalten, so wurden seit Beginn der 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts die vielerorts üblichen Bausünden in der denkmalgeschützten Altstadt vermieden u

Wir schlendern also durch die Altstadt und machen einige schöne Bilder, ehe wir den Ort entlang der Argen verlassen, besonders interessant sind die vielen, ganz unterschiedlichen Brunnen. Zunächst auf Kies und später auf einem Grasweg geht es dem Flüsschen entlang, wir suchen nach einer Möglichkeit Rast zu machen oder die breiten Uferbereiche liegen dummerweise auf der anderen Seite, doch dann finden wir einige trockene Steine im Flussbett und hier können wir nicht ganz bequem Pause machen. 

Fotomodell

Goppertsweiler – Wangen (2)

Hinab nach Neu-Ravensburg und kurz entlang der Straße, dann biegen wir ab und gehen am Ortsrand weiter, kommen dabei an zwei herrlichen blühenden Bäumen vorbei, ehe wir den Waldrand erreichen, hier wird ein neuer Promenadenweg angelegt und das bedeutet jetzt eine nicht sehr angenehme Strecke. Dann geht es in den Wald hinein und als wir diesen mit Blick auf blühende Obstwiesen und Pferde verlassen, wird Della in ihrem Buggy zum wiederholte Male fotografiert.

Interessant ist in Untermooweiler die renovierte Nikolauskapelle, ein steinerner Zeuge aus romanischer Zeit. Die Kapelle wird erstmals 1152 urkundlich erwähnt und 1312 dem heiligen Nikolaus geweiht, sie gilt damit als älteste Kirche der Umgebung. Bei der letzten Sanierung wurde der frühere Baustil wieder sichtbar gemacht.

In der Zwischenzeit ist das Wetter deutlich besser geworden und entspricht jetzt der Wettervorhersage. Doch leider ist dies bald vorbei, denn nachdem wir jetzt auf wenig befahrenen Straßen weiterwandern, wird es langsam aber stetig dunkler und es fallen die ersten großen Tropfen. Nachdem diese immer mehr werden, warten wir im Schutz eines Baums. Immer wieder schauen wir nach oben, denn eigentlich sind wir schon am Rand der dunklen Wolke, doch diese bewegt sich kaum weg. Trotzdem wagen wir es weiterzugehen, aber dort, wo es länger keine Unterstellmöglichkeiten gibt, wird der Regen wieder stärker und Della hat das Glück, dass Ingrid sich nicht entscheiden wollte, welcher Anorak der richtige ist und sie noch einen in den Buggy legte, der jetzt Della und den Buggy vor dem Regen schützt.

Doch dann ist der Regen vorbei und wir kommen gut voran. In einem Weiler schaut ein Mädchen aus dem Fenster des 1. Stocks und als sie Della im Buggy sieht, verlässt sie das Fenster und kommt gleich darauf mit einem Fotoapparat aus der Haustür gestürmt und fragt, ob sie ein Foto machen darf. Als dann ihr kleiner Westi kommt, macht Della natürlich Krach und wir verschwinden schnell, ehe Della trotz ihrer Anbindung versucht, aus dem Buggy zu springen.

Wie fotogen Della ist, können Sie hier selbst feststellen.

An der Argen machen wir nochmals Rast, ehe wir nach einem kurzen Stück parallel zum Fluss zu einer kleinen, eher unscheinbaren Brückenkapelle kommen. Wieder müssen wir ein Stück Straße gehen, dann verlassen wir den Martinusweg, um zu unserem abseits des Wegs gelegenen Auto zu kommen.

Wieder ausgeschildert

Goppertsweiler – Wangen (Ortsanfang) (1)

Etwas schneller als sonst ohne deswegen gleich zu rasen, fahren wir nach Wangen und stellen unser Auto am Ortsende bei einer Bushaltestelle ab und fahren wieder mit dem einzigen Bus des Tages nach Goppertsweiler.

Entgegen der ganz aktuellen Wettervorhersage ist der Himmel nicht blau; sondern grau und nachdem es kurz vor Wangen noch stark geschüttet hatte, tröpfelt es jetzt nur noch hin und wieder. Die ersten Meter führen uns auf dem gleichen Weg wieder zurück Richtung Argen, doch dann können wir auf einem zunächst unbeschilderten Weg abbiegen; dabei treffen wir auf den von der Kirchengemeinde angelegten Glaubenspfad und kommen später direkt zur Argenbrücke.

Hier treffen wir dann wieder auf die Markierung des Martinuswegs, die klein auf den üblichen Pfeiltafeln angebracht ist. Wir kommen zur Autobahnbrücke, deren Pylon wir von weitem bei der letzten Etappe schon gesehen hatten und steigen am Hang empor, dann unterqueren wir die Brücke und auf einem Naturpfad geht es überwiegend angenehm weiter, doch an einer Stelle ist es sehr matschig und man kommt nur mit dreckigen Schuhen weiter.

Ruine Neuravensburg ©walker

Della läuft hier eine längere Strecke, vor allem ist sie beim Anstieg zur Ruine Neu-Ravensburg ganz in ihrem Element, sodass Ingrid durchaus leichte Schwierigkeiten hat, ihr Tempo einzuhalten, zumal sie heute mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat und es gar nicht sicher war, dass wir die Wanderung überhaupt versuchen können, aber Ingrid hält tapfer durch.

Mit schönem Blick über die Hügel bis zu den verschwimmenden Höhen des Allgäu machen wir auf der Ruine Rast, in Anbetracht der geringen Sichtweite ersparen wir uns den Aufstieg auf den Bergfried.

Die Burg wurde wohl Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und nach wechselvoller Geschichte wurde die Burg im 19. Jahrhundert zum Abbruch verkauft.

Kieswege oh je (2)

Tannau – Goppertsweiler (Forts.)

Eigentlich gehen wir ja auch wegen der Wanderung an der Argen diese Strecke, doch es dauert ewig, bis wir den Fluss endlich wieder zu Gesicht bekommen und dann nur mehr oder weniger tief unter uns, teilweise versteckt durch die aufkommenden Blätter. Kurz nachdem wir dann Rat mit Blick auf den Fluss gemacht haben, folgen wir einem Trampelpfad in Richtung Fluss, zunächst bleibt dieser noch oben, dann geht es steil hinab und wenig später können wir dann ins Flussbett hinabsteigen und uns etwas umsehen, denn die Argen führt wenig Wasser.

Nochmals zurück auf den geschotterten Waldweg, der dann immer schmäler und fast unpassierbar wird. Auf breiterem Weg steigen wir hoch zu Schloss Achberg, das heute geöffnet ist, allerdings verzichten wir auf eine Besichtigung und kehren im Schlosshof ein.

Schloss Achberg liegt auf einem Bergsporn über dem Argental und birgt in seinem eher unscheinbaren Äußeren im Innern Meisterwerke der barocken Stuckateurkunst. Erstmalig wurde die Vorgängerburg im Jahre 1335 erwähnt, die heute Schlossanlage geht auf das 16. Jahrhundert zurück, Ende des 17. Jahrhundert erwirbt der Deutsche Orden das Schloss und lässt es durch den Landkomtur prachtvoll ausbauen, allerdings nimmt die Nutzung immer weiter ab, später geht in den Besitz des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen über. 1988 erwirbt der Landkreis das Schloss und in den folgenden Jahren findet eine Mustersanierung des Landesdenkmalamts statt.

Neben der gastronomischen Nutzung an den Wochenenden gibt es im Sommer auch eine Vielzahl von kulturellen Angeboten.

Wieder hinunter zum Fluss und über die Hängebrücke erreichen wir Flunau, jetzt geht es auf der anderen Flussseite weiter, selten ganz nah am Wasser, meist weiter entfernt. Dann geht es steil bergauf und nach wenigen Schritten genauso steil hinunter und dann geht es leicht ansteigend nach Goppertsweiler, wo wir die für ein kleines Dorf überraschend große Martinskirche besichtigen.

Ähnlich wie die Tannauer Kirche steht sie auf mittelalterlichen Fundamenten. Ältester Teil der Kirche ist der Turm aus groben Argenkieseln, der Ostchor entstammt dem Spätmittelalter, die Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts erweitert und mit hochbarocken Rundfenstern versehen.

Auf dem Rückweg über Tannau fahren wir dann den größten Teil des vorgesehenen Martinus-wegs ab, eine wunderschöne Landschaft und obwohl asphaltierte Straßen gegenüber den Kieswegen durchaus Vorteile gehabt hätten. Trotzdem bereuen wir unsere Wahl nicht, denn auf den meist engen Sträßchen hätte es bei dem durchaus vorhandenen Verkehr wohl nur wenig Spaß gemacht.

Kieswege, oh je (1)

Tannau – Goppertsweiler

 Heute gibt es nur eine günstige Möglichkeit vom Endpunkt zum Anfangspunkt zu kommen, nämlich der Bus um 9.29, doch dazu müssen wir erst noch einige Kilometer fahren und ich kann auch im Internet nicht klären, ob die A96 bei Leutkirch wirklich schon voll ausgebaut ist oder ob hier immer noch eine große Staugefahr besteht.  

Da am Ostermontagmorgen wenig Verkehr ist, wagen wir die Fahrt und siehe da, die Strecke ist durchgängig gut befahrbar und so kommen wir eine gute halbe Stunde zu früh in Goppertsweiler an und ich lese ein wenig und beginne in aller Ruhe alles zusammenzurichten, während Ingrid überlegt, ob wir nicht die Zeit anderweitig nutzen könnten. Pünktlich bringt uns der Bus nach Tannau.

 

Kirche St. Martin, Tannau, ©walker

Die St.Martinskirche wurde 1720 auf den Fundamenten einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert erbaut, der Taufstein stammt noch aus dem 16. Jahrhundert während die Deckengemälde wohl 100 Jahre nach dem Kirchenbau angebracht wurden.

Auf dem Radweg neben der Straße gehen wir wieder zurück in Richtung Laimnau, biegen aber vorher links ab und durchqueren das Dörfchen Wiesertsweiler und wandern auf einer Verbindungsstraße Richtung Laimnau. Hier weichen wir wieder vom Martinusweg ab, der wieder nicht ausgeschildert ist, denn mehrere Kilometer auf engen Straßen zu wandern, ist nicht unsere Vorstellung vom Wandern.

Später überlegen wir an einem Wegkreuz, rechts oder links, wir entscheiden uns für rechts und zunächst ist es eine gute Entscheidung, dann wir kommen an blühenden Obstplantagen vorbei, doch dann kommen uns viel Wohnmobile und Pkw mit Wohnwagen auf einer schmalen Straße entgegen, da macht es dann weniger Spaß. Am Campingplatz vorbei, kommen wir zur Argen und überqueren diese auf einer Hängebrücke. Bei den ersten Häusern von Unterlangau fasziniert Ingrid die Dekorationen eines Gutshofs und sie macht viele Bilder. Dann verlassen wir den Radweg und die Straße und gehen zunächst am Wald entlang und dann im Wald weiter und der Weg ist meist wenig angenehm, nicht nur wegen dem Buggy, denn es liegen überall viele lockere Kieselsteine, vor allem auch größere auf dem Weg. Der einzige Vorteil, nur wenige Radfahrer sind hier unterwegs.

Knapp geschafft und was vergessen

Langenargen – Tannau

Die Rückfahrt vom Endpunkt Tannau nach Langenargen ist gar nicht so einfach und so haben wir eine besondere Variante ausgetüftelt und die hat, wenn auch knapp funktioniert.

Wir fahren leider etwas später als erwartet ab, sodass ich heute auf die Spritsparvariante beim Fahren verzichten muss, trotzdem sind wir bis zum Ende der Schnellstraße bei Ravensburg ganz gut in der Zeit, doch die folgende Ampelkette kennt scheinbar nur eine Farbe, nämlich rot. Knapp 5 min vor der Busabfahrt in Tettnang finden wir gut 100 m entfernt einen Parkplatz. Buggy aufbauen, alles einladen, auch Della und dann hetzen wir zur Bushaltestelle. Dabei fällt mir auf, ich habe keinen Sonnenhut auf, auf meine Frage verneint Ingrid, auch sie hat keins dabei. Doch wenn wir zurückgehen, ist der Bus weg. Also gehen wir weiter und schon nach einer Minute kommt der Bus und bleibt noch einige Minuten stehen.

In Langenargen steigen wir in der Nähe der Stadtmitte aus und suchen zunächst ein Geschäft, in dem wir Sonnenhütchen erwerben können. Nachdem wir 2 im Partnerlook gefunden haben, gehen wir nochmal durch den Seepark und dann in Richtung Malerwinkel. Dabei kommen wir wieder an einem Bücherflohmarkt, diesmal des TV Langenargen vorbei, Ingrid sucht wieder und wird aber nicht fündig.

Dann geht es ein kurzes Stück durch ein Ried und hier sind tatsächlich einmal keine Radler anzutreffen. Bald treffen wir auf die Argen.

Der Fluss wird aus der unteren und oberen Argen gebildet, die beide Wangen umfließen und sich bei Neuravensburg zur Argen vereinen und dann gut 20 km später bei Langenargen in den Bodensee mündet.

An der Argen prüft Ingrid, auf welcher Seite es günstiger ist zu wandern und wir entschließen uns für die linke Seite flussaufwärts gesehen und die Zahl der Radler hält sich in Grenzen. Auch an der bereits 1897 erbauten Kabelhängebrücke schaut Ingrid, ob die andere Seite vielleicht doch besser wäre, aber wir bleiben auf der bisherigen Seite. An einem kleinen Sandstrand machen wir Pause und Della geht mehrmals sehr vorsichtig ins Wasser.

Wenig später verlassen wir den Wanderweg und gehen kurz durch die angrenzenden Obstplantagen und kehren wieder zum Weg zurück, um die Bundesstraße zu unterqueren. Bei der Gießenbrücke müssen wir den wunderschönen, überwiegenden schattigen Weg verlassen und stellen dabei fest, dass wir vor Jahren hier mal einen kleinen Spaziergang gemacht haben.

Die nächsten gut 3 km sind hart, kein Schatten, staubiger Weg und Radfahrer ohne Ende. Ich bin nur froh, dass Della ruhig in ihrem Buggy sitzt. Zuletzt geht es entlang der Straße auf einem asphaltierten Radweg und Della nutzt das ruhige Rollen zum Schlafen.

Vorbei an der Statue des Heiligen Christophorus erreichen wir Laimnau, wo mich die Kirche St.Peter und Paul mit dem denkmalgeschützten Turm vom Prinzip her an die Jakobuskirche in Brochenzell erinnert. Hier wie dort, wurde an einen älteren Teil ein moderner Anbau eingefügt, sodass wir hier sowohl einen barocken, als auch einen modernen Altar finden. Wenige Schritte entfernt, kehren wir im Garten eines alten Gasthofs ein und die vielen hübschen Dekorationsteile veranlassen uns dann, am Abend zum Essen wiederzukommen.

Jetzt wählen wir eine eigene Route, denn 3 km auf einem Radweg neben der Straße wollen wir uns nicht antun. Wir folgen zuerst dem Albvereinsweg Richtung Tettnang und müssen im Wald steil bergauf steigen, was Della aber locker bewältigt. Mit stetem Bergauf und bergab kommen wir dann nach Tannau. Da die Sonne ganz hinter den Wolken verschwunden ist, vermuten wir, dass es in der Kirche evtl. etwas dunkel zum Fotografieren ist und bestellen uns das Taxi, das uns dann nach Tettnang bringt. Vorsichtshalber hatten wir uns schon am Morgen erkundigt, ob das Unternehmen noch besteht und auch am Karsamstagabend tätig ist.