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Cottbus – Dissen (3)

Ohne uns besonders zu beeilen, gehen wir weiter, um am Ortsrand festzustellen, wir könnten es vielleicht doch noch schaffen. Wir sind noch gut 150 m von der Haltestelle und 50 m von einem Straßenknick entfernt, als wir den Bus auftauchen sehen. Ich renne mit dem Buggy los und winke verzweifelt mit dem 2. Arm, dann gibt der Busfahrer mir ein Zeichen und ich renne weiter. Nach dem Straßenknick hält der Bus, vielleicht 80 m vor der Haltestelle und wartet auf uns. Wirklich ein freundlicher Busfahrer, denn sonst hätten wir eine Stunde warten müssen, und ob uns die Störche die Zeit bei dem doch kühlen Wetter so lange vertrieben hätten, glaube ich nicht.

Wir steigen am Busbahnhof aus und sind nach einer knappen Viertelstunde bei unserem Auto, wir fahren zum Branitzer Park. Dort gehen wir auf dem kürzestem Weg zum Schloss, das wir besichtigen. Das Branitzer Schloss wurde von 1770-72 im Barockstil er- und um 1850 umgebaut.

Schlafzimmer im Branitzer SchlossDas originalgetreue Interieur führt uns in die Welt des Fürsten Pückler, es zeigt vor allem auch sein Interesse an Ägypten. Während Ingrid die Bilder des in Cottbus geborenen Landschaftsmalers Blechen (1798-1840) und des modernen Malers Siegbert Hahn bewundert und die Öffnungszeit komplett ausnutzt, langweile ich mich, denn ich habe nicht soviel Zeit benötigt, um die Bilder anzusehen.

Auf dem Rückweg zu unserem Auto wissen wir mitten im Stadtteil Branitz nicht so genau, wo wir sind und wie wir zu unserem Auto kommen. Eine hilfreiche Autofahrerin hält an und weist uns den rechten Weg.

Bei einem Inder an der Oberkirche essen wir zu Abend, ehe wir bei dm noch Futter für Della besorgen. Zurück in unserer Ferienwohnung tigert Della viel schneller als sonst durch den Garten.

14.8. Großholzleute – Rimpach (1)

Ein unmöglicher Busfahrer

Es hätte so ein toller Wandertag werden können und beinahe wäre es Nichts damit gewesen. Doch der Reihe nach, da der letzte Bus schon um halb sechs in Rimpach abfährt, entscheiden wir uns am Morgen den ersten Bus von Rimpach nach Isny zu nehmen und dort in den Bus nach Großholzleute umzusteigen. Wir fahren also schon kurz vor 8 Uhr zuhause los und ich fahre etwas schneller wie sonst, um evtl. Unwägbarkeiten wie Stau oder lange Baustellen nicht ins Gewicht fallen zu lassen und so sind wir eine gute Viertelstunde früher in Rimpach. Da der Bus einige min Verspätung hat, fragen wir uns, ob wir den Bus in Isny noch erreichen. Dann kommen wir zur Abfahrtszeit des nächsten Busses an, der aber noch nicht in Sicht ist. Er trudelt mit mehr al 10 min Verspätung ein. Während ich den Buggy in den Bus hebe, kauft Ingrid die Fahrkarten nach Großholzleute und der Fahrer gibt keinen Hinweis, dass er nicht die Absicht hat, diesen Ort anzufahren.

Als er sich auf einer Umleitungsstrecke immer weiter von unserem Ziel entfernt, spricht Ingrid den Fahrer an und der meint, er sei von der Umleitung überrascht worden und meint wir könnten ja mit dem Gegenbus nach Großholzleute zurückfahren. Als wir nur 5 km von Großholzleute entfernt auf die reguläre Strecke einbiegen, weigert sich der Fahrer unser Ziel anzufahren, denn er sei sowieso spät dran.

Er weist nochmals daraufhin, dass wir in Buchenberg umsteigen könnten, doch in Weitnau habe ich genug, zumindest zeigt die Tafel als nächste Haltestelle Weitnau an, aber da war der Fahrer zu schnell, denn gehalten hat er an der früheren Haltestelle. Ingrid ist sauer, weil wir nun in der Pampa stehen und ich versuche auf der Karte einen Wanderung auszutüfteln und wir steigen auch bergan, doch Ingrid findet die Idee nicht so toll. Da fällt mir ein, eigentlich müsste der Gegenbus auch durch Weitnau fahren und so steigen wir wieder in die Dorfmitte ab, nachdem ich ihren Vorschlag des Trampens verworfen hatte.

Tatsächlich gibt es an der Bushaltestelle keinen Hinweis, dass der Bus nicht verkehren würde, aber es gibt die Telefonnummer des Omnibusbetriebs, die ich ohne große Hoffnung anwähle, denn es ist schließlich Sonntag, doch es ist belegt und so versuche ich es in der Wartezeit immer wieder, aber wahrscheinlich hat jemand den Hörer neben das Telefon gelegt.

Der Gegenbus bringt uns dann ohne weitere Kosten bis nach Großholzleute, nur kann die Bushaltestelle nicht direkt angefahren werden, aber das ist nicht unbedingt störend.

Mit genau zwei Stunden Verspätung machen wir uns gegen 12 Uhr auf unsere Wanderung. Sofort geht es auf kiesigem Weg steil bergauf, in der Sonne schiebe ich den Buggy mit Della. Als der Wald beginnt, soll Della laufen, doch der kiesige Weg sagt ihr nicht zu und so trödelt sie noch mehr als sonst. Sobald es etwas flacher wird, darf sie dann wieder fahren, was die Wanderung für mich nicht gerade leicht macht.

Antwort auf eine (nicht gestellte) Frage

Ich habe in verschiedenen Postings einige Leserfragen beantwortet und dabei ist mir aufgefallen, dass im Zusammenhang mit unseren Wanderungen mit Buggy eine Frage noch zu beantworten wäre.

Wie geht es mit dem Buggy im öffentlichen Nahverkehr?

Meist ganz gut, z.B. bei tiefergelegten Bussen, Straßenbahnen und modernen Zügen, weniger angenehm ist es, wenn Reisebusse als Linienbusse eingesetzt werden und man den Buggy über mehrere Stufen hochwuchten muss. Ist ein Platz für Kinderwagen oder Fahrräder vorhanden ist es gut, wenn aber alle Sitzbänke montiert sind und man den Buggy nur direkt am Ausstieg im Flur abstellen muss, kann es anstrengend sein, vor allem, weil unser neuer Buggy zu breit ist und immer mit einem Rad in der Luft hängt und gehalten werden muss. Einmal überlegte sich der Busfahrer auch, ob wir den Buggy im Gepackraum unterbringen sollten, dann war er aber zu bequem zum Aussteigen und als wir einige Wochen später wieder mit dem gleichen Fahrer unterwegs waren, verzichtete er gleich auf den Vorschlag.

Problematisch wird es auch, wenn mehr als ein Buggy, Kinderwagen oder Fahrrad im Bus mitgenommen werden sollen, da kann es dann schon mal passieren, dass der letzte, der reinwill, nicht mehr reindarf, so ging es letzthin einem Mountainbiker in der Oberlausitz und auch im Zug wurde es mit einem Rollstuhlfahrer, unserem Buggy und 6 Rädern ziemlich eng.