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Roßwein – Nossen (1)

Überraschungen

Da heute kein Druck durch einen Bahnfahrplan besteht, lässt es Ingrid heute langsam angehen und so kommen wir eine Stunde später weg als gestern. Da es nicht klar ist, wie es vom Bahnhof Roßwein weitergeht und Wanderzeichen fehlen, fahren wir noch kurz mit dem Auto umher und finden tatsächlich ein Wanderzeichen, das uns auf den rechten Weg führt. Nach den Erfahrungen von gestern, stellen wir heute unser Auto im Schatten eines Baums ab und der Schatten hält bis zum Abend an.

Schon kurz nach dem Start geht es steil eine Straße bergauf und Della macht es sich in ihrem Buggy gemütlich, doch dann können wir auf halber Hanghöhe auf einem Naturpfad weiterwandern und das nutzt Della, um mal wieder ihre Beine in Bewegung zu setzen und in einem kleinen Bächlein zu saufen. Doch kurze Zeit später wird der Weg kiesig und kurz vor Gersdorf kommen wir auf eine Straße. Der kleine Ort um ein ehemaliges Rittergut hat einiges Sehenswertes, auch wenn die meisten Gebäude durch eine Sanierung viel gewinnen würden, wie das Gutshaus, das Schloss oder das Backhaus, die alte Schmiede ist eine Ruine und wird wohl nicht mehr wieder hergestellt werden können.

Am meisten beeindruckt jedoch die mehr als 600 Jahre alte Edelkastanie, an der wohl ältesten in Sachen hat natürlich der Zahn der Zeit stark genagt.

Durch den Wald geht es wieder abwärts, vorbei an einem hübsch gelegenen, aufgestauten kleinen See und vielen Hinweisschildern auf den Bergbau, den es bis Ende des 19. Jahrhunderts hier gegeben hat. Wir erreichen auf der Hochfläche eine Straße, die wir aber nach wenigen Metern verlassen können, jetzt geht es steil hinab ins Muldental und im Tal gehen wir nach Osten weiter, machen direkt am Wasser Rast und erreichen im Tal bald das ehemalige Kloster Altzella. Wir betreten die Anlage, die mit einer 1,5 km langen Bruchsteinmauer umgeben ist durch das Westportal, dessen lichte Öffnung von 4,89 x 5,26 m weitet sich in 3 Abtreppungen auf 10 x 7 m, dabei ist zu berücksichtigen, dass das Tor um ca. 1,60 m aufgeschüttet. wurde.

Döbeln – Roßwein (2)

Kurz wieder entlang der Straße und dann auf einem überwiegend schattigen Radweg weiter, der Einstieg kann allerdings leicht übersehen werden. An einem Fischteich machen wir Pause und stellen fest, dass ich Dellas Wasserflasche in der Ferienwohnung vergessen habe. Kein Problem, denke ich, muss Ingrid eben etwas von ihrem leicht perlenden Mineralwasser abgeben. Della will auch gleich saufen, doch sie schrickt vor den aufsteigenden Wasserperlen zurück und erst, nachdem wir das Wasser ausgiebig geschüttelt und die Perlen damit ausgetrieben haben, lässt sie sich bei der Hitze zum Trinken verführen.

Bald erreichen wir die ersten Häuser, der Radweg geht nach links, Wanderzeichen ist keins zu sehen, wir gehen auf Ingrids Vorschlag nach rechts durch eine Wohnsiedlung und an deren Ende, treffen wir links gehend auf den Radweg. Wir gehen nun auf schmalem Weg unter Linden entlang der Mulde bis zur 1. Autobrücke. Ingrid schlägt vor, bis zum nächsten Bahnhof weiterzuwandern und prüft bei der Bahn nach, ob dort auch ein Zug hält. Obwohl das bejaht wird, entscheiden wir uns nach der kurzen Besichtigung der ca. 7000 Einwohner zählenden Kleinstadt Roßwein, doch nicht weiterzuwandern, denn wahrscheinlich müssten wir an der Haltestelle mitten in der Pampa fast eineinhalb Stunden warten. Daher gehen wir zu unserem Auto und fahren zunächst zu einer uralten Kamelie, die dann aber doch nicht besichtigt werden kann.

Wir fahren weiter nach Döbeln, um den Altar der Nicolaikirche zu bewundern und noch etwas durch die Partnerstadt Heidenheims zu flanieren und schaffen es gerade noch trockenen Fußes bis zu unserem Auto, denn der angekündigte Regen hat Döbeln erreicht.

Döbeln – Roßwein (1)

Heiss

Da die Bahn auf dieser Strecke nur alle 2 Stunden verkehrt, stellen wir unser Auto in Roßwein ab und fahren mit der Bahn nach Döbeln. Die Wanderung beginnt mit Buggytragen, denn von dem tiefer liegenden Bahnsteig führt nur eine Treppe nach oben. Kurz gehen wir durch die Häuser der Stadt und überqueren dann die Mulde auf einem Fußgängersteig. Am Mühlengraben sind links von uns noch Häuser, doch dann führt der Rad- und Wanderweg mehr oder weniger nah der Freiberger Mulde weiter. Der über 120 km lange Fluss ist kürzer als die Zwickauer Mulde, führt dafür aber mehr Wasser.

Anfangs wird das Fortkommen erschwert, weil Ingrid alle Tafel des Gewässerlehrpfads genau lesen will, später als es ein schattiges Stück gibt, gibt Della das Tempo vor und das ist auch nicht gerade schnell.

Ganz eng wird der Weg, rechts geht es steil zur gut 6-8 m tiefer liegenden Mulde hinunter, links ist die genauso hohe Mauer des Bahndamms. Als es dann wieder sonnig wird und Della sich in ihrem Buggy etwas ausruht, kommen wir schneller voran.

Über die Beschilderung des Wanderwegs sollte man besser den Mantel des Schweigens breiten, vorbei an einem einem Bienenkorb ähnelnden Haus kommen wir zu einer lebhaft befahrenen Straße, an der wir kurz entlang gehen, ehe wir auf einem schmalen Sträßchen weitergehen und den Ort Niederstriegis durchqueren und an einem privaten Märchengarten staunend verweilen. Teilweise wird unser Weg durch eine Straßenbaumaßnahme leicht behindert. Die Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist leider oder gottseidank geschlossen und so können wir weitergehen.