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Radebeul – Trauchau (3)

Auf dem Radweg neben dem Autobahnzubringer unterqueren wir die Autobahn, wenden uns in einem kleinen Wäldchen nach rechts und kommen in eine schmale Gasse, die wir nur über eine längere Treppe verlassen können. Jetzt verlassen wir den Weinwanderweg wahrscheinlich für immer, wenden uns nach rechts statt nach links und sind bald an der nächsten Straßenbahnhaltestelle, wo wir leider länger warten müssen, da nur jede 3. Tram über Radebeul West hinaus in Richtung Weinböhla fährt.

In der Tram das nächste Problem, was ist die richtige Fahrkarte und wie weit reicht eine Zone, dies kann man an dem Automaten nicht erkennen, ich gebe mal 2 Zonen ein, doch der Preis erscheint mir zu hoch, nun kaufe ich zwei Einzonenfahrkarten und hoffe, wir werden nicht kurz vor dem Aussteigen kontrolliert und ich habe an der falschen Stelle gespart, aber wir können die Tram unbehelligt verlassen.

Eigentlich müsste Ingrid heute noch eine neue Wohnung suchen und buchen, aber als wir beim Junior des Hauses bezahlen wollen, erfahren wir, dass die nächsten Gäste abgesagt haben und wir noch einige Tage länger bleiben können, mal sehen, wie lange, denn die Vorhersage für die nächsten Tage ist nicht eben berauschend, öfter Schauer und vor allem Gewitter erschweren eine genaue Planung.

Radebeul – Trauchau (2)

Nach dem Aussichtspunkt geht es nochmals einen Weg kurz und steil bergan, ehe wir bei der Sternwarte und dem Denkmal Sterngucker den höchsten Punkt erreicht haben. Jetzt geht es auf der Straße steil bergab und wenn wir uns die Häuser und Gärten so anschauen, dann verstehen wir, dass unsere Zimmerwirtin in Nossen erzählt hat, in Radebeul würden viele Millionäre wohnen. Unterhals des Wasserturm gehen wir kurz fast eben weiter, ehe der nächste steile, sehr steile Anstieg auf Straße und Fußweg erfolgt und so sind wir froh, dass ein ehemaliger Wasserstollen und ein Denkmal des Froschkönigs einen Grund für einen Stopp liefert.

Wieder geht es auf der Höhe fast eben weiter, ehe wir am Rand eines Weinbergs, zunächst auf einem steilen Naturpfad und später auf der Straße bis in den Lösnitzgrund absteigen. Am Flüsschen rasten wir und sehen den Lößnitzdackel an uns vorbeifauchen. Wir gehen jetzt ein kurzes Stück den gleichen Weg wie vor einigen Tagen und weichen dann vom Weinwanderweg ab, denn knapp 400 Stufen mit dem Buggy aufwärts, wäre wohl doch zuviel des Guten, auch wenn die Treppe neu und ebenmäßig geschaffen wurde.

Vielleicht holen wir das später nach. Wir gehen zum Weinmuseum in Hoflössnitz, verzichten aber auf einen Besuch, sondern bewundern in einer engen, neu gepflasterten Gasse einige wunderschöne, alte Häuser.

Überwiegend in der prallen Sonne kommt nun ein fast endloses Stück in einer Wohnstraße, dann geht es in einem weiten Linksbogen durch den Wald, bis wir nach Überqueren eines Autobahnzubringers auf der Fortsetzung dieser Straße kurz weiterwandern. Im anschließen Waldstück ist die Beschilderung wieder mal nicht eindeutig und nach Studium der Karte entscheiden wir uns leider für einen etwas längeren Weg.

Radebeul – Trachau (1)

Treppen

Heute brauchen wir kein Auto, denn wir können ja von unserer Ferienwohnung aus starten, doch schon nach gut 100 kommt eine Straßenbaustelle, die auch für Fußgänger gesperrt ist. Die Absperrung sperrt wirklich, nur auf dem Weg ist nicht zusehen, warum gesperrt ist. So müssen wir einen kleinen Umweg auf dem Fußweg neben einer stark befahrenen Straße machen, ehe wir in das Refugium der sächsischen Weinkönigin von 2007/8 eindringen können. Das barocke Schloss Wackersbarth mit der schönen Parkanlage, den Nebengebäuden und natürlich den Weinbergen ist wirklich ein Genuss, auch wenn man, wie wir keinen Wein trinkt.

Reichsgraf von Wackerbarth, Kabinettsminister August des Starken ließ sich das barocke Schloss mit Belvedere und französischem Garten um 1730 erbauen. Das lichtdurchflutete, achteckige Belvedere mit seinen romantisch bemalten und verzierten Wänden wurde vom Schöpfer des Dresdener Zwingers, Pöppelmann erbaut und kann heute auch für Trauungen genutzt werden. Die gesamte Anlage mit den Weinbergen wird als Erlebnisweingut auch touristisch genutzt.

Der Weinwanderweg führt kurz entlang eines Weinbergs und dann wahrscheinlich 150-200 alten, unebenen und ungleichen Stufen steil bergauf. Wir überlegen, soll Ingrid alleine gehen und ich außenherum gehen, aber wie. Ich denke, ich schaffe das mit dem Buggy. Doch ganz ehrlich, sind sie schon mal so eine Menge Stufen rückwärts hochgegangen, es ist gar nicht so einfach und die unebenen und teilweise zu schmalen Stufen beanspruchen das Gerät auch ziemlich, dabei wird auch eine der Hinterradbremsen in Mitleidenschaft gezogen. Da Ingrid auf den geschilderten Stufen Della nicht tragen kann, darf ich ca. 2/3 der Stufen zweimal hoch und einmal runter gehen.

Aber oben stellen wir fest, dass sich die Anstrengung durch den atemberaubenden Panoramablick vom Jakobsstein, dem Wahrzeichen Radebeuls auf die Weinberge, das Schloss und das Elbtal bis nach Dresden durchaus gelohnt hat, ja im Dunst kann man sogar einige Tafelberge des Elbsandsteingebirges erkennen. Etwas überrascht merken wir, dass wir den Anstieg auch mit weniger Treppen hätten bewältigen können.

Niederau – Radebeul (1)

Wie Sie sicher schon gemerkt haben, wechsle ich immer nach einigen Postings aus einer Fernwanderung auf eine andere, die letzten beschrieben unsere Jakobuswanderung an den Bodensee und jetzt sind wir wieder in Sachsen unterwegs.

Windig und überraschend viel Wald

Nach langem Suchen finden wir endlich einen Parkplatz, Ingrid möchte so nah wie möglich am Wanderweg parken und ich nicht zu weit vom Bahnhof, aber da es nur eine belebte Straße ab dem Bahnhof gibt, parken wir dann doch näher am Weinwanderweg. Auf einem schmalen Sträßchen und dann über einen Feldweg erreichen wir das mehr als nur ein wenig sanierungsbedürftige ehemalige Wasserschloss Oberau, das ursprünglich auf einen Wehrturm von 1274 zurückgeht. Nach vielen Um- und Erweiterungsbauten erhielt das Schloss im 19. Jahrhundert seine heutige Gestalt.

Nach einem kurzen Grasweg erreichen wir über die Straße die Grundmühle mit einem alten Wasserrad und zwei hübschen Teichen. Weiter geht es aufwärts, dann über die Straße in den Wald und schließlich erreichen wir den Waldweg, auf dem wir nach Moritzburg gewandert sind, verlassen diesen aber bald auf einem Reitweg nach rechts.

Zu der Markierung des Weinwanderwegs wäre viel zu sagen, aber um es kurz zu machen, sie ist in diesem Bereich miserabel, denn an den entscheidenden Stellen fehlt sie häufig und wenn man darüber nachdenkt, sind wir richtig oder nicht, dann stellt sich meist heraus, wir sind richtig.

So war es auch, als wir zu den ersten Häusern von Weinböhla kommen, doch obwohl der Weg, wie auch später, fast im Zickzack verläuft, kommen wir zum 20 m hohen König-Albert-Turm, der am Wochenende im Sommer geöffnet ist. Hier machen wir Rast. Nach dem wir den Friedensturm mit seiner interessant gestalteten Terrasse hinter uns gelassen haben, kommen wir zu einer hübsch gemachten Information über den Weinwanderweg und vor allem eine geologische Profiltafel des Elbtals. Nach Schloss Lauben verlassen wir den Ort und es geht für längere Zeit im Wald weiter, wo wir besser vor dem unangenehm frischen und böigen Wind sind und auch vor der manchmal stark strahlenden Sonne geschützt sind.

Meißen – Niederau

Wetterbesserung

Der richtige Tag zum Umziehen, denn das kostet doch immer sehr viel Zeit, aber da heute Morgen das Wetter schlecht ist, bewölkt und immer mehr teils starker Regen, macht das nichts aus. Wir fahren über die Autobahn nach Radebeul und dann geht wieder das Gepäckschleppen los. Dass wir, d.h. in erster Linie ich, das Gepäck eine Etage hochtragen müssen, das bin ich ja schon gewohnt, dass es aber außerhalb des Hauses fast 2 etagenhoch geht, das macht die Sache dann doch etwas anstrengend.

Ingrid ist von dem alten Mobiliar und den Räumen angetan, mir wäre eine größere Küche lieber. Nach dem das wichtigste Gepäck in der Wohnung ist, fahren wir nach Meißen und stellen unsere Auto direkt an der Elbe ab, da heute ja nicht mit Hochwasser zu rechnen ist. Das Wetter wird ständig besser, in Nossen bei der Abfahrt gab es erste, sehr kleine Wolkenlücken, jetzt in Meißen strahlt die Sonne vom blauweißen Himmel.

In der Folge wollen wir auf dem sächsischen Weinwanderweg vorankommen, dieser verläuft von Diesbar über Meißen, Radebeul, Dresden nach Pillnitz und umfasst knapp 80 km. Doch nach Meißen verläuft dieser zunächst auf dem vielbefahrenen Elberadweg flussaufwärts- später kurz entlang der Straße, dann wenden wir uns den Weinbergen zu, kommen an einer historischen Weingaststätte vorbei und wenig später an einer Holzweinpresse. Jetzt geht es steil auf steinigem Weg zum Spaargebirge, dem kleinsten sächsichen Gebirge mit einer Länge von 3 km und einer Breite von gut 200.  bergauf und von dem Aussichtspunkt Juchhöh (192 über N:N) präsentiert sich die Elbe und Meißen mit Burg und Dom.

Eigentlich wollen wir an dem windigen Platz rasten, aber als eine Gruppe junger Männer mit Bierkästen auftauchen, gehen wir lieber weiter und nach einem steilen Abstieg, geht es an sachter bergauf, immer wieder sehen wir an der Bergkante Weinberge, die aber im Gegensatz zu den meisten anderen Weinbaugebieten sehr kleinmaschig sind. Wir erreichen die Boselspitze (182 über NN und gut 80 m über der Elbe, von der wir trotz des diesigen Wetters die Türme von Dresden erahnen können, bei guter Sicht kann man bis in die sächsischer Schweiz schauern Steil geht es vorbei am botanischen Garten auf einem Naturpfad ins Elbtal hinab und nach kurzem ebenen Stück, steigt es wieder bergan und wir haben fast einen Kreis vollendet, doch vorher biegen wir nach rechts ab und erreichen ein Dorf mit einigen schönen Häusern und Gärten. Auf unangenehm kiesigen Weg folgt nun eine fast schattenlose Strecke quer durch das Tal und wir erreichen die Straße in Niederau. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass wir auf dem kürzesten Weg zum Bahnhof gehen müssen, trotzdem könnte es knapp werden und da wir an der nächsten Bushaltestelle sehen, dass auf dem Weg zum Bahnhof eine Baustelle ist und wir nicht wissen, ob wir auch einen Umweg gehen müssten, bleiben wir auf Nummer sicher und warten auf den Bus. Allerdings hat der einige Verspätung, sodass es trotzdem gereicht hätte.

Mit einem Blick auf Elbe und Burg und nach einem Einkauf verlassen wir Meißen. In unserer Wohnung macht uns das Internet Probleme, obwohl das Netz sehr stark ist, bricht die Verbindung immer wieder ab, sodass wir kaum ausfindig machen können, wie wir morgen den Weg vom Endpunkt zum Start schaffen können.